Hallo,
wie ist eure Meinung zur Angabe des Links zum eigenen GitHub Profil im
Lebenslauf?
Ab wann macht das Sinn, insbesondere bei Absolventen ohne
Berufserfahrung?
Muss der Code klinisch rein sein? Wie genau schauen sich Arbeitgeber das
überhaupt an?
Macht es Sinn das mit anzugeben, wenn man aus einem Studiengang kommt,
der nicht zwingend nahelegt, dass man viel programmiert hat? Also so auf
die Art, ich habe Wirtschafts... studiert, aber hier ist der Beweis dass
ich auch programmieren kann!?
TensorfFlo schrieb:> Macht es Sinn das mit anzugeben, wenn man aus einem Studiengang kommt,> der nicht zwingend nahelegt, dass man viel programmiert hat? Also so auf> die Art, ich habe Wirtschafts... studiert, aber hier ist der Beweis dass> ich auch programmieren kann!?
Ja klar, hast ja sonst nix.
Wenn du Wirtschaftsinformatik studiert hast, bist du doch kein
Quereinsteiger als Programmierer, da das Fach ja artverwandt zu
Informatik ist.
Ansonsten glaube ich nicht, dass ein Github-Profil ausgleichen kann,
wenn man gar keinen Abschluss hat. Das ist nur ein zusätzliches
Nice-to-have zu einem Abschluss.
TensorfFlo schrieb:> kann das, bei guter Codequalität, ausgleichen dass man nur> Quereinsteiger ist?
Ja kann, muss aber nicht. Kommt auf den Bereich und Firma an.
Und mach nicht einfach nur nen Link auf github sondern beschreibe kurz
jedes Projekt WAS du WIE gemacht hast.
Kommt drauf an. Falls die commit-History der Projekte so aussieht:
> Done> Bugfix> fix> AAAAAAAAAAAA> done
Dann eher nicht angeben. Auch mal andere wegen dem Code usw. fragen.
Wenn du einen ungläubigen Gesichtsausdruck siehst, eventuell nicht
angeben.
Fälle in denen man es angeben sollte sind, wenn etwas Relevantes und
Wünschenswertes daraus ersichtlich wird. Dass kann z.B. die
Hervorragende Doku sein, oder eine schöne Codearchitektur, oder etwas
sehr schwierig umzusetzendes, oder etwas einfaches, woran man aber
sieht, dass du dich in neues technisches hineindenken kannst, etc. Es
müssen nicht alle Repos perfekt sein, aber zumindest auf den ersten
Blick sollten sie gut aussehen. Angenommene pull-Requests usw. machen
sich auch immer gut. Ich habe mein GitHub damals angegeben:
https://github.com/Daniel-Abrecht
Der Primäre Entscheidungsfaktor wird es aber nicht werden.
Die Stars und Forks haben übrigens nichts mit der Qualität zutun.
Verwendet man populäre tags, macht oder schreibt etwas umstrittenes,
schreibt "tutorial" oder "example", Postet etwas oft genug in Foren und
anderen Orten, hat genug Projekte, oder wartet einfach lange genug,
bekommt man eigentlich immer welche. Und je mehr man hat desto schneller
gehts.
Muh schrieb:> Wenn du Wirtschaftsinformatik studiert hast, bist du doch kein> Quereinsteiger als Programmierer, da das Fach ja artverwandt zu> Informatik ist.>> Ansonsten glaube ich nicht, dass ein Github-Profil ausgleichen kann,> wenn man gar keinen Abschluss hat. Das ist nur ein zusätzliches> Nice-to-have zu einem Abschluss.
bin Wirtschaftsing. ;) M.SC. ist schon vorhanden, aber habe das Gefühl,
ich muss schon irgendwie einen Nachteil ggü. echten Informatikern
ausgleichen.
noch eine Frage: GitHub nur angeben, wenn ich an Projekten mitgearbeitet
hab? Oder wirkt es komisch, wenn ich es nur als Schaufenster für eigene
Projekte benutze?
TensorfFlo schrieb:> wie ist eure Meinung zur Angabe des Links zum eigenen GitHub Profil im> Lebenslauf?
normalerweise wird sowas im Voraus telefonisch geklärt,
was macht dich so sicher, dass die HR-Spezialisten wissen was GutHub
überhaupt ist? ist das eine ungarische P0rnhub Version? scnr
TensorfFlo schrieb:> Oder wirkt es komisch, wenn ich es nur als Schaufenster für eigene> Projekte benutze?
Nein.
Wenn du einen Master in WiIng hast dann würde ich es weglassen wenn da
nur so Trivialkram drinn ist.
Berufsberater schrieb:> TensorfFlo schrieb:>>> Oder wirkt es komisch, wenn ich es nur als Schaufenster für eigene>> Projekte benutze?> Nein.>> Wenn du einen Master in WiIng hast dann würde ich es weglassen wenn da> nur so Trivialkram drinn ist.
