Elektronische Gassensoren in Geldautomaten

OP #5775468
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Hallo!
Die Meldungen über gesprengte Geldautomaten nehmen nicht ab.
Warum nur, wo es doch schon sehr lange passende Sensoren zur Erkennung 
der verwendeten Gase gibt?

Für wenige Euro könnte jeder Automat solch einen Sensor bekommen.
Bei Erkennung kann stiller Alarm ausgelöst, und über ein CO2-Ventil der 
Automat geflutet werden. Bevor die Gauner mitbekommen, warum das Zeug 
nicht explodiert, sind auch die langsamsten Bullen vor Ort.

Auch ohne Gassensor: warum sind in den Geldfächern nicht Farbbomben 
eingebaut, die bei einer Gasexplosion einfach platzen?

Wenn man solch einfache und billige Massnahmen einbaut, sind Sprengungen 
von Geldautomaten binnen küzester Zeit Geschichte!

Meine einzige Erklärung ist: die Geldinstitute WOLLEN ES, daß die 
Automaten gesprengt werden. Die Versicherung bezahlt ihnen wohl 
ordentliche Summen für neue Geldautomaten, für die Erneuerung der 
Gebäude und deren Renovierung.
Außerdem ist das manchmal ein sehr willkommener Anlass, unrentable 
Filialien zu schließen.

Eine win-win-win-Situation für die Geldinstitute!
#5775514
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Route 6. schrieb:
> Meine einzige Erklärung ist: die Geldinstitute WOLLEN ES, daß die
> Automaten gesprengt werden. Die Versicherung bezahlt ihnen wohl
> ordentliche Summen für neue Geldautomaten, für die Erneuerung der
> Gebäude und deren Renovierung.

Das ist eine etwas naive und voreingenommene Annahme finde ich. Wenn ich 
etwas will dann würd ich aktiv dafür sorgen das es ein tritt (hier nicht 
der Fall).

Genauso wie einen Abbiegewarner in LKWs ein zu bauen. Gute Idee (auch 
die von dir), aber dennoch seh ich einige Probleme.

* die Kosten sind nicht unerheblich, daszu müssen Druckbehälter alle 10 
Jahre zum TÜV uns sind eventuell nicht ohne weiteres zu transportieren 
und lagern
* die Anzahl der tatsächlichen Fälle mit der Anzahl der zu 
modifizierender Objekte (ATM/LKW) muss man ins Verhältnis setzen. 
Natürlich ist der Schaden eine hohe bis ethisch nicht bezifferbare 
Summe. Aber die Gefahren werden wir nur zu einem gewissen Grad 
minimieren können, aber nie ganz abschalten können
* es ist kein Universalheilmittel und wird nie 100% der Fälle ab decken, 
es ist nur eine Minimierung. Manche ATMs werden auch von drittfirmen 
betrieben die minimal wenig Geld rein stecken wollen. Flugzeuge stürzen 
immer noch ab wegen Softwarefehlern, Raketen explodieren immer noch hin 
und wieder... und die haben bei weitem höhere Anforderungen als ein 
dämlicher Geldautomat
* eine Versicherung brauchst du dennoch
#5775531
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Route 6. schrieb:
> Für wenige Euro könnte jeder Automat solch einen Sensor bekommen.
> Bei Erkennung kann stiller Alarm ausgelöst, und über ein CO2-Ventil der
> Automat geflutet werden.

Da sieht man mal wieder den Unterschied zwischen Idee und fertigem 
Produkt. Der Sensor mag billig sein, das ganze Drumrum, Entwicklung, 
Zulassung, Wartung,... dagegen nicht.

Du hast x verschiedene Modelle und Varianten von Geldautomaten. Die 
Gasflasche muss in den meisten Fällen mit ins Sicherheitsgehäuse rein. 
Da muss man also Platz für finden, die an Strom und Daten 
anschließen,... Das musst für jedes Modell alles entwickeln und testen.

Dann kannst du nicht einfach den Kassenraum mit Gas fluten, da muss noch 
eine Belüftung mit vorgesehen werden.

Dann die ganze Zulassung und Wartung des Gasbehälters und -ventils.

Und und und.

Daher würde es mich nicht wundern, wenn so eine Anlage inkl. Einbau 
hinterher 5-stellig kostet. Und da ist es richtig daß die Banken 
rechnen.

Und selbst wenn Du so ein Ding einbaust hilft es nicht gegen kluge 
Gangster: die lösen zuerst das Ding ferngesteuert mit Feuerzeuggas aus, 
warten nen paar Tage bis kein Polizist mehr das Ding überwacht, das Gas 
aber noch nicht nachgefüllt ist und sprengen dann.
#5775581
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Hallo Route 6.,

Route 6. schrieb:

> Auch ohne Gassensor: warum sind in den Geldfächern nicht Farbbomben
> eingebaut, die bei einer Gasexplosion einfach platzen?

Die gibt es, aber nicht überall.

> Wenn man solch einfache und billige Massnahmen einbaut, sind Sprengungen
> von Geldautomaten binnen küzester Zeit Geschichte!

Nein, natürlich nicht!
Bitte gedanklich etwas kreativer sein.
Für jede Maßnahme gibt es eine Gegenmaßnahme.

