24V to 5V Arduino

Gast #5802839
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Hallo,

ich habe mehrere 24V Steuerleitung, welche mir ein HIGH oder LOW (0 oder 
24V) Signal geben. Länge der Steuerleitung ist etwa 30m.

Die Steuerleitungen lese ich mit einem Arduino ein, dazu muss die 
Spannung der Steuerleitung auf 5V gesenkt werden, sowie vor störenden 
Einflüssen auf der Leitung geschützt werden.
Arduino und 24V Steuersignal besitzen die gleiche Masse.


Auf einer Testplatine ich habe eine Z-Diode 5.1V mit einem Vorwiderstand 
von 2k2 Ohm.
Funktioniert soweit.

Wie schütze ich das ganze am besten vor äussere Einflüssen, welche von 
der 24V Steuerleitung kommen könnten?
Danke!
Gast #5803005
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Hi,

falls die 24V aus dem Feld kommen, sollte man vielleicht 820pF/500V 
Kondensatoren gegen PE schalten. Gewisse Störungen werden dadurch 
herausgefiltert.

Hast du irgendwelche Normen an denen du dich orientieren musst?

Bei 24V würde ich immer so planen, dass länger anliegende 50V nichts 
kaputt machen. Falls du einen Optokoppler verwendest, wähle den 
Vorwiderstand so, dass du bei 50V den maximalen Strom nicht 
überschreitest. Er sollte aber bei 18V auch schon schalten.

Auf der 5V Arduino-Seite kannst du auch einen Tiefpass-Filter vorsehen, 
bspw. für 200kHz Knickfrequenz.

Gruß
Daniel
Gast #5803222
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Hallo,

danke für eure Tipps!

DanielF schrieb:
> Bei 24V würde ich immer so planen, dass länger anliegende 50V nichts
> kaputt machen. Falls du einen Optokoppler verwendest, wähle den
> Vorwiderstand so, dass du bei 50V den maximalen Strom nicht
> überschreitest. Er sollte aber bei 18V auch schon schalten.

Da käme wohl der PC123 in Frage oder?
Hab mir dazu folgendes Datenblatt rausgesucht:
https://media.digikey.com/pdf/Data%20Sheets/Sharp%20PDFs/PC123%20Series.pdf

Wie lese ich da heraus, mit welchem CTR Wert ich da rechnen muss, zur 
Berechnung des Arbeitswiderstands?

DanielF schrieb:
> falls die 24V aus dem Feld kommen, sollte man vielleicht 820pF/500V
> Kondensatoren gegen PE schalten. Gewisse Störungen werden dadurch
> herausgefiltert.

Was genau meinst du mit Feld? Die Leitungen verlaufen innerhalb eines 
Gebäudes, Unterputz in Elektro Installationsrohre verlegt.


Entprellt wird per Software
Gast #5803241
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Thomas schrieb:
> Auf einer Testplatine ich habe eine Z-Diode 5.1V mit einem Vorwiderstand
> von 2k2 Ohm.
> Funktioniert soweit.

Was spricht gegen einen Spannungsteiler und einen angemessenen 
Kondensator, je nach Störumgebung noch mit einer TVS verziert?

Eine Zenerdiode mit Vorwiderstand hat demgegenüber eine wesentlich 
geringere "Treiberleistung" für L-Pegel (0V).

Solange die Masse Leitung deines 24V-Signal sowieso mit deinem Arduino 
verbunden ist, hast du von der galvanischen Trennung eines Optokopplers 
nicht  übermäßig viel.
Gast #5803275
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svensson schrieb:
> Ich frage mich auch, ob nicht ein einfacher Spannungsteiler
> reichen würde.
>
> 10k-2,2k dürfte passen. Den Eingang dann noch mit einer Zener 5V und
> einem 10k schützen sowie 100nF zum Abblocken.

Das reicht meistens. Bedenke aber, was passiert, wenn viele Eingänge auf 
24V liegen während der µC ausgeschaltet (ohne Stromversorgung) ist. Oft 
startet der µC dann ungewollt oder er startet später beim Einschalten 
der Stromversorgung nicht richtig.

Ein Optokoppler bietet darüber hinaus fast deppen-sicheren Schutz gegen 
Überspannung. Schlimmstenfalls geht nur der leicht austauschbare 
Optokoppler kaputt.
#5803279
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Stefanus F. schrieb:
> Ein Optokoppler bietet darüber hinaus fast deppen-sicheren Schutz gegen
> Überspannung. Schlimmstenfalls geht nur der leicht austauschbare
> Optokoppler kaputt.

