Hallo
Beide Frequenzen sind ja wohl erlaubt in der EU. Mir scheint es aber,
als würde 868 MHz bevorzugt, wenn ich so die Geräte (vor allem gateways)
anschaue. Stimmt das? Aus irgendeinem Grund sind die 433MHz Module (um
sie an einen µC zu koppeln) aber viel öfter im Angebot und billiger.
Wieso? Wen nich ein Gerät mit 433 baue, wird es ja wohl von 868er
gateways nicht empfangen, da die Antenne schon mal nicht passt. Denke
ich irgendwo falsch?
Man hat sich bei uns auf den standard 868 geeinigt. Grund dafür mitunter
das 433 bei uns oft schlimm "vermüllt" ist. Niemand hindert dich daran
433 zu verwenden aber du bist damit abseits des Standard und kannst halt
nicht mit den Gataways arbeiten die es schon gibt.
Ich betreibe auch ein Gataway und bin ehrlich schon erstaunt wieviel
daten, welche nicht von mir kommen schon darüber laufen.
hannes schrieb:> Ich betreibe auch ein Gataway und bin ehrlich schon erstaunt wieviel> daten, welche nicht von mir kommen schon darüber laufen.
Was macht man damit, wo kommt man da hin (Dein Gateway führt wohin?),
was sind das für Leute die Dein Gateway benutzen und zu welchem Zweck,
gibt es nur ein solches Netz? Wer kann es nutzen, wozu kann man es
nutzen?
Bernd K. schrieb:> Was macht man damit, wo kommt man da hin (Dein Gateway führt wohin?),> was sind das für Leute die Dein Gateway benutzen und zu welchem Zweck,> gibt es nur ein solches Netz? Wer kann es nutzen, wozu kann man es> nutzen?
Steht doch im Threadüberschrift: LORA
Ok ganz Grob mal schnell Beschriben.
Lora ist nich nur eine Funktechnologie sondern auch gleich ein Netzwerk.
Es gibt unter anderen das "The Things Network"
(https://www.thethingsnetwork.org/) Als "Clound" mit aktuell fast 7000
Gatawas.
Wenn ich nun einen Lora "Sender" baue kann dieser zu einem der Gatways
senden Es muss nicht mein eigenes sein. Die Daten landen auf dem TTN
Server und werden von dort aus anhand von Id nummern meiner Anwendung
zugeteilt und mir über das internet zugesendet.
hannes schrieb:> Ok ganz Grob mal schnell Beschriben.> Lora ist nich nur eine Funktechnologie sondern auch gleich ein Netzwerk.
Du meinst lorawan
> Es gibt unter anderen das "The Things Network"> (https://www.thethingsnetwork.org/) Als "Clound" mit aktuell fast 7000> Gatawas.
Das ist nur eines der vielen... Es gibt auch reichlich Netze die was
kosten...
Btw, welche Reichweiten erreichst du? Bei mir ist bei 500m Schluss...
(868Mhz im Stadtgebiet)
73
Hier in Berlin erreiche ich 12km mit nem einfachen Lambda/2
Rundstrahler, STM32L072LORA1 Nucleo Evalboard, 5. Stock Dachgeschoss,
TTN. Fand ich auch erstaunlich.
Loralora schrieb:> Hier in Berlin erreiche ich 12km mit nem einfachen Lambda/2> Rundstrahler, STM32L072LORA1 Nucleo Evalboard, 5. Stock Dachgeschoss,> TTN. Fand ich auch erstaunlich.
auf 868Mhz
Ich schaffe auf 868 bei gutem Wetter regelmäßig zu einem 9 Km entfernten
TTN Hotspot mit dem SX1276.
Für die Landwirtschaft bzw Pferdewirtschaft meiner Frau ist die Technik
Gold wert.
> Was macht man damit, wo kommt man da hin> Wer kann es nutzen, wozu kann man es> nutzen?
