Ein weiteres Traditionsunternehmen (Maschinenbau) muss leider schließen.
Es macht mich einfach nur traurig, so etwas beinahe täglich zu lesen.
Vor allem im Osten, wo die Arbeitsplätze eh schon rar sind.
> Im gesamten Insolvenzverfahren haben sich die jetzigen Eigentümer nicht> gemeldet.
Ich denke die Chinesen wollten nur das Know-How abgreifen...
Der Ministerpräsident möchte noch schnell einen Brief nach China
schicken, ich glaube aber kaum das dieser etwas ausrichten wird.
https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/salzland/traditionsunternehmen-schiess-kuendigungen-stehen-bevor-aschersleben-100.html
Ruhigen Freitag euch.
Tja, willkommen in einer globalisierten, kapitalistischen Welt.
Da stellt sich natürlich die Frage, warum: Waren hier die Lohn- und
Betriebskosten zu hoch (wahrscheinlich ja), war kein Absatzmarkt für die
Maschinen mehr in Sicht (kann auch gut sein) - was war der Grund?
Man weiß es nicht...
Selten doof, naiv und kindisch ist es natürlich jetzt, sich
hinzustellen, zu weinen und/oder sauer mit dem Fuß aufzustampfen und
beleidigt zu sein - ich denke nicht, dass das Unternehmen gezwungen
wurde, (an Chinesen) zu verkaufen - insofern ging es dem Unternehmen
eventuell zuvor schon beschissen, und der neue Investor zieht jetzt eben
die Notbremse?
Natürlich; die neuen Investoren woll(t)en Geld verdienen und haben das
Unternehmen nicht aus purer Menschlichkeit und Nächstenliebe gekauft.
Und "der Chinese" ist auch bei Weitem nicht so doof, wie er immer
hingestellt wird, und kalkuliert auch knallhart im globalen Wettbewerb -
allerdings kann man den Chinesen dieses Verhalten kaum zum Vorwurf
machen; immerhin haben sie dieses ja ausschließlich über Jahrzehnte
hinweg von westlichen Konzernen und Staaten gelernt.
But worry not: Die deutsche und europäische Führung verfolgt ja schon
seit Längerem massivste Anstrengungen zum Umbau in eine DDR 2.0 bzw.
eine EUdSSR - dauert nicht mehr lange, dann sind hier Alle gleich, Jeder
erhält den gleichen Lohn, darf/muss +/- das gleiche Vermögen besitzen,
und bekommt sogar eine bedarfsgerechte Wohnung zugewiesen.
Natürlich sind alle gleich, mit Ausnahme derer, die gleicher sind, und
beispielsweise auf Grund ihrer Führungsrolle in diesem System, die sie
auf Grund ihres richtigen Parteibuchs erlangten, Anspruch auf z. B.
mind. 200k€/a, Privatsekretär, extraordinäre Pensionsansprüche usw.
haben.
Dann wird es auch im sogenannten "Nahen Osten" wieder aufwärts gehen -
Kohls blühende Landschaften sind nicht mehr fern.
Msd schrieb:> Kann ja wohl nicht Marktführer sein wenn er nu pleite ist!
Doch, das geht. Ein guter Firmenchef schafft das.
Wenn man bei jedem Verkauf zusetzt ist das kein Problem.
Msd schrieb:> Kann ja wohl nicht Marktführer sein wenn er nu pleite ist!
Aus dem Artikel: "Schiess sei der einzige Maschinenbauer im Land, der
Großwerkzeugmaschinen auf Weltmarktniveau herstelle."
Mit anderen Worten: Marktführer ist man bei Großwerkzeugmaschinen schon
mal nicht, nur +/- globaler Durchschnitt.
Weiter: "Schiess ist einer der wenigen, die im Hochtechnologiebereich
auch Marktführerschaft haben." - sagt einer von der CDU.
"auch"? - Was haben die denn sonst noch so im Hochtechnologiebereich? -
Oder bezieht sich das "auch" darauf, dass sie einer von mehreren
"Marktführern" sind? Konterkariert sich das nicht irgendwie?
Und welcher "Hochtechnologiebereich" ist das? - Ohne weiter recherchiert
zu haben, entnehme ich dem Artikel, dass man offenbar Experte in einer
kleinen Marktnische ist - offensichtlich zu klein, um davon tragfähig
leben zu können. Doof.
Und: "Der Betriebsratschef sagte, er sei bereits seit 30 Jahren am
Standort und habe zwei Insolvenzen mitgemacht."
