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Forum: Platinen JLCPCB versehentlich zu kleine Vias bestellt, hat trotzdem geklappt?!


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Autor: Paul H. (powl)
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Hi,

ich habe bei JLCPCB ein paar Platinen aufgegeben, die einen haufen Vias 
beinhalteten, die unter den Specs lagen.

Laut den "Capabilities" fertigen sie bei 2-lagige Platinen nur Vias bis 
0,3mm/0,6mm (Bohrung/Pad), bei 4- und mehr-lagigen Platinen jedoch bis 
0,2mm/0,45mm. Meine Vias hatten jedoch 0,2mm/0,4mm. Trotzdem wurden alle 
meine Platinen anstandslos gefertigt, die Vias sehen auch gut aus und 
funktionieren.

Das wirft jetzt die Frage auf, warum das denn nun geklappt hat. Hatten 
sie zufällig noch Fertigungskapazität auf der besseren Fräsmaschine frei 
und haben meine Platinen halt aus Gefälligkeit dort drauf gepackt? Warum 
hat sich das Gerber-Upload-tool nicht direkt beschwert? Kann ich das nun 
immer so machen (immerhin lassen die kleineren Vias mehr Flexibilität 
beim Routen zu)? Sind die Specs nicht mehr aktuell? Oder kann es auch 
mal passieren, dass sie dann mitten in der Fertigung mitteilen, dass sie 
die Platinen so nicht fertigen können? Oder geht irgendwann dann doch 
mal der Flying Probe Test schief?

https://jlcpcb.com/capabilities/Capabilities

lg Paul

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Autor: Jonas B. (jibi)
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Die machen damit keinen Gewinn, keine Ahnung was die damit bezwecken, 
ich glaube bald denn geht es tatsächlich um die Platinendesigns...

Autor: Arno (Gast)
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Wenn du eine belastbare Antwort haben willst, wirst du bei JLPCB 
nachfragen müssen :)

Kann sein, dass sie bei verschiedenen Herstellern oder an verschiedenen 
Standorten fertigen und dieses Mal zufällig einer deinen Auftrag 
abbekommen hat, der das konnte.

Kann sein, dass die Specs veraltet sind.

Kann sein, dass sie das zwar prinzipiell können, aber dabei zu viele 
Bohrer verschleißen/zerstören, weshalb es im normalen Preis nicht 
enthalten ist - aber nicht bei jedem Kunden beim ersten Mal darauf 
hinweisen (kostet ja auch Geld) oder es schlicht nicht gemerkt haben.

Machen sie einen E-Test? Kann ja auch sein, dass es zwar dieses Mal 
funktioniert hat, aber beim nächsten Mal die Hälfte der Platinen wegen 
mangelhafter Durchkontaktierung der kleinen Vias in den Müll wandert.

Oder deine Platine war im Nutzen an einer günstigen Stelle, an der der 
Bohrer gut die Mitte des Pads getroffen hat. Wenn sie an einer anderen 
Stelle, weiter weg von der Referenz gelegen hätte, wäre der Bohrer 
vielleicht neben dem Pad gelandet (vermute, es wird gebohrt, bevor die 
Einzelplatinen aus dem Nutzen herausgefräst werden).

Soviel Spekulation :)

MfG, Arno

Autor: soso... (Gast)
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Jonas B. schrieb:
> Die machen damit keinen Gewinn, keine Ahnung was die damit bezwecken,
> ich glaube bald denn geht es tatsächlich um die Platinendesigns...

Diese Theorie halte ich für unwahrscheinlich.

Denn man lädt dort doch sicher nur Gerberfiles hoch.

Mit meinen Hobbyboards könnten die herzlich wenig anfangen, so ganz ohne 
Firmware. Mal davon abgesehen, dass es so gut wie unmöglich ist, aus den 
Gerberdaten die Funktion zu erreaten.

Viele Hobbyplatinen dürften von der Qualität her unter dem typischen 
Chinesenzeugs liegen.

Warum die das tun, würde mich aber auch interessieren.

Autor: Richard B. (r71)
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soso... schrieb:
> Jonas B. schrieb: Die machen damit keinen Gewinn,

soso... schrieb:
> Warum die das tun, würde mich aber auch interessieren.

Klar machen sie mit Platinen einen schönen Gewinn.
Wie kommt Ihr auf solch eine Idee?

: Bearbeitet durch User
Autor: bernte (Gast)
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wer brav seine bauteile mit im bestückungsdruck und bauteilwerten 
versieht und ohne µC auskommt offenbart sehr wohl sein design

einen schaltplan könne die ruck zuck nachholen, spice simualation 
erarbeiten und fertig ist das produkt

deswegen sollte man besser die bestückungsliste für sich behalten und 
die bauteile auf dem bestückungsdruck nur mit nummern versehen

Autor: soso... (Gast)
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bernte schrieb:
> einen schaltplan könne die ruck zuck nachholen, spice simualation
> erarbeiten und fertig ist das produkt

Ich durfte schon reverse Engeneering machen, und ich kann dir sagen:
Ein neues Design mit gleicher Funktion bringe ich in kürzerer Zeit hin. 
Es ist selten die Mühe wert. --> Jemand, der wirklich beurteilen kann, 
ob ein fremdes Design gut ist, hat es schneller selbst erstellt.

Beim Bestückungsdruck steht drauf "R1" "C1" "T2" und so weiter. Aber 
nicht die Werte. Dafür passende Bauelemente heraussuchen ist eine 
ziemliche Arbeit.

Dazu kommt:
ein Großteil der Komplexität steckt heute meistens in Firmware. 99% der 
Platinen, die ich bisher gemacht habe, hatten einen µC, einen Prozessor 
oder FPGAs. Da flist mindestens >50% der Arbeit in Firmware, Software 
oder FPGA File. Das hat der Fertiger aber nicht, und müsste es neu 
erstellen.

Außerdem kommt noch dazu:
Kein Professioneller Hersteller, der "schwierige" Hardware macht, wird 
dort fertigen lassen. In der Arbeit sind solche Hersteller 
beispielsweise nicht erlaubt.

In Summe glaube ich, dürfte das die Mühe nicht wert sein. Schwierige, 
professionelle Designs wird man dort nicht fertigen lassen, und die µC 
Hobbyplatine ist die Mühe nicht wert, aus mehreren Gründen. Im 
Höchstfall kann man sich Inspiration holen. Die bekommt man aber 
leichter - es gibt eine Menge Schaltpläne für Evalboards und 
dergleichen, die frei verfügbar sind. Muss man nur bei 
Bauteilherstellern kucken.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man damit genug Geld verdienen kann, 
um einen solchen Service zu finanzieren.

Dann wird das schon eher von geringen Löhne, niedrigen Umweltstandards 
und Lockangeboten kommen.

Autor: ACDC (Gast)
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Paul H. schrieb:
> Kann ich das nun
> immer so machen

Du kannst es versuchen.
Aber vielleicht klappt es beim nächsten Mal nicht mehr.

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