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Forum: HF, Funk und Felder DAB+ mal wieder neuer Stress damit - oder ?


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Autor: W.S. (Gast)
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Ist das Folgende nun ein Stück Sommerloch-Theater oder was 
Ernstzunehmendes im Bürokraten-Krieg über UKW und DAB+ ?

Zitat aus:
https://www.infosat.de/radio/nieders-chsischer-landtag-fordert-beendigung-von-dab
"Der niedersächsische Landtag hat in seiner Sitzung am 19. Juni 2019 den 
von der FDP eingebrachten Antrag zur Radioverbreitung einstimmig 
angenommen, ohne Enthaltungen oder Gegenstimmen. Darin wird die 
Landesregierung unter anderem dazu aufgefordert, sich für eine 
Beendigung von DAB+ einzusetzen."

W.S.

Autor: $$$ (Gast)
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Du hast den interessanteren Teil weggelassen, der da sinngemaess
lautete: UKW soll bleiben.

Autor: Tom (Gast)
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$$$ schrieb:
> Du hast den interessanteren Teil weggelassen, der da sinngemaess
> lautete: UKW soll bleiben.

Wo ist da die Neuigkeit? Es gab doch nie einen Termin für die 
UKW-Abschaltung. Ich lese da nur raus, das jetzt Geld für 5G Radio 
ausgegeben soll, anstelle von DAB+. Das neue System nennt sich also 5G 
und DAB++.

Autor: Tom (Gast)
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Tom schrieb:
> Das neue System nennt sich also 5G
> und (NICHT!) DAB++.

Autor: derderesnichtmehrhörenkann (Gast)
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Sommerloch,
es gibt da noch die seit langem beschloßene (und auch von Deutschland 
Ratifizierte) EU Vorgabe, bei deren Umsetzung Deutschland mal wieder 
schwerst im Verzug ist.

Nicht das es nun in den falschen Hals kommt, DAB+ ist "Nett", mir ist 
aber Analog UKW lieber.

Autor: Einer (Gast)
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Das erste vernünftige was ich Heute gehört habe.

Autor: derderesnichtmehrhörenkann (Gast)
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Nachtrag:
5G geht sowieso nicht, ist nicht ohne Abschluß eines zusätzlich 
Kostenpflichtigen Mobilfunkvertrages Empfangbar, und zählt somit nicht
als Alternative zum ÖR Auftrag, dieser sollte nur ein geeignet
Empfangsgerät benötigen.
Juristisch kommen die damit nie durch.

Autor: Elektrofan (Gast)
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> UKW soll bleiben.

Träum weiter. DAS ist bestimmt nicht gemeint!

Im angenommenen Antrag steht u.a.:

"Der Landtag bittet daher die Landesregierung,
1. sich konsequent zusammen mit dem Bund, anderen Ländern sowie den 
privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern für einen marktgerechten 
Übergang in eine digitale Radiozukunft einzusetzen und ein klares, 
abgestimmtes Konzept zu erarbeiten, ..."

Also hat der sog. "Souverän", der eben diesen Landtag gewählt hat,
(wie üblich, auch) hier eher wenig zu melden.
Zuallererst kommt der "Markt"!

Autor: $$$ (Gast)
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Bis die armen von der Auktion ach so gebeutelten Mobilfunker
5G so flaechendeckend am Start haben, dass es zum Empfang taugt,
wird noch viel Zeit vergehen.

Die kurz- bis mittelfristige praktische Konsequenz ist der
weitere Erhalt von UKW. Und das wird auch ueber Niedersachsen
hinausgehend diese Konsequenz haben.

Ob die Niedersachsen DAB+ oder nicht haben, um es mit den
Worten eines Bielefelder (Ex-)Kollegen zu sagen: Ist mir Wumpe.

Autor: Elektrofan (Gast)
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> Juristisch kommen die damit nie durch.

(Mehrheitlich von den Volksparteien eingesetzte) Juristen haben auch 
definiert, dass JEDER auf die potentielle Nutzung des öffentlich-
rechtlichen Rundfunks angewiesen IST (genauso wie auf Polizei,
Feuerwehr etc. ) und deswegen das Milliardensystem mitzutragen hat.
Auch wenn er das Gegenteil behauptet und weder Radio, PC, ... etc.
besitzt - das Vorhandensein einer Meldeadresse reicht als
Legitimation aus!

