und ersetzen es durch die Lizenz zum geld drucken:
"Die Mindestsätze seien ungeeignet, hohe Qualitätsstandards und den
Verbraucherschutz zu sichern."
Gleich mal meinen Stundensatzangabe auf gulp verdoppeln.
da steht
> Die Mindestsätze seien ungeeignet, hohe Qualitätsstandards und den
Verbraucherschutz zu sichern.
ich übersetze das so das ein Archi mind x € bekommt egal welche Qualität
er abliefert (oder wieviel Zeit er benötigt), da er sich darauf
verlassen kann mind. x zu verlangen, er ist also nicht angehalten gute
Qualität(was Zeit kostet) abzuliefern sondern einfach die schnellste
Arbeit abliefert um den Gewinn zu maximieren.
Ich bin mir noch unsicher was das bedeutet:
a)
Wenn VdL die EU schon vor die Wand fährt, soll die Wand wenigstens von
günstigen Bauingenieuren aus Osteuropa sein.
b)
Angebot und Nachfrage treiben die Preise für's Bauen weiter nach oben.
Baumeister Bob schrieb:> Angebot und Nachfrage treiben die Preise für's Bauen weiter nach oben.
Fürs Bauen als Eigenheimnutzer braucht es keinen Bauingenieur.
Tobi P. schrieb:> Bursa synovialis schrieb:>> Gleich mal meinen Stundensatzangabe auf gulp verdoppeln.>> Bringt das was? Ich meine Inserate/Profile auf Gulp.
In den letzten jahren kaum, da ich meinem Einsatzradius aus familiären
Gründen sehr eng um meinen Wohnort gezogen habe. Gulp und somit
Freiberufler-/projektgeschäft ist für mich ohnehin Plan B, wenn es mit
dem Angestelltenbusiness nicht mehr läuft.
Hein schrieb:> Fürs Bauen als Eigenheimnutzer braucht es keinen Bauingenieur.
Ach, ist die statische Berechnung nicht mehr gefordert?
Das Bauamt wird dir dann was husten.
Hein schrieb:> Baumeister Bob schrieb:>> Angebot und Nachfrage treiben die Preise für's Bauen weiter nach oben.>> Fürs Bauen als Eigenheimnutzer braucht es keinen Bauingenieur.
Hmm, aber der kennt halt diejenigen Handwerker die man gebrauchen kann.
Als im Bekanntenkreis wär so ein Bauingenieur ned schlecht!
Dr.Who schrieb:> Hein schrieb:>> Fürs Bauen als Eigenheimnutzer braucht es keinen Bauingenieur.>> Ach, ist die statische Berechnung nicht mehr gefordert?>> Das Bauamt wird dir dann was husten.
Sehe ich auch so...
Allerdings ist jetzt zu vermuten das durch dieses Urteil dem Begriff
"Musterhaus" von findigen Architekten (BI) vielleicht eine ganz neue
Bedeutung gegeben werden kann.
Als Bauplan zum Download. Mehrere "übliche" Varianten, fertig
durchgerechnet usw. für eine Fixgebühr weit unterhalb der üblichen
Honorare.
GGf. noch mit im Preis inbegriffener Berücksichtigung der tatsächlichen
Bodenverhältnisse (ggf. durch in räumlicher Nähe befindlichen
Vertragspartner als Unterauftragnehmer)
Wenn der Architekt (oder BI) dann für eine einmalige Arbeit nur noch
1/10 des Honorars vom Einzelkunden bekommt, diese aber 100x verkauft,
dann hat er trotz eines Bruchteils des Preises gleich das 10fache
eingenommen.
Und der Privat-Bauherr spart sich für Verzicht auf etwas Individualität
gleich 90% der Honorarkosten!
Im Moment steht diese Option ja nur Großkunden oder Behörden offen, die
dann einen Gebäudetyp als "Serienbauten" in Auftrag geben. Wobei da für
die erste bis vierste Wiederholung der schon beim ersten mal voll
Bezhalten Arbeit immer noch 50% der Planungskosten wie für eine
Individuelle Berechnung gefordert werden MUSSTEN! (Dann eine gestaffelte
größere Reduzierung)
Und die Bauten mussten bei der derzeit gültigen HOAI dann noch in einem
zeitlichen und örtlichen Zusammenhang stehen.
