Ich habe einen Barcodescanner BF 1902 von Honeywell auf dem Tisch. Ich
habe ihn auf die deutsche Tastatur programmiert.
In der Bedienanleitung steht geschrieben, dass das @ nur im
US-Zeichensatz enthalten ist und in allen anderen 70 Sprachen nicht.
Da ich auch email-Adressen damit eingeben will, ist dieser Umstand doch
recht störend.
Kennt jemand einen Ausweg aus dem Dilemma, ohne eine US-Tastatur bzw.
den US-Zeichensatz benutzen zu müssen?
Schau mal ob du eigene Zeichen definieren kannst, bei einem ganz alten
Scanner ging das mal mit MetroSet. Was deiner kann & verwendet weiß ich
aber leider nicht.
Könnte man einen Wandler basteln, der die Eingabe von US-Zeichen in
DE-Zeichen wandelt?
Es gibt ja genügend Bausätze, die einen Arduino zur Tastatur verwandeln.
Da hat man schon die Hälfte fertig. Und sicher findet sich noch ein
Beispielprojekt, bei dem ein Arduino über eine Tastatur gesteuert wird.
> Mit einem Wald- und Wiesenscanner gibt es> mit CODE 39 und dem Klammeraffen keine Probleme.
Derzeit benutze ich Code 128, Code 39 wäre an dieser Stelle einen
Versuch wert. Allerdings kommt die Aussage für den Klammeraffen recht
global daher.
> ging das mal mit MetroSet
Honeywell sagt, dass MetroSet mit diesem Teil nicht kompatibel sei.
> Könnte man einen Wandler basteln, der die Eingabe von US-Zeichen in> DE-Zeichen wandelt?
Nööö, ich möchte das Ding so benutzen, wie es ist.
> Das @ lässt sich doch auch als [at] schreiben.
Ich will das Teil für die Hunderte von Logins benutzen. Da brauche ich
genau dieses alberne Zeichen...
Bürovorsteher schrieb:> Barcodescanner BF 1902 von Honeywell
Du meinst Honeywell Xenon 1902-bf? Oder ein anderes Modell?
Deren Namensschema ist leider etwas unübersichtlich...
> Ich> habe ihn auf die deutsche Tastatur programmiert.
Was hast Du für eine Anschlussvariante an den PC?
Ich habe hier Xenon 1902GSR-2USB-5, die dürften Deinen recht ähnlich
sein. Die sind per Bluetooth mit einer Basis verbunden und die Basis
dann per USB mit dem PC.
Da kann ich das Protokoll, welches über USB gesprochen wird, umstellen.
Ich verwende USB-Serial und ein eigenes Programm um die Daten
entgegenzunehmen, da ich dem Nutzer akustisches Feedback über
Erfolg/Misserfolg eines gescannten Befehls geben muss. Evtl. wäre das
USB-Serial auch eine Option für Dich.
Alternativ kann man über den Data Format Editor die gescannten Daten in
allen möglichen Varianten validieren und umformatieren. Die "Sprache"
die die dafür verwenden ist zwar etwas eigen und umständlich, wenn man
das aber mal verstanden hat geht es. Darüber kannst vermutlich auch die
@ irgendwie rüberbekommen.
Versuche nicht den Data Format Editor über Scannen der Befehle zu
verwenden, da bist Du nächste Woche noch am scannen. Es gibt ein
Hilfsprogramm um das an den Scanner zu übertragen, EZConfig heißt das
glaube ich. Ist zwar so ein komisches Java-Monster mit eigenem
Webserver, geht einigermaßen.
> Du meinst Honeywell Xenon 1902-bf? Oder ein anderes Modell?
Ja, genau den, mit dickem Kondensator statt Akku.
> Ich habe hier Xenon 1902GSR-2USB-5,
Ich bilde mir jetzt aus der Ferne ein, dass es der ist, bin jetzt nicht
im Büro.
> Alternativ kann man über den Data Format Editor die gescannten Daten in> allen möglichen Varianten validieren und umformatieren. Die "Sprache"> die die dafür verwenden ist zwar etwas eigen und umständlich, wenn man> das aber mal verstanden hat geht es. Darüber kannst vermutlich auch die> @ irgendwie rüberbekommen.
Das hört sich ja schon recht braucbar an. Statt @ wird bei mir ein &
ausgegenen. Mir würde eine schlichte Ersetzung ausreichen, da ich auf
dem betreffenden Rechner kein VHDL mache und das & also nie brauche,
> Es gibt ein Hilfsprogramm um das an den Scanner zu übertragen,
Danke für deine guten Hinweise, das hört sich alles schon sehr hilfreich
an.
Bürovorsteher schrieb:> Das hört sich ja schon recht braucbar an. Statt @ wird bei mir ein &> ausgegenen.
vermutlich macht der Scanner in dem normalen Tastatur-Modus nichts mit
Alt-GR, damit bekommt er das @ nicht eingegeben.
Über den Data Format Editor des Barcode Scanners kann man beliebige
Zeichen durch andere ersetzen. Und als Ziel dieser Übersetzung kann man
soweit ich weiß auch Tastatur-Scancodes angeben. Damit könnte man dann
entweder das @ direkt treffen oder für Windows Unicode-Input (Alt und +,
danach Unicode Hex) bzw. unter Linux Compose verwenden.