Autor: Tom (Gast)
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derderesnichtmehrhörenkann schrieb:
> 5G geht sowieso nicht, ist nicht ohne Abschluß eines zusätzlich
> Kostenpflichtigen Mobilfunkvertrages Empfangbar,

Gibt einen bestimmten Broadcastmodus in 5G, hat dann nix mehr mit 
Mobilfunk gemeinsam.

100+x kW 5G HPHT-Sender für TV oder Radio im richtigen Frequenzband wird 
besser funktionieren als DAB+.

https://www.rohde-schwarz.com/de/unternehmen/news-und-presse/details/pressebereich/pressemitteilungen-detailseiten/rohde-schwarz-praesentiert-auf-der-nab-2019-mit-5g-broadcast-eine-neue-aera-der-mediendistribution-pressemitteilungen-detailseite_229356-627009.html

Autor: Tom (Gast)
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...oder die hauen eine eSim rein, wie sie jedes neue Auto heute schon 
hat.

Kann man ja schöne Abomodelle damit umsetzen! ;-)

Autor: Klarofix (Gast)
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Wenn es darum geht, Verträge zu Ungunsten Dritter abzuschließen, sind 
die
Volksver-TRETER imer vorn.

Autor: Georg A. (georga)
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Tom schrieb:
> Gibt einen bestimmten Broadcastmodus in 5G, hat dann nix mehr mit
> Mobilfunk gemeinsam.
>
> 100+x kW 5G HPHT-Sender für TV oder Radio im richtigen Frequenzband wird
> besser funktionieren als DAB+.

Das ist erstmal noch zu testen, bei DAB war man am Anfang mit dem SFN 
auch arg euphorisch. Der Zellradius mit 60km ist zum einen kleiner als 
bei DAB (ca. 80km), die Frequenzen höher. Ist die Frage ob die paar dB 
mehr Sendeleistung das wieder ausgleichen. Und wenn die E-Smog-Geplagten 
5G-Mobilfunk und 100kW hören, brennt der Laden ;)

Mitbenutzung der normalen 5G-Infrastruktur zum Lückenfüllen ist eher 
nicht drin, die Provider sperren sich:

https://www.teltarif.de/5g-rundfunk-radio-frensehen-broadcast/news/75831.html

Und dann ist immer noch die Frage, ob/wie das Feature dann bei den 
Endgeräten tatsächlich frei zugänglich ist. Schon jetzt ist in den 
Smartphones-OS soviel mit dem Mobilfunkbetreiber verdongelt (zB. 
automatisches VoIP statt LTE), dass das nicht gesetzt ist.

Und am Ende ist immer noch die Frage, ob es dann (also in >5 Jahren) 
tatsächlich noch viele Radios in der gegenwärtigen Form gibt. Die 
Funkanalyse Bayern wird demnächst wohl einen heftigen Dämpfer bringen... 
Bislang wurden Spotify und Co immer irgendwie geschickt wegdiskutiert, 
aber langsam gibt es quasi in jeder der üblichen Auswertungsachsen 
(Zielgruppenalter, Orte, Tagesreichtweiten, Bildung, Haustiere...) ein 
dickes Minus zu 2018.

Autor: Lurchi (Gast)
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G5 und dann spezielle, getrennte Sender ist doch auch nicht viel anders 
als DAB++ und hat praktisch nichts mit dem Handy-netz zu tun. Das sind 
getrennte Sender die wohl auch ihren eigenen Frequenzbereiche nutzen. 
DAB+ Empfänger im Smartphone wären ggf. auch möglich.

Wenn nötig könnte man auch die heutigen Mobilfunkmasten/Standorte für 
Füllsender im DAB+ Netz nutzen.
Das wesentliche Problem mit DAB+ ist, dass es nur mangelhaft ausgebaut 
ist (vor allem in Norddeutschland - im Süden soll es deutlich besser 
sein) und daher kaum einer sich neue Geräte kauft. Wenn schon umstellen 
dann richtig - d.h. ein echter Ausbau und ggf. schon mal anfangen das 
UKW Angebot zurück zu bauen und die Abschaltung schon mal vorsehen. Eine 
neue Diskussion um einen anderen Standard und auch schon die Umstellung 
DAB nach DAB+ helfen da auch nicht.