Es war nicht zulässig das ein Bauinvestor der eine neue Wohnsiedlung in
Stadt B genau identisch wie die sehr gut angenommene in Stadt A aufbauen
will beim Architekten anruft und abmacht das der ihm einfach noch mal
10% der Summe vom Auftrag aus Stadt A überweist und dann die Pläne
nochmals verwendet, nein, es musste ein ganz neuer Auftrag vergeben und
als Neuauftrag abgerechnet werden.
(Gut für den ursprünglichen Architekten wenn er wieder der AN wurde,
schlecht für ihn wenn der Unternehmer entscheidet das aufgrund der nicht
vorhandenen Preisreduzierung auch ein beliebiger anderer Architekt den
Auftrag bekommen kann.)
Natürlich würde das zwangsläufig zu deutlich weniger Individualismus
beim Bauen führen. Denn wenn man wie bis jetzt eh eine Neuplanung
bezahlen muss, dann kommt das Fenster genau da hin wo man möchte und
nicht 2cm weiter links oder rechts... DAs würden sich viele bei der
Frage nach "unverändert oder massiv draufzahlen" dann sehr gut
überlegen.
Aber wenn erst einmal genug verschiedene Optionen für Privatkunden zur
Auswahl ständen wäre die vielfalt in einem Gebiet mit frei an
Einzelpersonen vergebenen Baugrundstücken immer noch ERHEBLICH größer
als dort wo ein Investor eine Siedlung zum Verkauf der schlüsselfertigen
Häuser hochzieht.
Gruß
Carsten
Was ist denn dagegen, den Markt flexibler zu gestalten ? Wenn mehr Dreck
& Abfall gefordert wird, sollen sie mehr Dreck & Abfall bekommen, Wenn
sie mehr Qualität haben wollen, sollen sie mehr Qualität bekommen.
Interessant wird, wie sich das auf andere Berufe mit gesetzlicher
Honorarordnung auswirkt, wie z.B. Juristen, Steuerberater oder Ärzte.
Geht es denen als nächste an den Kragen?
Megatroll schrieb:> Was ist denn dagegen, den Markt flexibler zu gestalten ? Wenn mehr> Dreck> & Abfall gefordert wird, sollen sie mehr Dreck & Abfall bekommen, Wenn> sie mehr Qualität haben wollen, sollen sie mehr Qualität bekommen.
Wenn du nachher in dem Dreck zur Miete wohnst hast du nichts dagegen?
Vor allem wenn sich jemand an die Ausschreibungsordnung halten muß (der
billigste bekommt den Zuschlag).
foobar schrieb:> Interessant wird, wie sich das auf andere Berufe mit gesetzlicher> Honorarordnung auswirkt, wie z.B. Juristen, Steuerberater oder Ärzte.> Geht es denen als nächste an den Kragen?
Es gibt einige Berufe, die sollen nicht umsonst gerade NICHT über den
billigsten Preis in Konkurrenz treten.
Außer du hast kein Problem damit wenn die Krankenkasse dir nur noch den
billigsten Arzt bezahlt der aufzutreiben ist.
Wie kurzsichtig/dämlich kann man eigentlich sein...
> Wie kurzsichtig/dämlich kann man eigentlich sein...
Nun, ja, das ist die Welt hier herum. Bei Ausschreibungen muss die
oeffentliche Hand den Billigsten nehmen. Bedeutet, wir sollten die
Autobahnen und die oeffentliche Infrastuktur umgehend privatisieren.
Denn zuhanden der oeffentlichen Hand wird nur noch auf Sand gebaut.
Megatroll schrieb:> Bei Ausschreibungen muss die> oeffentliche Hand den Billigsten nehmen.
