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Forum: HF, Funk und Felder R&S CMT 54 Restaurierung


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Autor: Ulrich P. (uprinz)
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Moin!

Ich habe einen günstigen CMT 54 mit diversen Defekten erstanden. Da ich 
einen funktionierenden CMT 42 habe, war die grobe Fehlersuche erst 
einmal nicht so komplex. Zudem habe ich alle Schaltpläne und sonstige 
Unterlagen dazu.

Bestandsaufnahme:
CMT 54 mit augenscheinlich gutem Scope. Lässt sich einschalten und hat 
die Hilfe-Karten unten drunter noch vollständig intakt. Selten: Auch 
alle Füße sind noch dran und lassen sich ausklappen.

Bestückte Optionen:
- CM-B4  IEC-Bus Interface
- CMT-B7 2. NF Modulationsgenerator
- CMT-B8 HF Millivoltmeter
- CMT-B6 NKL-Messer
- CM-B9  Duplex Modulations Messer
- CMT-B1 OCXO

Gefundene Fehler:
- OCXO fehlt trotz Aufkleber
- Standby LED reagiert nicht
- Zifferntasten reagieren nicht
- Keine Leistungsmessung (CMT schaltet um, zeigt aber 0W)
- Keine Demodulation auf FM oder AM
- Flachbandkabel marode / geflickt.
- LCD Hintergrundbeleuchtung teilweise defekt

Die Fehler im Einzelnen:

* OXCO Fehlt
Da ich den CMT54 aufbauen, den CMT 42 aber dann später aufgebaut und 
geprüft verkaufen will, werde ich den OCXO erst mal im 42er belassen. 
Denn in meinem Bastelkeller habe ich eine Doppel-Ofen GPS Referenz. Das 
ist weit besser als man es zum reparieren von Funkgeräten braucht.

* Standby LED
Die LED ist in Ordnung, das Kabel wurde aber beschädigt. Da diese aus 
dem Netzteil direkt betrieben wird, ist hier eventuell der Ausgang 
defekt, der die LED steuert. Das Netzteil selbst liefert aber alle 
Spannungen im Bereich +/- 10%

* Zifferntasten reagieren nicht
Ich habe die Digitalbaugruppe ausgetauscht und die Zifferntasten 
funktionieren. Daher gehe ich davon aus, dass die Matrix-Treiber 
beschädigt wurden. Passende Chips sind bereits im Warenkorb meines 
Distris.

* Keine Leistungsmessung (CMT schaltet um, zeigt aber 0W)
Sende ich mit meinem ID31E in den RF Eingang, dann schaltet das Gerät 
um, zeigt aber keine Sendeleistung an. 0W oder 0dBm ist alles. Die 
Frequenz stimmt aber.
Das habe ich jetzt noch nicht analysiert, aber die Baugruppe 
Messaufnehmer / Abschwächer ist in Ordnung, denn wenn ich die 
Analogbaugruppe aus dem 42er einbaue, dann funktioniert die 
Leistungsmessung.
Auffällig ist, dass im 54er eine Analogbaugruppe 803.8412.06 verbaut 
wurde, im 42er ist eine 803.8412.02 drin. Da kommt mir die Vermutung, 
dass da jemand die Kiste einfach nur mit seinem "Altmetall" voll 
gestopft hat.

* Keine Demodulation auf FM oder AM
Das ist ebenfalls eine Sache der Analogplatine...

* Flachbandkabel marode / geflickt.
Die Flachbandkabel sind innen ganz schön unter die Räder gekommen. Das 
ist aber nicht tragisch, die werde ich komplett ersetzen. Das Material 
ist alles noch erhältlich und bereits im Warenkorb.

  Und hier das eigentliche Problem...

