LED-Lampe blinkt, reparieren

#5813136
Lesenswert?

Wir haben ins einer old-school-Deckenlampe aus den den 20ern (noch muß 
man nicht "1920er" schreiben) 5 E27-Lampen/Leuchten. Mittlerweile leider 
LED-Lampen. Pünktlich nach Ablauf der Gewährleistungszeit fing eine der 
Lampen nach kurzer Betriebszeit an zu blinken/flackern (eher ein 
Blinken). Früher war der Ausfall einer Glühbirne auch bei so einer Lampe 
kein Problem - E27-40W klar waren E27-40W klar, egal von welchem 
Hersteller. Heute muß Form/Konstruktion, Aussehen Farbton bzw. Wärme und 
Helligkeit zu den anderen, noch funktionierende E27ern passen, 
andernfalls sieht es besch... aus. Und nach 2 Jahren bekommt man 
natürlich keinen identischen Ersatz mehr, erst recht nicht, wenn die 
Teile wirklich annähernd so lange halten wie auf der Verpackung steht. 
Also heißt es dann immer alle 5 Leuchtmittel zu ersetzen, und da die 
Teile keine 20Ct mehr kosten ist das schon sehr ärgerlich. Und die 
ausgetauschten, noch funktionierenden Leuchtmittel sind nur noch 
eingeschränkt verwendbar, denn so viele solitäre E27-Leuchtstellen haben 
wir nicht ...

Lange Rede kurzer Sinn: Das war die Motivation, die blinkende E27er mit 
notwendigerweise brute force zu öffnen und mal nachzuschauen, ob sich 
vielleicht ein halbdefekter Elko identifizieren und austauschen lassen 
kann.
Der innere Aufbau ist - wie heute vielleicht üblich - eine flache 
Platine auf Alubasis mit einer Handvoll LEDs in Höhe des Endes des 
weißen Sockels, gesteckt auf eine senkrechte Platine mit der 
eigentlichen Elektronik, die im E27-Schraubbereich ebenfalls aufgesteckt 
war (insofern reparaturfreundlich, wenn man mal die Streuhülle ohne 
große Zerstörung abgehebelt hat). Darauf sitzen natürlich ein paar Elkos 
sowie zwei Spulen, ein Gleichrichter, eine Diode, etwas Kleinzeug und 
ein JW1782B. Die Schaltung entspricht erfeulicherweise weit(est)gehend 
der Applikationsschaltung aus
https://datasheet.lcsc.com/szlcsc/JW1782B_C186731.pdf, der Sense-R ist 
etwas kleiner und im Wechselspannungsbereich ist noch eine Spule, wohl 
zur Entstörung. Egal.
Im Testbetrieb offen, ohne Gehäuse, funktioniert alles über Stunden ohne 
Störung - also ist es wohl die Wärme/Hitze im zusammengebauten, 
geschlossenen Zustand, die das Teil außer Takt (bzw. in den Blink-Takt 
;-)) bringt. Was nicht verwundert, denn die Alu-Platte, auf der die LEDs 
montiert sind, wird sicherlich 80 Grad heiß, jedenfalls zu heiß für 
schmerz-/verletzungsfreie Berührungen. Wie soll unter solchen 
Bedingungen eine Elektronik im Dauerbetrieb - und diese Lampen laufen ja 
typischerweise jeden Tag mehrere Stunden im Dauerbetrieb - diese vielen 
Jahren, die der angeblichen Lebensdauer entsprechen (20.000 Stunden und 
mehr), überleben? Was für eine Schnapsidee, Glühbirnen durch LED-Lampen 
zu ersetzen ...
Leider sehen alle Bauteile o.k. aus, insbesondere auch die Elkos, so daß 
ich - auch wenn ich wie mein Hausarzt ein Meister der (visuellen) 
Ferndiagnose wäre - keine Idee habe, wie ich die Ursache für das 
irreguläre Blinken im zusammengebauten Zustand herausfinden könnte. Auch 
das testweise sukzessive Ersetzen der Nicht-Halbleiter ist keine Lösung, 
denn ich kann die Lampe allenfalls noch einmal zusammenkleben, dann aber 
für den Rest ihrer Tage.
Vielleicht hat einer von euch eine Idee, wechles Bauteil bei dieser 
konkreten Schaltung für den Blinkzustand verantwortlich ist (es könnte 
natürlich auch eine der LEDs sein oder der Treiberbaustein selbst).
Gast #5813153
Lesenswert?

Mark K. schrieb:
> Also
> heißt es dann immer alle 5 Leuchtmittel zu ersetzen, und da die Teile
> keine 20Ct mehr kosten ist das schon sehr ärgerlich.

