Das ist ein Pufferkondensator, den man eigentlich an jeder Endstufe
findet. Manchmal koennte evtl. u. g. U. darauf verzichtet werden,
aber meist ist es besser, wenn man ihn schon dorthinpflanzt. Er
bietet schlicht einen niederimpedanten Puffer, der Kabel und/oder
Leiterbahnen vom Großteil der pulsartigen Stroeme entlastet.
Michael hat recht - die Zuleitung hat eine Induktivitaet, die sich,
je steiler/hoeher der benötigte Strompuls, je stoerender auswirkte.
Versorgungsleitungen sind noch dazu oft nur fuer den mittleren Strom
ausgelegt, und waehrend hoher Stromspitzen entstuende dementsprechend
(zu) hoher Spannungsfall.
Beides zusammen bewirkte: Durch Reduktion der gerade zur Verfuegung
stehenden Betriebsspannung wuerde die Aussteuerung eingeschraenkt.
(Bei hoher und niedriger Leistung, alles dimensionierungsabhaengig.
Stefans obige Aussage stimmt also nur, falls man beim Vergleich von
Endstufen stark unterschiedlicher Leistung z.B. den identischen Kabel-
querschnitt zugrundelegen wuerde - was doch aber nur bei Versorgung
mit dem gleichen Labornetzgeraet stimmt, aber doch nicht allgemein.)
Stefan schrieb:
> Wie dimensioniert man solche Kondensatoren?
Das hilft Dir auch nichts: "So, daß die gerade genannten Effekte
auch wirklich erreicht werden - an diverse Umstaende angepaßt."
Es ist alles eine Frage der Dimensionierung der uebrigen Schaltung
(und der Versorgung mitsamt Zuleitung). Ganz kurz (und etwas extrem):
In dieser Schaltung koennte ein BC847 oder ein BD140 sitzen - man
wuerde jeweils so gut wie alles unterschiedlich dimensionieren.
Das waeren voellig unterschiedliche Leistungsklassen (mit voellig
unterschiedlichen Anforderungen an die Versorgung).
Noch allgemeiner gibt es ganz unterschiedliche Endstufen-Topologien
und Betriebsarten. Dir sollte klar sein: So einfach ist es nicht.
Halte Dich eben an vollstaendige Vorlagen statt Prinzipschaltbilder,
so lange Du nicht mehr weißt. Mit der Zeit wirst Du ganz von alleine
erfahren, worauf es jeweils ankommt - genug Tatendrang und Lernwille
vorausgesetzt.
> (Ich würde die Schaltung gern mal nachbauen.)
Wozu genau? Um Prinzipschaltbilder selbst (ohne fremde Hilfe) in
perfekt funktionierende (natuerlich fertig dimensionierte) Plaene
umzuwandeln, bedarf es schon etwas mehr, als einer einzigen Frage.
Dazu muß man die Eigenschaften jedes beteiligten Bauteils kennen.
Uebrigens muß gar nicht jede einfach aussehende Schaltung einfach
funktionieren - manchmal ist es umgekehrt... wenn auch meist nicht.
Was genau hast Du vor? Nenne halt mal Deine Interessen, dann kann
man vielleicht erste Ansaetze in die richtige Richtung empfehlen.
Aber natuerlich koennte man auch "diese Schaltung" bauen (es gibt
im Netz mehrere dimensionierte Beispiele dafuer) - nur klingt es
fuer mich danach, als stuendest Du ganz am Anfang. Und gleich in
die richtige Richtung zu gehen, braechte Dich schneller weiter.
Zuallererst aber wuerde ich an Deiner Stelle Grundlagen ueber alle
denkbaren Bauteile pauken - aktive wie passive. Nur so ist man auf
das Verstaendnis von Schaltungen mit diversen Beteiligten (und sei
es eine so "einfach erscheinende", wie die obige) gut vorbereitet.