* LCD Hintergrundbeleuchtung teilweise defekt
Hier brauche ich Hilfe... Im Schaltplan sind diese kleinen 3x6mm großen 
6V Lämpchen zu viert in zwei Reihen hinter jeweils einem Vorwiderstand. 
Auf dem Board sind sie aber ohne Vorwiderstand als 3x6mm 24V Lämpchen 
ausgeführt. Alle parallel geschaltet. Ich persönlich würde sie gerne auf 
LEDs umbauen, aber ich kann noch nicht mit Sicherheit sagen, ob die 24V 
auf der Anzeigeplatine noch anderweitig gebraucht werden. Sonst würde 
ich diese Leitung auf 3V umbauen und aus den 5V speisen. Jede LED mit 
einem eigenen kleinen Vorwiderstand. Mechanisch muss das ja in diese 
kleine Ausbuchtung im LCD Träger passen.

In meinem CMT42 ist ein Aufkleber von BwMat, der besagt "Beleuchtung 
modifiziert nach [unleserlich] von [unleserlich]"
Allerdings habe ich diese vollständig funktionierende Front nicht 
komplett zerlegt. Kennt jemand diese Modifizierung?

Ich freue mich über jeden guten Rat, aber vornehmlich suche ich Infos, 
wie man die Hintergrundbeleuchtung sinnvoll und langfristig repariert. 
Sobald das Gerät wieder zuverlässig etwas anzeigt, ist die Reparatur der 
anderen Module viel einfacher.

73 de Ulrich

Autor: Ulrich P. (uprinz)
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* LCD Hintergrundbeleuchtung teilweise defekt
In den Unterlagen gibt es zwei Schaltpläne und auf einem sind die 
Lämpchen als parallel geschaltete 24V Versionen ausgeführt. Meine beiden 
CMT haben diese Version. Nach einen optischen Inspektion würde ich 
vermuten, dass das BwMat die Leiterbahnen so durchtrennt hat, dass es 
einen Strang für die oberen beiden LCDs und einen für die unteren beiden 
gibt. Dann wurden je ein 1W Vorwiderstand eingefügt. Da diese 
eingeschrupft sind, kann ich über den Wert noch nichts sagen.

Ich experimentiere noch mit einer LED Beleuchtung. Die Idee kleine 
Chip-LEDs auf einen Vorwiderstand und einen Steg zu stellen ist 
vielversprechend. Allerdings ist es mechanisch auch recht fragil. Man 
hat aber nur 9mm Höhe, was die Optionen einschränkt.

Autor: Petra (Gast)
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Die Beleuchtung war ein "Experimentierfeld". Zum Schluß hat man 5 oder 6 
Volt Lämpchen genommen, weil der Glühdraht stärker war.
Die richtige Bestückung der Module kannst Du dem Servicemanual 
entnehmen. Da sollten in der Gesamtsicht die Modulnummern stehen. 
Vorsicht, es gab eine große Variation.

Autor: Ulrich P. (uprinz)
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Hallo Petra!

Ich hatte gehofft, dass Du hier auftauchst :)
Ja, ich entnehme den Modifikationen auf der Rückseite der Bedienplatine, 
dass es da so einige Optimierungen gab. Auffällig ist auch die 
Nachverdrahtung einiger Leiterbahnen, die sehr an der Kante der Platine 
vorbei geführt wurden.

Was mich sehr interessieren würde ist, ob die 24V für die Lämpchen noch 
anderweitig auf der Platine verwendet wurden?

Ich kann in den Schaltplänen nichts finden. Wenn dem so ist, kann ich 
die 24V am Stecker auftrennen und mit den 5V-Digital verbinden. Das 
würde es ermöglichen weiße LEDs mit 3V zu arbeiten und kleine 1/8W 
Vorwiderstände zu nehmen, so wie auf den Fotos oben.

Allerdings ist die Konstruktion auf den Fotos mechanisch noch nicht sehr 
stabil. Nach dem Aufsetzen und Anpressen der LCDs sind zwei wieder 
ausgefallen. Ich werden mir kleine Platinchen machen dafür, also LED + 
Vorwiderstand + 2 Kontaktflächen für Drähtchen.

