Hallo Leute,
Tesla Model 3 hat 5 Sterne beim NCAP Crash Test bekommen, was nicht
sonderlich verwunderlich ist. Diese Tests sehen immer sehr spektakulär
und interessant aus und immer frage ich mich, wie solche Airbags
funktionieren.
"Naja Beschleunigungssensoren und dann gehen die auf." ist mir auch
klar, aber wenn man mal genau hinsieht, dann berührt das Fahrzeug das
Hinderniss und zack sind die offen. Mich würde mal so ein Signalverlauf
eines solchen Beschleunigungssensors interessieren.
Gibt es hier jemanden der damit Erfahrung hat? Gibt es zu diesem Thema
Paper zum weiteren Nachlesen?
Danke schön :)
Klaus R. schrieb:> Viel passiert auch über Radar! Das Fzg weiß dann ja schon was> unvermeidlich ist :) Zudem Luftdrucksensoren in zB den Türen.>> Klaus.
In den neueren Fahrzeugen. Wie ist das bei älteren. Mein W203 von 2005
hat auch 5 Sterne und da ist das Phänomen, des sehr schnellen Auslösens,
auch zu sehen.
Oliver S. schrieb:> Naja, Crash, Signal, Peng, und schon ist alles vorbei. Mehr ist da nicht> dahinter.>> Oliver
Doch.
Wann ist deine Elektronik/Software der Meinung, dass ein Crash vorliegt?
Ich finde das interessant.
Oliver S. schrieb:> Naja, Crash, Signal, Peng, und schon ist alles vorbei. Mehr ist da> nicht> dahinter.>> Oliver
Genau solche Aussagen meine ich. Wie sieht denn sowas auf dem Schaltplan
oder in der Software oder im Signalverlauf aus.
Mit solchen Aussagen kann man vllt einen Schüler zufrieden stellen.
Im Airbag ist ein dicker Elko drin: https://youtu.be/kcxw850YpVc?t=352
Der wird mit Hochspannung aufgeladen und züdet den Pyrosatz.
Ist wie bei der Blitzlampe vom Photoapparat. Die zündet auch nach 1/60
Sekunden.
Weil die Kabel zum Airbag nicht so lang sein müssen, ist der Steuergerät
unter dem Fahrersitz eingebaut.
Damit der Airbag auslöst, sind in der Stoßstange Sensoren eingebaut:
https://youtu.be/LFoI2WGmTVY?t=20
Marek N. schrieb:> Im Airbag ist ein dicker Elko drin: https://youtu.be/kcxw850YpVc?t=352> Der wird mit Hochspannung aufgeladen und züdet den Pyrosatz.
Ach verstehe, deshalb ist das auch ein 25 Volt Elko! :-)
> Ist wie bei der Blitzlampe vom Photoapparat. Die zündet auch nach 1/60> Sekunden.
Echt jetzt? Wie waren jetzt typische Belichtungszeiten mit Blitz? Oder
haste das am Häändie nachgemessen?
> Weil die Kabel zum Airbag nicht so lang sein müssen, ist der Steuergerät> unter dem Fahrersitz eingebaut.
Also bei unseren PKW nicht, die Kabel zu den Airbags würden dadurch auch
nicht sonderlich kurz, nur die Verbindung störanfällig.
> Damit der Airbag auslöst, sind in der Stoßstange Sensoren eingebaut:> https://youtu.be/LFoI2WGmTVY?t=20
Die Sensoren sind überall, aber auch Frontsensoren -so vorhanden- nicht
in den Stoßstangen. Das Video ist natürlich... youtube...
Sieht man auch ständig im Straßenverkehr. Jeder Einpark-, Bordstein
Straßenlaternenrempler eine Auslösung. Deutschlands Straßen stehen
voller Fahrzeuge mit ausgelösten Airbags...
Würde das im Video gezeigte funktionieren, hätten es viele nette
Radfahrer in Berlin-Mitte gewiss schon zu ihrer
Hauptfreizeitbeschäftigung gemacht. :-)
Gemessen wird das ganze mit Beschleunigungssensoren.
Die gibt es in digital oder analog. Überschreitet die negative
Beschleunigung einen eingestellten Wert: PENG! Das ganze wird natürlich
mehrfach gemessen um das Messergebnis zu validieren.
Kauf dir einen Beschleunigungssensor und nimm einen Mikrocontroller.
