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Forum: Fahrzeugelektronik Günstige Can-Bus Sensoren zum Ausprobieren


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Autor: Tom B. (Gast)
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Hallo zusammen,

nachdem ich nun den ganzen Abend mit Internet-Recherche verbracht habe 
und keine Lösung gefunden habe, muss ich doch hier mal um Rat fragen.

Ich interessiere mich für den Can-Bus und würde gerne damit 
experimentieren. Daher suche ich einen günstigen (gerne auch 
gebrauchten) Sensor, mit dem ich meine µC+Can-Transceiver (Stm32 + 
CJMCU-1051) Baugruppe testen kann. Also z.B. Temperatur, 
Neigungssensoren o.ä. die regelmäßig ihre Messwerte ausgeben (damit ich 
nicht die ganze Zeit im Auto sitzen muss für die Tests).

Preisbudget wären bis 30€.

Kann ich einfach einen gebrauchten Sensor von deutschen Herstellern 
nehmen wie diesen hier?
Ebay-Artikel Nr. 382965000858

Oder hängen solche Sensoren erst an einem Steuergerät, welches dann erst 
mittels Can-Bus kommuniziert?

Und gibt es Tricks um die Pin-Belegung herauszufinden?

Wäre super, wenn mir da jemand kurz weiterhelfen könnte.

Grüße
Tom

Autor: Chris (Gast)
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Hi,

Du musst die Sensoren aus dem Kfz in aller Regel mit zyklischen 
Nachrichten bespaßen, damit sie etwas von sich geben. Allem voran 
Klemmen Signale, je nach Sensor noch viele anderes, sonst gehen sie 
gerne in einen Fehlermodus oder legen sich schlafen.

Pinbelegung herausfinden: das wirst du nicht gerne hören, aber am 
ehesten am lebenden Objekt.
Ansonsten: aufschrauben, Leitungen verfolgen. Das dick angebunden ist 
die Masse, die dünsten vermutlich CAN. Ist H und L vertauscht? Einfach 
andersrum probieren.

Ohne Aufschrauben wird es kniffeliger. Die Can-Pins erkennst du am 
Abschluss, der meist aber deutlich schwächer (im kOhm-Bereich) ist, bei 
der Versorgung wird es schwieriger. In aller Regel sind ECUs aber gegen 
Verpolung geschützt und halten auch sonst viel an diesen Klemmen aus - 
"is ja Automotive".

HTH

Autor: Chris (Gast)
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Vergessen zu schreiben: die Bitrate vom Bus musst du natürlich auch noch 
finden, die ist in aller Regel aber "glatt", also 250, 500 oder 1000 
kBit.

Im Normalfall schicken die VAG ECUs ein paar Nachrichten, wenn sie Strom 
bekommen aber keine Stimulation, in der Situation kannst du Oszi oder LA 
ranhängen (oder mit dem Phy experimentieren) und schauen, was passiert.

Evtl. Lässt sich die Pinbelegung auch in Reparaturplänen finden, die 
schwirren oft im Netz herum. Ein guter Ansatz ist auch der Kabelbaum, 
die Farben und Verdrillung der Leitung sagen schon recht viel aus ;)

Autor: Tom B. (Gast)
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Hi,

Vielen Dank schonmal für die ausführliche Antwort. Wenn ich dich richtig 
verstehe sollte ich mir also am besten einen baugleichen Sensor aus 
meinem Auto kaufen, dann die Nachrichten im Auto erstmal sniffen und 
damit dann wieder versuchen den Stand alone Sensor zu betreiben.

Ich werde dann mal berichten, ob das geklappt hat.

Autor: Thomas F. (igel)
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Tom B. schrieb:
> Kann ich einfach einen gebrauchten Sensor von deutschen Herstellern
> nehmen wie diesen hier?
> Ebay-Artikel Nr. 382965000858

Dieser Sensor hat keine CAN-Schnittstelle sondern einen PWM-Ausgang.

Auch fällt mir spontan kein einzelner Sensor aus dem KFZ-Bereich ein der 
CAN hat. Sensoren hängen entweder an Steuergeräten oder haben andere 
digitale Schnittstellen (PWM, SENT, LIN).

Wieso keinen CAN-USB Adapter mit PC-Software? Damit kannst du dan auch 
bestimmen was auf dem Bus pasiert.

Autor: Peter Z. (hangloose)
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Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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In den mittelalten Nissan Micras (K12 Serie) gibt es einige Module, die 
sich recht leicht ansprechen lassen sollten und auch billig vom Schrott 
geholt werden könnten.
Dabei ist das 'intelligent Power Distribution Module' die Leistungsstufe 
für Licht, Blinker etc.
Kontrolliert wird das ganze vom 'Body Control Module'.
Das Service Manual des Micra K12 ist leicht im Netz zu finden.

Autor: soul e. (souleye)
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Tom B. schrieb:

> Ich interessiere mich für den Can-Bus und würde gerne damit
> experimentieren. Daher suche ich einen günstigen (gerne auch
> gebrauchten) Sensor, mit dem ich meine µC+Can-Transceiver (Stm32 +
> CJMCU-1051) Baugruppe testen kann. Also z.B. Temperatur,
> Neigungssensoren o.ä. die regelmäßig ihre Messwerte ausgeben (damit ich
> nicht die ganze Zeit im Auto sitzen muss für die Tests).
>
> Preisbudget wären bis 30€.

Du kannst Dir so einen ESP-Sensor besorgen: 
Ebay-Artikel Nr. 263799915093

Ohne Buskommunikation geht der nach einer Sekunde ins failsafe und 
sendet dann zyklisch Daten auf 0x130,0x131,0x132 oder 0xCD, 0xD1, 0xD4. 
In den ersten beiden IDs stehen die Messwerte drin. Jeweils bit 0..15 
die Drehrate und bit 32..47 die Beschleunigung. Datenrate ist 500 
kbit/s.

