Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Toleranzen Eingangsspannung (0,5VDC)


von Siggi M. (scc)


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Guten Tag,

habe hier ein sehr teures Gerät (einen sog. "Anrufmanager" TIPTEL 545 
pro"). Da es sich letztlich wohl v.a. um Digitalelektronik handelt, habe 
ich es hier gepostet.

Betreffendes Gerät hat leider eine absolut unübliche angegebene 
Eingangsspannung von 11,5V/350mA.

Nun würde ich dieses Gerät gerne - ohne weitere Schutzbeschaltung - an 
ein zentrales Netzgerät (an dem schon Monitore, Telefone, 
Automatisierungstechnik e.t.c.) hängen, was 12VDC/26,7A liefert.

Spricht irgendwas dagegen, kann irgendwas dadurch beschädigt werden, 
oder handelt es sich nur um einen dummen Trick, um Anwender davon 
abzuhalten, anderweitige Netzteile zu verwenden?

Und falls irgendwas dagegen spricht, was sollte ich da sinnvollerweise 
tun, um möglichst effizient auf die warum auch immer 11,5V zu kommen? 
Linearregler/DC-DC-Wandler? Den Aufwand würde ich mir gerne sparen, 
ebenso wie die Funktionen dieses sehr praktischen Geräts in Software 
implementieren zu lassen.


Vielen Dank für passende Auskünfte bereits im Voraus und ein schönes 
Wochenende/Feiertag!


MfG

von Jörg R. (solar77)


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Das Gerät wird auch bei ca. 11,3 V laufen. Schalte einfach eine Diode 
mit in die Stromversorgung. Ob es bei 12V nicht funktioniert oder gar 
kaputt geht möchte ich mal in Frage stellen.

Liefert das Original-NT tatsächlich genau 11,5V?

von Siggi M. (scc)


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Jörg R. schrieb:
> Liefert das Original-NT tatsächlich genau 11,5V?

Das wüsste ich, wenn ich es finde. Werde aber ohnehin wohl nicht darum 
herumkommen, da auch der Stecker selbst besonders ist (ein 
Westernstecker, vom Gerät aus allpolig ausgeführt) und ich die nicht 
dokumentierte Belegung herausfinden muss. Entweder das, oder ich öffne 
das Gerät mal und gucke mir das an. Ist eh keine Garantie mehr drauf. 
Letzteres dürfte einfacher sein, dann sehe ich auch gleich die 
Komponenten und kann u.g. noch besser einschätzen. Öffne es wohl gleich 
mal...

Ich dachte eher daran, ob bei 0,5V mehr als offiziell angegeben 
irgendwelche Schäden an der Elektronik entstehen könnten (Überspannung, 
evtl. auch weil mehrere Geräte ohne Schutzdioden am selben Netzteil 
hängen, durch Rückspeisung o.ä.). Aber m.E. ist dies eine nur geringe 
Abweichung und somit kein Problem. Wollte nur nochmal sicher gehen, 
bevor ich auf ein 300€ Gerät 12V gebe...

von Siggi M. (scc)


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Hab es jetzt geöffnet, und neben der richtigen Belegung für den 
Stromanschluss auch 2 LM317t gefunden. Somit hat sich meine Frage 
bezüglich der Höhe der Spannungsversorgung erledigt.

Wäre höchstens noch zu klären, ob sich durch das zentrale NT 
irgendwelche Probleme ergeben könnten, z.B. durch Rückspeisungen von 
anderen Geräten. Sehe ich aktuell aber auch nicht.

von Wolfgang (Gast)


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Siggi M. schrieb:
> Somit hat sich meine Frage
> bezüglich der Höhe der Spannungsversorgung erledigt.

Nicht ganz. Wenn man wüsste, auf welche Ausgangsspannung geregelt wird, 
könnte man beurteilen, ob vielleicht die 11.5V eher eine 
Mindesteingangsspannung ist, oder ob die Verlustleistung an den 
Linearreglern in diesen komischen Wert eingeflossen ist.

Siggi M. schrieb:
> ... was 12VDC/26,7A liefert
12.000V oder eher irgendetwas zwischen 10 und 16V?

von imKeller (Gast)


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Ein ''professionelles'' Gerät, das nur bei 11,5V betrieben werden soll
ist eine Fehlkonstruktion , bzw MURKS !
Bei 12 V wird es womöglich etwas zu warm ;-)

von Achim S. (Gast)


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Siggi M. schrieb:
> Spricht irgendwas dagegen, kann irgendwas dadurch beschädigt werden,
> oder handelt es sich nur um einen dummen Trick, um Anwender davon
> abzuhalten, anderweitige Netzteile zu verwenden?

In der Bedienungsanleitung deines Tiptel steht auf S. 110 "Uhr: 
netzsynchron".

https://www.tiptel.de/fileadmin/user_upload/tiptel_international/Dateien/tiptel/545Pro/tiptel_545Pro_Bedienungsanleitung_2008-11.pdf

Wenn das ernst gemeint ist und kein Uhrenquarz verwendet sondern die 
Netzfrequenz als Zeitbasis ausgewertet wird, dann bedeutet das, dass 
dein Netzteil eine AC-Spannung ausgibt, und erst im Tiptel die 
Gleichrichtung stattfindet. (denn aus der Gleichspannung ließe sich die 
Netzfrequenz nicht mehr bestimmen.) Wenn du es dann mit einem 
Gleichspannungsnetzteil betreibst, kann es zwar funktionieren, aber die 
Uhr läuft ggf. nicht.

Ist auf dem Original-Netzteil was von AC oder DC angegeben? Wenn du das 
Original-Netzteil aktuell gar nicht verfügbar hast: du hast dein Tiptel 
ja schon geöffnet und Spannungsregler gefunden. Sitzt vor den 
Spannungsreglern eine Gleichrichtung?

von soso... (Gast)


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Siggi M. schrieb:
> Automatisierungstechnik e.t.c.) hängen, was 12VDC/26,7A liefert.

Ganz unabhängig von irgenwas:
Ein so grotesk überdimensioniertes Netzteil zu verwenden ist aus 
mehreren Gründen sehr ungünstig.
Netzteile haben einen Leerlaufstromverbrauch, und das wird sehr teuer. 
Speziell SChaltnetzeile arbeiten bei Schwachlast unsauber, und pfeifen 
dann oft im hörbaren Bereich. Ein Sinnvoller Lastbereich ist vielleicht 
30%-100%.

Vergleich das mit einem Dieselmotor:
Niemand würde in einen Traktor einen Motor mit 10000PS einbauen. Es 
bringt nichts, wiegt viel, kostet viel, braucht eine Menge Sprit, und 
ist saumässig laut.

Kauf dir ein gutes Steckernetzteil 12V mit 0,5A, das macht sich 
wahrscheinlich innerhalb weniger Wochen bei der Stromrechnung bezahlt.

Übrigens gilt das so ähnlich auch für Trafonetzteile. Die Trafos haben 
einen Magnetisierungsstrom, bei Trafos höherer Leistung ist der höher. 
Den bezahlst du dann mit der Stromrechnung. Auch da zahlt sich ein 
korrekt dimensioniertes Netzteil aus.

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