Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Knall nach Netzteilreparatur


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Roland (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo werte Experten,

vor nicht allzu langer Zeit reparierte ich ein Schaltnetzteil eines 
Notebooks, bei dem der Netzstecker defekt war. Da das Netzteil als 
Stecknetzteil ausgeführt ist und der integrierte, klappbare Netzstecker, 
inklusive deren Netzleitungen zur Netzteilplatine, gebrochen war und 
mechanisch wohl nicht mehr stabil genug zu reparieren gewesen wäre, 
entschied ich mich, den integrierten Netzstecker durch ein Kabel mit 
Eurostecker zu ersetzen. Nach der Anbringung einer Zugentlastung und dem 
berührungssicheren Verschießen der, aufgrund des fehlenden Netzsteckers 
entstandenen, Gehäuseöffnung, funktionierte das Netzteil wider.

Etwa einen Monat nach der Reparatur kam es neulich im Moment des 
Ansteckens des Netzteils an eine Steckdose zu einem Knall mit 
entsprechendem Lichtbogen, gefolgt vom Auslösen des Sicherungsautomaten 
der Hausinstallation. Entsprechende Verdampfungsspuren der 
Kontaktbeschichtung an einem der Kontakte des Eurosteckers zeugen von 
einem massiven Kurzschluss im Moment des Einsteckens.

Meine erste Vermutung war natürlich, dass das Netzteil nun wohl 
endgültig defekt ist und der schaltende Leistungshalbleiter 
durchgeschlagen hat. Eine Widerstandsmessung zwischen den Kontakten des 
Eurosteckers zeigte jedoch keinen Kurzschluss. Nach dem Öffnen des 
Netzteils ergab eine weitere Messung, dass auch die aufgelötete 
Sicherung des Netzteils nicht ausgelöst hatte. Entsprechend der 
überaschenden ersten Messergebnisse wagte ich einen Versuch das Netzteil 
in Betrieb zu nehmen. Nach dem Einschalten der Netzspannung zeigte ein, 
am Netzteilausgang angeschlossenes, Voltmeter sofort 19,3 V. Das 
Netzteil funktionierte also nach wie vor dem Knall. Auch ein mehrmaliges 
Aus- und Einstecken des Eurosteckers verlief problemlos.

Da ich mir das beschriebene Ereignis nur mit sehr viel 
Vorstellungsvermögen und einer Theorie mit verschwindend geringer 
Wahrscheinlichkeit erklären kann (Kurzschluss im relativ neuen Kabel, 
Spannungsspitze im Netz und Kurzschluss durch Überspannungsschutz), 
möchte ich gerne Fragen, ob Euch ein ähnliches Verhalten bekannt ist und 
welche Erklärung es dafür geben kann.

Abschließen noch ein vielleicht entscheidendes und zugleich ebenso 
eigenartiges Detail: Beim Anstecken des Eurosteckers an jene Steckdose, 
bei der es zum Lichtbogen kam, funkte es beim Anstecken des Netzteils 
bereits zuvor leicht. Bei Steckdosen in einem anderen Haus war jedoch 
beim Anstecken nie etwas zu bemerken.

Vielen Dank für das Lesen sowie auch schon im Vorfeld für Eure Hinweise.

Beste Grüße,
Roland.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


Bewertung
-3 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo,

", funkte es beim Anstecken des Netzteils bereits zuvor leicht."


Dann müßte diese eine Steckdose gegenüber Erde ein höheres Potential 
haben als üblich.

MfG

von Michael B. (laberkopp)


Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
Zufällig im Spannungsmaximum eingesteckt, Netzteil ohne 
einschaltstrombegrenzenden NTC lädt Elko sofort voll auf.

von Michael (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Roland,

Das Netzteil von meinem alten MacBook (Modell 2009) erzeugte auch immer 
Funken und es knallte am Stecker beim Einstecken. Mehr als einmal flog 
auch hier der Sicherungsautomat.