Es betrifft hauptsächlich den Code, den ich zu meiner Masterarbeit
entwickelt habe. Das Thema ist nicht ganz trivial, es geht um ein
aktuelles Deep Learning Verfahren, mit dem ich ein Optimierungsproblem
in Verbindung mit einer Simulationssoftware löse. Das ganze ist im
Prinzip Elfenbeinturm-Wissenschaft, aber halt auch schon recht komplex
:)
Mir geht es hauptsächlich halt nur darum, dass ich mich als
Wirtschaftsing. auf Stellen bewerbe, die eig. für Mathematiker und
Informatiker ausgeschrieben sind, und ich diesen Nachteil damit versuche
auszugleichen.
Ist doch eigentlich ganz einfach: Wenn was drinnen ist was du für
vorzeigbar und für die Firma interessant hältst dann gib es doch an.
Im Endeffekt wird die HR davon wenig verstehen. Wenn die gut sind leiten
sie dein Profil in die Fachabteilung weiter wo es der Abteilungsleiter
dann jemandem vorlegt der sich dein GitHub mal anschaut und dann eine
Rückmeldung gibt.
Wenn es gefallen hat wirst du eingeladen. Merke: Es arbeiten überall
Menschen und die wollen meistens einen guten Kollegen und niemanden
auffressen.
TiefLerner schrieb im Beitrag #5835235:
> TensorfFlo schrieb:>> Das Thema ist nicht ganz trivial,>> natürlich nicht. Sonst würde man sinnvolle Verfahren anwenden statt> zuzugeben, dass man nichts versteht und die Lösung dem Computer> überlässt.
Eine Masterarbeit sollte einen gewissen Neuheitsaspekt haben. Der kann
z.B. darin liegen, dass man ein neues Verfahren auf ein Problem
anwendet, für das es schon sinnvolle Lösungsansätze gibt. Ob das am Ende
besser ist, sei dahingestellt, es geht dabei um eine Machbarkeitsstudie.
Ich kann auch die sinnvollen Verfahren, die schon 1000 mal angewandt
wurden, zum 1001. mal anwenden, aber für eine Masterarbeit ist das halt
ein bisschen wenig.
>> es geht um ein>> aktuelles Deep Learning Verfahren,>> es gibt kein aktuelles Deep Learning Verfahren. Die Methoden sind seit> den 70ern bekannt, lediglich die Rechenleistung ist um Größenordnungen> gestiegen, so dass die theoretischen Ansätze mittlerweile praktisch> angewandt werden können, wenn man zu blöd für eine effiziente Lösung> ist.
GAN sind z.B. recht neu, glaube die wurden 2014 erstmals vorgestellt.
KNN gibts klar schon länger, aber was ist nach deiner Definition dann
überhaupt "aktuell"? Viele Technologien sind inkrementelle
Verbesserungen vorheriger Technologien.
>>> mit dem ich ein Optimierungsproblem>> in Verbindung mit einer Simulationssoftware löse. Das ganze ist im>> Prinzip Elfenbeinturm-Wissenschaft,>> Programmieren ist keine Wissenschaft. Wirtschaftsinformatik schon gar> nicht.
Nö ist es wirklich nicht. Es ist ein Werkzeug, um Wissenschaft zu
betreiben.
>> aber halt auch schon recht komplex :)>> komplex für DICH
Ja ich fand's wirklich komplex. Wenn das repo fertig dokumentiert ist,
kannst du es dir mal anschauen und hinterher immer noch verreißen.
Mut zur Wahrheit. schrieb:> Den Code von Wirtschafts-Inf kann man getrost in die Tonne> kloppen. Das> ist nichts Halbes und nichts Ganzes.
Er ist angehender Wirtschaftsingenieur. Zumindest schreibt er das oben
so.
SCNR schrieb:> Mut zur Wahrheit. schrieb:>> Den Code von Wirtschafts-Inf kann man getrost in die Tonne>> kloppen. Das>> ist nichts Halbes und nichts Ganzes.>> Er ist angehender Wirtschaftsingenieur. Zumindest schreibt er das oben> so.
Jetzt wird mir alles klar. ?
Hi
ich hatte letztens einen Bewerber frisch von der Uni. Er hatte einen
github Acount angegeben.
Inder tat habe ich seine Repositories 5 Minuten angeschaut. Er hatte
kein .ignore file benutzt und 200 MB Build Artefakte committed. + Kurzer
Blick auf die Commit Kommentare waren schon Grund für ein Absage. Sein
coding Style habe ich gar nicht angeschaut.
Also wenn du ein halbswegs vernünftige Repository hast, wurde ich es
angeben.
K.
Code schaut sich wahrscheinlich niemand an. Es stellt auch kaum jemand
einen Coder an. Es geht um Loesungen. Man sucht Jemanden der ein Problem
loest. Code ist nur ein kleiner Teil einer Loesung.
Das Wichtige ist daher ein Beschrieb des Problems, der Loesungsansatz,
die Loesung, die Resultate.
Wenn das Projekt Work in Progress ist, auch gut.