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Forum: Fahrzeugelektronik Software für Mess- und Verstellzugriff auf ECUs


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Autor: Steffen Hausinger (Gast)
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Hallo zusammen,

ich entwickle ein automotive Steuergerät und möchte, dass der Benutzer 
während der Laufzeit Messzugriff (Variablen auslesen) und 
Verstellzugriff (Daten ändern) hat. Wie stelle ich das am Besten an?

In einem ehemaligen Projekt habe ich auf INCA (Software) und CCP 
(Protokoll) gesetzt. CCP fand ich ganz charmant und würde es auch gerne 
wieder einsetzen. Aber leider ist das Lizenzmodell von INCA nicht für 
Privatanwender geeignet.

Die übrige Software, die so zu finden ist, bspw. WinOLS oder TunerPro, 
konzentriert sich auf die offline Bedatung. Wenn es online geht, dann 
meist nur der Verstellzugriff über einen ROM-Emulator. Das ist nicht was 
ich suche.

Kennt ihr eine Alternative? Es darf notfalls auch etwas kosten (<500€ 
pro Einzellizenz).

Schöne Grüße
Steffen

Autor: Karl (Gast)
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Sag Bescheid wenn du was Gutes gefunden hast. Leider glaube ich fast 
nicht mehr an die Existenz von soetwas.

Inca kennst du bereits.
Canape von vector ist glaub ich noch teurer.
ATI Vision spielt in einer ähnlichen Liga, hat es in Europa aber schwer.
Rh Consulting? Für 500 Euro ist es halt kein Geschäft...

Btw: CCP ist schon saualt und kann nichts besser als xcp. Die Spec ist 
auf jeden Fall deutlich schlechter.

Autor: Birkipper (Gast)
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Wie viele Werte denn?

Wären die UDS Services RDBI / RMBA & WDBI / WMBA eine Alternative?

Autor: Steffen Hausinger (Gast)
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Karl schrieb:
> CCP ist schon saualt und kann nichts besser als xcp. Die Spec ist
> auf jeden Fall deutlich schlechter.

Hat XCP nicht mehr Overhead? Wichtig sind RAM und vor allem Laufzeit. 
Bei CCP muss ich für die Datenakquisition nur ein Zeiger-Array 
konfigurieren. Kommt dann der Event schiebe ich alles per indirekter 
Adressierung in den CAN Transmitter und schicke es ab. Das sind nur ein 
paar Prozessortakte und der RAM für das Zeiger-Array.

Die Konfiguration ist zwar etwas aufwändiger, aber muss dafür ja nicht 
so schnell bedient werden.

Ist das bei XCP auch so?


Bei CCP gibt es eine schöne Beispielimplementierung von Vector. Für XCP 
habe ich soetwas auch entdeckt. Würde insofern gut passen.



Birkipper schrieb:
> Wären die UDS Services RDBI / RMBA & WDBI / WMBA eine Alternative?

Ja, gute Idee. Daran habe ich gar nicht gedacht, obwohl es eigentlich 
Nahe liegt!

Birkipper schrieb:
> Wie viele Werte denn?
20 Worte im 10 ms Raster. Kann UDS das?

Autor: Karl (Gast)
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Steffen Hausinger schrieb:
> Hat XCP nicht mehr Overhead?

Eigentlich nicht. Es lässt sich sogar für weniger Overhead konfigurieren 
weil man die can id als pid konfigurieren kann. Es bietet aber mehr 
Möglichkeiten als CCP. Sonst ist es konzeptgleich.

Xcp gibt es von vector eigentlich auch als kostenloses Beispiel. Von 
etas auch. Aber nur auf Nachfrage.
Was für Qualität der Implementierung angeht ist etas in einer anderen 
Liga. Vector eher mau. Inkl Bugs.

Wenn du schon weißt, was du messen und verstellen möchtest, kannst auch 
einfach feste Nachrichten nehmen. Der Witz an CCP ist, dass ich zur 
Laufzeit aus 10000en von Größen wählen kann.

UDS an sich kann das, das hängt an der Implementierung. Wenn du aber 
nicht gerade einen fertigen ISO TP Stack hast, gehe auf CCP oder XCP. 
Das ist einfacher.

Autor: Steffen Hausinger (Gast)
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Karl schrieb:
> Xcp gibt es von vector eigentlich auch als kostenloses Beispiel. Von
> etas auch. Aber nur auf Nachfrage.

So meinte ich es auch, bei beiden gibt es eine kostenlose 
Beispielimplementation. Die für XCP habe ich mir heute heruntergeladen 
(XCP Sample Implementation 1.30.4). Leider hat sie ein Setup-Program(!) 
und das läuft nur unter Windows. Ich kann es mir deshalb erst am 
Wochenende anschauen.


Karl schrieb:
> Was für Qualität der Implementierung angeht ist etas in einer anderen
> Liga. Vector eher mau. Inkl Bugs.

Ist das hier die Implementierung von Etas? 
https://www.etas.com/de/products/xcp_integration_package.php

Komme ich da als Endanwender heran? Weißt Du das?


Karl schrieb:
> Wenn du schon weißt, was du messen und verstellen möchtest, kannst auch
> einfach feste Nachrichten nehmen. Der Witz an CCP ist, dass ich zur
> Laufzeit aus 10000en von Größen wählen kann.

Ich meinte es so, dass ich mindestens 20 Werte gleichzeitig im 10 ms 
Raster messen können muss. Welche Werte das sind entscheide ich erst zur 
Laufzeit.

Autor: Karl (Gast)
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Steffen Hausinger schrieb:
> Komme ich da als Endanwender heran? Weißt Du das?

Ich bin dran gekommen, aber wir haben auch Inca gekauft. Einfach fragen.

Machst du du das privat oder gewerblich?

Autor: Steffen H. (steffenh)
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Karl schrieb:
> Ich bin dran gekommen, aber wir haben auch Inca gekauft. Einfach fragen.
>
> Machst du du das privat oder gewerblich?


Ich mache das privat, es ist mein Hobby. Ich habe zwar beruflich Kontakt 
zur Automobilindustrie, aber den kann ich dafür nicht nutzen.

Ich werde einfach mal das Kontaktformular ausfüllen und abwarten, was 
passiert.

Autor: Karl (Gast)
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Steffen H. schrieb:
> Ich mache das privat, es ist mein Hobby. Ich habe zwar beruflich Kontakt
> zur Automobilindustrie, aber den kann ich dafür nicht nutzen.

Dann Ruf dich Mal bei ATI an. Accurate technologies Inc. In oder bei 
München. Der Herr Bornemann ist sehr nett und die Firma als ganzes auch 
gut.
Vielleicht ist der zu einer non Profit Lizenz oder dergleichen bereit. 
ATI Vision hat in Europa einfach einen schweren Stand gegen etas und 
vector.

Autor: Steffen H. (steffenh)
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Sprechen wir weiterhin von der Beispielimplementierung von XCP? Also hat 
ATI ebenfalls einen Beispielcode, nach dem ich fragen könnte?

Ich frage, damit ich den richtigen Ton treffe.

Autor: N. A. (bigeasy)
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Je nachdem wie umfangreich Du verstellen willst, wäre vielleicht auch 
Diagra MC von RA Consulting eine Lösung.

Autor: Karl (Gast)
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Steffen H. schrieb:
> Sprechen wir weiterhin von der Beispielimplementierung von XCP? Also hat
> ATI ebenfalls einen Beispielcode, nach dem ich fragen könnte?

Ne, sorry. ATI Vision als mcs. Als Alternative zu Inca.

Autor: Steffen H. (steffenh)
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Karl schrieb:
> Ne, sorry. ATI Vision als mcs. Als Alternative zu Inca.

Verstehe. Da ich den Mess- und Verstellzugriff aber dem späteren 
Benutzer zur Verfügung stellen möchte, reicht eine Non-Profit Lizenz 
leider nicht aus. Ich rechne mit Stückzahlen von einigen Dutzend. Damit 
falle ich vermutlich komplett durchs Raster...


N. A. schrieb:
> Je nachdem wie umfangreich Du verstellen willst, wäre vielleicht auch
> Diagra MC von RA Consulting eine Lösung.

Ist da eine Anfrage aussichtsreich? Also <500€ pro Einzellizenz? Das 
wäre prima, dann frag ich dort an.


Aber wie geht denn die Tuning-Szene mit dem Bedarf um? Wie wird am 
Prüfstand abgestimmt? Mit EEPROM-Emulator kommt man bei aktuellen 
Motorsteuerung nicht mehr weiter, also muss es dort eine Lösung geben.

Was machen kleine Tuning-Schmieden? Was die Großen? Wie machts der 
Motorsport? Beispielsweise Semi- oder Vollprofis im Dragster-Sport?

: Bearbeitet durch User
Autor: Karl (Gast)
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Steffen H. schrieb:
> Aber wie geht denn die Tuning-Szene mit dem Bedarf um? Wie wird am
> Prüfstand abgestimmt? Mit EEPROM-Emulator kommt man bei aktuellen
> Motorsteuerung nicht mehr weiter, also muss es dort eine Lösung geben.
>
Ja. Die cracken die Software und Flashen einen neuen Datenstand. Wüsste 
nicht dass dort der original Zugriff per Ccp oder XCP verwendet wird.
> Was machen kleine Tuning-Schmieden?
Kaufen den gecrackten stand.
> Was die Großen?
Dito.
> Wie machts der
> Motorsport? Beispielsweise Semi- oder Vollprofis im Dragster-Sport?
Die verwenden oft eigene Steuergeräte. Für den Motorsport ist das Zeug 
aus der Serie relativ untauglich weil viel zu komplex.

Wenn deine Kunden nicht schon ein CCP/XCP MCS haben ist das evtl. die 
falsche Wahl. Für einige Dutzend x 500 Euro bekommst du auch selbst eine 
kleine GUI gezimmert die du mit liefern kannst. Das machen die meisten 
Motorsport Jungs.

Autor: Steffen H. (steffenh)
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Danke für Deine Hilfe, Karl. Und natürlich auch den anderen.

Karl schrieb:
> Wenn deine Kunden nicht schon ein CCP/XCP MCS haben ist das evtl. die
> falsche Wahl. Für einige Dutzend x 500 Euro bekommst du auch selbst eine
> kleine GUI gezimmert die du mit liefern kannst.

Voraussichtlich wird das meine Lösung. Es schlägt sich halt (subjektiv) 
auf meinen Preis auf, wenn der Kunde die Software ebenfalls bei mir 
kaufen muss. Solange es aber keine andere Lösung gibt, werde ich es wohl 
so machen.

Autor: Karl (Gast)
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Steffen H. schrieb:
> Voraussichtlich wird das meine Lösung. Es schlägt sich halt (subjektiv)
> auf meinen Preis auf, wenn der Kunde die Software ebenfalls bei mir
> kaufen muss. Solange es aber keine andere Lösung gibt, werde ich es wohl
> so machen.

Die Komplexität eines mcs liegt auch in der GUI selbst bzw. Deren 
üblicherweise unendliche konfigurierbarkeit. Einen CCP master Stack habe 
ich selbst in einem Produkt laufen, allerdings nicht mit 
verstellzugriff. Das ist aber aus Stack Sicht nur eine Kleinigkeit. Viel 
schlimmer ist die Verwaltung und Interpretation eines a2l. Der Standard 
lässt da vieles zu...

Will sagen: eine eigene GUI und CCP schließen sich nicht unbedingt aus.

Autor: Steffen Hausinger (Gast)
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Bei XCP werde ich auch bleiben. Nur ist ein mcs halt zusätzliche Arbeit, 
die nicht dem eigentlichen Produkt zugutekommt. Gerade weil ich mit PC 
Programmierung nicht viel zu tun habe.

Ein a2l muss ich glücklicherweise nicht parsen, stimmt. Aber eine GUI, 
auch, wenn sie klein ist, sind bestimmt 2-3 Monate Entwicklungsaufwand.

Aber was hilfts...

Autor: Osukosuk (Gast)
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Wie wäre es damit als PC-Anwendung:
http://jnachbaur.de/ASAP2Demo/ASAP2.html

Mehr kann ich dazu nicht sagen, weil ich beruflich Inca bzw. Canape 
verwende.
Ansonsten ist ein XCP Slave im uC einfach zu implementieren solange es 
nur um's Messen geht. Ein Verstellzugiff ist ebenfalls einfach wenn man 
nur ein Einseitenkonzept im RAM verwendet.

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