Schließ den Sensor an den Mikrocontroller an und schau dir die
Sensordaten an. Das sit kein Hexenwerk.
asdf schrieb:> Gemessen wird das ganze mit Beschleunigungssensoren.> Die gibt es in digital oder analog. Überschreitet die negative> Beschleunigung einen eingestellten Wert: PENG! Das ganze wird natürlich> mehrfach gemessen um das Messergebnis zu validieren.>> Kauf dir einen Beschleunigungssensor und nimm einen Mikrocontroller.> Schließ den Sensor an den Mikrocontroller an und schau dir die> Sensordaten an. Das sit kein Hexenwerk.
... richtig, und je nach Mikrocontroller berechnet der das in
Mü-Sekunden.
Wenn dann nötig zündet der Sprengsatz im Airbag und die Hütte ist im
Rauch.
Habe ich 2x durch (1x ich aufgefahren, 1x ein anderer Schuld) und muss
man nicht täglich haben.
Old-Papa
> Ist wie bei der Blitzlampe vom Photoapparat. Die zündet auch nach 1/60
^^^^
> Sekunden.
Alles was halbwegs aktuell ist (jünger als etwa 30 Jahre) und wo 'X'
draufsteht (nicht M), zündet mindestens grob 1 Größenordnung schneller.
Fräulein Schmidt schrieb:> Mit solchen Aussagen kann man vllt einen Schüler zufrieden stellen.
Dann ist doch alles in Butter, Fräulein Schüler.
Timo N. schrieb:> Was sind Elektronik Airbags?
Das ist Fräulein Schülers Bezeichnung für Airbags. Ebenso wie ein
Wasserkocher ein Elektronik Wasserkocher ist. Oder ein Elektronik
Lockenwickler. Oder ein Elektronik Backofen. Usw.
Msd schrieb:> Wann ist deine Elektronik/Software der Meinung, dass ein Crash vorliegt?
Im Prinzip immer dann, wenn sich die Richtung der Beschleunigung
schlagartig ändert oder einen gewissen Schwellwert überschreitet.
Mit seinem Normalen Antrieb ist das Auto nämlich nicht dazu imstande.
Das geht nur durch äußere Einflüsse (Aufprall).
> Im Prinzip immer dann, wenn sich die Richtung der Beschleunigung> schlagartig ändert oder einen gewissen Schwellwert überschreitet.>> Mit seinem Normalen Antrieb ist das Auto nämlich nicht dazu imstande.> Das geht nur durch äußere Einflüsse (Aufprall).
Für die Größenordnung: Rennautos kommen beim Beschleunigen auf etwa 1g
in der Horizontalen, handelsübliche Fahrzeuge mit Straßenzulassung
liegen weit darunter. Wenn ein Sensor also mehr als etwa 1.4g oder eine
Abweichung von mehr als 45° (in Fahrtrichtung) von der Vertikalen misst,
dann kann nur ein "äußerer Einfluss" vorliegen.
Nochnegrößenordnung: Die Beschleunigung beim Aufprall auf
Betonboden/-wand/.. liegt lockerflocking jenseits der 100g.
Wie eine sich daraus ergebende Messwertkurve aussieht, das darf sich der
geneigte Leser selber schlussfolgern.
HTH
Stefanus F. schrieb:> Im Prinzip immer dann, wenn sich die Richtung der Beschleunigung> schlagartig ändert oder einen gewissen Schwellwert überschreitet.>> Mit seinem Normalen Antrieb ist das Auto nämlich nicht dazu imstande.> Das geht nur durch äußere Einflüsse (Aufprall).
Was ist die Intention des stefanus, alles noch mal nachzuplappern, was
bereits gesagt wurde, und es als das eigene Trivialwissen auszugeben?
Herrlein Schmidt schrieb:> Was ist die Intention des stefanus, alles noch mal nachzuplappern
Ich wollte damit einer der vorherigen Infos bestätigen und die anderen
weniger passenden Antworten unbestätigt lassen. Wenn man so in die Runde
hinein fragt, helfen einem (mir) Bestätigungen, die richtigste Antwort
heraus zu filtern.
Du hast schon Recht: ich hätte angeben sollen, dass ich mich auf die
Antwort von asdf beziehe.
Stefanus F. schrieb:> Wenn man so in die Runde> hinein fragt, helfen einem (mir) Bestätigungen, die richtigste Antwort> heraus zu filtern.
Vielleicht sollte das stefanus besser selbst zu denken anfangen. Die
Methode "1000 Fliegen können nicht irren" kann daneben gehen, wenn man
sich darauf verlässt, dass die Mehrheit einen zum schönsten Haufen
Scheiße führt.
In den frühen Mercedes S-Klassen, den W126, in denen Airbags verbaut
waren war der Beschleunigungssensor auf dem Kardantunnel im Fahrgastraum
verbaut. Daher lösten die auch nie durch Parkrempler aus.
