Hallo,
ich möchte mir eine spezieller Miniatur-Lautsprecherbox bauen, wobei ich
nur den Frequenzbereich 100Hz .. 200Hz benötige. Dort sollte der
Frequenzgang halbwegs linear sein.
Über die Lautsprecher von Reichelt bin ich auf die beiden Lautsprecher
LSF-40M/F und LSF-40M/M gestoßen.
https://www.ekulit.de/produkte/kunststofflautsprecher/
Fast gleiche technische Daten, doch wenn ich mir den Frequenzgang
anschaue, dann liegen da Welten dazwischen.
Der eine hat unterhalb der Resonanzfrequenz einen linaren Frequenzgang,
der andere geht mit -50dB/Dekade runter.
Versteht das jemand?
Stresso schrieb:> Versteht das jemand?
Nö. Da bei beiden ein Frequenzgang von 80-20000 Hz angegeben ist, kann
es sich bei dem Plot des 'F' Types eigentlich nur um Unsinn handeln.
Auch die Bauform ist nahezu identisch, kann also auch nichts damit zu
tun haben.
NichtWichtig schrieb:> Die werden keinen ernsthaften Bass erzeugen können.
Ich will ihnen das nicht absprechen, wenn sie z.B. in einem Kopfhörer
verbaut sind (dafür sind sie vermutlich gedacht). Aber mit 40mW ist
sonst nicht viel zu reissen.
>wenn sie z.B. in einem Kopfhörer verbaut sind
Ist das erste Diagramm vielleicht für den Verbau in einem Kopfhörer?
Wird da der Frequenzgang auf eine andere Art aufgenommen?
Mark S. schrieb:> der erste plot ist absolut unglaubwürdig, der zweite dürfte der Realität> nahe kommen.
War auch mein erster Gedanke.
Da aber der mit dem exzellenten Bass deutlich dicker ist, ist er
vielleicht hinten geschlossen.
Auch könnte die eine Kurve sich auf eine Montage in einer großen
Schallwand beziehen.
Ob aber beide Varianten dieses Ergebnis bringen, bezweifle ich trotzdem.
Dieter schrieb:> Das erste Plott kann durchaus auch nur ein Impdedanzplott sein mit> ungewöhnlicher y-Achsenskalierung.
Naja, dranstehen tut aber 'Frequency Response' und an der Y-Achse 'dB',
was für Impedanzplots sehr ungewöhnlich wäre. Ich vermute, den Jungs ist
irgendwas so richtig durcheinander gekommen.
Auch beim zweiten Plot ist ja unterhalb 200Hz nischt mehr zu sehen und
trotzdem geben sie frech einen Frequenzgang von 80-20000 Hz an. Für
einen Lautsprecherhersteller schon ganz schön schlecht.
Man kann sich mal zum Vergleich die Daten bei Visaton anschauen, das
sieht alles deutlich konsistenter aus.
HildeK schrieb:> Da aber der mit dem exzellenten Bass deutlich dicker ist, ist er> vielleicht hinten geschlossen.
Wenn du den Lautsprecher hinten schliesst, quäkt er aber nur noch und
kann die Membran noch schlechter bewegen.
Bei beiden Lautsprechern wird eine Resonanzfrequenz der offene Chassis
von 150Hz angegeben. In einer geschlossene Box erhöht sich die
Resonanzfrequenz noch. ( Je nach Größe des Gehäuses bis auf das
doppelte).
Grundsätzlich fällt der Schalldruck unterhalb der
Betriebsresonanzfrequenz mit 12db/Oktave ab.
Also wäre bei 80Hz im besten Fall ein 12db geringerer Schaldruck zu
erwarten.
Ralph Berres
Wir koennen da nur raetseln. Eine Variante heatte ich noch. Es koennte
die Membranauslenkung in dB angetragen sein. Das ist zwar Mist fuer
einen Vergleich, aber wuerde belegen, dass der Hersteller ohne Verstand
einfach nur das bestaussehende Diagramm nahm. Tippe daher aus
asiatischem Raum, dem Land der Mitte...
