wofür wird bleihaltiges/halogenhaltiges Lot verwendet

#5781437
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svensson schrieb:

> neben dem "normalen" bleihaltigem/halogenfreien Lötzinn habe ich auch
> welches bleihaltig und halogenhaltig ist. Wofür wird das verwendet?

Das "halogenhaltig" bezieht sich auf das zugesetzte Flußmittel. 
Halogenhaltiges Flußmittel ist agressiver; damit kann man auch etwas 
angegammelte (lies: oxydierte) Teile noch gut verlöten.

Allerdings sind die Flußmitteldämpfe derart viel gesundheitsschädlicher, 
daß es industriell nur mit Absaugung verarbeitet werden darf. Auch die 
Flußmittelrückstände sind aggressiver und können z.B. in Verbindung mit 
Luftfeuchte zu nachträglicher Korrosion führen. Deswegen muß man das 
entweder abwaschen oder man verwendet es für grobe Sache, wo ein bißchen 
Korrosion nicht schadet.
#5781888
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Bleihaltiges wird scheinbar noch in Extremsituationen wie Militärtechnik 
und Raumfahrt eingesetzt (bzw. für diese Bereich gibt es Ausnahmen in 
den RoHS Gesetzen).
Der Hauptgrund da ist aber tendenziell dass die Stoffe sich bewehrt 
haben und man allgemein so wenig wie möglich ändert.
Gast #5782121
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Alex G. schrieb:
> Bleihaltiges wird scheinbar noch in Extremsituationen wie Militärtechnik
> und Raumfahrt eingesetzt (bzw. für diese Bereich gibt es Ausnahmen in
> den RoHS Gesetzen).

Hab's jetzt noch nicht gegoogelt, aber welchen konkreten Vorteil hat 
bleihaltiges Lot in diesen Fällen?
#5782131
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Bleifrei ist halt neuere Technologie, die in den Anfangszeiten auch noch 
nicht so prozesssicher war (z.B. schlecht gelötete BGAs).
Dazu kommt, dass in sicherheitskritischen Bereichen grundsätzlich lieber 
gut abgehangene Technologie verwendet wird, erst nachdem sie sich 
anderswo schon länger bewährt hat, man will halt nix riskieren.
#5782154
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Reines Zinn, beekommt unter 13°C die Zinnpest. Dabei wandelt sich die 
Kristallstruktur von Beta zu Alpha - Zinn um, was halbleitend und 
pulverförmig ist. Wenn dir also die Lötstellen zu Staub zerfallen, ist 
das suboptimal. Darum wird es in Militär- und Raumfahrttechnik nicht 
eingesetzt, sondern die Bleilegierung.
Möglicherweise hat man das mit anderen Legierungsbestanteilen inzwischen 
in den Griff bekommen. Wäre ja sonst bei KFZ Elektronik sonst ebenfalls 
doof - oder umsatzfördernd... je machdem, wie man es sieht ;-)
#5782176
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Bleihaltig wird nicht nur im Bereich der Militärtechnik oder der 
Raumfahrt eingesetzt. Es gibt auch normale Baugruppen die immer noch 
bleihaltig gelötet werden, wobei normal Definition ist 
(Sicherheitsrelevant). Wenn die Baugruppen vor 2006 in die Produktion 
gegangen sind drüfen sie glaube ich noch bleihaltig bearbeitet werden. 
...
In der SMD Fertigung kann man mit bleihaltiger Paste jedenfalls 
wesentlich kältere und damit bauteilschonendere Lötprogramme 
realisieren. Das war schon ein großer Unterschied zur bleifreien Paste.
In der Anfangszeit von bleifreier Paste hatten viele Bauteilhersteller 
auch Probleme ihre Teile an die höheren Temperaturen anzupassen.
Im weiteren reagiert eine bleihaltige Paste nicht so empflindlich auf 
das alter der Padoberfläche bzw. hat da eher eine "heilende" Wirkung und 
kann das Ausbilden einer intermetallischen Zone begünstigen.
Dazu kommt das die Fließeigenschaften von bleihaltiger Paste ebenfalls 
besser sind.

An und für sich ist die bleihaltige Paste/Zinn das 
prozessgünstigere/stabilere Material. Der Umwelt zu liebe wird aber 
darauf verzichtet, was auch richtig so ist.
#5782822
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Mit Blei war eben eine gute Zeit, da billig. Auch im Benzin. Ganze 
Landstriche waren damals mit Blei vergiftet. Jedes Blatt, jedes 
Salatblatt hatte damals einen Bleiueberzug. Blei wird zusammen mit 
Kalzium in den Knocken eingelagert. Die Nutztiere konnten nachher noch 
verhuettet werden.
Beitrag #5782907 wurde von einem Moderator gelöscht.

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