Anbei mal das Blockschaltbild des Lenkrad Airbag meines alten '95er
Nissan. Der Speicherkondensator ist extra eingezeichnet. Wie man auch
sieht, muss nicht unbedingt ein externer Airbag Controller vorhanden
sein, hier läuft alles über ein 3-poliges Spiralkabel und der Controller
ist direkt im Lenkrad.
Es gibt ein 'Booster Circuit', was für erhöhte Zündspannung spricht.
asdf schrieb:> Gemessen wird das ganze mit Beschleunigungssensoren.> Die gibt es in digital oder analog. Überschreitet die negative> Beschleunigung einen eingestellten Wert: PENG!
So einfach ist das aber nicht. Weil man heute auch Seitenairbags hat. Es
werden Beschleunigungen um alle 3 Achsen aufgenommen und dann auch
verschiedene Airbags zu ggf. unterschiedlichen Zeiten gezündet. Je nach
Kollisionsverlauf. Wenn z.B. erst Kollision vorne, dann aber seitlicher
Aufprall.
Fräulein Schmidt schrieb:> Klaus R. schrieb:>> Viel passiert auch über Radar! Das Fzg weiß dann ja schon was>> unvermeidlich ist :) Zudem Luftdrucksensoren in zB den Türen.
Radaren helfen aber nicht beim Seitenaufprall, da seitlich keine Radare
verbaut sind. Die Ultraschall-sensoren könnten aber die Seiten-Airbags
schon mal vorwarnen (Pre-Crash Warning). Im Moment der Aufprall triggern
dann die Luftdrucksensoren.
>> Klaus.>> In den neueren Fahrzeugen. Wie ist das bei älteren. Mein W203 von 2005> hat auch 5 Sterne und da ist das Phänomen, des sehr schnellen Auslösens,> auch zu sehen.
Dein W203 bekommt in den 2019-er EuNCAP wahrscheinlich auch keine 5
Punkte mehr, weil es eben all diese Systeme die in den letzten 15 Jahre
dazu gekommen sind, nicht hat.
Matthias S. schrieb:> Wie man auch sieht, muss nicht unbedingt ein externer Airbag Controller> vorhanden sein,
Und was ist dann das Rechteck wo "DIAGNOSIS SENSOR UNIT" drunter steht,
und in dessen sich ein "CPU" befindet?
sonnabend schrieb:> Marek N. schrieb:>> Im Airbag ist ein dicker Elko drin: https://youtu.be/kcxw850YpVc?t=352>> Der wird mit Hochspannung aufgeladen und züdet den Pyrosatz.> Ach verstehe, deshalb ist das auch ein 25 Volt Elko! :-)
Noch zur Zündung, die geschieht tatsächlich mit Bordspannung und ist
über den Strom spezifiziert. Wenn mindestens 2µs mindestens 1A anliegt
("All fire current"), kommt es im Zünder zur chemischen Reaktion.
Gleichzeitig muss der Zünder einen Strom von 0,3A über mindestens 10µs
abkönnen ohne zu zünden ("No fire current"). Die Werte sind exemplarisch
zu verstehen, an die genauen kann ich mich nicht mehr erinnern, dazu
gibts Normen. Innerhalb von ein paar Mikrosekunden ist dann die gesammte
Treibladung abgebrannt.
D.h. man kann einen Airbag auch ohne Steuergerät zünden (gefährlich!).
Beschleunigungssensoren sind klar, bei den meisten Fahrzeugen (z.T.
mehrere) im Airbagsteuergerät. Zusätzlich gibt es einen
Beschleunigungssensor (+Gyroskop) im ABS-Steuergerät, da wird er ja
ohnehin für ABS-Funktionalität benötigt (für ESP sowieso). Die waren
früher z.T extern verbaut. Dann gibt es in Türen oder anderen halbwegs
abgeschlossenen Hohlräumen Drucksensoren. All diese Werte werden gegen
andere verfügbare Größen (Geschwindigkeit, Lenkwinkel, ...)
plausibilisiert. Je nach Aufprallwinkel, Fahrzeuggeschwindigkeit,
Beschleunigung werden Airbag und Gurtstraffer nach einem kinematischen
Modell der Insassen gezündet. Je nachdem wie verzögert der Airbag zündet
landet der Insasse in eine anderen Phase des Befüllens im Airbagkissen.
Eric B. schrieb:> Und was ist dann das Rechteck wo "DIAGNOSIS SENSOR UNIT" drunter steht,> und in dessen sich ein "CPU" befindet?
Einfach weiterlesen, dann weisst du, wie es gemeint ist:
Matthias S. schrieb:> hier läuft alles über ein 3-poliges Spiralkabel und der Controller> ist direkt im Lenkrad.