Nachdem ein Austausch damals von Apple keine Besserung brachte, hatte 
ich mich damit abgefunden. Da die Steckdose zu wechseln (aufgrund der 
verzunderten Kontakte) mehr Aufwand macht, hatte ich seither das 
Netzteil immer in ein kurzes Verlängerungskabel eingesteckt, da dieses 
leichter zu wechseln ist.

Ich ging davon aus, dass wohl ein sehr großer Kondensator direkt hinter 
dem Gleichrichter hängt und dieser im Moment des Einsteckens, falls 
nicht gerade der Nulldurchgang stattfindet, einen sehr großen Strom 
fließen lässt (beispielsweise am Scheitelpunkt des Sinus.)


Viele Grüße,

Michael

von Peter D. (peda)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Beim Basteln kann leicht mal ein Drahtabschnitt sonstwo hin fliegen, 
z.B. in eine Steckdosenleiste. Und irgendwann liegt er so, das es 
knallt.

von Roland (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Vielen Dank für Eure Antworten.

Ich habe mir die Netzteilplatine nicht im Detail angesehen, zumal auch 
die Schirmung und die Kühlbleche den Blick sehr einschränken, dennoch 
glaube ich, dass es sich um ein Netzteil ohne aktive 
Leistungsfaktorkorrektur handelt, da die Leistung nicht sonderlich hoch 
ist (19V, ~3A). Das erklärt natürlich schon, warum es beim Einstecken 
gelegentlich etwas Funkt. Vielleicht liegt es an der Bauweise der 
Steckdose, wieso dieses leichte Funken nur bei einer offensichtlich war.

Klar ist der Ladestrom beim zufälligen Anstecken im Nulldurchgang 
besonders hoch, jedoch löst dieser wirklich den Sicherungsautomaten aus? 
Auch sieht einer der beiden Kontakte des Steckers deutlich lediert aus.

Aber sehr interessant, dass Dein Apple-Netzteil auch den 
Sicherungsautomaten auslöst, kommt also scheinbar wirklich vor.

Das Seltsame an der Sache ist eben, dass es vor dem Ersetzen des 
Steckers durch ein Kabel nie ein Problem gegeben hat. Ich dache auch 
schon, dass in dem abgebrochenen Netzsteckerstecker irgendein Bauteil 
vergossen ist, dass den Einschaltstrom begrenzt (eventuell NTC) und 
jetzt fehlt. Jedoch besteht der abgebrochene Stecker nur aus zwei 
Stiften, an denen die Leitungen zur Platine angelötet sind.

Ja, eine abgebrochene einzelne Lize in der Elektronik könnte schon einen 
Kurzschluss verursachen. Jedoch habe ich die Platine vor dem Einbau 
extra abgeklopft und konnte jetzt auch keine Verdampfungsspuren auf der 
Platine sehen.

Das Netzgerät ist ein Typ der Schutzklasse II, somit ohne 
Erdungsanschluss.   Wäre sowohl der Neutralleiter als auch die Phase der 
Steckdose um eine Verschiebespannung gegenüber dem Erdpotenzial 
verschoben, würde das Netzteil davon vermutlich nichts merken.

Beste Grüße,
Roland.

von oszi40 (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Roland schrieb:
> Nach dem Öffnen des
> Netzteils ergab eine weitere Messung, dass auch die aufgelötete
> Sicherung des Netzteils nicht ausgelöst hatte.

1.Foto?
2.Kurzschluss in Zugentlastung durch scharfkantiges Blech?
3.Sind zufällig an NB noch andere Geräte angeschlossen mit Netzteil 
(verschleppte Spannung)?

von Da die Beweise nicht vorliegen und (Gast)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
auch durch Fotos nicht untermauert werden können sag ch mal die Prosa 
hätte man auf den Freitag verschieben sollen.

von Roland (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bilder des Netzteils kann ich nachliefern, habe das Netzteil jedoch 
jetzt nicht hier.

Das Netzteil befindet sich in einem Kunststoffgehäuse, die Zugentlastung 
besteht ebenfalls aus Kunststoff, scharfe, leitfähige Kanten sind also 
nicht vorhanden.