Wann haben denn Glühlampen 20 ct gekostet?
Kaufe demnächst eine 6. als Reserve oder setze wieder Glühlampen ein und 
hör auf zu jammern. Eine Reparatur wird nicht lohnen, es sei denn, Du 
hast ganz viel Zeit.
#5813178
Lesenswert?

Mark K. schrieb:
> Leider sehen alle Bauteile o.k. aus, insbesondere auch die Elkos
wenn die nur einen 85° Elko eingebaut haben dann ist der trocken, sprich 
hoher Innenwiderstand, das sieht man nicht.

Mark K. schrieb:
> Pünktlich nach Ablauf der Gewährleistungszeit fing eine der
> Lampen nach kurzer Betriebszeit an zu blinken/flackern (eher ein
> Blinken)
Dann ist die Lampe doch genau so konstruiert wie vom Hersteller gewollt. 
wie sieht das Blinken aus? 50/100Hz flackern (dann Elko defekt) oder 
anders?

wenn langsam und vllt. etwas unregelmäßig:
Michael B. schrieb:
> Langsames nach einiger Zeit aber regelmässiges Blinken ->
> Überhitzungsschutz des Treiber-IC.

oder:
Gabriel M. schrieb:
> Höchst wahrscheinlich eine der LEDs, bei der sich die Bonddräte gelöst
> haben.

sieht beides gleich aus. Wenn eine LED stirbt wäre es besser alle zu 
tauschen, und dann kannst du gleich eine neue Lampe nehmen, selbe 
Farbe... wird es in beiden Fällen nicht.
Wenn die wirklich 80°C heiß wird innen dann auch gleich den ELko 
tauschen, der macht das auch nicht Ewigkeiten. Sprich die Lampe hat ihr 
Lebensende erreicht, da ist nicht viel zu machen.
#5813194
Lesenswert?

Mark K. schrieb:
> Wie soll unter solchen
> Bedingungen eine Elektronik im Dauerbetrieb - und diese Lampen laufen ja
> typischerweise jeden Tag mehrere Stunden im Dauerbetrieb

Auch für Elkos (gute!) kein wirkliches Problem.

Ist halt billig hergestellte Massenware, wenn auch nicht immer von 
schlechter Qualität. Nur das es bei dieser Technik, sicher mehr 
Ausreißer gibt, als bei Glühobst.

K. S. schrieb:
> Wenn die wirklich 80°C heiß wird innen dann auch gleich den ELko
> tauschen, der macht das auch nicht Ewigkeiten.

Gute machen da auch gerne 15.000h!
Gast #5813195
Lesenswert?

Da dein Wissenstand offenbar weiter reicht als den Vorwiderstand der 
LEDs zu berechnen, hättest du in der Zeit die Dein Beitrag zu schreiben 
dauerte, alles schon mal mit Kältespray absuchen können. Sind ja nur 
wenige Bauteile am Switcher. Dann wärst Du jetzt schlauer. Alternativ 
Löcher in den Platesockel zur Kühlung bohren und verwenden. Bei 2€ für 
ne LED Lampe ...
#5813212
Lesenswert?

Nico .. schrieb:
> Alle LED-Leuchtmittel die ich bis jetzt in Einsatz habe zur
> Raumbeleuchtung bleiben kalt.

Aber nur solange bis du sie einschaltest.

SCNR

Jede Led hat Abwärme. Und kein Hersteller von Geiz ist Geil Massenware 
kann es sich leisten mehr Material als notwendig zur besseren Kühlung zu 
verbauen.

Teo D. schrieb:
> Gute machen da auch gerne 15.000h!

Die werden aber seltenst in Consumer-Ware wie billig Leuchtmittel 
verbaut.
Die Milchmädchenrechnung machen doch alle.
Der Hersteller der Led gibt unter optimalen Umständen eine Lebensdauer 
von 20000h im Mittel an, also schreibt das Maketing 20000h auf die 
Packung, auch wenn der Elko in der Konstantstromquelle nur 2000h hat und 
die Schaltung alles andere als optimale Bedingungen bzgl Wärme hat.

Das ist zum Kotzen wird sich aber nicht ändern.
#5813370
Lesenswert?

Nico .. schrieb:
> als Filament.

Wo kalt, Kolben o. Sockel.
Meine Filament NoName, werden am GKolben auch nur gut handwarm (14W u. 
16W). Den Sockel hab ich bisher noch nicht angefasst. ;)
Mein Infrarot-Thermometer hat ~70°C in der Gegend angezeigt. Dürfte so 
ganz grob (+-10°) die Filament-Temperatur gewesen sein. Also Kalt is es 
da nich wirklich.
#5813428
Lesenswert?