Autor: Manfred (Gast)
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Lurchi schrieb:
> Wenn nötig könnte man auch die heutigen
> Mobilfunkmasten/Standorte für
> Füllsender im DAB+ Netz nutzen.

Überflüssig, es gibt seit Jahrzehnten bewährte Senderstandorte, man 
braucht keine Füllsender.

> Das wesentliche Problem mit DAB+ ist,
> dass es nur mangelhaft ausgebaut ist
> (vor allem in Norddeutschland

Das ist genau der Knackpunkt und das gilt auch für DVB-T!

Seit Jahrzehnten sendet der Norddeutsche Rotfunk UKW vom Torfhaus, auch 
analog-FS ARD - ZDF - N3 kamen von dort. Ein DAB+ Sender steht dort aber 
nicht, die sind in Braunschweig (Broitzem) und bei Königslutter und 
reichen nicht sauber in die Vorharzregion.

Was soll der Scheiß, haben das Funktechniker oder Politiker geplant?

Die Jungs in der Ostzone waren etwas träger, die senden auch digital 
weiterhin vom Brocken (MDR) und haben ordentliche Reichweiten.

Autor: Martin L. (makersting)
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Na toll. Als MW abgeschaltet wurde, hatte ich den DLF in Köln 
angeschrieben, weil auf der A31 ein UKW-Funkloch für Dlf war. Bis zum 
Ende der MW konnte ich das gut damit überbrücken.

Man schrieb zurück seinerzeit zurück, es käme in Kürze DAB+ und alles 
würde prima werden. ...ein Scheiß ist seit dem passiert, außer, dass ich 
mir ein DAB-Autoradio plus neuer UKW/DAB-Antenne eingebaut habe. Und nun 
lese ich, es wird offenbar auch nichts mehr passieren.

: Bearbeitet durch User
Autor: Auf der A3 (Gast)
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W.S. schrieb:
> Darin wird die
> Landesregierung unter anderem dazu aufgefordert, sich für eine
> Beendigung von DAB+ einzusetzen.

Es ging aber nicht darum DAB+ zu beenden, sondern die Förderung.
Laut Bericht der bei Heise stand.

UKW wird schon lange nicht mehr gefördert und es gibt immer noch UKW 
Rundfunksender. Was nun?

Autor: Martin L. (makersting)
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Im Link von oben steht, dass einstimmig beschlossen wurde, die 
Landesregierung aufzufordern DAB zu beenden. Einstimmig. Dass heißt, die 
Regierung selbst hat auch derart abgestimmt.

Interessantes Detail dabei ist, dass die beiden einzigen landesweit 
ausgesendeten Privatsender in Niedersachsen (Antenne, ffn) teilweise der 
SPD gehören.

: Bearbeitet durch User
Autor: Delta Loop (Gast)
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Martin L. schrieb:

> Interessantes Detail dabei ist, dass die beiden einzigen landesweit
> ausgesendeten Privatsender in Niedersachsen (Antenne, ffn) teilweise der
> SPD gehören.

Die finden auch auf andere Weise Mittel und Wege, ihre Propaganda 
abzustrahlen.

Autor: Marek N. (bruderm)
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Martin L. schrieb:
> Interessantes Detail dabei ist, dass die beiden einzigen landesweit
> ausgesendeten Privatsender in Niedersachsen (Antenne, ffn) teilweise der
> SPD gehören.

Magst du uns bitte die Quelle nennen?

Autor: Georg A. (georga)
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Martin L. schrieb:
> Interessantes Detail dabei ist, dass die beiden einzigen landesweit
> ausgesendeten Privatsender in Niedersachsen (Antenne, ffn) teilweise der
> SPD gehören.

Was ist denn "teilweise"? Mehr als die 7.6%, die Axel Springer gehören? 
Und am Ende gehörts sowieso immer irgendwie zu Burda...

Einfach mal auf
https://www.kek-online.de/medienkonzentration/mediendatenbank/#/
den gewünschten Sender eingeben und sich dem Baum entlanghangeln...

