Servus miteinander.
Ich habe eine alte Lorch Drehbank welche ich gerne mit einem
Frequenzumrichter ausstatten würde.
Ich habe:
- einen Siemens Schuckert Motor (Typenschild siehe Anhang)
- leider nur 230v Steckdosen zur Verfügung
Nun gibt es ja FU's welche einphasige 230v auf 3 Phasen 230v verteilen,
dazu muss meines Wissens nach der Motor von der 380V Dreicksschaltung
auf einen 230v Sternschaltung umgeklemmt werden. Soweit so gut. Mein
Motor hat auch Klemmen welche darauf hindeuten, dass dieser umgeklemmt
werden kann. Nur ist das Typenschild etwas missverständlich. Es wird
nichts von Dreieck oder Stern angegeben, allerdings werden zwei
verschiedene Ströme, cos(phi) und Leistungen angegeben. Daraus schließe
ich, dass diese Angaben je nach Betriebsart (Dreieck oder Stern)
zutreffen.
1. Ist dies so ?
2. Braucht dieser Motor dann in beiden Fällen auf jeder Phase 380v ?
Dann wäre ein FU mit 3 mal 230v ja nicht verwendbar oder ?
3. Mit welchem Umrichter kann ich diesen Motor an 230v betreiben ?
4. Habe ich mit einem FU (230v --> 3x 230v) Verluste im Hinblick auf
Drehmoment, Leistung o.ä. im Vergleich mit einem Betrieb am statischen
Drehstromnetz ?
Das Schild deutet eher auf umschaltbare Drehzahl / Polpaar. Ist da etwa
eine Dalander-Schaltung oder sonstwie umschaltbare Drehzahl dran?
tomt schrieb:> von der 380V Dreicksschaltung auf einen 230v Sternschaltung umgeklemmt
Umgekehrt!
Gruss Chregu
Tippe auf einen Motor mit zwei getrennten Wicklungen (Polumschaltbar: 2
/ 4 Pole). Keine Dahlanderschaltung.
Dieser Motor kann man zwar im Prinzip mit einem FU zu betreiben, jedoch
nicht an (d)einem 230V Netz.
Du benötigst also ein 3Phasen 400V Netz oder schaust ob du einen 230V
Motor mit genug Drehmoment findest und setzt dann einen FU davor.
Vielen Dank erstmal für die Antworten.
Tatsächlich steht im Klemmenkasten neben dem Standard UVW auch Pro
Wicklung eine 2 und eine 4 ... Also ist das ein umschaltbarer 2/4 pol
Motor wie Michael vermutet hat.
An der Drehbank ist ein Schalter mit 2 Stellungen, dieser sollte dann ja
die polpaarumschaltung realisieren.
@Michael : warum kann dieser Motor nicht mehr an einem 230v input und
3phasen output Umrichter betrieben werden ?
Den Austausch durch einen 230v AC Motor scheue ich noch etwas, da ich
keinen mit ähnlichem Drehmoment gefunden habe. Wovon hängt das
Laufverhalten noch ab ? Aus meiner Sicht ja nur von der Motor Leistung,
Drehzahl und (folglich) dem Drehmoment. Bin mir nicht sicher auf was es
noch bei einem Drehbankantrieb ankommen kann ...
tomt schrieb:> warum kann dieser Motor nicht mehr an einem 230v input und> 3phasen output Umrichter betrieben werden ?
Weil Polumschaltbare Motoren in den seltensten Faellen eine
Spannungsumschaltung besitzen. Dann muesste der Klemmkasten bei
getrennten Wicklungen ja 12 Klemen besitzen. Bei Dalanderschaltung geht
das schon gar nicht. Du kannst ihn an einem 230V Umrichter zwar
betreiben aber richtig Leistung wird er dabei nicht bringen.
ALso entweder 400V Drehstromanschluss verlegen oder anderen Motor
einsetzen.
Danke Helmut für die Erklärung.
Aber wäre dann der Umrichter welchen Thomas verlinkt hat nicht geeignet,
da dieser ja 3phasen mit 380v am Ausgang zu haben scheint ?
Ansonsten bleibt mir nichts übrig als einen AC Motor zu suchen.
Dieser sollte ja dann minimal das Drehmoment des ersten "elektrischen
Ganges" haben also 4,7Nm, da die 2. Drehzahl ja nur noch 3Nm bereithält.
Stimmt das dann ? Und reicht mir das als Auslegungskriterium (min. P=
900W und min. M= 4,7Nm) ? Verhält sich der Austauschmotor genauso oder
sind Probleme zu erwarten ?
tomt schrieb:> Ansonsten bleibt mir nichts übrig als einen AC Motor zu suchen.
Da man in den USA nur selten Drehstrom in den Häusern hat, gibt
es dort Kondensatormotore mit mehreren Kilowatt Leistung z.B.
für Kreissägen. Vielleicht solltest Du dort mal nach passenden
Motoren suchen. Allerdings brauchst Du für Kondensatormotoren
spezielle Frequenzumrichter.
tomt schrieb:> Aber wäre dann der Umrichter welchen Thomas verlinkt hat nicht geeignet,> da dieser ja 3phasen mit 380v am Ausgang zu haben scheint ?
