Schweißnaht aus der Flasche Granulat?

Gast #5754866
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Auf Empfehlung eines Bekannten habe ich mir den Kleber „Schweißnaht aus 
der Flasche“ besorgt, es ist ein 2 Komponentenkleber. Das eine Fläschen 
enthält Cyanacrylat (scheint ein ganz normaler Sekundenkleber zu sein) 
und im anderen befindet sich ein Granulat laut Dateianhang. Der Kleber 
hat sich nach 2 Reparaturen zwar schon bezahlt gemacht und hält 
tatsächlich was er in der Werbung verspricht, ich empfinde ihn aber 
trotzdem als sehr teuer, denkt ihr man findet einen günstigen passenden 
Ersatz für das Granulat? Ich hab mal was von Sekundenkleber in 
Verbindung mit Backnatron gehört.

Vielleicht kann jemand anderes hier auch mal von seinen 
Erfolgen/Misserfolgen mit diesem Produkt berichten.
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Gast #5754904
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René F. schrieb:

> Das eine Fläschen enthält Cyanacrylat (scheint
> ein ganz normaler Sekundenkleber zu sein) und
> im anderen befindet sich ein Granulat laut
> Dateianhang.

Woher stammen denn die Angaben?


Und hast Du das mal genau gelesen?

> "Chemische Zusammensetzung: SiO2 [...]"

Okay. SiO2 ist Quarzsand und chemisch weitgehend
inert. Kommt hin.


> "Na2O [...] CaO [...]"

Häh?!
Zum Natriumoxid (Na2O) weiss Wikipädie: "Reagiert
heftig mit Wasser..."
Wieso steht dann weiter unten auf dem Zettel:
"WasserUNlöslich"?

Und CaO ist Branntkalk; der reagiert auch mit Wasser.

In beiden Fällen entstehen die Hydroxide (--> basisch).


> "MgO [...] Al2O3"

Das sind keramische Pulver; die reagieren nicht mit
Wasser und taugen als Füllstoffe.


Bleibt das Mysterium mit den beiden Hydroxidbildnern.


René F. schrieb:
> Ich hab mal was von Sekundenkleber in Verbindung mit
> Backnatron gehört.

Naja, mineralische Füllstoffe in Kunststoffen sind
quasi Klassiker (siehe z.B. Gesteinsmehl im Bakelit).
Wird ja neuerdings als branntneue Erfindung in Form
von "Polymerbeton" bzw. "Mineralguss" wieder aufgekocht.


Zu klären wäre, ob der behauptete Gehalt an Na2O/CaO
in der Originalrezeptur den Tatsachen entspricht und
was er chemisch bewirkt.
Wenn man das weiss, kann man zielgerichtet über Ersatz
nachdenken.
Gast #5754924
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Georg A. schrieb:

> Egon D. schrieb:
>> Zu klären wäre, ob der behauptete Gehalt an Na2O/CaO
>> in der Originalrezeptur den Tatsachen entspricht
>
> Sollte mit einem ph-Testpapier ja einfach rauszufinden
> sein. Wenns blau wird, ist es wirklich so...

Hier spricht der Pragmatiker... :)
Klar, hast Recht. Danke für den Anstoß.

Wenn man die Lauge wieder entfernen und den Rest des
Pulvers trocknen und wägen könnte, könnte man auch
den Masseanteil löslicher Stoffe abschätzen.
Gast #5754929
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René F. schrieb:

> Die Informationen stammen vom Hersteller selbst:

Danke.
So einen Link hatte ich vergeblich gesucht.


> Ich bin chemisch nicht bewandert genug um die
> Funktionsweise des Granulats zu analysieren,

Ich auch nicht -- aber die Aussage "Wasserunlöslich"
ist jedenfalls schonmal gelogen.


> wie gesagt die Liste der Bestandteil liegt nahe dass
> es kein reiner Füllstoff ist.

Scheint so.
Das basische Milieu scheint ja eine wichtige Rolle zu
spielen.
Gast #5755036
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Vielen Dank für die Aufklärung, gibt es auch eine Bezugsquelle für das 
Glas in entsprechender Form, abgesehen von den kleinen Gebinden als 
Sekundenkleber Füllstoff?

