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Forum: Haus & Smart Home Potentialausgleich bei mobiler Anlage


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Autor: Simon A. (raster_a)
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Hallo zusammen

Ich stehe aktuell vor einem kleinen Problem, bei einem Kunden von mir, 
in einer Schlachterei gibt es eine ältere Brühanlage aus mehreren 
Einzelkomponenten wie Kochkessel und Förderbänder.
Jeden Abend werden die Rüttler und Bänder zwischen den Kesselanlagen 
herausgefahren um die Reinigung zu erleichtern. Die Anlage ist schon 
etwas älter und läuft bis jetzt ohne RCD.
Da die Anlage schon länger nicht mehr den aktuellen bestimmungen 
insbesondere nach DGUV 3 entspricht soll sie nun umgerüstet werden.
Aufgrund von betriebsbedingten Ableitströmen ist der einsatz von 30mA 
RCDs nicht möglich. Daher muss ein vollständiger Potentialausgleich 
zwischen den feststehenden und mobilen Geräten erstellt werden. Leider 
scheint es bis jetzt keine spezielle Lösung für den Fall zu geben, dass 
der Potentialausgleich bei den mobilen Anlagen täglich gelöst und wieder 
verbunden werden muss, teilweise werden je nach produkt auch einzelne 
Förderbänder gegen andere getauscht, wodurch neben der Stolpergefahr 
längere Leitungen keine Alternative sind. Aufgrund des Einsatzortes ist 
Korrosionsbeständigkeit unbedingt erforderlich.
Die maximale Absicherung pro Einzelgerät beträgt 50A gl/gg und es treten 
keine Kurzschlussströme größer 6kA auf

Hatte jemand hier bereits einen ähnlichen Fall und kann mir daher 
eventuell ein paar Tipps für die praktische Umsetzung geben?

Vielen dank im Vorraus

: Bearbeitet durch User
Autor: Christian B. (luckyfu)
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vielleicht hilft dir eine Steckverbindung

da könntest du auf PE Anschlüsse für Medizingeräte zurückgreifen. Die 
sind robust, aus Edelstahl und oft genug auch Sterilisierbar.

z.B. sowas hier:
https://de.rs-online.com/web/p/din-steckverbinder/4094015/
in Verbindung mit
https://de.rs-online.com/web/p/4-mm-messleitungen/4093983/ in 6mm² 
Ausführung sollte funktionieren. Ich weiß aber nicht, ob eine lösbare 
Verbindung den Vorschriften entspricht.

Autor: oszi40 (Gast)
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Simon A. schrieb:
> Absicherung pro Einzelgerät beträgt 50A

Zeig mal Deinen Stecker davon. Der Schutzleiter muss vorauseilend 
Kontakt geben. Mal z.B. bei PHOENIX CONTACT +49 52 35/3-1 20 00 
nachgefragt?

Autor: Philip S. (Firma: ueberblick industries) (ueberblick)
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In der Veranstaltungstechnik steht man regelmäßig vor der gleichen 
Herausforderung. Hier gibt es einen Lösungsansatz:

https://www.connex.de/strom/cpot-erdungssystem.html

Autor: Sven L. (sven_rvbg)
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Der feste Teil der Anlage, sollte doch ohnehin an den lokalen 
Potentialausgleich angeschlossen sein, der wiederum geerdet ist.

Der bewegliche Teil der Anlage, wird seine Erdung ja hoffentlich über 
die Steckverbindung bekommen?


Ansonsten baut man vielleicht einfach aus V4A Laschen an, die man mit 
Flügelmuttern anziehen kann...

Autor: oszi40 (Gast)
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Sven L. schrieb:
> Ansonsten baut man vielleicht einfach aus V4A Laschen an, die man mit
> Flügelmuttern anziehen kann...

Mechanisch denkbar, aber wie oft vergisst ein DAU es in der richtigen 
Reihenfolge anzuschließen? Der perfekte Weg zum Friedhof?

Autor: Sven L. (sven_rvbg)
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Naja das von mir vorher geschriebene sollte man mal zuerst prüfen, das 
sollte auf jeden Fall einen Großteil der Gefahr eliminieren.

Ansonsten gehören Mitarbeiter geschult, ein Tankwagenfahrer ist auch 
keine Elektrofachkraft und weiß auf welcher Seite er zuerst anschliesen 
muss.