: Bearbeitet durch User
Autor: Martin L. (makersting)
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Marek N. schrieb:
> Martin L. schrieb:
>> Interessantes Detail dabei ist, dass die beiden einzigen landesweit
>> ausgesendeten Privatsender in Niedersachsen (Antenne, ffn) teilweise der
>> SPD gehören.
>
> Magst du uns bitte die Quelle nennen?
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Druck-_und_Verlagsgesellschaft

Ich muss ergänzen, dass auch Radio21 (fast) landesweit über UKW in Nds. 
ausgestrahlt wird. Daran ist die SPD auch beteiligt.

: Bearbeitet durch User
Autor: Georg A. (georga)
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Martin L. schrieb:
> Ich muss ergänzen, dass auch Radio21 (fast) landesweit über UKW in Nds.
> ausgestrahlt wird. Daran ist die SPD auch beteiligt.

Die DDV (mit 94% SPD-Treuhand) hat 23% an Madsack, die haben wiederum 
75% an der Madsack Hörfunk. Die haben wiederum 6% an Antenne NDS und die 
steckt mit 20% bei Radio 21 drin. In Summe also ca 0.1%, also eher 
vernachlässigbar (mag indirekt noch ein paar andere "Wege" geben, dann 
korrigiert mich). Zum Vergleich RTL hat 9%, Heise 16% an Radio 21.

Alles über die KEK rauszufinden.

Autor: OS (Gast)
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Lurchi schrieb:
> G5 und dann spezielle, getrennte Sender ist doch auch nicht viel anders
> als DAB++ und hat praktisch nichts mit dem Handy-netz zu tun. Das sind
> getrennte Sender die wohl auch ihren eigenen Frequenzbereiche nutzen.
> DAB+ Empfänger im Smartphone wären ggf. auch möglich.
>
> Wenn nötig könnte man auch die heutigen Mobilfunkmasten/Standorte für
> Füllsender im DAB+ Netz nutzen.
> Das wesentliche Problem mit DAB+ ist, dass es nur mangelhaft ausgebaut
> ist (vor allem in Norddeutschland - im Süden soll es deutlich besser
> sein)

Genau so ist es, ich habe dazu einen Bericht bei Kathrein "so lange es 
die Firma noch gibt" gefunden.
https://www.kathrein.com/de/newsroom/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/news/kathrein-treibt-mit-rohde-schwarz-weltweit-erstes-5g-testfeld-fuer-tv-uebertragung-voran/

Es gibt bereits einen Testbetrieb, auch vom Sender auf dem Wendelstein 
"1800 Meter über NN" das alles hat nicht mit dem Mobilfunknetz 5G zu 
tun.
Am Test beteiligt, Rohde & Schwarz, Kathrein und das IRT München.
Es soll mal 5G Terrestic kommen.
Wobei die Vorteile gegenüber DAB+ und DVBT-2 noch gar nicht klar sind.
Vorteile könnten bei der Versorgung von Gebieten sein, die nicht von 
solchen Großsendern versorgt werden, hier könnte das Mobilfunknetz als 
Füllsender verwendet werden. Es ist auch nicht geklärt ob es zwingend 
einen Rückkanal per Mobilgerät geben muss. Denkbar wäre es für Pay-TV.
Nur ein Rückkanal für alle wird sich nicht mit der Grundversorgung 
vereinbaren lassen. Auf aus Datenschutzgründen so nicht möglich.
Es kann sonst ermittelt werden, Wer Wann Wo Was gesehen oder gehört hat.

Im Süden ist die Versorgung mit DAB+ sehr Gut, es sollen Anfang Juli 
auch noch Regionale Programme wie Oberland Radio und weitere auf Sendung 
gehen.
Auskunft Bayerische Landesmedienanstalt, Newsleter Juni 2019.

Autor: Tom (Gast)
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Die 5G TV Aussendungen erfolgen aktuell irgendwo bei 700-750 MHz, 
Frequenzzuteilung bis Okt. 2019. In dem Frequenzbereich wird man wohl 
ein ähnliches Reichweitenverhalten wie DVB-T1/2 haben.
Interessant wird es erst wenn man reine 5G Radioaussendungen im 
UKW-Bereich realisiert. Mux-Bandbreite ähnlich von DAB+, also 1.5-2 MHz. 
Bei Sendeleistungen von 50-100kW (DAB+ max. 10kW) und halber Frequenz in 
Vergleich zu DAB+ sollte das Radio in Problemregionen inhouse deutlich 
weniger "stottern" als jetzt bei DAB+.