> Meine einzige Erklärung ist: die Geldinstitute WOLLEN ES, daß die
> Automaten gesprengt werden. Die Versicherung bezahlt ihnen wohl
> ordentliche Summen für neue Geldautomaten, für die Erneuerung der
> Gebäude und deren Renovierung.

Das ist Unsinn.
Versicherungen und Banken sitzen bei dem Thema an einem Tisch und wollen 
sich mit solchen Schadensfällen eigentlich gar nicht auseinandersetzen 
müssen.

Anbei ein Praxisbeispiel wider Deiner Behauptung

Vorschlag einer Versicherung:
Schutz erhöhen => Fenster beseitigen => Fenster ausmauern!

Mit dem Hinweis der Bankseite auf die zahlungspflichtigen Folgen bei 
einer Explosion im geschlossen Raum ohne die Sollbruchstelle Fenster 
wurde der Vorschlag ganz schnell wieder beerdigt.
#5775592
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Gerd E. schrieb:
> Und selbst wenn Du so ein Ding einbaust hilft es nicht gegen kluge
> Gangster: die lösen zuerst das Ding ferngesteuert mit Feuerzeuggas aus,
> warten nen paar Tage bis kein Polizist mehr das Ding überwacht, das Gas
> aber noch nicht nachgefüllt ist und sprengen dann.

Du hast die Farbbomben vergessen.
Solange das Inertgas nicht aufgefüllt ist, bleibt der Automat ausser 
Betrieb.

Und es gibt auch noch Stickstoff, der ja eh schon zu 78% in der 
Atmosphäre ist
#5775851
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Dirk B. schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> Und selbst wenn Du so ein Ding einbaust hilft es nicht gegen kluge
>> Gangster: die lösen zuerst das Ding ferngesteuert mit Feuerzeuggas aus,
>> warten nen paar Tage bis kein Polizist mehr das Ding überwacht, das Gas
>> aber noch nicht nachgefüllt ist und sprengen dann.
>
> Du hast die Farbbomben vergessen.

Die machen Fehlerkennungen sehr kostspielig und aufwendig. Beschädigtes 
Geld gibts zwar von der Bundesbank zurück, den Automaten musst Du aber 
reinigen oder ganz ersetzen.

Wenn Du das von außen leicht mit Haarspray etc. auslösen kannst, machen 
sich Jugendliche da nen Spaß draus.

> Solange das Inertgas nicht aufgefüllt ist, bleibt der Automat ausser
> Betrieb.

Und was juckt das den Gangster? Der sprengt einfach und holt sich das 
Geld auch aus einem Automaten, auf dem "außer Betrieb" steht.
#5776010
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Uhu U. schrieb:
> Glaubst du, dass der nach der Sprengung noch mehr als Schrottwert hat?

Wenn sich - wie er schrieb - Jugendliche einen Spass daraus machen, die 
Farbbomben von Geldautomaten auszulösen, kann das auf Dauer teurer sein, 
als die Sprengung durch Gauner. Dagegen hülfe allerdings, nicht das Geld 
einzufärben, sondern die Jugendlichen. ;-)
#5776147
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A. K. schrieb:
> Jugendliche einen Spass daraus machen, die Farbbomben von Geldautomaten
> auszulösen

Das Szenario ist etwas unrealistisch, vor allem in epidemischer Form…

Zudem bezweifle ich, dass diese "Farbbomben" irgendwas mit Pyrotechnik 
zu tun haben - die müssen doch nur aufplatzen, wenn das Gerät eine 
starke Erschütterung erfährt und mit ihrem Inhalt den Inhalt der 
Geldkassette durchtränken. Wenn die massiv genug ist, dass sie auch 
durch eine starke Explosion nicht aufbricht, dann müsste eine starke, 
vorgespannte Feder ausreichen und die Schweinerei würde sich in Grenzen 
halten.
#5776219
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Uhu U. schrieb:
> A. K. schrieb:
>> Jugendliche einen Spass daraus machen, die Farbbomben von Geldautomaten
>> auszulösen
>
> Das Szenario ist etwas unrealistisch, vor allem in epidemischer Form…
>

Da wurde mir anderes zugetragen. Hauptpersonen waren ein paar Azubis aus 
einem Sicherheitsunternehmen, ein hypersensibler Glasbruchsensor, ein 
Sägeblatt und die Fensterauslage eines Juweliers, die bei Alarm in den 
Keller geschüttet wurde. Falls es nicht gestimmt haben sollte, belegt 
die Geschichte immerhin reges Interesse der potentiell beteiligten 
Kreise.
#6332144
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Route_66 H. schrieb:
> Bevor die Gauner mitbekommen, warum das Zeug
> nicht explodiert, sind auch die langsamsten Bullen vor Ort.

Nachtrag:

Auch wenn die Polizei dann mal rechtzeitig vor Ort ist, gelingt es ihr 
nicht, den Tätern zu folgen. Die Aufbruchsorte sind überwiegend durch 
gemeinsame Merkmale gekennzeichnet.

In Hannover hat es innerhalb einer kurzen Zeit sogar eine ganze 
Aufbruchsserie gegeben.
Die Täter gehen kein Ergreifungsrisiko ein, in einem Fall, wo die 
Polizei zufällig vorbei kam, haben sie die Geldbomben buchstäblich auf 
der Straße liegen lassen.

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