Ggf. gibt man die Anweisung, das nur bestimmte MA Veräderungen an der 
Anlage vornehmen dürfen.

Wer Geräte mit 50A umsteckt, sollte schon ein bisschen wissen was er tut

Autor: raster (Gast)
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Christian B. schrieb:
> da könntest du auf PE Anschlüsse für Medizingeräte zurückgreifen.

Ich kenne diese Steckverbinder bis jetzt nciht, sie schauen aber 
grundsätzlich interessant aus, ich werde mir das mal genauer anschauen


oszi40 schrieb:
> Zeig mal Deinen Stecker davon.

Es werden normale CEE 64A Steckverbinder von Menekes verwendet, die 
haben einen vorauseilenden Kontakt.


Sven L. schrieb:
> Der bewegliche Teil der Anlage, wird seine Erdung ja hoffentlich über
> die Steckverbindung bekommen?

Mein Problem ist ja, dass Zusätzlich zur Anschlussleitung eine separate 
Erdverbindung für den Anlagen internen Potentialausgleich hergestellt 
werden muss.

Philip S. schrieb:
> In der Veranstaltungstechnik steht man regelmäßig vor der gleichen
> Herausforderung. Hier gibt es einen Lösungsansatz:

Ein guter Tipp. Ich habe heute bereits von anderer Seite einen Tipp auf 
die in diesen Boxen verbauten Steckverbinder bekommen. Sie sind von 
Harting und nennen sich Han Gnd.

Sven L. schrieb:
> Ansonsten baut man vielleicht einfach aus V4A Laschen an, die man mit
> Flügelmuttern anziehen kann...

Für den täglichen betrieb ist das einfach zu schwierig in der 
Handhabung, Werkzeug fehlt, die schrauben gehen verloren oder werden 
nicht fest genug angezogen. Ein (fast) Idioten sicheres Stecksystem muss 
her!

Die vorgeschlagenen Verbinder für medizinische Geräte und die 
Hartingstecker sind auf jeden Fall schon eine genauere Recherche wert, 
sollte in den nächsten Tagen noch jemand einen Geistesblitz haben darf 
er sich aber gerne noch melden

Grüße raster

Autor: Sven L. (sven_rvbg)
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raster schrieb:
> Mein Problem ist ja, dass Zusätzlich zur Anschlussleitung eine separate
> Erdverbindung für den Anlagen internen Potentialausgleich hergestellt
> werden muss.

Irgendwo weiter oben schrieb ich, das der feste Anlagenteil permanent 
mit einem Potentialausgleich, welcher wiederum geerdet ist verbunden 
sein sollte.


raster schrieb:
> Für den täglichen betrieb ist das einfach zu schwierig in der
> Handhabung, Werkzeug fehlt, die schrauben gehen verloren oder werden
> nicht fest genug angezogen. Ein (fast) Idioten sicheres Stecksystem muss
> her!

Ohje...

Kann mich nur wiederholen, Personal das solche Anlagen wartet, bedient 
und umbaut muss unterwiesen werden.

Außerdem gehört für den Betrieb eine Betriebsanweisung erstellt, die auf 
den richtigen Umgang und Gefahren im Hinblick auf die Handhabung 
hinweist.

Du meinst, wer zu blöd ist, 1-2 Laschen aus V4A , welche mit 
unverlierbar angebrachten Flügelmuttern befestigt sind, auf der 
Gegenseite einzuhängen und anzuziehen, der scheert sich um irgendwelche 
Steckverbindungen, die, wenn sie nicht verbbunden sind, der Funktion der 
Anlage keinen Abbruch tun?

Wenn dann müsstest Du Steckverbindungen verwenden, die nur, wenn Sie 
gesteckt sind ein Einschalten der Anlage erlauben!

Autor: Sven L. (sven_rvbg)
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Wenn von der Anlage so eine Gefahr ausgeht, dann würde ich zu allererst 
mal eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, die Gefahren erkennen, 
benennen und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen.

Autor: oszi40 (Gast)
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Sven L. schrieb:
> und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen.

Elektrisch erst prüfen ob dieser Potenzialausgleich richtig 
angeschlossen ist und DANN ERST die Spannungen für den CEE 64A 
Steckverbinder freigeben? Das wird wohl auch nicht so einfach, wenn 
irgendwo schon vorzeitig ein Stück Blech Kontakt zum Rest der Anlage 
gibt...

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