Die macht er aber auch nur wenn er mit 400V versorgt wird. Kein
Umrichter transformiert da die Spannung.
@Harald: danke für den Tipp !
Ich möchte jetzt nicht widersprechen, aber bei dem Aliexpress Umrichter
steht Eingangsspannung 230v 1ph und Ausgangsspannung 380v 3ph dabei ...
Ist dass dann eine falsche Angabe ? Falls das wirklich so funktioniert
wäre dieser Umrichter dann verwendbar ?
tomt schrieb:> Ich möchte jetzt nicht widersprechen, aber bei dem Aliexpress Umrichter> steht Eingangsspannung 230v 1ph und Ausgangsspannung 380v 3ph dabei ...> Ist dass dann eine falsche Angabe
Yepp, das ist eine zum Teil irrefuehrende Angabe.
Wenn man da etwas nach unten schaut bei den Anschlussbelegungen sieht
man das da bei 220V Eingangsspannung auch von einem 220V Motor geredet
wird und nur da wo eine 3x380V Eingangsspannung eingezeichnet ist auch
von 380V Motor gesprochen wird.
Wie soll der Umrichter das den sonst ohne Trafo auf 380V hoch bekommen?
PS. 220/380V gibt es hier schon lange nicht mehr.
tomt schrieb:> @Harald: danke für den Tipp !>> Ich möchte jetzt nicht widersprechen, aber bei dem Aliexpress Umrichter> steht Eingangsspannung 230v 1ph und Ausgangsspannung 380v 3ph dabei ...> Ist dass dann eine falsche Angabe ? Falls das wirklich so funktioniert> wäre dieser Umrichter dann verwendbar ?
Ein Kondensatormotor hat keine drei Phasen, sondern zwei,
die um 90° gegeneinander verschoben sind.
tomt schrieb:> 2. Braucht dieser Motor dann in beiden Fällen auf jeder Phase 380v ?
Das wäre der Idealfall.
> Dann wäre ein FU mit 3 mal 230v ja nicht verwendbar oder ?
Doch, das geht durchaus. Aber man hat natürlich Leistungsverluste durch
die geringere Zwischenkreisspannung (230*sqrt(2) = 324V).
> 3. Mit welchem Umrichter kann ich diesen Motor an 230v betreiben ?
Eigentlich mit allen, also auch mit denen für einphasig 230V.
> 4. Habe ich mit einem FU (230v --> 3x 230v) Verluste im Hinblick auf> Drehmoment, Leistung o.ä. im Vergleich mit einem Betrieb am statischen> Drehstromnetz ?
Ja, natürlich (siehe oben).
Hier laufen einige 400V-Motoren an einphasiger Steckdose (in dem
Kellerraum haben wir keine 3P/400V), bspw. der Motor für die
Hydraulikpumpe unserer Spritzgussmaschine. Ich habe den Motor damals so
gekauft, dass die Leistung wieder passt.
Ich würde den Motor 4-polig anschließen, damit Du mehr Drehmoment hast.
Und höhere Drehzahlen kannst Du dann per Frequenz bis 100Hz erzeugen.
Aber: ja, die Leistung wird bei einem 1P-Umrichter vermindert sein.
Nach den Rückmeldungen denke ich wird es die beste Lösung sein, einen AC
230v Motor zu kaufen und auf diesem die riemenscheibe zu montieren.
Demnach bräuchte ich eine Motor mit ca 1kw Leisung und 5Nm Drehmoment
bei 230v.
Kennt eventuell jemand einen guten Hersteller ? Oder eventuell sogar
einen konkreten Motor ?
tomt schrieb:> Nach den Rückmeldungen denke ich wird es die beste Lösung sein, einen AC> 230v Motor zu kaufen und auf diesem die riemenscheibe zu montieren.> Demnach bräuchte ich eine Motor mit ca 1kw Leisung und 5Nm Drehmoment> bei 230v.
Bei mir in der Garage liegt ein ca 1kW-Motor mit Riemenscheibe
aus einem Vertikutierer rum. Was der für ein Drehmoment hat,
weiss ich nicht. Um da die Drehzahl zu verändern, braucht man
aber einen Zwei-Phasen-Frequenzumformer.
Sorry für die vielen Fragen aber ich würde ungern etwas falsches kaufen.
Wenn ich einen Motor mit 1,5kw kaufe gibt es diese meist mit 1500u/min
und 3000u/min.
Ich hätte jetzt gedacht das man den 3000er mit einem 230v 1phasen
Umrichter nehmen sollte um das gesamte Drehzahlband abzudecken.
Allerdings hat der 3000er rechnerisch ja weniger Drehmoment.
Wie verhält es sich bei niedrigen Drehzahlen ? Reicht das Drehmoment
dann oder sollte man den 1500er nehmen um ein höheres Drehmoment zu
gewährleisten? Oder haben beide bei gleicher Drehzahl das selbe
Drehmoment ?
Ich hätte noch einen Motor über, ist Normgröße 80 mit Fuß.
Man hört aber öfter, dass solchen relativ alten Motoren mit einem FU
gelegentlich Isolationsschäden bekommen.