Autor: Georg A. (georga)
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Tom schrieb:
> Interessant wird es erst wenn man reine 5G Radioaussendungen im
> UKW-Bereich realisiert. Mux-Bandbreite ähnlich von DAB+, also 1.5-2 MHz.
> Bei Sendeleistungen von 50-100kW (DAB+ max. 10kW) und halber Frequenz in
> Vergleich zu DAB+ sollte das Radio in Problemregionen inhouse deutlich
> weniger "stottern" als jetzt bei DAB+.

Ja technisch nett, das ist nur die totale Träumerei. Es gibt keine 
definierten Bänder für 5G im UKW-Bereich. Und wenns die nicht gibt, gibt 
es auf lange Zeit auch keine Empfänger dafür.

Und wer soll das inhaltlich unterstützen? Die Sender, die jetzt so 
heftig auf UKW als einziges Zugpferd setzen, sollen aktiv ihre 
Frequenzen (und damit Hörer) aufgeben, damit dann da 5G laufen kann? 
Eher friert die Hölle zu. Das hätte man nämlich dann auch vor 20 Jahren 
bequem mit DAB oder DRM machen können, wollte auch keiner.

Es gibt jetzt eine technische Möglichkeit für Broadcast-Radio, und das 
ist DAB. Alles andere ist entweder zu weit in der Zukunft bzw. technisch 
oder medienpolitisch absolut unrealistisch.

Autor: OS (Gast)
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Es geht auch anders, hier ein Bericht dazu.

 Digitalradio: DAB+ wächst in Bayern – BLM-Chef sieht Trend unumkehrbar

Das Digitalradio DAB+ habe in Bayern den "Point of no Return" erreicht. 
Ab 2020 sollen alle UKW-Programme auch digital ausgestrahlt werden.

Quelle:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Digitalradio-DAB-waechst-in-Bayern-BLM-Chef-sieht-Trend-unumkehrbar-4456873.html

Das könnte auch der Anfang vom Ende der Analogen UKW Verbreitung sein.

Ein Prallen Betrieb von UKW, DAB+, Internet und Satellit wird man sich 
auch Dauer nicht leisten können.

Autor: Modulatz John (Gast)
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OS schrieb:

> Ein Prallen Betrieb von UKW, DAB+, Internet und Satellit wird man sich
> auch Dauer nicht leisten können.

Ein paralleler Betrieb wäre nicht so pralle...
:)

Andererseits kann man doch einfach die Rundfunkgebühr erhöhen. Michel 
ist duldsam und kann dann die Propaganda aus allen Rohren hören.

Autor: Georg A. (georga)
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Modulatz John schrieb:
> Andererseits kann man doch einfach die Rundfunkgebühr erhöhen.

Eher nein, die KEF ist da inzwischen zum Schrecken gerade der 
ARD-Anstalten geworden, die sich historisch bedingt viele parallele 
Strukturen leisten.

Autor: Marconi Anhänger (Gast)
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Einen gravierenden Nachteil hat die digitale Radio Zunft und Co:  Es 
kann leicht vom Staat durch Gesetzeszwang durch einen vorgesehenen 
"Kill-Switch" abgeschaltet werden.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Internet_Kill_Switch

Wie Beispiele der jüngsten Zeit beweisen, schaltet der Staat in vielen 
Ländern wenn es brenzlig wird die digitalen Verbindungen unerwartet ab 
und die Bevölkerung erleidet einen totalen Informations und 
Communications Blackout. Das würde auch übers Internet gespeiste 
Radiosender aller Art betreffen. Von UKW bis zu DAB+ und weiter zu 5G 
oder was es auch sonst immer gibt. Allen diesen Systemen sind geschützte 
Protokoltechnik und Infrastrukturabhängigkeiten gemeinsam.

Wenn es nun keinen Analog Rundfunk mehr geben sollte und die Bevölkerung 
immer weniger Analogradiogeräte zur Verfügung hat, könnten nicht einmal 
Not bzw Piratensender die Bevölkerung informieren. Die totale 
Abhängikeit der vernetzten Technik und digitalen Übermittlungsmethoden a 
la DAB+ von nicht öffentlich betreibbaren Protokollen erschweren 
Selbsthilfe gewaltig.

