Kaufe Dir einen kurzpassfilter bei Edmund optics oder Thorlabs und eine
Fotodiode. Im
Bereich der arbeitssicherheit gibt es auch spezielle Messgeräte für dle
„Blaulichtgefährdung“
Ich halte diese Aussage für ein bisschen Panikmache.
> "Um weißes Licht zu erzeugen, mischen LED-Lampen blaues und gelbes Licht"
Ich möchte sagen, dass 99.9% der im Haushalt üblichen LEDs mit blauen
oder UV-LEDs und einer Phosphor-Schicht arbeiten. ZnSe-LEDs, die wie vom
NDR beschrieben funktionieren, sind (afaik) noch experimentell und
vermutlich recht teuer.
Und wenn man sich die Spektren anguckt, dann hat Warmweiß (was man ja
überwiegend im Haushalt hat) einen sehr geringen Blauanteil.
Und Tageslicht hat deutlich mehr blau. Und niemand sagt, dass Tageslicht
schädlich ist.
Ansonsten.. Alles, was du brauchst ist ein Spektrometer.
Dirk K. schrieb:> ist es möglich, mit relativ geringem Aufwand den> Blaulicht-Anteil einer Lichtquelle zu messen?
Dafür benutzt man schon immer sog. Spektrometer.
Wenn es aber um Messung des angeblich schädlichen
Blauanteils von Beleuchtungen geht, müsste man
die Sonne verbieten, denn dort ist der Blauanteil
wesentlich grösser als bei künstlicher Beleuchtung.
OT: Mich stört allerdings auch der sehr hohe "Blau-
anteil" bei LCD-Displays. Ich halte den aber nicht
für gefährlich, sondern einfach nur für schlechter
erkennbar als rote und grüne Displays.
Harald W. schrieb:> Mich stört allerdings auch der sehr hohe "Blau-> anteil" bei LCD-Displays.
Was mir da noch bei einfällt...
Wer oft abends und nachts bei Dunkelheit am PC arbeitet, dem kann ich
f.lux (https://justgetflux.com/) empfehlen. Zum Sonnenuntergang wird die
Farbtemperatur des Bildes langsam wärmer und der Blauanteil verringert.
Dadurch ist es ermüdungsfreier für die Augen. Ein kleines Tool, das die
Arbeit am Bildschirm etwas angenehmer macht.
Sebastian R. schrieb:> Ich möchte sagen, dass 99.9% der im Haushalt üblichen LEDs mit blauen> oder UV-LEDs und einer Phosphor-Schicht arbeiten.
UV-LEDs? Hast Du dafür einen Beleg?
Der "Phosphor" ist keiner, sondern nur ein (ungünstiges) Synonym für
"Leuchstoff", hergeleitet von der Eigenschaft der Phosphoreszenz.
Phosphor verwendete man u.a. in Brandbomben, weder das Zeug in
Kathodenstrahlröhren geschweige denn das Zeug in weißen LEDs hat damit
irgendwas zu tun.
Harald W. schrieb:> Wenn es aber um Messung des angeblich schädlichen> Blauanteils von Beleuchtungen geht, müsste man> die Sonne verbieten, denn dort ist der Blauanteil> wesentlich grösser als bei künstlicher Beleuchtung.
Mir geht es um Lichtquellen in der Nacht.
Das natürliche Licht der Sonne soll dahingehend
ja auch kein Problem sein.
Ich habe sehr lichtempfindliche Augen und arbeite
viel am Computer bzw. sitze vor einem TV mit LEDs.
Neuerdings kommen auch immer mehr LED-Lampen dazu
und mich interessiert, welche Quellen da am
intensivsten strahlen.
merciless
Rufus Τ. F. schrieb:> UV-LEDs? Hast Du dafür einen Beleg?https://www.fh-muenster.de/ciw/downloads/personal/juestel/juestel/Optimale_Leuchtstoffe_fuer_LED-Applikationen-TJ-130313.pdf
Seite 7
InGaN-LEDs können ja je nach Mischungsverhältnis alles von UV bis
Blau-Violett. Und zusammen mit verschiedenfarbigen Leuchtstoffen gibts
dann alles zwischen kalt- und warmweiß.