Zwei Frage noch:
Wie merkt der CMT, ob er eine Variante 02, 04 oder 06 ist? Ich habe 
einen CMT42, der alles xxxx.02 boards hat, bis auf die Grundeinheit 
(Bus-Baoard) und die 1st-AF-Unit. Dadurch gibt die CPU keine 
Ansteuerbefehle für die 2nd-AF und Ext.-AF raus. Man kann es auf dem 
Seriellen Bus sehen, da rührt sich an der zuständigen Stelle nix. Auf 
meinem CMT54 funktioniert das wunderbar.

Mir ist nicht klar, welche Sonderausstattung in meinem 42er es 
erforderlich gemacht hätte, diese .04er Variante zu nutzen, denn er hat 
zur Grundausstattung nur OCXO, Low-Rate-FM und NKL. Und eine 
undokumentierte Zusatzplatine in der RF-Unit, die ihn scheinbar noch ein 
Stück präziser macht in der Frequenz.

Autor: Mario H. (rf-messkopf) Benutzerseite
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Petra schrieb:
> Die Beleuchtung war ein "Experimentierfeld". Zum Schluß hat man 5 oder 6
> Volt Lämpchen genommen, weil der Glühdraht stärker war.

Ich hatte vor ein paar Monaten die Hintergrundbeleuchtung eines NRVD 
gewechselt. Darin waren 5V-Lämpchen. Mit den neuen Lämpchen ist die 
Hintergrundbeleuchtung ein wenig dunkel. Man sollte auf ausreichend 
Lichtstärke achten.

Autor: Ulrich P. (uprinz)
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Zwischenstand

Ich habe mal aktuell aus beiden CMT die Boards zusammen gesucht, die am 
besten ausschauen und in das Var .02er Chassis vom CMT54 eingebaut.

Der Abgleich des Digitalteils (10V Referenz / ADC), HF-Oszillator und 
Ausgangsstufe war zunächst kein Problem.

Nun bin ich beim Abgleich der Analogbaugruppe und hänge etwas... Die 
Analogbaugruppe aus dem CMT54 ist eine 802.8412.06, was nach meiner Idee 
eine Variante .06 ist und daher eigentlich nicht in diesen CMT gehört. 
Ich habe das noch nicht genau untersucht, aber es wäre eine Option, 
warum einer der beschriebenen Defekte "Keine Demodulation" lautet...

Also habe ich diese Baugruppe auf Seite gelegt und aus meinem CMT 42 die 
Baugruppe 802.8412.02 eingesetzt und diese funktionierte grundsätzlich 
schon mal. Aktuell macht sie aber Probleme bei der FM Hub-Messung...

Die Schritte im Wartungsplan und im Service Plan unterschieden sich. Und 
ich habe kein Service-Kit für den CMT, daher kann ich die vorgegebenen 
Bitmuster nicht auf direktem Weg einstellen. Im Ergebnis habe ich zwar 
Reaktionen auf geänderten HUB am Eingang, aber das Verhältnis stimmt 
nicht:
Hub 0: Anzeige 0,2xxkHz
Hub 10kHz: Anzeige 1.2kHz
Hub 100kHz: Anzeige 7..8kHz

Hat jemand schon mal einen schnellen Tip, was da falsch läuft?

Erstaunlich ist auch, dass, mit CCITT Filter, ein recht sauberer Ton auf 
dem Scope dargestellt wird, aber keine akustische Ausgabe kommt. Und 
scheinbar auch keine mV Angabe auf dem AF Voltmeter.