Nun, das mag kein Faktor in der EU Zone sein, ist aber ein "Fact of 
Life" in vielen anderen Ländern mit grenzwertigen diktatorischen 
Regimen. Und wer weiß was noch in der EU passieren kann. Um, dass in D 
nichts passieren kann, geht es nicht.

Es geht darum, daß die die digitale Abhängikeit vom Funktionieren aller 
Kettenglieder, eine empfindliche Achillesferse darstellt.

Der Erhalt von Analogrundfunk und Spektrum würde Ausweichmöglichkeiten 
schaffen die in DAB+ nicht so leicht möglich wären, wenn man vom Stürmen 
von DAB Studios absieht. Mit UKW sind mobile Sendestellen kein Problem 
um lokalen UKW Empfang wieder befristet möglich zu machen.

Was hätte damals die französische Resistance gemacht, wenn Funk nur 
digital durch große Betreiber möglich geswesen wäre. Lacht nicht, auch 
in D kann alles schneller auseinander fallen wie man denkt, auch wenn 
das höchst unwahrscheinlich ist. Krisen kann es aber immer geben und 
manchmal schneller als man denkt und wenn man am wenigsten darauf gefaßt 
ist. Genau wie in den betroffenen Ländern wo die Regierungen einen 
"Kill-Switch" haben und das Internet im Handumdrehen in Sekundenschnelle 
schwarz wird. Und das dürfte auch die mobilen Funkstellen betreffen. Wer 
weiß ob es so eine Möglichkeit nicht auch bei uns in D gibt.

Eine moderne Zivilisation tut gut daran eine Mischung von einfach und 
High-Tech zu haben. Das garantiert und sichert "Resiliency". Mit 5G, 
DAB+ und Internet neben UKW, hätte man ein robustes 
Informationsnetzwerk. Das schon durch den Steuerzahler bezahlte UKW 
Sendenetz wäre wert zu erhalten. Die Stromkosten sind auch kein 
wirkliches KO-Merkmal. Die UKW Technik ist prinzipiell extrem zuverläßig 
und störsicher.

Die heutzutage erwähnten Mängel im UKW Empfang rühren hauptsächlich vom 
Fehlen von Investitionen her und die schleichende Sabotage des UKW 
Sendenetzes durch Verringerung von Sendeleistung und Aufgabe von 
Sendeantennen.

Es wäre gut DAB+ Sendeaufbereiter zur Verfügung haben, die in Notfällen 
unabhängigen Rundfunk von mobilen Klein Sendestellen zur Information der 
Bevölkerung möglich machen würden. Es wäre interessant zu wissen wie 
Notfall Sendeausstrahlungen in DAB+ Format möglich gemacht werden 
könnten. Lacht nicht. Das könnte bitter nötiger sein als man 
normalerweise denkt.

Autor: Tom (Gast)
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Marconi Anhänger schrieb:
> Was hätte damals die französische Resistance gemacht, wenn Funk nur
> digital durch große Betreiber möglich geswesen wäre.

Die hätten sich im einfachsten Fall einen schnellen USB3-VGA DAC auf 
FL2000 Basis gekauft (20-25 Euro) oder ein LimeSDR + passender Endstufe 
und wären mit einem eigenen DAB+ Mux auf Sendung gegangen. Ist doch 
lächerlich anzunehmen, das man "nur" wegen der Digitalisierung keinen 
Piratensender mehr betreiben zu können.

Autor: Georg A. (georga)
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Marconi Anhänger schrieb:
> Es wäre gut DAB+ Sendeaufbereiter zur Verfügung haben, die in Notfällen
> unabhängigen Rundfunk von mobilen Klein Sendestellen zur Information der
> Bevölkerung möglich machen würden. Es wäre interessant zu wissen wie
> Notfall Sendeausstrahlungen in DAB+ Format möglich gemacht werden
> könnten. Lacht nicht. Das könnte bitter nötiger sein als man
> normalerweise denkt.

Nachdem die HW dazu recht günstig ist und die SW gar nichts kostet, gibt 
es schon einige DAB-Piratensender. Wirklich "teuer" ist nur die 
Linearendstufe, das ist halt nicht mehr ganz so simpel 
zusammenzuschustern, wie ein Class-C-Amp...