Deswegen: Optokoppler im DIL Gehäuse nehmen, diesen einen DIL-Sockel 
spendieren und ein Tütchen mit ein paar Ersatzkopplern mit ins Gehäuse 
packen. :) Im Falle das Falles kann man dann beim 
Monteur/Servicetechniker feuchte Äuglein vor Glück sehen.. ;)
#5803314
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Curby23523 N. schrieb:
> Nimm am besten einen Optokoppler, mehrere Probleme auf einmal gelöst.

Würde ich auch so machen, vorausgesetzt das Steuersignal liefert genug 
Strom für den OK.

Für mehrere Steuerleitungen bieten sich OK an von denen mehrere in einem 
Gehäuse sind. Beispiel:

https://www.reichelt.de/optokoppler-ltv-847-p76176.html?&trstct=pos_0

Zu beachten ist dass beim Einsatz von OK das Signal invertiert am uC 
ankommt.
Gast #5803843
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Hi,

Thomas schrieb:
> Was genau meinst du mit Feld? Die Leitungen verlaufen innerhalb eines
> Gebäudes, Unterputz in Elektro Installationsrohre verlegt.

ich arbeite in einer Firma in der wir sichere Steuerungen für die 
Industrie bauen.
Wir haben auch digitale Eingangskarten die mit 24V arbeiten und mit 
denen wir auch im EMV-Labor waren.
Bei uns unterscheidet man bspw. zwischen Feldsignalen (mit den großen 
Maschinen verbunden) und Bussignalen (mit unserem galvanisch getrenntem 
Bus verbunden).

Der Ausdruck "feldseitig" ist in diesem Bereich geläufig. Vom "Feld" 
kommen immer die unbekannten Störungen (Störsignale, Überspannungen, 
Kurzschlüsse,..).

Gruß
Daniel
(Firma: Q3) #5803847
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In einer quasi-industriellen Umgebung würde ich von einem direkten 
Anschluß des Arduino an ein externes System Abstand nehmen. Ich habe 
mich monatelang mit nicht erklärlichen Störungen (vermutlich 
EMV-induziert) herumgeärgert, die z.B. Zählerstände veränderten oder die 
Software zum Neustart veranlassten. Anfangs dachte ich, es ist die 
Stromversorgung. Aber als selbst der Testbetrieb mit einer vollständig 
isolierten Powerbank die Probleme nicht löste, war klar, der Mist kommt 
über die Eingänge.

Erst seitdem ich Mini-Reed-Relais (MEDER SIL24...) dazwischen habe, ist 
das Problem gelöst. Die sind wesentlich robuster als Optokoppler, die 
Polung ist egal (wenn keine Freilaufdiode drin ist), es werden keinerlei 
zusätzliche Bauteile wie Vorwiderständer oder Spannungsregler benötigt.
#5804163
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svensson schrieb:
> Relais, auch Reed-Relais, unterliegen als mechanische Bauelemente aber
> einem Verschleiß. Wenn der Schaltzustand sich häufig ändert, kann die
> Lebensdauer aber schnell erreicht sein.

Schnell erreicht.. Na klar... Je nach Kontaktausführung eines R-Relais 
zwischen 100*10⁶ und 1000*10⁶ Schaltspiele.

Macht bei einer Frequenz von 1Hz eine Haltbarkeit zwischen ~30 und ~300 
Jahren.

Das sollte auch für die Bedürfnisse von Bedenkenträgern und Schlaumeiern 
ausreichen.

BTW: OKs degradieren auch.
#5804582
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svensson schrieb:
> Okay, wenn das so ist, umso besser.

Es wird sogar noch besser: Die Angabe zu möglichen Schaltspielen bei 
RRelais beziehen sich darauf 5V bei 10mA zu schalten, das ist grade so 
an der Lichtbogen-Grenze. Betreibt man den Schaltkreis mit 3,3V und nur 
1 mA, dann kann man noch eine Zehnerpotenz auf die möglichen 
Schaltspiele draufsatteln.
Gast #5804713
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Hallo,

könnte man mir eventuell noch bei der Berechnung des Arbeitswiderstandes 
des Optokopplers helfen?
Wenn am Optokoppler 24V anliegen, sollen am Arduino GND anliegen.
Wenn 0V am Optokoppler anliegen, sollen am Arduino 5V anliegen.

Verwenden würde ich den Optokoppler PC123, 50-600% CTR.

Berechnung mit Sicherheitsfaktor 3:

(5V * 3) / (2mA * 50%) = 15k Ohm

Ist das so richtig, mir kommt der Widerstand sehr hoch vor?
Angehängte Dateien:
Gast #5804960
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Durch R2 fließen 0,5mA. Da der Optokoppler im worst case 50% übeträgt, 
sind Eingangsseitig also 1mA nötig. Wir legen noch etwas Reserve drauf 
und rechnen mit 2mA.