Das Blinken war ein unregelmäßiges Blinken, vielleicht 2 - 4 Hz, 
vielleicht etwas mehr, gemischt mit sehr kurzem höherfrequenzen 
Flackern. Also kein durchgehendes 50Hz-Flackern.
Zur Temperatur muß ich meine "Hand"Schätzung korrigieren - Messungen 
(Aluplatte geschwärzt und mit IR-Thermometer gemessen) haben über 140 
Grad ergeben. Nicht unplausibel, in Kontakt gebrachte Folie schmilzt. 
Die Elkos sind laut Aufdruck bis 125 Grad. Mangels Kältespray habe ich 
die Platine auf der Elko-Seite mit Heißluft traktiert. Nach wenigen 
Sekunden blinken die LEDs, sehr schnell, könnten 50Hz sein, beim 
Abkühlen sinkt die Blinkfrequenz schnell ab bis Dauerlicht.
Mangels Ersatz-Elko - 400V-Typen gehören nicht zu meinem 
Bastellagerbestand - werde ich in das Alugehäuse einige Löcher zur 
besseren Wärmeabfuhr bohren und testen. Wenn es hält bleibt es so, wenn 
nicht schlachte ich das Teil aus und werde von dem verlinkten 
Pollin-Angebot 20 oder 30 Stück kaufen (bzw. auf jeden Fall). Das kostet 
nicht mehr als 5 Stück "Qualitätsware" und wird in dieser konkreten 
Anwendung 5 identischer Lampen auf Dauer die günstigere Lösung sein.
Trotz allem, großer Mist. Ich bin ein alter Sack und für mich ist 
Elektronik kein Wegwerfartikel. Daß ich mit dieser Einstellung ein 
Anachronismus bin ist mir bewußt, aber hier stehe ich und kann nicht 
anders ....
Gast #5813467
Lesenswert?

@Mark K.
Ja, das ist ein Jammer heutzutage,
Elektronik reparieren lohnt nicht mehr,
nichtmals als Bastler.
Bei LED Lampen sind die inzwischen auch technisch besser als noch vor 
2-3 Jahren, selbst die sehr preiswerten haben erträgliches warmweißes 
Licht.

Das Angebot bei Pollin gibt's sogar als Einzel-Lampe jetzt, quasi zum 
ausprobieren, unter Best.-Nr. 535411

Und dieses Wochenende, über Ostern, hat Pollin eine VERSANKKOSTEN-FREI 
Aktion, siehe Startseite https://www.pollin.de/
Mindestbestellwert allerdings 39.- beachten.
Gutscheincode OSTERN19 eintragen.

Gruss
#5813911
Lesenswert?

Irgendwelche elektrischen Veränderung der Lampe scheiden aus. Ich habe 
ja gerade nur aus dem Grund eine Reparatur versucht, weil ich die fünf 
Lampen identisch aussehen und leuchten müssen.
Ich bezweifele, daß es an einer LED liegt. Denn wie geschrieben begann 
das Flackern, als ich die Elektronik auf der separaten Platine 
aufgeheizt habe. Zur weiteren Erläuterung: In der Deckenlampe hängen die 
Leuchtmittel nach unten. Die Abwärme von der LED-Platine/Platte steigt 
also nach oben, in den Sockel, in dem die Elektronik sitzt. Überdies ist 
auch das Lampengehäuse, also der Sockel, aus Alu (mit Plastik 
verkleidet), und die LED-Platine/Platte ist mit einer Art Paste damit 
thermisch etwas gekoppelt (nicht 100%, das Gehäuse wird nicht annähernd 
so heiß wie die Aluplatte unter der LED-Platine).
D.h. heißer im Betrieb können die LEDs nicht werden und wären eine LED 
die Ursache, dann würden sie auch ausgebaut flackern/blinken.
#5815343
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:
> Mark K. schrieb:
>> weil ich die fünf
>> Lampen identisch aussehen und leuchten müssen.
> Du wirst den Unterschied zwischen originaler Bestückung und reduziertem
> Strom kaum bemerken.

Meinst Du .... schon der Unterschied zwischen 9W- und 8W-Birnen fällt 
uns bei gleicher Lichttemperatur auf.