: Bearbeitet durch User
Autor: Tom B. (Gast)
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Thomas F. schrieb:
> Dieser Sensor hat keine CAN-Schnittstelle sondern einen PWM-Ausgang.
> [...]
> Wieso keinen CAN-USB Adapter mit PC-Software? Damit kannst du dan auch
> bestimmen was auf dem Bus pasiert.

Ah okay, danke! Mich würde dabei jetzt echt interessieren woher du das 
weißt? Muss ich für jedes Teil den Schaltplan finden und es dort 
entnehmen? Oder gibts eine Quelle für BOMs der Sensoren? Oder weißt du 
sowas einfach aus Erfahrung? Denn im Internet konnte ich nichts dazu 
finden (oder habe falsch gesucht).

Matthias S. schrieb:
> In den mittelalten Nissan Micras (K12 Serie) gibt es einige
> Module, die
> sich recht leicht ansprechen lassen sollten und auch billig vom Schrott
> geholt werden könnten.
> Dabei ist das 'intelligent Power Distribution Module' die Leistungsstufe
> für Licht, Blinker etc.
> Kontrolliert wird das ganze vom 'Body Control Module'.
> Das Service Manual des Micra K12 ist leicht im Netz zu finden.

Super Hinweis, danke!

soul e. schrieb:
> Du kannst Dir so einen ESP-Sensor besorgen:
> Ebay-Artikel Nr. 263799915093
>
> Ohne Buskommunikation geht der nach einer Sekunde ins failsafe und
> sendet dann zyklisch Daten auf 0x130,0x131,0x132 oder 0xCD, 0xD1, 0xD4.
> In den ersten beiden IDs stehen die Messwerte drin. Jeweils bit 0..15
> die Drehrate und bit 32..47 die Beschleunigung. Datenrate ist 500
> kbit/s.

Das klingt natürlich perfekt. Glaube den kaufe ich mir einfach mal.

Autor: Test (Gast)
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Tom B. schrieb:
> Thomas F. schrieb:
>> Dieser Sensor hat keine CAN-Schnittstelle sondern einen PWM-Ausgang.
>> [...]
>> Wieso keinen CAN-USB Adapter mit PC-Software? Damit kannst du dan auch
>> bestimmen was auf dem Bus pasiert.
>
> Ah okay, danke! Mich würde dabei jetzt echt interessieren woher du das
> weißt? Muss ich für jedes Teil den Schaltplan finden und es dort
> entnehmen? Oder gibts eine Quelle für BOMs der Sensoren? Oder weißt du
> sowas einfach aus Erfahrung? Denn im Internet konnte ich nichts dazu
> finden (oder habe falsch gesucht).

So ist es. Wie ein Sensor angebunden wird ist zunächst mal von Kosten 
pro Knoten (Teilnehmer) getrieben. Die sollen immer so gering wie 
möglich sein. Als Faustformel kenne ich: Analog/PWM <1€ pro Knoten, Lin 
~2€, CAN ~5-7€, MOST ~12€. Das ist der "Effektive Preis" den der 
Teinehmer später in großen Stückzahlen im Fahrzeug kosten wird. Da ist 
eingereichnet: Entwicklungskosten, Bauteilkosten, Testkosten, usw. und 
das alles umgelegt auf die Anzahl der gebauten Fahrzeuge.

Jetzt gibt es natürlich gewisse Umstände (Störfestigkeit, Datenrate o.Ä. 
die verhindern dass einfache und günstige Lösungen (Analogsignal oder 
PWM) zum Einsatz kommen. Das betrifft z.B. den Drehraten-Sensor den man 
dir rausgesucht hat. Wo immer es geht nutzt man die günstigen 
Anbindungen.

Typischer Weise Analogspannungen für Stellungen von Klappen 
(Drosselklappe, Saugrohrklappe, Ventile, Klimaklappen), Temperaturen, 
Lambdasonde, Differenzdrucksensoren, (Airbagsensoren), 
Raildrucksensoren, Einklemmschutz, Niveausensoren (sind einfache Potis).

Die Klassiker für PWM (korrekt eher PPM / PFM) sind Dinge wo schneller 
(oder genauer) aufgelöst werden muss also Paradebeispiel 
Raddrehzahlsensoren, Kurbelwellen- und Nockenwellensensor, 
Getriebegeber. Umgekehrt werden die meisten Motoren und Ventile mittels 
PWM-Ausgang kontrolliert.

Wenn dann mehr Daten übertragen werden sollen / müssen und 
Diagnosefähigkeit oder Programmierbarkeit gefragt ist, kommt meistens 
LIN oder ein andere 1-Draht-Bus zum Einsatz. Das betrifft z.B. 
Regen-Licht-Sensoren, Alarmhorn, Scheibenwischer, Türsteuergeräte usw.

Wenn die Datenraten größer werden, die Möglichkeit des Updates bestehen 
muss (Stichwort UDS) oder zusätzliche Fehlerbehandlung notwendig sind, 
steigt man auf CAN um. Ist die teuerste und natürlich komplexeste 
Lösung. Viele Steuergeräte tummeln sich aber auch auf dem CAN-Bus weil 
dort verifizierte und plausibilisierte Werte "eben schon da sind". So 
ein CAN im Auto kann sehr schnell zu einem extrem komplexen Gebilde 
auswachsen und der CAN vereinfacht viele sehr. Habe neulich einen mehr 
als 800 seitigen Nachrichtenkatalog eines aktuellen Touran gesehen ... 
beeindruckend.

Typische Beispiele 
https://www.hella.com/techworld/de/Technik/Sensoren-Aktuatoren-204/

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