Von den 24V ziehen wir die Betriebsspannung der LED ab:

24V - 1,5V = 22,5V

Nun durch den Strom teilen:

22,5V / 0,002A = 11,25k Ohm

Auf ein bisschen mehr oder weniger kommt es nicht an, wir haben ja 
reichlich Reserve eingeplant.
#5805300
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svensson schrieb:

> Relais, auch Reed-Relais, unterliegen als mechanische Bauelemente aber
> einem Verschleiß. Wenn der Schaltzustand sich häufig ändert, kann die
> Lebensdauer aber schnell erreicht sein.

Optokoppler unterliegen auch einem Verschleiss. Welches
Bauelement da schneller verschleisst, ist schwer zu sagen.
Ein normaler Spannungsteiler unterliegt dagegen praktisch
keinem Verschleiss. Wenns wirklich grobe Störungen gibt,
könnte man zusätzlich einen TVS verbauen. Zur Störunter-
drückung sollte der Spannungsteiler nicht zu hochohmig
sein. Ich halte Werte im Kiloohmbereich für sinnvoll.
Gast #5805502
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Stefanus F. schrieb:
> Der würde die Signalquelle zusätzlich belasten.
>
> Wenn du kurze Peaks wegfiltern möchtest, dann mache das besser am
> Ausgang des Optokopplers (100nF parallel zu dessen Ausgang).

Mit Ausgang meinst du die 5V Seite? Oder die Kathode?

Noch zur info:
Zu 99,9% liegt auf der 24V Leitung GND an, 3-4 am Tag liegt für etwa 1 
Sekunde HIGH an.
Wenn das Signal ein paar Millisekunden durch den Optokoppler verzögert 
wird, ist egal.

Entkoppeln tut der Arduino. Alles, was kürzer als 200ms HIGH ist, wird 
vom Arduino ignoriert und verworfen.

Was für eine Wirkung hätte da der 100nF Kondensator? Hat der überhaupt 
Sinn, was genau würde der Filtern?

Eine Frage noch zu den Kondensatoren, als Beispiel PC815:
https://www.bucek.name/pdf/pc815,825,835,845.pdf

Wo finde ich im Datenblatt, wie viel Spannung bei der Anode / Kathode 
angelegt werden darf? Darf dieser mit 40V betrieben werden?

Ich finde nur bei Output Collector - Emitter 35V, aber das betrifft ja 
die Seite, wo der Arduino angeschlossen ist.
Gast #5805883
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Stefanus F. schrieb:
> Der Ausgang eines Optokoppler ist die rechte Seite: Kollektor und
> Emitter.

Am Ausgang gibt es aber keine Kathode.
Die liegt auf der Eingangsseite.

Thomas schrieb:
> Wo finde ich im Datenblatt, wie viel Spannung bei der Anode / Kathode
> angelegt werden darf?

Wie meinst du das? Der Eingang des Optokoppler ist vom Rest der 
Schaltung isoliert, so dass es auf die absolute Spannung nicht an kommt 
(solange sich das im Rahmen der Isolationsspannung von den 5000V 
bewegt). Da bekommst du eher Probleme auf deiner Platine als mit dem 
Optokoppler selbst.
#5806664
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Thomas schrieb:
> Den 100nF Kondensator kann ich mir ersparen, da dieser maximal kurze
> Störsignale von <1ms auffängt oder?

Hi,
die Eingänge und Ausgänge werden vor unerwünschter HF-Einstreuung gerne 
so mit RC-Gliedern geschützt, ohne dass das sogar bei 9k6 8N1 überhaupt 
irgendeinen negativen Einfluss auf die eigentliche Funktion hätte.
Aber, stelle ich ein UKW/FM Radio daneben, sind ohne RC-Glied kurze 
Chirps hörbar.

Bei einem meiner Thermostate konnte ich mit Betätigung der Sendetaste 
der CB-Handfunke gerade im kippeligen Umschaltmoment den Schaltvorgang 
auslösen.
Ein 22nF Kondensator direkt am OPV-Eingang brachte Abhilfe.

Diese Konds. dienen also einmal passiver oder sogar aktiver 
"Entstörung".
Also, ich würde sie einbauen.

ciao
gustav
Angehängte Dateien:
#5806714
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Karl B. schrieb:
> die Eingänge und Ausgänge werden vor unerwünschter HF-Einstreuung gerne
> so mit RC-Gliedern geschützt, ohne dass das sogar bei 9k6 8N1 überhaupt
> irgendeinen negativen Einfluss auf die eigentliche Funktion hätte.
> Aber, stelle ich ein UKW/FM Radio daneben, sind ohne RC-Glied kurze
> Chirps hörbar.

Sowohl die Anordnung der Bauteile als auch die Situationsbeschreibung 
sprechen eher für Filter gegen ausgehendes Übel als gegen einstreuendes.

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