Am Notebook sind nur - wenn überhaupt - akkubetriebene Geräte zum 
Aufladen angeschlossen (Telefon, Modem). Ob eines davon im Moment des 
Kurzschlusses auch angeschlossen war, kann ich nicht sagen.
===

Du kannst liebend gerne auch bis zum Wochenende mit einem Beitrag 
warten. Oder ganz verzichten.

Beste Grüße,
Roland.

von Wolfgang (Gast)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
So ein Netzteil würde ich immer nur nahe am Nulldurchgang ans Netz 
hängen.

Nulldurchgangsschalter wurden schon erfunden.

von Roland (Gast)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Ernsthaft, Du schließt jedes 0815-Netzteil eines Notebooks nur über 
einen Nulldurchgangsschalter an Stromnetz?

von Dieter (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Es funkt bei mir auch manchmal. Im ICE sind diese Netzteile Schuld, wenn 
die Steckdosen mal wieder tod sind.

Beim Austausch der Netzkabel bemerkte ich, dass die Zulassungsserie 
meist ein Netzkabel hatte, das den Strom durch den Leitungswiderstand 
begrenzte.

von Röhry (Gast)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Roland schrieb:
> Ernsthaft, Du schließt jedes 0815-Netzteil eines Notebooks nur
> über
> einen Nulldurchgangsschalter an Stromnetz?

Ja, so bis auf 10 Millisekunden genau bekomme ich das hin.

von Thomas S. (thschl)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Denke ein Folienkondensator hat sich nach dem Kurzschluss wieder selbst 
geheilt, das geht eine Weile gut dann knallt es wieder. Der Fehler wird 
eigentlich mit deinem Umbau nichts zu tun haben, es sei denn du hast auf 
einen Kondensator was eingeklemmt

von Roland (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Danke für Eure weiteren Hinweise.

Okay, das es beim Einstecken leicht funkt, dürfte bei derartigen 
Netzteilen also wohl öfters vorkommen.

Interessant, bei Deinem Netzteil hatte also das Netzkabel einen 
eingebauten Widerstand? War der dann im Stecker des Netzkabels 
versteckt?

Deine Erklärung, dass ein Kondensator hier durchgeschlagen hat, finde 
ich gut! Das einer dieser Entstörkondensator des Netzfilters hier beim 
Anstecken des Netzteils einen Kurzschluss verursacht hat, kann ich mir 
durchaus vorstellen und erklärt zumindest die deutlichen 
Verdampfungsspuren am Steckerkontakt. Soweit ich glaube zu wissen, 
müssen diese X-Kondensatoren in Netzfiltern zwischen Phase und 
Neutralleiter sogar selbstheilende Eigenschaften aufweisen, was den 
fehlerfreien Betrieb jetzt nach dem Kurzschluss erklärt.

Stellt sich nur die Frage, was die Ursache für den Durchschlag war und 
wieso genau sehr zeitnah nach dem Ersetzen des Netzsteckers? Reiner 
Zufall oder doch irgendwie bedingt durch das neue Netzkabel?

von Wollvieh W. (wollvieh)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Die Lötarbeiten könnten thermische Spannungen am Kondensator bewirkt 
haben, vulgo Risse, durch die nun irgendwelche Feuchtigkeit eindrang.
Andererseits gehen diese Kondensatoren auch einfach so kaputt, teils 
fulminant, daß es auch einfach Zufall gewesen sein kann.

Röhry schrieb:
> Roland schrieb:
>> Ernsthaft, Du schließt jedes 0815-Netzteil eines Notebooks nur
>> über
>> einen Nulldurchgangsschalter an Stromnetz?
>
> Ja, so bis auf 10 Millisekunden genau bekomme ich das hin.


Wenn man mit dem Fuß mitwippt, schafft man es noch eine Ecke genauer. :)
Nach Nyquist kann man dabei auch jeden zweiten Nulldurchgang auslassen. 
Man verschenkt dadurch zwar etwas Zeit, aber kann dafür gelassener 
arbeiten.

: Bearbeitet durch User

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.