Hallo allerseits!
Ich frage mich gerade was eigentlich in einem Smith Diagramm passiert,
wenn man bspw. eine Spule etc. eventuell mit vorausgehender Leitung wie
gewohnt ins Diagramm eingezeichnet hat und man dann im Mittelpunkt das
komplette Diagramm drehen/rotieren würde? Also wenn man quasi die
Mittelpunktachse drehen lassen würde. Dann würden die ganzen Punkte doch
alle mit wandern, oder etwa nicht? D.h. wäre ich bspw. im Kurzschluss
Punkt und würde um Lambda/4, also eine halbe Drehung machen, würde ich
quasi im Leerlauf Punkt landen, der dann aber in einen Kurzschluss
transformiert wäre, da ich den Kurzschluss ja quasi mitgedreht habe?
Oder denke ich da gerade völlig falsch? Macht man dann bspw. mit einer
Lambda/4 Drehung auch gleichzeitig eine Transformation von Impedanz
Ebene in Admittanzebene und umgekehrt?
Vorab besten Dank!
Ne, irgendwie nicht so ganz. Trotzdem danke! Also es geht wirklich
darum, wenn man bspw. Last, dann ein Stück Leitung und dann bspw. eine
Spule eingezeichnet hat und dann das Smith Diagramm im Mittelpunkt
(Ursprung) drehen lassen würde.
Bzw. wenn man bspw. einen Spulenverlauf hat, sprich so einen Linienzug
einer Spule eben, was würde mit dieser passieren, wenn man das Smith
Chart in seiner Mittelpunktachse quasi rotieren lassen würde. Würden
sich dann eben die Punkte mitdrehen, da sich ja auch die im Smith
liegende Im und Re Achse drehen? Drehen wäre doch auch dann nicht
dasselbe wie spiegeln, oder? Oder wäre bspw. eine halbe Drehung dann
auch gleichzusetzen mit einem Wechsel der Ebene, sprich von Impedanz zur
Admittanz wie beim spiegeln?
Nein nein, es geht eigentlich nur um den Effekt der dabei auftritt. Was
eben passiert. Bin da nicht ganz sicher. MMn würde man ja bspw. bei
einer halben Drehung aus einem Kondensator der anfänglich in Reihe
geschaltet war, irgendwie durch den Einfluss der Leitung die ja ihre
Phase dreht, quasi einen Kondensator der nun parallel geschaltet ist,
machen. Also tatsächlich irgendwie transformieren. Aber ich glaube meine
Annahme ist nicht ganz richtig?
Ich verstehe nicht ganz, was du rotieren möchtest. Wenn du das Diagramm
im Ursprung zusammen mit Werten im Diagramm um den gleichen Winkel
rotierst, dann hast du danach genau das selbe Diagramm mit den selben
Punkten und der selben Bedeutung. Nur, dass es für dich als Beobachter
schlechter zu lesen ist, weil zum Beispiel alles auf dem Kopf steht.
Wenn du mit Rotieren meinst, dass Diagramm in zwei Ebenen aufzuteilen
und das eigentliche Diagramm unter den Werten im Diagramm weg zu
rotieren, dann entspricht eine Rotation von 180° des Diagramms im
Ursprung, ohne das Werte im Diagramm mit rotiert werden, einer
Umwandlung von Impedanz- in Admittanz-Werte, bzw. umgekehrt. Denn diese
Rotation entspricht genau der punktsymetrischen Spiegelung, mit der man
eine solche Umwandlung im Diagramm durchführt.
Ja genau, deine zweite Beschreibung ist passend.
Genau das dachte ich auch anfänglich, dass eine Drehung, gerade bei
einer 180 Grad Drehung, eigentlich auf das gleiche führt wie eine
Spiegelung. Ist ja auch eigentlich logisch. Dann habe ich aber eine
Diskussion damit entfacht, bei der man meinte, dass es eben nicht das
gleiche sei wie spiegeln. Und nun bin ich eben total verirrt.
