Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Schweißnaht aus der Flasche Granulat?


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von René F. (therfd)


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Auf Empfehlung eines Bekannten habe ich mir den Kleber „Schweißnaht aus 
der Flasche“ besorgt, es ist ein 2 Komponentenkleber. Das eine Fläschen 
enthält Cyanacrylat (scheint ein ganz normaler Sekundenkleber zu sein) 
und im anderen befindet sich ein Granulat laut Dateianhang. Der Kleber 
hat sich nach 2 Reparaturen zwar schon bezahlt gemacht und hält 
tatsächlich was er in der Werbung verspricht, ich empfinde ihn aber 
trotzdem als sehr teuer, denkt ihr man findet einen günstigen passenden 
Ersatz für das Granulat? Ich hab mal was von Sekundenkleber in 
Verbindung mit Backnatron gehört.

Vielleicht kann jemand anderes hier auch mal von seinen 
Erfolgen/Misserfolgen mit diesem Produkt berichten.

: Verschoben durch Admin
von Paul H. (powl)


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von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Na immerhin kann man die Elementarteilchen gut erkennen und von den 
gewöhnlichen Krümeln daran unterscheiden, dass sie weiß angepinselt 
sind.

Namaste

von Egon D. (egon_d)


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René F. schrieb:

> Das eine Fläschen enthält Cyanacrylat (scheint
> ein ganz normaler Sekundenkleber zu sein) und
> im anderen befindet sich ein Granulat laut
> Dateianhang.

Woher stammen denn die Angaben?


Und hast Du das mal genau gelesen?

> "Chemische Zusammensetzung: SiO2 [...]"

Okay. SiO2 ist Quarzsand und chemisch weitgehend
inert. Kommt hin.


> "Na2O [...] CaO [...]"

Häh?!
Zum Natriumoxid (Na2O) weiss Wikipädie: "Reagiert
heftig mit Wasser..."
Wieso steht dann weiter unten auf dem Zettel:
"WasserUNlöslich"?

Und CaO ist Branntkalk; der reagiert auch mit Wasser.

In beiden Fällen entstehen die Hydroxide (--> basisch).


> "MgO [...] Al2O3"

Das sind keramische Pulver; die reagieren nicht mit
Wasser und taugen als Füllstoffe.


Bleibt das Mysterium mit den beiden Hydroxidbildnern.


René F. schrieb:
> Ich hab mal was von Sekundenkleber in Verbindung mit
> Backnatron gehört.

Naja, mineralische Füllstoffe in Kunststoffen sind
quasi Klassiker (siehe z.B. Gesteinsmehl im Bakelit).
Wird ja neuerdings als branntneue Erfindung in Form
von "Polymerbeton" bzw. "Mineralguss" wieder aufgekocht.


Zu klären wäre, ob der behauptete Gehalt an Na2O/CaO
in der Originalrezeptur den Tatsachen entspricht und
was er chemisch bewirkt.
Wenn man das weiss, kann man zielgerichtet über Ersatz
nachdenken.

von Georg A. (georga)


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Egon D. schrieb:
> Zu klären wäre, ob der behauptete Gehalt an Na2O/CaO
> in der Originalrezeptur den Tatsachen entspricht

Sollte mit einem ph-Testpapier ja einfach rauszufinden sein. Wenns blau 
wird, ist es wirklich so...

von René F. (therfd)


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Die Informationen stammen vom Hersteller selbst:
http://hg-klebstoffe.eu/wp-content/uploads/2016/07/Instr2016DE.pdf

Ich bin chemisch nicht bewandert genug um die Funktionsweise des 
Granulats zu analysieren, wie gesagt die Liste der Bestandteil liegt 
nahe dass es kein reiner Füllstoff ist.

von Egon D. (egon_d)


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Georg A. schrieb:

> Egon D. schrieb:
>> Zu klären wäre, ob der behauptete Gehalt an Na2O/CaO
>> in der Originalrezeptur den Tatsachen entspricht
>
> Sollte mit einem ph-Testpapier ja einfach rauszufinden
> sein. Wenns blau wird, ist es wirklich so...