Autor: Petra (Gast)
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CMT waren meist von einem Kollegen betreut. Wie Du richtig erkannt hast, 
gab es damals ein ziemliches Durcheinander mit den Versionen.
Grundsätzlich hat die CPU ein Bitmuster hinausgeschrieben, das auf der 
entsprechenden Baugruppe in einem Schieberegister landet und dann die 
entsprechenden Unterbaugruppen geschalten hat. Die Baugruppe wurde 
öfters mittels analogen Wert erkannt (Spannungsteiler). Dadurch ist es 
extrem wichtig, auch die korrekte CPU Software (EPROMS) zu haben, da der 
Speicherplatz limitiert ist und dadurch nur eine gewisse Anzahl von 
Versionen erkannt werden kann. Nur sind die entsprechenden Widerstände 
nicht kommuniziert worden. Manches mal fand sich im Schaltplan ein 
Hinweis.

Ich habe nicht den Schaltplan von Deiner Analogbaugruppe. Hier liegt 
eine andere Version:
http://www.ko4bb.com/manuals/82.218.240.159/Rohde_Schwarz_CMT52548284_RS_CMT52548284_Radiocomm._Tester_Service_Manual.pdf
Auf den Seiten 5.18 bis 5.22 ist beschrieben, was das serielle 
Bitmuster der CPU "bewirkt". Wenn Du in den Schaltplan schaust, kannst 
Du die entsprechenden IC mit den Funktionen erkennen.

Autor: Ulrich P. (uprinz)
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Hallo Petra!

Danke für den Hinweis mit den Widerstansteilern! Das hatte ich so nicht 
gesehen in den Unterlagen. Meine Vermutung war, dass über die 
Schieberegister geprüft wird, welche Baugruppen vorhanden sind. Meine 
Unterlagen sind deutlich vollständiger als die von KO4BB, trotzdem hatte 
ich bisher keinen Widerstandsteiler gesehen... Aber ich hatte auch nicht 
danach gesucht ;)

Ich werde heute Abend prüfen, ob die Baugruppe direkt eingesteckt anders 
funktioniert als auf dem Prüfadapter. Schließlich hate diese Baugruppe 
in dem CMT42 schon 2 Jahre sehr gut funktioniert und demoduliert auch im 
54er auf Anhieb. Nur jetzt beim Abgleich des 54er macht sie bei FM 
Probleme.

Kannst Du nachsehen (lassen) welche Firmware die aktuelle für einen 
CMT54 mit Vollausstattung ist? Ich habe im Grunde "All you can eat", 
abgesehen von CM-B11 DTMF Decoder Modul...

A7  802.4517.02  Digital unit
    803.3314     (CM-B5) Autorun / Printer
    803.3914     (CM-B4) IEC Bus

A6  802.8412.02  Analog Unit

A5  802.5713.02  1st AF
A51 803.2624.02  (CMT-B7) 2nd AF
A52 803.6813.02  (CMT-B8) RF Millivolmeter

A91 803.4610     (CMT-B6) ACP Meter
A94 837.0018     (CMT-B10) SSB Analyzer
A93 803.5317     (CMT-B9) Duplex Mod. Meter

A4  802.7616.02  Output Stage
A3  802.8835.02  RF Oscillator
    803.8916     (CMT-B1) OCXO
A17 802.4223     Attenuator
    804.1615     (SCM-U1) Low-Rate FM

Die Unterlagen schweigen sich über eine direkte Kombinierbarkeit leider 
aus. Man findet nur in den Schaltplänen kleine Hinweise über "Nur in Var 
02" oder "Nicht mit Var 04". Aber laut Bitmuster werden alle Optionen 
erkannt:
[50113] [SPEC] -> 0E1F

Auf der originalen 54er CPU Baugruppe ist ja eine andere Software drauf, 
ich werden die EPROMs mal umstecken. Ich muss die Baugruppe eh noch 
reparieren.

Ach ja, ehe ich es vergesse. Der Schaltplan von AM/FM Demodulation ist 
nur 1 1/2 Seiten breit und daher muss er beim ausdrucken und zusammen 
kleben viel weiter zusammen geschoben werden. Das hatte ich zuerst nicht 
gesehen.

Das Bitmuster an D320 ist das was mich verwirrt. Hier sollte eigentlich 
FM selektiert werden, aber es schaltet nur zwischen AM und PM um...