Rufus Τ. F. schrieb:> Der "Phosphor" ist keiner, sondern nur ein (ungünstiges) Synonym für> "Leuchstoff", hergeleitet von der Eigenschaft der Phosphoreszenz.
Wobei Phosphoreszenz auch falsch ist, bei weißen LEDs ist es
Lumineszenz.
Und "phosphor" ist kein ungünstiges Synonym, sondern der englische
Begriff für Leuchtstoff. Ja, natürlich ein "false friend", wenn man ihn
ins Deutsche überträgt. Vermutlich habe ich einfach zu viele Videos von
BigClive gesehen.
Dass der nichts mit elementarem Phosphor (engl. 'phosphorus') zu tun
hat, sollte hinreichend bekannt sein.
Sebastian R. schrieb:> Wer oft abends und nachts bei Dunkelheit am PC arbeitet, dem kann ich> f.lux (https://justgetflux.com/) empfehlen. Zum Sonnenuntergang wird die> Farbtemperatur des Bildes langsam wärmer und der Blauanteil verringert.> Dadurch ist es ermüdungsfreier für die Augen. Ein kleines Tool, das die> Arbeit am Bildschirm etwas angenehmer macht.
Nun, wenn einer eine ganze Nachtschicht durchhalten soll, sollte
der Blauanteol des Lichtes eher grösser sein. Wer nach Ausschalten
des Computers schnell einschlafen will, sollte einen höheren Rot-
Anteil wählen.
Da das Auge kein Spektrometer ist, und du ja nur von "Blaulicht" und
redest und nicht einen bestimmten Wellenlängenbereich spezifizierst,
reicht evtl. auch eine gewöhnlich RGB-Kamera für den Vergleich der
verschiedenen Lichtquellen.
Yalu X. schrieb:> Da das Auge kein Spektrometer ist,
Das Auge, bzw. die dahinter liegende "Auswerteeinheit" ist sogar
ein sehr schlechtes Spektrometer. Obwohl der Rot- und Blau-Anteil
des Lichtes gegen Mittag und am Abend stark unterschiedlich sind,
wird man bei Erkennung der Farben der Umgebung praktisch keinen
Unterschied feststellen.
Harald W. schrieb:> Obwohl der Rot- und Blau-Anteil> des Lichtes gegen Mittag und am Abend stark unterschiedlich sind,> wird man bei Erkennung der Farben der Umgebung praktisch keinen> Unterschied feststellen.
Was mich gerade daran erinnert, dass ich bei meinem obigen Vorschlag mit
der Kamera vergessen habe anzumerken, dass der automatisch Weißabgleich
deaktiviert werden muss.
Yalu X. schrieb:> Was mich gerade daran erinnert, dass ich bei meinem obigen Vorschlag mit> der Kamera vergessen habe anzumerken, dass der automatisch Weißabgleich> deaktiviert werden muss.
Ja, dieser automatische Weißabgleich funktioniert
beim Menschen geradzu perfekt. :-)
Rufus Τ. F. schrieb:>>> UV-LEDs? Hast Du dafür einen Beleg?> Gibt es auch Hersteller, die diese Vorgehensweise anwenden? D.h.> begegnet man dem auch in real existierenden Produkten?
M.W. sind UV-LEDs immer noch teurer als Blau-LEDs. Warum sollte man
also UV-LEDs nehmen, wenn es mit Blau-LEDs genausogut funktioniert?
Sebastian R. schrieb:>> Und wenn man sich die Spektren anguckt, dann hat Warmweiß (was man ja> überwiegend im Haushalt hat) einen sehr geringen Blauanteil.>> Und Tageslicht hat deutlich mehr blau. Und niemand sagt, dass Tageslicht> schädlich ist.
Richtig. Tageslicht hat aber die Eigenschaft, aber einer gewissen
Uhrzeit schwächer zu werden und gar zu verschwinden. Etwas, das bei
einer LED-Leuchte im Wohnzimmer eher nicht der Fall ist. (Irgendwas mit
Biorhythmus)
Dirk K. schrieb:> ist es möglich, mit relativ geringem Aufwand den> Blaulicht-Anteil einer Lichtquelle zu messen?https://www.adafruit.com/product/1356
Den Arduino, Display und das Programm dazu musst Du noch dranbasteln.