Hier spricht der Pragmatiker... :)
Klar, hast Recht. Danke für den Anstoß.

Wenn man die Lauge wieder entfernen und den Rest des
Pulvers trocknen und wägen könnte, könnte man auch
den Masseanteil löslicher Stoffe abschätzen.

von Egon D. (egon_d)


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René F. schrieb:

> Die Informationen stammen vom Hersteller selbst:

Danke.
So einen Link hatte ich vergeblich gesucht.


> Ich bin chemisch nicht bewandert genug um die
> Funktionsweise des Granulats zu analysieren,

Ich auch nicht -- aber die Aussage "Wasserunlöslich"
ist jedenfalls schonmal gelogen.


> wie gesagt die Liste der Bestandteil liegt nahe dass
> es kein reiner Füllstoff ist.

Scheint so.
Das basische Milieu scheint ja eine wichtige Rolle zu
spielen.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Hydroxydionen beschleunigen die Reaktion
Na2O und Ca sind stark hygrophil. Offen gelagert verklumpen beide schon 
bei geringer Luftfeuchte. Sie binden die Luftfeuchte und reagieren unter 
Bildung von Hydroxydionen. So starten und beschleunigen sie das Abbinden 
des Klebers.

https://de.wikipedia.org/wiki/Cyanacrylate

Namaste

: Bearbeitet durch User
von Jens M. (schuchkleisser)


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Och Leute.
Die Sachen die da drin sind, sind vermischt.
Und geschmolzen.
Und geformt.
In kleine Kugeln.
Aus Glas. Stichwort "Kalk-NAtron-Glas"

Das ist ganz normales Füllpulver für Sekundenkleber aus porösen 
Glaskugeln.

: Bearbeitet durch User
von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Poröse Elementarteilchen aus Glas
Gut das das jetzt geklärt ist.

Aber du hast noch nicht erklärt ob die innert sind oder basisch reaktiv?

Namaste

von Jens M. (schuchkleisser)


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Das ist ganz normales Glas, so in etwa das billigste.
Also Inert für die weitaus meisten Chemikalien.

von René F. (therfd)


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Vielen Dank für die Aufklärung, gibt es auch eine Bezugsquelle für das 
Glas in entsprechender Form, abgesehen von den kleinen Gebinden als 
Sekundenkleber Füllstoff?

Bzw. ist es das gleiche Glas welches zum Glasperlenstrahlen verwendet 
wird?

: Bearbeitet durch User
von Jens M. (schuchkleisser)


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Keine Ahnung. Sind die rau?
Ich denke 90% des Effekts macht der Kleber, nicht der Füllstoff.
Es gibt so Zeug auch für Epoxy, Baloons heißt das dann. Das könnte auch 
gehen.

von Egon D. (egon_d)


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Jens M. schrieb:

> Das ist ganz normales Füllpulver für Sekundenkleber
> aus porösen Glaskugeln.

Ahh. Hihi! - Danke. Das kann natürlich sein.

Stellt sich die Frage, ob es denn unbedingt Glas sein
muss, oder ob Quarzmehl genauso funktioniert.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Teste es.
Die mechanischen Eigenschaften des Pulvers sind's, also Material mit 
rauer nicht saugender Oberfläche, und zwischen den Teilen muss etwas 
Platz sein.
Ich kenn's nur als "Kullerpulver", aber sicher geht auch anderes 
Material.

von Carsten S. (dg3ycs)


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Jens M. schrieb:
> Das ist ganz normales Glas, so in etwa das billigste.
> Also Inert für die weitaus meisten Chemikalien.

Zumindest unter Normalbedingungen...

Aber definitv. Wenn es einfach nur "Stoffgemisch" der angegebenen 
Grunstoffe wäre, also ein reines zusammenkippen der Pulver, dann würde 
das überhaupt nicht zur Gefahrstoffeinstufung des Herstellers passen.