Wenn die Baugruppen aber per R/R Teiler erkannt werden und der knapp an 
der Kante liegt, dann gibt ihm der Test-Adapter eventuell den Rest... 
Ich werde es prüfen.

Autor: Petra (Gast)
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Sorry, bin schon ca. 15 Jahre weg von R&S. Da ist nicht mehr viel 
Detailwissen vorhanden. In die Bitebene bin ich auch nicht eingestiegen. 
Ein Gerät aus verschiedenen Versionen zusammenbauen war im Service auch 
nicht gefragt. Die Fehler waren hauptsächlich eine defekte 
Funktionseinheit, wie Demodulator oder Synthesizer.
Die Kontakte waren in München...

Autor: Ulrich P. (uprinz)
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Das ist kein Problem. Jedes bisschen Wissen hilft und die Münchner 
Kollegen waren hin und wieder auch sehr hilfsbereit.

Letztendlich betrachte ich die Restauration / Reparatur auch als 
Lernprozess. Daher sind mir Hinweise wie Deine, die mich dazu bringen 
noch einmal in andere Details der Schaltung einzusteigen, sehr 
willkommen. Ein simples "Tausche R231, der geht immer kaputt" wäre da 
eher ein Spielverderber.

Aber die CMT und CMS sind Geräte, die auf jeden Fall einer Reparatur 
würdig sind, um ein weiteres Leben bei ambitionierten Funkamateuren zu 
fristen.

Gerade beim CMT kann man über HF-Schaltungstechnik sehr viel lernen. Ich 
überlege allerdings hin und wieder, ob ich nicht mal einen Versuch 
starten sollte einen CMT in etwas moderner zu replizieren... Es juckt 
mich in den Fingern...

Naja, bringen wir die vorhandenen Zwei erst mal ans Laufen :)

Autor: Klaus-Werner F. (klauswerner_f)
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Hallo Petra,

es gibt verschiedene Angebote zum CMT42, offensichtlich aus 
BW-Beständen.

Was ist der Unterschied zum CMT52 ?

R&S kennt das CMT42 nicht und die BW vernichtet alle Unterlagen beim 
Verkauf der Geräte...

Danke,

Klaus

Autor: Mario H. (rf-messkopf) Benutzerseite
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Klaus-Werner F. schrieb:
> Was ist der Unterschied zum CMT52 ?

Ich kann Dir die Frage nicht beantworten, aber der CMT 42 hat offenbar 
die BN 802.2020.42. Rainer Förtig bietet laut seiner Liste hierfür ein 
Betriebshandbuch an ("Preis auf Anfrage").

Autor: Petra (Gast)
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Ich habe auch keinen CMT42 in Erinnerung. Aber wie gesagt, es gab eine 
unüberschaubare Anzahl an Varianten und Optionen. Das war in der Zeit wo 
es noch Konkurrenz wie Schlumberger und Co gab.

Autor: Arno K. (Firma: OE2) (radiosonde)
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Was wurde eigl. aus der Konkurenz?
So wirklich viele Geräte scheint es ja nicht mehr zu geben im 
Neubereich.

LG

Autor: Mario H. (rf-messkopf) Benutzerseite
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Arno K. schrieb:
> Was wurde eigl. aus der Konkurenz?

Ich habe nur ein grobes Bild von den Vorgängen: Die Messtechnik-Sparte 
von Schlumberger (zeitweise hießen die auch Schlumberger-Solartron, 
nachdem der Schlumberger-Konzern den britischen Hersteller Solartron 
gekauft hatte) wurde irgendwann von Wavetek akquiriert. Die 
Stabilock-Messplätze gab es dementsprechend eine Zeitlang mit 
Wavetek-Emblem. Wavetek wurde sodann von Wandel & Goltermann gekauft, 
die wiederum nach weiteren Zusammenschlüssen und Übernahmen erst 
Acterna, dann JDSU und schließlich Viavi hießen. Von letzterer Firma, 
deren Hauptsitz in den USA ist, gab es die letzte mir bekannte 
Gerätschaft, die "Stabilock" hieß:

https://www.viavisolutions.com/de-de/node/60002

Ob das Ding noch im Münchner Raum entwickelt und gefertigt wurde, weiß 
ich nicht. Ein paar Überreste von Wandel & Goltermann in Eningen unter 
dem Namen Viavi gibt es aber noch.