Bzw. ist es das gleiche Glas welches zum Glasperlenstrahlen verwendet 
wird?
#5755153
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Jens M. schrieb:
> Das ist ganz normales Glas, so in etwa das billigste.
> Also Inert für die weitaus meisten Chemikalien.

Zumindest unter Normalbedingungen...

Aber definitv. Wenn es einfach nur "Stoffgemisch" der angegebenen 
Grunstoffe wäre, also ein reines zusammenkippen der Pulver, dann würde 
das überhaupt nicht zur Gefahrstoffeinstufung des Herstellers passen.

Dieser schreib ja: Nicht Kennzeinungspflichtig
Und unter Eigenschaften: Nicht Wasserlöslich.

Würden die Stoffe als reines GEmisch (ggf gepresst) vorliegen wäre dies 
Produkt aber "teillöslich" und vor allem "Ätzend" und damit als 
Gefahrstoff zu Kennzeichnen!

Gruß
Carsten

P.S.: Auch wenn Sekundenkleber immer Cyanacrylat ist, so heisst das 
nicht zwingend das immer auch alle Kleber gleich (gut) sind.
Da kann es auch den verschiedensten Gründen immer noch Unterschiede 
geben.
Und wenn es nur auf die Qualität des Ausgangsstoffe oder der Lagerung 
zurückzuführen ist. Allerdings ist das etwas was man einfach nur 
Ausprobieren kann! Weder Preis noch HErstellernamen sind da wirklich 
verlässliche Indikatoren.
Ich hatte schon 99ct Klebstoffpackungen die absolut spitze waren und 
teurere wo die Klebestellen schon nach einem Monat oft wieder versagten 
(ein anderes Produkt aber immer noch hält!)

Und zu dem hier genannten Produkt kann ich schon mal gar nichts sagen, 
wollte nur darauf hinweisen...
#5755188
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Carsten S. schrieb:
>
> Dieser schreib ja: Nicht Kennzeinungspflichtig
> Und unter Eigenschaften: Nicht Wasserlöslich.
>
> Würden die Stoffe als reines GEmisch (ggf gepresst) vorliegen wäre dies
> Produkt aber "teillöslich" und vor allem "Ätzend" und damit als
> Gefahrstoff zu Kennzeichnen!
>
Dann stellt sich die Frage, warum bei der Angabe zur Haltbarkeit 
trockene Lagerung vorausgesetzt wird.
Gast #5759236
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Kügelchen - Vorteil, dass sich der Kleber durch die Kapilarwirkung super 
verteilt und du nicht eine Pulverschicht bekommst, in der sich der 
Sekundenkleber nicht verteilt.

Na2O führt zum vernetzen des Sekundenklebers, damit dieser bei der 
Klebermenge überhaupt sinnvoll hart wird.

Der Kleber kann dadurch "weicher" sein - es gibt ja einen Aktivator
(Härtet langsamer und wird weniger spröde). Diese Kleber halten halt 
mehr aus. Auch führen die Kügelchen zu einer günstigeren Struktur in der 
Klebung - es bauen sich weniger Spannungen in der Klebung auf und die 
mechanische Bearbeitbarkeit wird besser.

Kleben ist schon eine Kunst ;)
Gast #5759267
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Ich habe normalen Sekundenkleber mit feinen Quarzsand aus normalen 
Schmelzsicherungen als Füllstoff verwendet. Ist preiswerter und alte 
Sicherungen hatte ich noch rumliegen. Ist chemisch sauber und 
Umweltgerecht.
Gast #5759513
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Hi,

mir ist diese Klebetechnik aus dem Modellbau bekannt.
Verwende ich schon seit über 20Jahren.

Sekundenkleber und MicroBallons (kleine Glaskügelchen). Das geht auch
mit Epoxidharz. Ein schlauer Mensch hat mal gesagt " es klebt nicht der 
Kleber sondern die Verbindung aus Trägermaterial und Kleber".

Kaum verpaßt man dem ganzen einen anderen Namen, schon kann
man es wieder teuer verkaufen.

Einfach Tante google nach den microballons fragen. Die bekommt man kg 
weise
recht günstig.

Gruß.

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