Hallo,
bitte verzeiht mir meine vermutlich dumme Frage, aber ich kenn mich
damit zu wenig aus:
Im Haus meiner Eltern wird der Telekom Anschluss nun auf IP umgestellt.
Router soll eine Fritzbox werden und es heisst ja man soll diese bei
Gewitter von Strom und DSL trennen.
Strom geht einfach, aber bei DSL wollte ich folgendes fragen:
Das Kabel unten an der Wanddose zu entfernen wäre kompliziert weil die
nicht leicht zugänglich ist. Also hätte ich überlegt dass ich ihnen sage
sie sollen bei Gewitter das DSL Kabel aus der Fritzbox ziehen und dieses
lose hängen lassen (ich würde das irgendwie befestigen).
Nun aber meine - sicherlich dumme, möglicherweise auch etwas paranoide -
Frage: Angenommen es würde nun wirklich durch einen Blitzschlag Spannung
über das (dann in der Luft hängende) DSL Kabel kommen: Könnte hier
irgendwas passieren (insb. jemand zu Schaden kommen der z. B. zufällig
in der Nähe ist) und wäre das Risiko geringer wenn man doch unten an der
Dose aussteckt und somit kein Kabel mit (offenen Kontakten) in der Luft
hängen hat?
Ich habe auch überlegt den Anschluss an die Fritzbox mit einer kleinen
RJ45 Kupplung zu machen, aber ich weiß nicht ob das viel ändern würde...
Blitze, die durch Kabel oder andere Metallteile übertragen werden,
können an der Austrittsstelle durchaus einige Meter weiter springen.
Egal ob das Kabel eingesteckt ist oder lose herumhängt: Es kann in
beiden Fällen für den Menschen gefährlich sein.
Ich habe einmal bei Gewitter TV geschaut. Plötzlich kam ein Blitz aus
der Wand heraus und schlug einen Meter darunter in den Fernseher ein. Es
stellte sich später heraus, dass an dieser Stelle ein Metallteil sitzt,
an dem früher ein Baugerüst befestigt war. Der Blitz schlug dort von
außen ein und setzte seinen Weg innen durch den Fernseher fort.
Wir sind mit einem Schrecken und einem kaputten Fernseher davon
gekommen.
Das war aber ein extremer Fall. Die meisten Blitzschäden kann man durch
abstecken der Kabel vermeiden. Betrifft aber eigentlich nur überirdisch
verlegte Kabel.
Ein Blitz der direkt einschlägt in dein Haus interessiert sich nicht für
3m Luft. Schließlich ist er gerade erst 200 aus dem Himmel
runtergekommen, na gut, dann sinds eben 203.
Ein Überspannungsschaden, weil ein Blitz in die Nähe der Leitung
einschlägt, z.B. in einen Baum beim Nachbarn o.ä., ist was ganz anderes,
das kann man sehr gut verhindern in dem man den Stecker zieht.
Wenn man in dem Fall den Stecker in der Hand hätte, würde man "ganz
schön eine gezogen" bekommen, vielleicht sogar tödlich, aber
überspringen tut das normalerweise nicht, zumindest nicht, wenn man
nicht wirklich direkt auf Fingerbreite dran ist.
Das Problem ist dann auch evtl. Induktion, d.h. lange Antennenleitungen,
LAN- und Telefonkabel sind genau so abzuziehen.
Die Gefahr sehe ich daher eher darin, das der Anschluss an zumindest
meiner Fritte ein RJ45 ist, und sich damit technisch nicht vom ISDN und
LAN unterscheidet.
Da könnte also jemand in Gewitterpanik alle Stecker rausreißen und
hinterher schaut er dumm, weil nix mehr geht. "Was mussn da wo rein???"
Nur mal als Relation:
Meine Kabel liegen unterirdisch, schon seit 1958, und da ist in der Zeit
noch nie der Blitz so stark angekommen, das mindestens eine
Bundespost-Hausanlage, eine von der Telekom, zwei von Auerswald und
jetzt die zweite AVM-Fritte was abbekommen haben.
Geräteupgrades waren immer Featurebedingt, es ist kein Blitzschutz an
der Leitung (zumindest in unserem Verfügungsbereich) und das Haus hat
keine Blitzableiter.
Das Erdkabel ist Bleimantelleitung mit Papierisolation...
Was bringt dich drauf, das du Blitzangst hast?
Paranoia oder ist das da tatsächlich ein Problem?
Jens M. schrieb:> Was bringt dich drauf, das du Blitzangst hast?
