Bleigießenfiguren zum Löten?

Gast #5887520
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Hallo...ich hab eine sehr komische Frage. Ich löte nur alle 100 Jahre 
und habe gerade 2 Stellen die gelötet werden müssten. Habe aber keinen 
Lötzinn hier. Stattdessen aber ein Set zum Bleigießen...kann man das 
nicht für eine solche Sache Zweckentfremden? Oder ist der Schmelzpunkt 
zu niedrig?
#5887525
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Die Frage ist, was willst du löten...

Dachrinne oder Kupferrohr würden gehen, bei Elektronik... Naja...

Und wenn du kein Lötzinn da hast, wirst du sicherlich auch kein 
separates FLussmittel da haben. Denn genau davon wirst du einiges 
brauchen, um das Zinn aus dem Bleigießset (wenn es ein aktuelles, 
bleifreies ist), einigermaßen brauchbar zu verarbeiten. So trocken nen 
Zinnklumpen an eine PLatine halten und warm machen wird nichts.
#5887548
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Andi B. schrieb:
> Es ist ein altes set mit Blei...da brauche ich doch dann kein
> Flussmittel oder täusche ich mich

Ja, und wie! Saubere Metallflächen könnten noch gehen, bei Litze ist 
dann aber endgültig Schluß.
Verdünnte Salzsäure (~6%) geht auch. Nur abspülen o. gut auslüften 
lassen! Rohes Baumharz tut auch, spritzt nur wie blöde in der Gegenrum 
(Wasser). Kann man auskochen (Löffel etc.)....
#5887611
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Andi schrieb:
> Ich löte nur alle 100 Jahre
> und habe gerade 2 Stellen die gelötet werden müssten. Habe aber keinen
> Lötzinn hier.

Du wirst doch wohl irgendwen in der Umgebung kennen der auch noch lötet 
und was da haben könnte. Oder irgendein 
Elektronik-/Modellbau-/Bastel-Laden oder Hornbach oder dergleichen 
irgendwo im übernächsten Dorf.

Es muss doch möglich sein mitten in der Woche am hellichten Tag eine 
Rolle Lötzinn aufzutreiben wenn man nicht gerade in der Antarktis im 
Schneesturm festsitzt.
#5887629
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apropos Geschmack:
https://de.wikipedia.org/wiki/Blei(II)-acetat
Bekannt ist Blei(II)-acetat als Bleizucker, da es süß schmeckt und gut 
in Wasser löslich ist. Trotz seiner Giftigkeit wurde Bleizucker bis zum 
19. Jahrhundert als Zuckerersatz verwendet – insbesondere wurde Wein 
damit gesüßt.

Lötzinn ist üblicherweise hohl und enthält Flussmittel, das müsste man 
dem Gießblei noch zufügen.
Gast #5887652
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Christoph db1uq K. schrieb:
> Ich vermute, dass das etwa dieselbe Legierung ist. Die eutektische
> Mischung Blei/Zinn hat einen Schmelzpunkt etwas unterhalb 200°C. Mit
> anderen Mischungsverhältnissen liegt er höher. Es gibt spezielle Lote
> (mit Wismut?) die noch niedriger schmelzen.

Vielleicht wird des Preises wegen,  recyceltes Lötzinn verwendet.
Gast #5887841
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Andi schrieb:
> Stattdessen aber ein Set zum Bleigießen...kann man das
> nicht für eine solche Sache Zweckentfremden? Oder ist der Schmelzpunkt
> zu niedrig?

Nein, kann man nicht und deine Annahmen sind falsch.

Nur bei einem Mischungsverhältnis von 63% Zinn und 37% Blei gibt es ein 
Eutektikum. D.h. nur bei diesem Mischungsverhältnis schmilzt bzw. 
erstarrt die Legierung komplett bei der niedrigsten Temperatur von 
183°C. Je mehr das reale Mischungsverhältnis davon abweicht, desto mehr 
erhöht sich die Schmelztemperatur. Es gibt dann auch keinen 
Schmelz-/Erstarrungspunkt mehr sondern einen 
Schmelz-/Erstarrungsbereich, in dem gleichzeitig flüssige und feste 
Bestandteile in der Schmelze enthalten sind. Blei schmilzt erst bei 
327,5°C.
Bei einem Test von der Stiftung Warentest im Jahr 2012, lag der 
Bleigehalt von so einem Set bei bis zu 71%.
Moderator Persönliche Seite #5887846
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GeraldB schrieb:
> Nur bei einem Mischungsverhältnis von 63% Zinn und 37% Blei gibt es ein
> Eutektikum.

Ja, und?

Deshalb kann man doch trotzdem damit löten.

In der DDR galt Zinn als zu wertvoll und (volkswirtschaftlich) teuer, 
weshalb vieles Lötzinn, was man als Hobbyist damals kaufen konnte, daher 
nur 40 % Zinngehalt hatte. (Die Industrie hat sich auf sowas natürlich 
nicht eingelassen.) Trotzdem konnte man damit löten, braucht halt eine 
etwas höhere Temperatur als das mit 60 oder 63 % und sieht ein bisschen 
grauer aus.  Wird für Andi am Ende ziemlich egal sein, sofern er ein 
ausreichend kräftiges Lötwerkzeug besitzt.
#5887890
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Jörg W. schrieb:
> Teo D. schrieb:
>> Das wird halt recht spröde
>
> Blei ist duktiler als Zinn. :)

Hilft aber nichts bei der durch die schnelle Abkühlung entstehende 
Struktur. Reines Blei könnte da sogar besser abschneiden.
OK, das ganze sind meine persönlichen Erfahrungen durch Rep. Also alles 
gealterte Lötstellen, diese mal, inkl. der eventuellen Bruchstellen, mit 
nem kleinen Mikroskop (~x60) betrachten....
Gast #5887937
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Andi B. schrieb:
> Battariefach

Das schreibt man "Baddariehfach".






Ihr wollt dem TO ernsthaft helfen? Ganz ehrlich, dann erklärt doch 
erstmal, an welchem Ende der Lötkolben gehalten wird!
Ausführungen zu eutektischen Legierungen, Duktilität usw. sind ein ganz 
klein wenig fehl am Platze. Und Salzsäure auch.

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