Zum Beispiel für so was:
Bienenstockwaage mit LoRaWAN
– Gewinner des BASF-Innovationscup 2019 –
Das Kooperationsmodell „Bienenstockwaage mit LoRaWAN“ ist eine
Zusammenarbeit zwischen dem Imkervereinen Lampertheim & Bensheim, dem
Bienenzüchterverein Heppenheim, der Karlkübelschule (KKS) Bensheim, der
Makerspace Viernheim und dem Funkamateurclub Weinheim (FACW).
Das Ziel des ganzen ist es eine Bienenwaage zu bauen, welche von der
Makerspace zur Verfügung gestellt wird. Diese soll dem Imker mithilfe
von LoRaWAN, um welches die Schüler der KKS mit Unterstützung des FACW
kümmern, mitteilen wie schwer seine Bienenstöcke aktuell sind.
Dabei werden die Schüler bei der Internetanbindung an den Gateways
helfen, mit diesen werden dann die Daten übertragen, welche die Imker
brauchen um die Bienenstöcke zu überwachen.
In dieser Zusammenarbeit soll erreicht werden, dass die Imker
rechtzeitig bemerken, wenn ein Bienenschwarm im Winter „ausreißt“ und
die Bienen noch rechtzeitig einfangen werden können. Dies würde die
„Ausreißer“ vorm Sterben schützen und gleichzeitig die Umweltbelastung
durch die Autos der Imker reduzieren, da sie durch die Wage weniger oft
nach den Bienen gucken müssten. So würde man nicht nur direkt etwas
gegen das Sterben der Bienen unternehmen sondern auch den
Schadstoffausstoß durch die Fahrzeuge der Imker verringern. Außerdem
verringert eine solide heimische Imkerei den Bedarf an Honigimport und
somit auch den Co²-Ausstoß.
Wenn diese Funktion jedem Imker in der Region zur Verfügung stehen
würde, würde das schon sehr viel ausmachen und ein guter Schritt im
Kampf gegen das Aussterben der Bienen sein.
> Hier in Berlin erreiche ich 12km mit nem einfachen Lambda/2> Rundstrahler, STM32L072LORA1 Nucleo Evalboard, 5. Stock Dachgeschoss,
5.Stock dürfte in diesem Fall der Haupteffekt sein. Das macht viel aus.
Ich hab auf der TTN Webseite rum geklickt. Aber was ich nicht so
wirklich gefunden habe ist eine Anleitung wie man sich mit dem TTN
Netzwerk verbinden kann. Es gibt ein paar fertige Projekte, aber die
erklären nur was man in der Arduino Software klicken muss, nicht die
Grundlagen der Konfiguration an sich. Ich will es ohne die Arduino-IDE
machen, bisher bin ich auch ohne ausgekommen. und ich will verstehen was
wie konfiguriert werden muss, nicht nur den Sketch eines anderen zum
laufen kriegen.
Kennst du da einen guten Einstieg?
hi
ein wesentlicher Unterschied sind die Sendeleistungen:
433MHz: max 10mW
468MHz: max 100mW
In der Praxis ein wesentlicher Unterschied der das Pendel in Richtung
868MHz ausschlagen lässt.
Dazu kommt das bei den 433MHz die Frequenz mit Funkamateuren geteilt
werden muss.
da kann es dann u.U. mit 10mW zu 50Watt schlecht für Lora aussehen.
Rechtlich hat der Funkamateur da die Nase vorne.
im 868MHz-Bereich gibt es keine solche Kollisionen.
Gruss
Jürgen
Jürgen schrieb:> ein wesentlicher Unterschied sind die Sendeleistungen:> ...> 468MHz: max 100mW
Du meinst 868 MHz
> Dazu kommt das bei den 433MHz die Frequenz mit Funkamateuren geteilt> werden muss.>> da kann es dann u.U. mit 10mW zu 50Watt schlecht für Lora aussehen.