BTW: Den (theoretischen) Killswitch gibts in Bayern schon seit 
Privatradiostart, auch für UKW. Nachdem es in Bayern juristisch gesehen 
kein Privatradio gibt, ist für jeden Privatsender die BLM der 
öffentlich-rechtliche Träger. Und die erlaubt keinen eigenen 
Sendebetrieb sondern nur einen über die paar üblichen Betreiber (Media 
Broadcast, Uplink, Divicon). Grund ist der, dass es immer eine 
Abschaltmöglichkeit ohne physischen Zugriff geben muss. Natürlich geht 
das auch nur mit Beschluss, aber dann reicht ein Anruf und es muss kein 
Mast gesprengt werden.

Autor: Marconi Anhänger (Gast)
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Georg A. schrieb:
> Marconi Anhänger schrieb:
>> Es wäre gut DAB+ Sendeaufbereiter zur Verfügung haben, die in Notfällen
>> unabhängigen Rundfunk von mobilen Klein Sendestellen zur Information der
>> Bevölkerung möglich machen würden. Es wäre interessant zu wissen wie
>> Notfall Sendeausstrahlungen in DAB+ Format möglich gemacht werden
>> könnten. Lacht nicht. Das könnte bitter nötiger sein als man
>> normalerweise denkt.
>
> Nachdem die HW dazu recht günstig ist und die SW gar nichts kostet, gibt
> es schon einige DAB-Piratensender. Wirklich "teuer" ist nur die
> Linearendstufe, das ist halt nicht mehr ganz so simpel
> zusammenzuschustern, wie ein Class-C-Amp...
Das bringt mich auf einen Gedanken: Vielleicht hätte der DAB+ Standard 
um eine automatisch einstellende Notfunktion erweitert werden sollen. 
(Oder wurde das schon vorgesehen?) Im Notfall wenn alle normalen 
Programm Quellen ausgefallen sind, einen "Kanal 16" wie beim Schiffsfunk 
zur Verfügung haben auf den sich alle DAB+ Empfänger automatisch ohne 
Zutun des Hörers einstellen würde um öffentliche Informationen so sicher 
wie möglich an den "Mann*" zu bringen. (*) Jetzt habe ich eine große 
Unterlassungssünde verbrochen:-))
>
> BTW: Den (theoretischen) Killswitch gibts in Bayern schon seit
> Privatradiostart, auch für UKW. Nachdem es in Bayern juristisch gesehen
> kein Privatradio gibt, ist für jeden Privatsender die BLM der
> öffentlich-rechtliche Träger. Und die erlaubt keinen eigenen
> Sendebetrieb sondern nur einen über die paar üblichen Betreiber (Media
> Broadcast, Uplink, Divicon). Grund ist der, dass es immer eine
> Abschaltmöglichkeit ohne physischen Zugriff geben muss. Natürlich geht
> das auch nur mit Beschluss, aber dann reicht ein Anruf und es muss kein
> Mast gesprengt werden.
Danke für den Hinweis.

Wie schwer wäre es eigentlich mit relativ bescheidenen und 
erschwinglichen Mitteln einen kompletten kompatiblen mobilen DAB+ 
Kleinsender a la UKW auf die Beine zu stellen? Auch wenn das im 
Augenblick nicht notwendig oder legal ist, wäre es gut Anleitungen oder 
zugängliche Referenzdesigns zu haben die ein versierter Amateur in die 
Wirklichkeit umsetzen könnte. Schaden könnte es bestimmt nicht.

Wie ist das eigentlich mit freien "Frequenzen"? Könnte ein DAB+ 
Empfänger das Band scannen und einen nicht offiziellen DAB+ Sender 
empfangen und dekodieren soferne die Daten Standard konform wären? Wie 
funktioniert eigentlich die HF-Technische Kanaleinstellung bei solchen 
Empfängern. Gibt es da ein (1-2MHz) Kanalraster die so ein PLL 
abgestimmter Empfänger durchspringen könnte? Wieviele herkömmliche DAB 
HF Signale kann ein DAB Empfänger abstimmen. Ein UKW könnte theoretisch 
zwischen 87-108MHz an die 70 Station im 300kHz Raster empfangen. Gibt es 
dazu ein "Analog" beim DAB+ ?

