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Forum: Offtopic Objektiv Tessar 2,8/50 CARL ZEISS JENA DDR


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Autor: Al. K. (alterknacker)
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Das  genannte Objektiv  kann ich nicht finden, gleichnamige mit anderen 
Gewinde schon.
Wie das Gewinde  bearbeitet wurde könnte es doch eine Sonderproduktion 
gewesen sein!

Wer kennt das benannte Objektiv, wo war es eingesetzt?

: Bearbeitet durch User
Autor: Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Al. K. schrieb:
> Das  genannte Objektiv  kann ich nicht finden

Und wovon sind dann die Bilder?

Das abgebildete Objektiv scheint unvollständig zu sein, das ist nur 
der vordere Teil mit dem Inneren der Focusschnecke. Die andere Hälfte 
der Focusschnecke aber fehlt, ebenso wie der Mechanismus zum Verstellen 
der Blende.

Autor: Al. K. (alterknacker)
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Die Bilder sind von meinen Objektiv und dieses habe ich im Netz noch 
nicht finden können.
Nur Andere unter den Namen aber mit bekannten Objektivgewinde.
Die Blindenmechanik in Bildmitte Funktioniert noch!

,,nun ja, könntest aber recht haben das das Teil mit dem entsprechenden 
Standartgewinde fehlt.

Die Ausfräßungen des Gewindes sehen eben für mich etwas eigenartig aus.

: Bearbeitet durch User
Autor: Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Al. K. schrieb:
> Die Bilder sind von meinen Objektiv und dieses habe ich im Netz noch
> nicht finden können.

Naja, Du hast da ein halbes Objektiv.

Daß Du davon nichts im Netz findest, ist nicht weiter verwunderlich.

> Die Blindenmechanik in Bildmitte Funktioniert noch!

Ja, da ist eine Irisblende, und ein Teil, in das ein Mitnehmer/Hebel 
o.ä. eingreift, der an der anderen Hälfte des Objektivs angebracht sein 
wird.

An dieser anderen Hälfte des Objektivs ist dann auch das Bajonett bzw. 
Schraubgewinde, um das Objektiv mit einer Kamera zu verbinden.

> Die Ausfräßungen des Gewindes sehen eben für mich etwas eigenartig aus.

Die Ausfrä_s_ung ist dafür da, damit da der Mechanismus zum Antrieb der 
Blende reinpasst. Das ist nichts besonderes.

Das Objektiv ist ein 08/15-Standardobjektiv, wie es vermutlich recht oft 
zusammen mit der KB-SLR "Praktika" vom VEB Pentacon verkauft wurde.

Die hat afaik ein M42-Gewinde (ich bin aber kein Kenner von 
DDR-Kameratechnik). Anhand der Seriennummer können vermutlich 
entsprechende Spezialisten herausfinden, wann es produziert wurde.

Autor: Irgend W. (Firma: egal) (irgendwer)
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Rufus Τ. F. schrieb:
> Anhand der Seriennummer können vermutlich
> entsprechende Spezialisten herausfinden, wann es produziert wurde.

Scheint eins aus eher späterer Zeit zu sein:
https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=8365

Hier ist ein ähnliches zerlegt:
https://www.digicamclub.de/showthread.php?t=11204&page=6
Da siehst du das Teil das dir fehlt.

Autor: Egon D. (egon_d)
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Rufus Τ. F. schrieb:

> Das Objektiv ist ein 08/15-Standardobjektiv, [...]

Genau.
Ein Bentley ist ja auch ein halbwegs brauchbares
Studentenauto...

Autor: Clemens K. (clemensk)
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Egon D. schrieb:
> Rufus Τ. F. schrieb:
>
>> Das Objektiv ist ein 08/15-Standardobjektiv, [...]
>
> Genau.
> Ein Bentley ist ja auch ein halbwegs brauchbares
> Studentenauto...

das 2.8/50 war damals die Einsteigervariante. Das Tessar selbst ist auch 
nur ein simpler (aber nicht schlechter) 4 linsiger Aufbau. Die Planare 
mit F1.4 sind da aber schon besser.