Christian S. schrieb:> Nimm besser sowas wie hier:>> http://www.visaton.de/de/produkte/industrie/tieftoener>> Aus den Minidingern oben wird nie ein Baß heraus kommen. Die sind für> Taschenradios.
kanntest du die Acron C100 aus den 70ger Jahren? Später von Canton
nachgebaut.
Sind Miniaturlautsprecherboxen mit ca 2 Liter Inhalt einen 10cm
Tieftöner und einer 19mm Hochtonkalotte.
Da kam ein richtig erstaunlich kräftiger Bass raus, das man glaubte ein
anderer weit größerer Lautsprecher spielte.
OK Ob das jetzt ein echter Tiefbass war, oder die Oberwellen des
Tiefbasses, sei mal dahingestellt.( Vermutlich waren es die Oberwellen
). Doch es hörte sich erstaunlich gut an für das Böxchen.
In der Lautstärke musste man allerdings Abstriche machen. Ist halt keine
PA-Box.
Der von dir im Link zitierte Visaton-Tieftöner dürfte etwa in die
Richtung gehen.
Ralph Berres
Stresso schrieb:> doch wenn ich mir den Frequenzgang anschaue
40mm, 120dB, 20Hz, 1mW
Irgendwie ist meine PA da jeweils ein, zwei oder mehr Zehnerpotenzen
anders dimensioniert.
Ein 40mm Lautsprecher ist dort für gut hundert mal höhere Frequenzen
zuständig...
> wobei ich nur den Frequenzbereich 100Hz .. 200Hz benötige.
Wofür?
Mein Bauch sagt: Wenn so eine Mini Membran eine derart niedrige
Resonanzfrequenz hat, dann sicher wegen einer verhältnismäßig großer
Masse. Dann dürfte die Wiedergabe von Höhen aber stark behindert sein.
Ralph B. schrieb:> Sind Miniaturlautsprecherboxen mit ca 2 Liter Inhalt einen 10cm> Tieftöner und einer 19mm Hochtonkalotte.
Klar, sowas geht schon. Hier steht so eine kleine Tannoy Aktivbox mit
ähnlicher Bestückung und Größe, die auch gute Basswiedergabe hat (wenn
auch mit Elektronik dazu gemogelt).
https://www.thomann.de/de/tannoy_reveal_402.htm
Aber der Tieftöner muss eben Hub machen können und das ist bei den
Ekulit Dingerchen zumindest zweifelhaft und bei max. 100mW Input auch
nicht möglich. Für mich sehen die Teile nach wie vor so aus, als wären
sie am besten in Kopfhörern verbaut. Kräftige 100-200Hz in einer Minibox
halte ich damit für nicht möglich.
Stefanus F. schrieb:> Mein Bauch sagt: Wenn so eine Mini Membran eine derart niedrige> Resonanzfrequenz hat, dann sicher wegen einer verhältnismäßig großer> Masse. Dann dürfte die Wiedergabe von Höhen aber stark behindert sein.
da könntest du recht haben.
Die Resonanz hängt von der Masse und der Federkonstante zusammen.
Die Federkonstante setzt sich bei einer geschlossene Box durch die
Rückstellkraft der Zentrierspinne ( zum geringen Teil ) der
Rückstellkraft der Gummisicke, und in erster Linie durch die
Kompressionseigenschaften des Luftpolsters in der Box zusammen.
Bei einen nicht eingebauten Lautsprecherchassis ist in erster Linie die
Masse der Membran und die Rückstellkraft der Gummisicke für die
Resonanzfrequenz verantwortlich. Die Resonanzfrequenz des freiliegenden
Chassis erhöht sich um so mehr, je kleiner die geschlossene
Lautsprecherbox ist.
Es gibt noch andere Konstrukte wie Bassreflex oder Mehrkammerlösungen,
womit ein akustischer Bandpass realisiert wird. Doch da braucht man
große Gehäuse, wegen der bei tiefen Frequenzen große Wellenlänge.