Wenns Geld kosten darf: Datacolor SpyderX odere ähnliches, ich weiss
aber nicht, was die an Daten liefern.
Mit den Farbsensoren kannst Du nur das Rot-Grün-Blau Verhältnis
bestimmen.
Für eine qualifizierte Aussage brauchst Du wie schon erwähnt ein
Spektrometer. Ein kalibriertes Spektrometer. Da reden wir so über
10-20kEur. Und für LED-Lampen eine Ulbrichtkugel, kostet aber nur 2kEur.
Die Frage ob im Spektrum viel Blau ist, ist völlig zweitens für die
Blaulichtgefährdung. Ein Spektrometer ist völlig ungeeignet, da es nur
relative Helligkeiten misst. Eine helle Glühlampe macht mehr
Blaulichtschaden als eine dunkle blaue LED. Um die Gefährdung zu messen
muss man eine Fotodiode hinter einen Kurzpassfilter stecken und den
Photostrom messen. Aus der Größe der Diode und ihrer Empfindlichkeit
ergibt sich dann die Blaulichtbelastung. Ist halt relativ und kann zB
gegen den Strom normiert werden, der an einem bewölkten Tag erzeugt
wird.
Billigste sinnvolle Kombo: Stück blaue Glasflasche und eine BPW34 mit
nachgeschaltetem Transimpedanzverstärker und evtl. noch Logarithmierer
(muss man allerdings vielleicht mal mit der Fernbedienung auf IR
Transmission testen). Vielleicht reicht auch schon ein empfindliches
Multimeter im Strommessmodus.
Gerade gesehen: bei Ebay gibts günstig Schott BG12 Filter. Die dürften
ganz gut gehen.
Jemin K. schrieb:> Ein Spektrometer ist völlig ungeeignet, da es nur> relative Helligkeiten misst.
Mööp! Natürlich kann ein Spektrometer absolute Helligkeiten messen. Man
muss es halt kalibrieren, wie eine Photodiode auch.
Ein CCD-Spektrometer sind mal ganz einfach gesagt ganz viele
Photodioden, von denen jede einen Teil des Spektrums abbekommt.
Einen Teil des Spektrometers trägt jeder in der Hosentasche: Ein Handy
mit Kamerachip. Davor ein Liniengitter wie das von Astromedia, einen
Spalt aus zwei Rasierklingen und je nach Lichtquelle noch eine
Kollimatorlinse, das ganze stabil aufgebaut kann man es sogar
kalibrieren: Glimmlampe gibt Neonlinien, ESL kurz nach dem Einschalten
gibt Hg-Linien, gelbe Straßenlaterne gibt Na-Doppellinie.
Jemin K. schrieb:> Stück blaue Glasflasche
So ziemlich jedes blaue Glas ist im NIR recht gut durchlässig.
Jemin K. schrieb:> Schott BG12 Filter
10-20% Transmission von 700 bis 1100nm. Und die Photodiode kann
wunderbar bis 1100nm.
Du kannst gern noch einen günstigen IR-Sperrfilter vorschalten.
Das mit dem Spektrometer stimmt, aber nur begrenzt. Die hier genannten
sind Handspektrometer zum durchschauen. Ein kommerzielles mit echtem
quantitativen Readout kostet ordentlich Geld. Zudem ist der Winkel aus
dem es Licht akzeptiert klein. Geringe Abweichungen in der Ausrichtung
der Eingangsfaser führen zu großen Helligkeitsunterschieden. Und daher
braucht man dann irgendeinen Homogenisator, der auch wieder teuer ist.
Karl K. schrieb:> das ganze stabil aufgebaut kann man es sogar> kalibrieren: Glimmlampe gibt Neonlinien, ESL kurz nach dem Einschalten> gibt Hg-Linien, gelbe Straßenlaterne gibt Na-Doppellinie.
Ja, auf die Wellenlänge. Viel Spaß dabei es auf die Helligkeit zu
kalibrieren.
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