Du meint 10 mW ERP bzw. 750 W PEP und vergleichst damit Äpfel mit
Birnen.
Ein Funkamateuer mit nur einer halbwegs vernünftigen Richtantenne kommt
leicht auf 10 kW ERP.
Kann mir mal einer erklären warum es überhaupt unterschiedliche
Bausteine (also die Semtechchips nicht die Module wo die dann verbaut
sind) davon gibt? Der Teil der massgeblich füpr die Frequenz ist dürfte
doch die Aussenbeschaltung für den HF-Teil sein, wo ist denn intern in
den Semtechchips der Unterschied?
Stellt man an einem SX1278 eine 868er FRequenz ein, klemmt ne entspr.
Antenne ran funktioniert der einwandfrei und das an einem 433er Modul
das HF-technisch wohl nicht für diese Frequenz optimal ist aber es zeigt
dass der Chip das problemlos kann. Wieso gibts dann unterschiedliche
SX127x ?
hannes schrieb:> Lora ist nich nur eine Funktechnologie sondern auch gleich ein Netzwerk.
Nein. Das ist Bockmist.
Lora ist eine Funktechnologie.
LoraWAN ist eine Anwendung von Lora. D.h. bestimmte Protokolle etc. die
mit Lora funken.
> Es gibt unter anderen das "The Things Network"
Und "The Things Network" wiederum ist ein Netzwerk, das LoraWAN benutzt.
Du kannst also LoraWAN mit dem TTN machen, oder mit einem der anderen
Netzanbieter, Du kannst aber auch LoraWAN mit Deinem eigenem Gateway
machen, oder Du Lora mit Deinem eigenen Protokoll verwenden, z.B.
zwischen zwei Mikrocontrollern oder wie auch immer Du willst.
Hm.
868 Megahertz. Da ganz in der Nähe hat ja in den 90iger Jahren
das DAL System der T gefunkt. (Drahtlose Telefon Anschlußleitung)
Was schätzt ihr, wie weit würde man mit zwei Jagys, Reflektor
-> Dipol -> 2 Direktoren kommen? Beide hoch und freie Sicht?
edit: Hab die Frequenz berichtigt.
mfg
Brandmeister schrieb:> Kann mir mal einer erklären warum es überhaupt unterschiedliche> Bausteine (also die Semtechchips nicht die Module wo die dann verbaut> sind) davon gibt?
Marktsegmentierung
~Mercedes~ . schrieb:> Was schätzt ihr, wie weit würde man mit zwei Jagys, Reflektor> -> Dipol -> 2 Direktoren kommen? Beide hoch und freie Sicht?
Der japanische Erfinder hieß (umschrieben) Yagi. Ansonsten helfen diese
Stichworte beim Suchen: Fresnelzone und Freiraumdämpfung. Als
Antennengewinn würde ich mal grob 5dB schätzen.
~Mercedes~ . schrieb:> Was schätzt ihr, wie weit würde man mit zwei Jagys, Reflektor> -> Dipol -> 2 Direktoren kommen? Beide hoch und freie Sicht?
Der Streckengewinn steigt dabei unter Freiraumbedingungen um den
einfachen Antennengewinn, weil die ERP limitiert ist. 6dB entspräche
einem Faktor 2 in der Reichweite.
Helmut meinte:
> Der japanische Erfinder hieß (umschrieben) Yagi.
Den hab ich gemeint. Entschuldige bitte meine Schreiberei.
Wolfgang meinte:
> Der Streckengewinn steigt dabei unter Freiraumbedingungen um den> einfachen Antennengewinn, weil die ERP limitiert ist. 6dB entspräche> einem Faktor 2 in der Reichweite.
Mit der Yagi steigt also die rechweite nur um das Doppelte?
Das wäre ja dann nen schlappen Kilometer, wenn ich den OM oben
richtig verstanden hab. Das lohnt sich ja kaum. :-(
Aber das war ja auch in der Stadt.
mfg