> Mir würde eine schlichte Ersetzung ausreichen, da ich auf> dem betreffenden Rechner kein VHDL mache und das & also nie brauche,
Du scannst VHDL-Code mit dem Barcodescanner?
Oder meinst Du einfach immer wenn auf einer beliebigen an dem Rechner
angeschlossenen Tastatur ein & eingegeben wird, statt dessen ein @
verwenden? Das wäre etwas, was Du vermutlich im Betriebssystem mit einem
Hilfsprogramm machen könntest, ganz ohne den Barcodescanner
umzukonfigurieren.
> vermutlich macht der Scanner in dem normalen Tastatur-Modus nichts mit> Alt-GR, damit bekommt er das @ nicht eingegeben.
So wird es sein, da aller weiteren nicht benutzbaren Symbole der
deutschen Tastatur auch über Alt-Gr angesprochen werden müssen. Bei den
Amis liegen diese Zeichen auf der Umschalttaste.
> Oder meinst Du einfach immer wenn auf einer beliebigen an dem Rechner> angeschlossenen Tastatur ein & eingegeben wird, statt dessen ein @> verwenden?
Das war meine Überlegung dabei. Wobei das & vom Scanner statt @
ausgegeben wird. Wenn das bei der Tastatur genauso geschieht, wäre es
mir an diesem einzigen an das Internet angeschlossenen Rechner egal.
> Und als Ziel dieser Übersetzung kann man soweit ich weiß auch Tastatur-> Scancodes angeben.
Damit muss ich mich morgen tiefschürfend befassen :-)
> Ob in diesem Fall Autokorrektur hilft?
In Office wäre das wohl kein Problem; für FF habe ich bis jetzt nichts
passendes gefunden, oder ich bin zu blöd zum suchen.
Bürovorsteher schrieb:> für FF habe ich bis jetzt nichts> passendes gefunden
vermutlich könnte man über Greasemonkey ein Javascript in die Webseite
einschleusen, welches dann die Umsetzung macht. Wird wohl klappen, ist
aber etwas aufwendig.
Der Scanner dürfte am PC als HID / Tastatur erscheinen?
Vor ganz vielen Jahren, dürfte noch Win98 gewesen sein, hatte ich einen
Tastaturtreiber, mit dem man Scancodes beliebig ummappen konnte.
Ich bin sicher, dass es frei belegbare Tastaturtreiber auch für aktuelle
Betrübssysteme gibt, dann ist man unabhängig von der Anwendung.
Man könnte für die genutzte Windows-Version sich ein eigenes
Tastaturlayout basteln, das ein ungenutztes per Shift-Taste erreichbares
Zeichen nutzt, wie z.B. das §-Zeichen.
Ein Tool, um solche Tastaturlayouts zu bauen, gibt es von Microsoft:
https://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=22339
Das ist zwar nicht ganz ohne Probleme, aber man muss es ja nur einmal
anwenden, um das gewünschte Layout zu erzeugen.
Dann muss da aber auch ne Amitastatur dran.
Wenn die Web Anwendung (für die das Login ist) was eigenes ist könnte
man sie auch so anpassen, das sie ein Ersatzzeichen (parallel zum "@")
akzeptiert.
Für den Scanner gibt es nur einen HID-Treiber... Es gibt bei
verschiedener Hardware auch nicht HID-Treiber, da kann man dann mittels
API drauf zugreifen und die Daten selbst verarbeiten. Der Scanner kann
auch kein RS232, sonst wäre das ebenfalls eine Möglichkeit.
HID hat immer den Nachteil, das das Ganze als Tastatur arbeitet, egal,
wo man gerade im Programm ist.
Die Scanner die ich so kenne für verschiedene Anwendungen sind alle über
Helper-Programme angebunden.
> Ein Tool, um solche Tastaturlayouts zu bauen, gibt es von Microsoft:> https://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=22339
Ja, das sollte funktionieren.
> Warum das Ding nicht auf Amitastatur lassen, wer braucht schon Umlaute> in der Mailadresse?
Auf dem betreffenden Rechner laufen nicht nur Mailadressen...
> Für den Scanner gibt es nur einen HID-Treiber...
So ist es.
> Die Scanner die ich so kenne für verschiedene Anwendungen sind alle über> Helper-Programme angebunden.
Ja der Scanner sieht einfach aus, ist es aber durchaus nicht, wenn man
das Handbuch bis zum Ende liest.
Und nun die Auflösung des Rätsels:
> Über den Data Format Editor des Barcode Scanners kann man beliebige> Zeichen durch andere ersetzen.
Das geht offenbar, aber auch sehr umständlich.
Die nächste Möglichkeit: da das Problem bekannt ist kann man statt der
Codeseite 4 für deusche Tastaturen dann die Honeywell-Codeseite 84
benutzen mit den Ersetzungen nach ISO/IEC. Da gibt es dann @ und eckige
Klammern und Backslash und weiteres. Dafür fehlen die Umlaute. Auch
Scheiße.
Meine Lösung: ich verwende statt Code 128 jetzt den QR-Code. Da läuft
alles ohne Schmerzen und ohne aufwendige Umbauten.
Danke an alle Tipgeber!