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Egon D. schrieb:

>> Das Objektiv ist ein 08/15-Standardobjektiv, [...]
>
> Genau.
> Ein Bentley ist ja auch ein halbwegs brauchbares
> Studentenauto...

Obiges Objektiv ist wohl eher die Golfklasse.

Autor: Egon D. (egon_d)
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Clemens K. schrieb:

> Egon D. schrieb:
>> Rufus Τ. F. schrieb:
>>
>>> Das Objektiv ist ein 08/15-Standardobjektiv, [...]
>>
>> Genau.
>> Ein Bentley ist ja auch ein halbwegs brauchbares
>> Studentenauto...
>
> das 2.8/50 war damals die Einsteigervariante.

Zeiss als Einsteigervariante?
Ich kenne da eher das Domiplan von Meyer-Optik, oder das
"Pentacon auto 1.8/50" vom selben Hersteller.


> Das Tessar selbst ist auch nur ein simpler (aber nicht
> schlechter) 4 linsiger Aufbau.

Richtig.


> Die Planare mit F1.4 sind da aber schon besser.

Die sind erstmal nur lichtstärker; das sagt über die
erreichbare Schärfeleistung noch nicht viel aus.
Öffnungsfehler und Koma wachsen mit der dritten Potenz (!)
bzw. dem Quadrat des Öffnungsverhältnisses.

Welchen Grund mag es wohl haben, dass Tessare lange Zeit
als Reproduktionsobjektive oder für Makrokameras in
Wissenschaft und Technik verwendet wurden?

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Egon D. schrieb:

> Welchen Grund mag es wohl haben, dass Tessare lange Zeit
> als Reproduktionsobjektive oder für Makrokameras in
> Wissenschaft und Technik verwendet wurden?

Weil man zu der Zeit, als man Objektive noch per Hand berechnete,
nichts besseres kannte. Als man anfing, Computer zur Berechnung
zu benutzen und es auch lernte, ashärische Linsen zu schleifen,
wurde es schnell durch bessere Objektive überholt.

Autor: Egon D. (egon_d)
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Harald W. schrieb:

> Egon D. schrieb:
>
>> Welchen Grund mag es wohl haben, dass Tessare lange Zeit
>> als Reproduktionsobjektive oder für Makrokameras in
>> Wissenschaft und Technik verwendet wurden?
>
> Weil man zu der Zeit, als man Objektive noch per Hand
> berechnete, nichts besseres kannte.

Blödsinn.

Derselbe Dr. Paul Rudolph, der bei Zeiss das Tessar (4
Linsen in 3 Gruppen) berechnet hat -- und zwar von Hand,
es ging ja noch nicht anders --, hat ungefähr zeitgleich (!)
auch das Planar (6 Linsen in 4 Gruppen) entwickelt; in den
zwanziger Jahren als Mitarbeiter von Hugo Meyer in Görlitz
kam dann das Plasmat dazu (auch 6 Linsen in 4 Gruppen).

Zur gleichen Zeit saß Ludwig Berthele in Dresden und hat
-- auch von Hand -- das Ernostar entwickelt (vier Linsen
in vier Gruppen).

Der Grund dafür, dass man mit möglichst wenig Linsengruppen
auskommen wollte, lag nicht in der Berechnung, sondern darin,
dass die Entspiegelung erst in den Dreißiger Jahren von
Smakula (Zeiss Jena) erfunden wurde. Vorher wurden die
Optiken umso streulichtanfälliger, je mehr Glas-Luft-Flächen
sie enthielten.
Ein modernes Zoom mit seinen vielen Einzellinsen wäre ohne
Entspiegelung schlichtweg unbenutzbar.


> Als man anfing, Computer zur Berechnung zu benutzen und
> es auch lernte, ashärische Linsen zu schleifen, wurde es
> schnell durch bessere Objektive überholt.

Das stimmt schon historisch nicht.