Ich kann da mitfühlen. Mal abgesehen von der seltsamen Nummer mit dem
Fernseher ist bei einem Freund die gesamte Unterhaltungselektronik von 3
Personen wegen einem Blitz hops gegangen. Das kommt davon, wenn man alle
Geräte irgendwie miteinander verbindet (damals via ISDN und Audio).
Aber so etwas kommt nur sehr selten vor. Und wenn, dann sollen die
bequemen Zwischenstecker aus dem Einzelhändler kaum helfen. Kabel
abstecken ist das schon sicherer, wenn man das Bedürfnis dazu hat.
Hallo,
sollte die Fritzbox Schaden nehmen wäre mir das im Prinzip relativ egal,
mir geht es vorrangig um die Frage ob ich die Gefahr, dass eine Person
zu Schaden kommt durch die von mir beschriebene Vorgehensweise (DSL
Kabel nicht direkt an Wandbuchse abstecken, sondern nur das Kabel aus
der Fritzbox), erhöhe.
Nein, ein Personenschaden ist so nicht möglich, es sei denn jemand hat
die Strippe in der Hand.
Man soll ja auch nicht duschen o.ä., wenn es blitzt, und sich von
Elektrogeräten fernhalten.
Der Blitz, der aus dem Kabel springt, springt auch aus den
Lüftungsschlitzen.
Du verhinderst so nur potentielle Geräteschäden, aber wie gesagt auch
nur, wenn du längere Kabel an beiden Enden trennst.
Hier hat ein Gewitter den NTBA geroestet. Dahinter ist nichts passiert.
Unterirdisch verlegte Kabel haben das nicht verhindert...
Einen NTBA gab es dann in neu und fuer umsonst.
Vergleichbarer Überspannungsschaden aufgrund entferntem Blitzeinschlag
bei meinen Eltern am Router, Telefonanlage, Motherboard-Netzwerkkarte
und Netzteil eines Flachbildmonitor.
Hier waren auch etliche Nachbarn betroffen. Bis alles ersetzt war,
dauerte es ein paar Tage - unschön vor allem das Telefon, und meine Oma
hat kein Handy.
Seitdem gibt es eine Überspannungsschutz von APC in der DSL-Leitung, und
keine weiteren Probleme.
Jens M. schrieb:> Der dürfte aber arg am Sync fressen, oder?
Auf onlinekosten.de hat einer sowas bei nem VDSL-Anschluss getestet, war
nicht wirklich nennenswert.
Ob das Ding im Ernstfall was bringt ist aber ne andere Frage.
Jens M. schrieb:> Nein, ein Personenschaden ist so nicht möglich, es sei denn jemand hat> die Strippe in der Hand.
So ein Blödsinn. Natürlich kann es zu Personenschäden kommen. Kann es
allerdings auch, wenn der Stecker noch in der Fritzbox steckt, ist nur
viel weniger wahrscheinlich, weil der Pfad zur Erde über die
Stromversorgung der FB sehr viel "kürzer" ist.
Wirklich relevant ist die Sache allerdings nur für Anschlüsse, bei denen
die "letzte Meile" Freileitung ist, also eher im ländlichen Raum.
Allerdings: nicht immer weiss man, dass das so ist. Es gibt auch oft die
Situation, dass Siedlungen oder Ortslagen im Kern zwar unterirdisch
verkabelt sind, die Zuführung aber über mehrere 100m Freileitung
erfolgt. Das ist auch noch recht schadensträchtig, insbesondere beim
ersten Gewitter nach einer längeren Trockenperiode.
Einfach nichts ausstrecken. Im unwahrscheinlichern Fall zahlt die
Versicherung. Personenschaden im Haus durch Gewitter ist so
wahrscheinlich wie ein 6er im lotto.
Andreas M. schrieb:> Claus M. schrieb:>> Personenschaden im Haus durch Gewitter ist so wahrscheinlich wie ein 6er>> im lotto.>> Jede Woche gewinnt mindestens einer.
Erstens stimmt das nicht und zweitens spielen wesentlich mehr Menschen
lotto als es Gewitter gibt jede Woche.
Jens M. schrieb:> Mein Auerswald Blitzschutz reduziert 68MBit auf unter 50, weil die> ganzen hohen Frequenzen von den Blitzableitern gedämpft werden...
Ich habe "nur" 50MBit und die kommen durch meinen Blitzschutz auch am
Rechner an. Ist ein Modell ähnlich dem DEHN DBX TC 180 (jedenfalls das
gleiche Gehäuse).