Autor: derderesnichtmehrhörenkann (Gast)
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Tom schrieb:
> derderesnichtmehrhörenkann schrieb:
>> 5G geht sowieso nicht, ist nicht ohne Abschluß eines zusätzlich
>> Kostenpflichtigen Mobilfunkvertrages Empfangbar,
>
> Gibt einen bestimmten Broadcastmodus in 5G, hat dann nix mehr mit
> Mobilfunk gemeinsam.
>
> 100+x kW 5G HPHT-Sender für TV oder Radio im richtigen Frequenzband wird
> besser funktionieren als DAB+.
>
> 
https://www.rohde-schwarz.com/de/unternehmen/news-und-presse/details/pressebereich/pressemitteilungen-detailseiten/rohde-schwarz-praesentiert-auf-der-nab-2019-mit-5g-broadcast-eine-neue-aera-der-mediendistribution-pressemitteilungen-detailseite_229356-627009.html

Danke für diese Info, war mir noch nicht bekannt.

Autor: H05 (Gast)
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Marconi Anhänger schrieb:
> Wie schwer wäre es eigentlich mit relativ bescheidenen und
> erschwinglichen Mitteln einen kompletten kompatiblen mobilen DAB+
> Kleinsender a la UKW auf die Beine zu stellen?

Google mal nach "FL2000 DAB".
Dazu einen PI-Filter um die Oberwellen wegzubekommen, PC zur Erzeugung 
der Sendedaten natürlich, Software kostet nix. Das teuerste wäre eine 
passende  linear arbeitende Endstufe, aber die kann man auch im Eigenbau 
realisieren, wird jeder Funkamateur können wenn er kein reiner 
Steckdosenfunker ist.

Luxusvariante wäre SDR wie LimeSDR, PlutoSDR, ... oder wer Spaß haben 
will baut sich ein solches SDR mit einem FPGA in Verilog/VHDL.

Mit der Ausrüstung könntest Du dann auch DVB-T oder S machen und im 
letzteren Fall auch Uplinken zum Beispiel auf Amsat Oscar 100. Ob man 
einen Astra oder Eutelsat-Transponder mit passender Endstufe hijacken 
kann, weiß ich nich.

Autor: H05 (Gast)
Datum:

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Marconi Anhänger schrieb:
> Wie ist das eigentlich mit freien "Frequenzen"? Könnte ein DAB+
> Empfänger das Band scannen und einen nicht offiziellen DAB+ Sender
> empfangen und dekodieren soferne die Daten Standard konform wären?

Ja solange du dich am Kanalraster bzw. den offiziellen DAB+ Kanälen 
orientierst geht das.

Mit außerhalb des Kanalraster abstimmbaren SDR jeht auch eine beliebige 
andere Frequenz dazuwischen, da werden die meisten Kaufhausradios aber 
Probleme bekommen, weil Sie nur auf dem offizielle Kanalraster scannen.

Autor: Marconi Anhänger (Gast)
Datum:

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Danke für Eure Hinweise. Ich habe nicht die Absicht es in der nahen 
Zukunft selber auszuprobieren, aber zumindest wissen wie man es im Falle 
eines Falles anpacken müßte, schadet nicht. Abgesehen davon wäre es als 
Technik Interessierten Menschen gut zu wissen wie jeder funktioneller 
Baustein im Einzelnen funktioniert. Toll, daß es schon Aufbereiter gibt 
der sich um die Kodierung der zu aussendeten Daten kümmern kann. Der 
QPSK Sendemodulator/Exciter dürfte auch kein Hexenwerk darstellen. Ist 
wahrscheinlich mehr eine Zeitangelegenheit.

Mit Breitband MOSFET VHF Linearverstärkern im 1KW Bereich für ein 
wissenschaftliches Projekt habe ich übrigens praktische Erfahrungen von 
früher her. Das dürfte also kein unüberwindbares Problem darstellen.

Autor: OS (Gast)
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Marconi Anhänger schrieb:
> Mit Breitband MOSFET VHF Linearverstärkern im 1KW Bereich für ein
> wissenschaftliches Projekt habe ich übrigens praktische Erfahrungen von
> früher her. Das dürfte also kein unüberwindbares Problem darstellen.

Linearverstärker für Sender werden nicht mehr verwendet.
Heute kommen Doherty Verstärker zum Einsatz.

https://www.itwissen.info/Doherty-Verstaerker-Doherty-amplifier.html

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