> So wirklich viele Geräte scheint es ja nicht mehr zu geben im
> Neubereich.

Für Funkmessplätze dürfte der Markt heute recht überschaubar sein, erst 
recht für analoge. Die Dinger waren für den Service gedacht. Neben 
Militär, Handelsmarine und Luftfahrt gibt es da wohl nicht mehr viel. 
Evtl. noch etwas BOS (der verlinkte Stabilock ist ja auch für TETRA -- 
und obsolet).

Autor: Ulrich P. (uprinz)
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Hi!

CMT42 war vermutlich eine Sonderedition, die in großen Stückzahlen für 
alle möglichen staatlichen Organisationen gebaut wurden. Die meisten, 
die ich bisher gesehen habe, haben eine mehr oder weniger einheitliche 
Ausstattung mit OCXO (CMT-B1), Low-Rate FM (SCM-U1) und 
Nachbarkanal-Leistungsmesser (CMT-B6).

Neben den Bildern von den Stickern auf der Rückseite, hatte ich auch 
schon einige dieser Geräte "in der Hand" und bislang haben alle eine 
Hardware Variante 04. Damit sind Optionen wir 2nd AF (CMT-B7) und 
externe Modulation über den vorderen Anschluss nicht möglich. (Die 
zusätzliche Baugruppe wird in der Konfigurationsabfrage angezeigt, kann 
aber nicht angesteuert werden)

Rein technisch ist der 4x gleich einem 5x. Womöglich sind Unterschiede 
in der Software, aber nicht in der Hardware. Die Handbücher für die 5x 
decken auch die 4x ab. Jedenfalls habe ich bisher keine Unterschiede in 
der Hardware gefunden. Besondere Änderungen zwischen den internen 
Varianten sind in den Plänen vermerkt.

Es kann sein, dass die 4x eine abgespeckte Variante der 5xer ist, die 
eben in Massen für Behörden und Bund gebaut wurden. Die Geräte, die 
immer wieder in Gruppen auftauchen, kommen von Städten, in- und 
ausländischen Verteidigungseinrichtungen, Seefahrtsämtern u.ä. Alles was 
mal mehr als ein Funkgerät benutzt hat.

Dagegen kommen die wenigen angebotenen 5x Geräte meist von Service 
Firmen von Funkgeräten.

Disclaimer:
Ich bin nicht von R&S und repariere, restauriere und benutze diese 
Geräte nur Hobby-Mäßig.

---

Was die Konkurrenz angeht, ist es wie bei R&S.

Die Geräte werden unter besten Freunden weitergegeben und nur selten 
verkauft. Wer eins hat, gibt es niemals her. Und bei 
Geschäftsauflösungen wird der Wert meist nicht korrekt eingeschätzt und 
das Gerät einfach verschrottet.

Tauchen doch einmal Geräte auf den Versteigerungsplattformen auf, dann 
kosten sie trotz unbekanntem oder bekannt defektem Status 
unverhältnismäßig viel Geld. Bei HP / Agilent ist das besonders 
deutlich, weil man da einen guten internationalen Vergleich hat.

Üblicher Ablauf beim Schrott entsorgen in den USA: "Oh ein altes Scope, 
mach 200USD, dann freut sich jemand der es sich repariert."
In Deutschland:
"Oh ein Scope, mach 100€ auf ebay. Oh nein, es ist ein HP, mach 1000€ 
draus, das war mal teuer!"

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