Helmuth schrieb:> Ja genau, deine zweite Beschreibung ist passend.>> Genau das dachte ich auch anfänglich, dass eine Drehung, gerade bei> einer 180 Grad Drehung, eigentlich auf das gleiche führt wie eine> Spiegelung. Ist ja auch eigentlich logisch. Dann habe ich aber eine> Diskussion damit entfacht, bei der man meinte, dass es eben nicht das> gleiche sei wie spiegeln. Und nun bin ich eben total verirrt.
Nimm die Mathematik zur Hilfe. Die Rotation um 180° und die
punktsymetrischen Spiegelung lassen sich beide mathematisch beschreiben.
Das Ergebnis ist gleich.
Nebenbei bemerkt, es gibt unterschiedliche Arten von Spiegelungen.
Wichtig ist hier, dass es eine punktsymetrische Spiegelung ist.
Danke pnuebergang! Stimmt ist eigentlich völlig eindeutig.
Hab hier noch ein anderes kleines Verständnisproblem. Und zwar wäre ja
da wo in der Impedanzebene Z=0 ist (also im Kurzschlusspunkt) in der
Admittanzebene Y=unendl. Und umgekehrt. Aber der KS Punkt und der LL
Punkt sind doch in beiden Smith Diagramm Versionen, sprich
Impedanzvariante/Admittanzvariante (oder eben halt den Spiegelungen) an
der gleichen Stelle. D.h. für beide Ebenen gilt das der KS links ist und
der LL rechts, oder? Aber was wäre mit w (Omega)? Wäre das auch bei
beiden gleich? Oder gilt hier für Impedanzebene links w=0/rechts
w=unendl. und für die Admittanzebene links w=unendl./rechts w=0?
Düster ist deiner Rede Sinn.
Helmuth schrieb:> Aber was wäre mit w (Omega)?
Frequenzen kommen im Diagramm gar nicht vor, sondern nur Winkel.
Der Bleistiftkreis entspricht (in einem 50 Ohm Diagramm) dem S11 einer
50 Ohm Leitung, die mit 150 Ohm oder 16,7 Ohm abgeschlossen ist.
Helmuth schrieb:> Hab hier noch ein anderes kleines Verständnisproblem. Und zwar wäre ja> da wo in der Impedanzebene Z=0 ist (also im Kurzschlusspunkt) in der> Admittanzebene Y=unendl. Und umgekehrt. Aber der KS Punkt und der LL> Punkt sind doch in beiden Smith Diagramm Versionen, sprich> Impedanzvariante/Admittanzvariante (oder eben halt den Spiegelungen) an> der gleichen Stelle. D.h. für beide Ebenen gilt das der KS links ist und> der LL rechts, oder?
Meist nicht. Es gibt (mindestens) zwei Formen des Smith Diagramms. Das
normale, in dem nur ein Koordinatensystem eingezeichnet ist. In diesem
Diagramm spiegeln sich KS und LL graphisch genau wie jeder andere Wert.
Dort liegt KS für die Admittanz rechts, LL für die Admittanz links.
Dein Beispiel weiter oben ist in so einem einfachen Diagramm-Formular
eingezeichnet. D.h. für dich spiegeln sich KS und LL.
Dann gibt es die seltenere Form bei der zusätzlich (in einer anderen
Farbe) eine Admittanz-Ebene im Diagramm eingezeichnet ist. Die
Koordinaten sind so beschriftet, dass man ohne Spiegelung für eine
Impedanz direkt die Admittanz ablesen kann, wenn man nur dem anderen
Koordinatensystem folgt. Das heißt, die Admitanz-Ebene ist selbst
gespiegelt eingezeichnet. Da man in einem solchen Diagramm beim Wechsel
in die Admittanzebene nicht graphisch spiegelt bleiben KS und LS
geometrisch wo sie in der Impedanzebene liegen.