Das ist bei Privaten auch nicht so viel anders. Ab gewissen Summen
müssen diese auch ausschreiben und können nicht beauftragen wen sie
wollen. Da gibt man sich nur mehr Mühe, prüft Angebote genauer und evt.
nach anderen Kriterien. Und nimmt evt. auch etwas Geld in die Hand für
jemanden, der sich auskennt während sich die öffentliche Hand gleich
über den Tisch ziehen läßt.
Grundsätzlich billiger als die ö.D. Hand können Private es aber auch
nicht-wie auch? Im Gegensatz zur öffentlichen Hand wollen die auch noch
Gewinn machen. Ok, dafür gibt es heute in der Politik ein Netzwerk
korrupter Kollegahs, die sich auch noch die Taschen vollstopfen wollen,
im Gegensatz zu denen geben Investoren im Vorfeld eine Leistung. Aber
sonst kochen die alle nur mit Wasser bzw. beauftragen Fachfirmen.
foobar schrieb:> Interessant wird, wie sich das auf andere Berufe mit gesetzlicher> Honorarordnung auswirkt, wie z.B. Juristen, Steuerberater oder Ärzte.> Geht es denen als nächste an den Kragen?
Mit Juristen kannst du bereits ein Honorar aushandeln, aber die
zwingt keiner, wenn die genug zu tun haben. Außerdem müsste das
Honorar höher sein, als das, was die Gebührenordnung her gäbe.
Wo bliebe dann die Ersparnis für den Rechtssuchenden?
Hier fehlen für gewöhnlich Leistungsanreize. Kassiert wird z.Zt.
hier immer, egal obs gut läuft oder der Anwalt einen richtigen
Bock schießt.
foobar schrieb:> Interessant wird, wie sich das auf andere Berufe mit gesetzlicher> Honorarordnung auswirkt, wie z.B. Juristen, Steuerberater oder Ärzte.> Geht es denen als nächste an den Kragen?
Klar. Sobald Juristen, Steuerberater und Ärzte sich grenzüberschreitend
Konkurrenz machen können, weil es ein einheitliches europäisches
Rechtssystem, Steuersystem und Gesundheitssystem gibt.
Wühlhase schrieb:> Außer du hast kein Problem damit wenn die Krankenkasse dir nur noch den> billigsten Arzt bezahlt der aufzutreiben ist.
Bei den Kosten von Medikamenten geht es in diese Richtung, nur nicht
grenzüberschreitend. Bei Produkten, die vergleichbar von mehreren
Herstellern angeboten werden, wird nicht erstattet, was der Hersteller
haben will, sondern ein Betrag, der sich ungefähr nach dem Markt
richtet. Dazu kommen Rabattverträge zwischen Krankenkassen und
bestimmten Herstellern, wodurch sich die Zuzahlung reduziert oder
entfällt.
Auch Patienten richten sich bisweilen nach dem Preis. Beispielsweise
indem Zahnersatz mit einem Abstecher ins östliche Ausland verbunden
wird.
Faust schrieb:> Jetzt ruiniert die EU die freiberuflichen Bauings und die Nachrichten> verkaufen das als tolle Sache.
Konkurrenz belebt das Geschäft, heisst es. ;-)
Der EuGH hat nichts gegen bestimmten Branchenschutz, wenn solide
begründet. Die rechtliche Grundlage dafür existiert. Nur fehlte hier
eine Begründung, die den EuGH überzeugt hätte.
Hein schrieb:> Fürs Bauen als Eigenheimnutzer braucht es keinen Bauingenieur.
aber einen Architekten, der die Bauanträge stellt. So jedenfalls in
Thüringen.
Der EuGH hat die Regelung vor allem deshalb gekippt weil sie nicht
gründlich genug angelegt war und damit ihrem eigenem Anspruch nicht
gerecht wurde. Es wurde u.a. mit Fassadenbauern argumentiert, die trotz
HOAI Bauleistungen hätten entwerfen dürfen. Ich würde nicht
ausschließen, dass jetzt eine neue umfassendere Regelung kommt, wenn die
Lobby dafür stark genug ist.