Bei einer ( echten ) Bassreflex kann man durch das Gehäuse eine zweite
Resonanzfrequenz erzeugen, bei welche sich die beiden Steigungen an der
Flanke kompensieren. Man kann dadurch eine Oktave nach unten gewinnen,
jedoch unterhalb der unteren Resonanzfrequenz fällt der Schalldruck
doppelt so steil ab wie bei einer geschlossenen Box.
Es gibt noch weitere Verfahren die ich aber jetzt nicht aufführen
möchte.
Matthias S. schrieb:> Aber der Tieftöner muss eben Hub machen können und das ist bei den> Ekulit Dingerchen zumindest zweifelhaft und bei max. 100mW Input auch> nicht möglich. Für mich sehen die Teile nach wie vor so aus, als wären> sie am besten in Kopfhörern verbaut.
So sehe ich das auch. Der Acron C100 hat immerhin mehr als 1cm Hub
gemacht.
Matthias S. schrieb:> Kräftige 100-200Hz in einer Minibox> halte ich damit für nicht möglich.
Hängt halt von der erzielbaren Lautstärke ab.
Ralph Berres
Ich frage mal den TE ob er bitte etwas präzisieren kann welchen
Schalldruck und welches Gehäusevolumen er haben möchte.
Bei einem Frequenzbereich wie z.B: 100 bis 200Hz würde ich jetzt in die
Richtung von einem Bandpaßgehäuse denken, damit hat man mehr
Abstimmmöglichkeiten um was passend zu biegen.
A-Freak schrieb:> Bei einem Frequenzbereich wie z.B: 100 bis 200Hz würde ich jetzt in die> Richtung von einem Bandpaßgehäuse denken,
Die werden aber auch schon in den Dimensionen groß gegenüber einen 40mm
Lautsprechers sein. 100Hz hat eine Wellenlänge von 3.34m
Ralph Berres
Stresso schrieb:> Versteht das jemand?
Man sollte Diagramme richtig verstehen. Alles, was unter 150 Hz liegt,
ist nur unter besonderen Messbedingungen zu erreichen, die in Praxis nie
vorhanden sind.
Einfach Lautsprecher in Box einbauen, daneben ein Messmikrofon - so
bekommt man Ergebnis für praxisrelevante Bedingungen.
P.S. ein Messmikrofon ist normalerweise eine Kugel mit kleiner Membrane,
ca 1/4''.
Maxim B. schrieb:> Man sollte Diagramme richtig verstehen. Alles, was unter 150 Hz liegt,> ist nur unter besonderen Messbedingungen zu erreichen, die in Praxis nie> vorhanden sind.
Du bist ja ein Spassvogel. Was verstehen wir denn nicht richtig an den
beiden Diagrammen im Ausgangsposting? Wohlgemerkt schau dir dazu bitte
mal die dazugehörigen Lautsprecher an mit 40mm(!) Durchmesser.
Maxim B. schrieb:> P.S. ein Messmikrofon ist normalerweise eine Kugel mit kleiner Membrane,> ca 1/4''.
Wer will das wissen?
Maxim B. schrieb:> P.S. ein Messmikrofon ist normalerweise eine Kugel mit kleiner Membrane,> ca 1/4''.
diffusfeld oder freifeld entzerrt? Wenn wir schon bei dem Thema sind.
( was hier aber nicht gefragt war ).
Ralph Berres
Matthias S. schrieb:> Wohlgemerkt schau dir dazu bitte> mal die dazugehörigen Lautsprecher an mit 40mm(!) Durchmesser.
Na und? Frequenzgang wird entscheidend durch Kiste bestimmt. Aber
sowieso, linke Frequenzgang gibt es in Realität nie. Man sollte
Resonanzfrequenz von Membran messen. Viel tiefer kann Lautsprecher bei
besten und größten Kisten kaum ausstrahlen.
Maxim B. schrieb:> Aber> sowieso, linke Frequenzgang gibt es in Realität nie
Ahh - ja. Und nun sage uns bitte, wie wir dieses Diagramm verstehen
sollen. Immerhin steht da bei 20Hz was von knapp über 115dB (von was
auch immer).
Denn du schreibst ja:
Maxim B. schrieb:> Man sollte Diagramme richtig verstehen.