Nichts für Ungut, aber offenbar versteht man dort nicht, wie Unternehmen
funktionieren, und verfügt auch über eine ausgeprägte Lernresistenz. Es
reicht nicht, nur gut in Etwas zu sein - man muss es auch gewinnbringend
verkaufen können. Und genau das beherrscht man da offenbar nicht.
Ich bin ja auch besonders gut im Schlafen und Essen - nur suche ich
immer noch nach der zündenden Idee, wie ich daraus Kapital schlagen und
damit meinen Lebensunterhalt bestreiten kann.
UmLeiTung schrieb im Beitrag #5780488:
> Umweltschutz
Und Verbraucherschutz!
Ganz wichtig!
Ganz populär z. B. DSGVO und Artikel 13. Oder in Deutschland z. B. auch
die Rundfunklizenzpflicht für Streamer.
"Die Amis" machen Software; "die Chinesen" machen Hardware; Europa hat
den international mit Abstand umfangreichsten Vorschriftenwald, um nach
Möglichkeit Alles und Jeden bestmöglich zu schützen.
Bei inzwischen unverzichtbarer Infrastruktur (z. B. Behörden-IT) ist
Europa auf Gedeih und Verderb abhängig von USA und
China/Taiwan/Malaysia/Thailand/etc.
Deutsche Unternehmen wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte bereits
großflächig an ausländische Investoren verkauft und werden nun langsam
aber sicher abgewickelt; die Maschinenbaukompetenz ist bereits
weitgehend in asiatischer Hand, ebenso wie ein Großteil der
Autobaukompetenz ins Ausland verkauft wurde - und der Rest der deutschen
Automobilindustrie hat nun begonnen, sich selbst zu zerfleischen (VW
versus VDA).
Was bleibt?
Hat denn keiner Ahnung was das für ein Laden war und warum die Dicht
machen?
Also ich lese hier nur blaba und im Artikel auch.
Da will ein Politiker einen Brief schreiben, kann er kein
email/whatsup/facebook oder ist sein Telefon kaputt? Wie wäre es mit
einem Fleurop Blumengrusskärtchen?
Dann ist der Laden zum 3. mal insolvent. So clever scheinen die Chinesen
ja nicht zu sein das Sie die Bude kaufen statt die Konkursmasse.
Hatte in der DDR als WEMA 2500 Mitarbeiter. Selbst nach Streichung des
sozialistischen Wasserkopfes auf ca. 350 kein dauerhaft rentables
Unternehmen, wahrscheinlich weil die lokale (Schwermaschinenbau
Magdeburg) und Kontintentale (Ex-Ostblock) Kundschaft lieber woanders
als "made in Ex-GDR" einkaufte.
Hyper Mario schrieb:> Hat denn keiner Ahnung was das für ein Laden war und warum die Dicht> machen?
Na, guck doch einfach mal auf der im MDR-Artikel verlinkten
Unternehmenswebsite; da sieht man doch, welche Produkte die machen, und
man kann die Unternehmensgeschichte etc. nachlesen:
http://schiessgmbh.de/de/home.html
Was willst du denn noch wissen - die Schuhgröße des
Unternehmensgründers?
Wikipedia verrät auch noch ein bisschen was dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Schiess#Nach_dem_Tod_des_Gr%C3%BCndershttps://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Unternehmen_der_Stadt_Aschersleben#Werkzeugmaschinenfabrik
Hat mich ca. 20 Sekunden gekostet, das zu googlen. You're welcome.
Hyper Mario schrieb:> So clever scheinen die Chinesen> ja nicht zu sein das Sie die Bude kaufen statt die Konkursmasse.
Ja, gell? - Beißt sich irgendwie mit der Verschwörungstheorie, dass die
nur das Know-How abgreifen woll(t)en - zumal die das Unternehmen schon
anno 2004 kauften und seitdem trotz mangelhafter Performance über Wasser
hielten - reichlich blöd von den Chinesen, wa?
Insgesamt bestätigen sich damit wohl die zuvor hier geäußerten
Einschätzungen der Lage (Msd, Toni Tester, Hyper Mario, FPGA K.) - ein
0815-Durchschnittsunternehmen mit mehr oder weniger
Standard-Produktpalette und ohne besondere Alleinstellungsmerkmale, das
trotz mehrmaliger "Warnschüsse" (Insolvenzen) zu träge und nicht in der
Lage war, die Globalisierung zu meistern und nachgefragte Produkte auf
den Markt zu bringen.