> Es würde ja auch nicht schwierig sein, die anderen
> Lampen ebenfalls zu modden, die fallen nämlich auch bald aus.
> Aber wer nicht will, der hat schon :-P

Nein, wer nicht will, dem macht das unnötige Demontieren der Lampe, der 
Lichtstreuhülle keinen Spaß. Du hast das anscheinen noch nie gemacht.
Und was den zu erwartenden Ausfall angeht: Das Flackern ist vor ca. 6 
Monaten aufgetreten. 5 Monate war die Birne rausgeschraubt, bis ich dem 
Drängen nachgeben und das Teil öffnen mußte. Die anderen 4 Birnen zeigen 
kein Flackern. Sollte ein Reduzierung des Stroms eine Verbesserung 
bringen ist dann immer noch Gelegenheit, die dann flackernden Birnen zu 
operieren.
(Firma: matzetronics) #5815380
Lesenswert?

Mark K. schrieb:
> Du hast das anscheinen noch nie gemacht.

Doch, allerdings und wahrscheinlich schon wesentlich öfter als du - so 
etwa 2 dutzend Lampen sind hier schon durchgelaufen, dabei modifiziert 
und repariert worden. Manchmal muss man aus zweien dann eine 
funktionsfähige bauen. Mein gesamtes Haus und die Wohnung eines Freundes 
werden nur noch mit solchen Lampen erleuchtet.
Es schleicht sich mittlerweile sogar schon eine Art Routine ein, immer 
wenn es Nachschub aus dem Container gibt.
#5815492
Lesenswert?

Kurt A. schrieb:
> Diese waren als Flurbeleuchtung in den
> Deckenlampen verwendet worden. Vermutlich schlechte Kühlung. Massenhaft
> defekte. Biligstes Zeug von einem schweizer Lieferanten.

Wenn Leuchte und Lampe nicht zusammen passen, macht jede Lampe 
schnell(er) die Grätsche. Egal ob Glühobst oder LED, teuer oder billig.
Nur bei LEDs, hat sich scheinbar noch nicht jeder Profi (Installateur) 
weiter gebildet. "Sind ja nur ein paar Watt, bast scho..."
(Firma: matzetronics) #5820487
Lesenswert?

Kurt A. schrieb:
> Vermutlich schlechte Kühlung. Massenhaft
> defekte.

Filament Lampen taugen auch nach meiner Erfahrung nicht viel. Da wird 
zwar immer von einer Gasfüllung geredet, die angeblich die Wärme 
abführen soll, aber das scheint nicht viel zu helfen - die Dinger 
sterben wie die Fliegen. Schön ist bei diesen Lampen der winzige 
Currentcontroller im Sockel, der auch für andere LED zu gebrauchen ist.
#5829160
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:
> Mark K. schrieb:
>> Du hast das anscheinen noch nie gemacht.
>
> Doch, allerdings und wahrscheinlich schon wesentlich öfter als du - so
> etwa 2 dutzend Lampen sind hier schon durchgelaufen,

Zwei Dutzend mal der unsägliche Aufwand, den ich mit dieser Hülle hatte? 
Schwer zu glauben. Da hilft auch keine Routine. Ohne Hitze UND Hebeln 
ging die Hülle nicht runter und dabei zerbröselt das Gehäuse. Insofern 
für die Ewigkeit gemacht Wenn auch das Innere dazu passen würde ...
#5829374
Lesenswert?

Mark K. schrieb:
> Wir haben ins einer old-school-Deckenlampe aus den den 20ern

Naja, echte Glühlampen sind ja nun auch nicht unmöglich zu beschaffen.
Man bekommt die schon noch.

Und bei einer alten Lampe gehören doch wohl auch "alte" Leuchtmittel 
rein.
Als Deko ( also ohne dass die Lampe wirklich als Raumbeleuchtung genutzt 
wird ) finde ich die Edison Lampen mit echtem Glühdraht am schönsten.
#5829413
Lesenswert?

Mark K. schrieb:
> die der angeblichen Lebensdauer entsprechen (20.000 Stunden und
> mehr), überleben? Was für eine Schnapsidee, Glühbirnen durch LED-Lampen
> zu ersetzen ...

Tja, das ist das Problem. Eigentlich kann man Glühllampen in den 
allermeisten Leuchten NICHT durch LEDs ersetzen, weil die Kühlung nicht 
wirklich gut funktioniert. Denn Glühlampen strahlen die meiste Wärme ab 
und laufen auch bei deutlich höheren Temperaturen. LEDs müssen ihre 
Abwärme über das Gehäuse und einen Kühlkörper abführen. Den hat man 
aber nur in einer Leuchte, die explizit und mit Know How auf LEDs 
ausgelegt ist.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren