Forum: HF, Funk und Felder Wie wird die Kabel-Schirmung angeschlossen?


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von N. N. (drnicolas)


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Es geht um den korrekten Anschluss einer Kabel-Schirmung.

In einem PDF mit Empfehlungen zur Verkabelungstechnik in Kleinflugzeugen 
wird empfohlen, die Schirmung von Kabeln nur auf EINER Seite an Masse 
anzuschliessen ( auf der sog. "Power-side").
Ich bin mir nicht sicher ob in diesem Dokument überhaupt ein Unterschied 
gemacht wird zwischen z.b. Analog-kabeln wie Mikrofonkabel, Headset o.ä. 
und Signalkabeln wie z.B. RS232 oder CAN mit denen Daten zwischen 
mehreren Geräten übertragen werden.

Konkret geht es um durchaus erträgliche Störungen auf den Kopfhörern. 
Für Kopfhörer und Mirkofone wird immer empfohlen, die Masseleitungen und 
Schirmungen allesamt an einem EINZIGEN Punkt (dem sog. Audio-GND) mit 
Masse zu verbinden.
Vorgefunden habe ich aber eine Verkabelung bei der definitiv die 
Kabelschirmung jeweils an der Kopfhörerbuchse an Masse angeschlossen 
ist. Wie das zentral an der Audio-Verteilung (Intercom) gelöst ist, kann 
ich leider nicht so ohne weiteres prüfen.

Die Störgeräusche sind klar wiederholend im Sekundentakt und auf die 
Hochspannungsnetzteile der Stroboskop-Blitzer zurückzuführen.
Überraschend für mich ist, dass die 12V-Zuleitung (naturgemäss recht 
lang) geschirmt ist und der Schirm am Netzteil  mit Masse verbunden ist. 
Die Rückleitung ist die Flugzeugmasse. Das NT sitzt jeweils im Flügel.

Dahinter findet man dann noch eine 3-adrige Leitung zur Blitzröhre. Hier 
sind so etwa 400V drauf. Und gerade DIESE ca. 60cm Leitung ist gar nicht 
geschirmt.

Ist das so in Ordnung ?

von Günter R. (guenter-dl7la) Benutzerseite


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Die Flugzeug'massen' sind elektrisch immer problematisch, weil nie 
richtig metallisch in einem Stück durchgängig. Vielleicht solltest du 
mal probeweise die Rück'masse'leitungen von den Netzteilen in den 
Flügeln auch mit einer Leitung bis zur Batterie parallelgeschaltet 
überbrücken.

Eienr meiner Freunde hatte eine Robin 2000. Im Funk war bei 
Geradeausflug stets von der Antenne (standardm. vor dem Seitenruder 
oben) ein störendes Prasseln auch auf starken Signalen feststellbar, 
leicht abhängig von der Motordrehzahl. Bei leichten Linkskurven 
verschwand es komplett. Wir vermuteten (er ist selber Funkamateur), dass 
die diversen Nieten je nach Verwindung des Rumpfes unterschiedlich 
Kontakt geben. Lösung war schließlich, die Antenne unter die Cowling zu 
setzen, wo die alte NDB-Antenne saß. Das Einzige, was half...

Grüße

von N. N. (drnicolas)


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Das hört man zu diesem Thema immer wieder. Beseitigung von 
Störgeräuschen rangiert irgendwo zwischen unmöglich und schwarzer Magie. 
Von jedem bekommt man unterschiedliche Tips.

Die Idee mit dem separaten Massekabel werde ich mal probieren.

von Michael D. (sirs)


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Das PDF würde ich gerne lesen! Kannst du mal die Quelle posten?

Günter R. schrieb:
> Die Flugzeug'massen' sind elektrisch immer problematisch
Nicht nur im Flugzeug. Leider. Kenne das auch aus kleineren Geräten 
(WLAN), ganzen Häusern (Amateurfunk), Industriemaschinen...

> leicht abhängig von der Motordrehzahl. Bei leichten Linkskurven
> verschwand es komplett.
Spricht dafür, dass da ein Metallteil Kontakt aufbaut hat, der durch die 
Nieten nicht immer gegeben war. Geschweißt würde es vielleicht 
funktionieren.

von Walter K. (walter_k488)


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Die Störungen verschwinden auf jeden Fall, wenn Du den Flieger mal „ 
erdest” ;-)

von N. N. (drnicolas)


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Ich bevorzuge seit ca. 30 Jahren eine sanfte Erdung. Hat bisher immer 
prima und ohne Störungen funktioniert.

Ich komme nochmal auf das Problem zurück:

In einem anderen Forum ging es um Störungen eines elektronischen 
Kompasses nach Einbau durch die Netzteile in den Flügeln.
So ein elektronischer Kompass ist Bestandteil von Nachrüstungen mit 
Glascockpit. Die Dinger sind recht empfindlich auf Magnetfelder; 
insofern ist der richtige Einbauort und -methode von grösster Bedeutung.
Jemand hatte das Problem, das bei eingeschaltetem Blitzer, dr Kompass 
rhythmisch Mist anzeigte.

Es zeigte sich, daß wohl der Anschluss des Netzteiles für den Blitzer 
die Ursache war: Ein 12V-Draht versorgt das NT mit Spannung, der ganze 
Flieger ist der Rückleiter.
Als Abhilfe wurde empfohlen, 2 miteinander verzwirblete Drähte für 12V 
und Rückleiter zu verwenden und NICHT die Flugzeugmasse. Dadurch würden 
sich die Magnetfelder gegenseitig aufheben.

Würde das bei meinem Problem auch Sinn machen? Oder ist durch den Schirm 
an Masse bereits das Problem gelöst?

Gibt es generell eine Seite, die sich mit solchen STörungen und deren 
Behebung beschäftigt?

Danke

von Hp M. (nachtmix)


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N. N. schrieb:
> Wie das zentral an der Audio-Verteilung (Intercom) gelöst ist, kann
> ich leider nicht so ohne weiteres prüfen.

Tritt  die Störung auch da auf, oder nur im Funk?
Falls es nur im Funk knackt, sind die nicht abgeschirmte Leitungen von 
und zu den Strobe lights verdächtig.

Ansonsten beruhen solche Probleme meist auf Masseschleifen.
(Auch) ein Flugzeugrumpf ist nun einmal kein punktförmiger Supraleiter 
ohne Widerstand und ohne Induktivität, sondern bei Stromfluss treten 
daran Spannungsabfälle auf, die bei wechselnden Belastungen ebenfalls 
wechseln und in andere Signale verschleppt werden können, falls diese 
ebenfalls diese "Masse" als Rückleiter benutzen.

Deshalb gilt es gemeinsame Strompfade unterschiedlicher "Massen" zu 
vermeiden, was man am einfachsten erreicht, indem man jedem Verbraucher 
seine private Masseleitung spendiert und alle diese nur an einem 
einzigen Punkt zusammenführt.
Sternförmige Masseführung also.

Ausserdem empfiehlt es sich den "heissen" Hinleiter und den "kalten" 
Rückleiter (Masseleitung) miteinander zu verdrillen, weil man dadurch 
das zwischen diesen Leitern entstehende Magnetfeld minimiert, welches in 
andere Stromkreise einkoppeln kann.
Besser als verdrillte Leitungen sind eigentlich nur Koaxkabel, aber die 
sind schwer und teuer, besonders wenn für hohe Ströme größere 
Leiterquerschnitte erforderlich sind.

Vermutlich hätten verdrillte + und - Leitungen auch das Problem mit dem 
Schnapskompass gelöst.


P.S.:

N. N. schrieb:
> Vorgefunden habe ich aber eine Verkabelung bei der definitiv die
> Kabelschirmung jeweils an der Kopfhörerbuchse an Masse angeschlossen
> ist.

Evtl. die Kopfhörerbuchsen isoliert einbauen.
Die Anschlußkabel werden Masseleitunegn haben, denn bei 
Kunststoffbrettern brauchen sie die sowieso.

: Bearbeitet durch User
von N. N. (drnicolas)


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Vielen Dank!
Die Kopfhörerbuchsen wurden schon vorher bei anderen Arbeiten mit 
isolierten Bundbuchsen versehen - hatten die vorher nicht.
Bei der Erst-Montage hat man das schlicht vergessen oder nicht für 
bedeutungsvoll erachtet. Das hat die Qualität drastisch verbessert.
Ich habe mir aber nicht die Mühe gemacht auch die Buchsen auf den 
hinteren Sitzen zu prüfen. Dort dürften ebenfalls die "Shoulder-washer" 
fehlen.

Geblieben ist ein leichtes Pfeifgeräusch jedes Mal wenn eines der 
Blitzgeräte auslöst. Kein wirkliches Problem, da nur im Leerlauf mit ANR 
Headsets (active noise reduction) deutlich hörbar. Mitflieger mit 
konventionellen Headsets nehmen es fast nicht wahr.
Ich glaube, ich belasse es damit erstmal.

Der Schnapskompass ist nicht allzu empfindlich, wahrscheinlich weil er 
sowieso gut gedämpft in Schnaps schwimmt. Allerdings lässt der sich 
prima komplett verwirren wenn irgendein Hoidoi seine Handyhalterung mit 
Magnet :-) in der Nähe anbringt.

Anders die neuen elektronischen Kompasse und Lageinformationsmodule 
(=AHRS; attitude heading reference System)
Da kommt es extrem auf Einbauort, Montage und Verkabelung an.
Da haben schon einige Leute graue Haare gekriegt weil z.B. der Kompass 
auf einem magnetisierbaren Halterungsblech oder mit normalen Schrauben 
befestigt wurde.

Oder das AHRS-Modul wurde wohlmeinend auf Gummidämpfer gesetzt, oder auf 
einem labberigen Halteblech - fällt nicht ab, aber schwingt offenbar so 
sehr, daß alles unbrauchbar ist.

Umso besser wenn man den teuren Fachleuten auf die Finger schauen kann.

Danke also

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