Dieser schreib ja: Nicht Kennzeinungspflichtig
Und unter Eigenschaften: Nicht Wasserlöslich.

Würden die Stoffe als reines GEmisch (ggf gepresst) vorliegen wäre dies 
Produkt aber "teillöslich" und vor allem "Ätzend" und damit als 
Gefahrstoff zu Kennzeichnen!

Gruß
Carsten

P.S.: Auch wenn Sekundenkleber immer Cyanacrylat ist, so heisst das 
nicht zwingend das immer auch alle Kleber gleich (gut) sind.
Da kann es auch den verschiedensten Gründen immer noch Unterschiede 
geben.
Und wenn es nur auf die Qualität des Ausgangsstoffe oder der Lagerung 
zurückzuführen ist. Allerdings ist das etwas was man einfach nur 
Ausprobieren kann! Weder Preis noch HErstellernamen sind da wirklich 
verlässliche Indikatoren.
Ich hatte schon 99ct Klebstoffpackungen die absolut spitze waren und 
teurere wo die Klebestellen schon nach einem Monat oft wieder versagten 
(ein anderes Produkt aber immer noch hält!)

Und zu dem hier genannten Produkt kann ich schon mal gar nichts sagen, 
wollte nur darauf hinweisen...

von Percy N. (vox_bovi)


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Carsten S. schrieb:
>
> Dieser schreib ja: Nicht Kennzeinungspflichtig
> Und unter Eigenschaften: Nicht Wasserlöslich.
>
> Würden die Stoffe als reines GEmisch (ggf gepresst) vorliegen wäre dies
> Produkt aber "teillöslich" und vor allem "Ätzend" und damit als
> Gefahrstoff zu Kennzeichnen!
>
Dann stellt sich die Frage, warum bei der Angabe zur Haltbarkeit 
trockene Lagerung vorausgesetzt wird.

von Jens M. (schuchkleisser)


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A) Standardspruch "Kühl, trocken und dunkel lagern"
B) CA reagiert mit Luftfeuchte.

von Einhart P. (einhart)


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Percy N. schrieb:
> Dann stellt sich die Frage, warum bei der Angabe zur Haltbarkeit
> trockene Lagerung vorausgesetzt wird.

Glasballoons wären hygroskopisch.

von Maik S. (Gast)


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Kügelchen - Vorteil, dass sich der Kleber durch die Kapilarwirkung super 
verteilt und du nicht eine Pulverschicht bekommst, in der sich der 
Sekundenkleber nicht verteilt.

Na2O führt zum vernetzen des Sekundenklebers, damit dieser bei der 
Klebermenge überhaupt sinnvoll hart wird.

Der Kleber kann dadurch "weicher" sein - es gibt ja einen Aktivator
(Härtet langsamer und wird weniger spröde). Diese Kleber halten halt 
mehr aus. Auch führen die Kügelchen zu einer günstigeren Struktur in der 
Klebung - es bauen sich weniger Spannungen in der Klebung auf und die 
mechanische Bearbeitbarkeit wird besser.

Kleben ist schon eine Kunst ;)

von opamanfred (Gast)


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Ich habe normalen Sekundenkleber mit feinen Quarzsand aus normalen 
Schmelzsicherungen als Füllstoff verwendet. Ist preiswerter und alte 
Sicherungen hatte ich noch rumliegen. Ist chemisch sauber und 
Umweltgerecht.

von Schorschi (Gast)


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Hi,

mir ist diese Klebetechnik aus dem Modellbau bekannt.
Verwende ich schon seit über 20Jahren.

Sekundenkleber und MicroBallons (kleine Glaskügelchen). Das geht auch
mit Epoxidharz. Ein schlauer Mensch hat mal gesagt " es klebt nicht der 
Kleber sondern die Verbindung aus Trägermaterial und Kleber".

Kaum verpaßt man dem ganzen einen anderen Namen, schon kann
man es wieder teuer verkaufen.

Einfach Tante google nach den microballons fragen. Die bekommt man kg 
weise
recht günstig.

Gruß.

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