Die Konstruktion des Planars (als Inbegriff des Doppel-
Gauss-Objektives mit 6 Linsen in 4 Gruppen) wurde von
Dr. Paul Rudolph wenige Jahre VOR der Vollendung des
Tessars abgeschlossen. Trotzdem war das Tessar erstmal
über Jahre ein Welterfolg, ehe es allmählich von den
Doppel-Gauss-Objektiven abgelöst wurde. Möglich wurde
das durch die Entspiegelung; notwendig wurde es durch
den Wunsch nach höheren Lichtstärken.

Der Hauptvorteil der Doppel-Gauss-Optiken ist nicht die
ach so dramatisch viel bessere Schärfe, sondern die höhere
Lichtstärke.

Das erklärt auch, warum Tessare als Reproduktionsobjektive
taugen: Sie bilden sehr scharf und nahezu verzeichnungsfrei
ab. Die beschränkte Lichtstärke fällt im Atelier nicht so
ins Gewicht; man muss halt etwas stärker ausleuchten.

Autor: Percy N. (vox_bovi)
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Egon D. schrieb:

> Der Hauptvorteil der Doppel-Gauss-Optiken ist nicht die
> ach so dramatisch viel bessere Schärfe, sondern die höhere
> Lichtstärke.
>
Dabei sollte der symmetrische Aufbau gleichbleibende Qualität im Tele- 
wie im Makrobereich bieten.

> Das erklärt auch, warum Tessare als Reproduktionsobjektive
> taugen: Sie bilden sehr scharf und nahezu verzeichnungsfrei
> ab. Die beschränkte Lichtstärke fällt im Atelier nicht so
> ins Gewicht; man muss halt etwas stärker ausleuchten.

Noch nicht einmal so sehr: da sich die erforderliche Schärfentiefe in 
sehr engen Grenzen hält, kann man auch mit recht großer Öffnung 
arbeiten.

Autor: Holm T. (holm)
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Ich hatte auch mal so einen Tessar 2.8/50, kann sein das das Objektiv 
auch noch irgendwo in einem Schieber liegt. Ich habe im Endeffekt das 
Pentacon Auto 1,8/50 lieber verwendet das es wohl mehr oder weniger als 
"Nachfolger" gab.

Gruß,

Holm

Autor: Peter D. (peda)
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Egon D. schrieb:
> Ich kenne da eher das Domiplan von Meyer-Optik, oder das
> "Pentacon auto 1.8/50" vom selben Hersteller.

Ich hatte bei meiner Praktika die Blende 1,8 so gut wie nie verwendet, 
weil das Scharfstellen bei Schnappschüssen nahezu unmöglich war. Der 
Schärfebereich ist einfach viel zu klein.
Ich hab lieber hohe Blendenwerte benutzt, wo ich dann den oberen 
Entfernungswert fest auf ∞ setzen konnte.

Autor: Percy N. (vox_bovi)
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Peter D. schrieb:

> Ich hab lieber hohe Blendenwerte benutzt, wo ich dann den oberen
> Entfernungswert fest auf ∞ setzen konnte.

Da gab es doch mal was von Agfa (für vier Mark) ...

SCNR

Autor: Al. K. (alterknacker)
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Habe noch ein Teil gefunden,passt auf das Tessar.Glaube jetzt fehlt nur 
noch das letzte! Ist aber nicht wichtig!

Und hier noch ein angewendetes Objektiv 1.8/50  ,aber kein Zeiss
War die erste Kamera der DDR mit Innenbelichtungsmessung.
Hatte, glaube ich in den ende &0ern 630,00 M gekostet.
Ist eben nur noch ein Schaustück.

Das Stativ ist ein echtes DDR Produkt , auch aus der Zeit.
Funktionell gut und sehr Robust,
Ich nutze es auch heute noch!

: Bearbeitet durch User
Autor: Holm T. (holm)
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..war die Super TL nicht 6x6? ..wohl nicht.

Ich habe noch 2 LTL2 (..oder 3?) und noch irgend eine BX.
Hatte vorige Woche noch 2 leere Filme gefunden, werde den Kram mal vor
holen..

Gruß,

Holm

Autor: Al. K. (alterknacker)
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Holm T. schrieb:
> ..war die Super TL nicht 6x6? ..wohl nicht.

Will deinen  Gedankengang zu ende bringen, Kleinbildkamera 24*36 mm.

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