Hi,
Vorab: ICh stecke nicht wirklich tief in der Materie drin, mich nur aus
Interesse (und wegen einer schwächelnden privaten Kleinanlage) mal etwas
eingelesen und beim Einbau einer neuen Anlage in der Fa. mal 5min mit
dem Monteur gequatsch...
Peter schrieb:
> Im Netz mal nachgeschaut handelt es sich um einen Danfoss SC15B der für
> R22 konzipiert worden ist, somit wusste ich auch das da R22 rein gehört
> ( Das Typenschild von der Zapfanlage ist komplett zerkratzt).
1.
Also laut Netz ist der Danfoss SC15B für R12 gedacht gewesen.
Wenn da R22 genannt worden ist, dann ist das schon der Ersatzstoff
gewesen.
Macht jetzt aber keinen so großen Unterschied.
2.
Es gibt "Ersatzkältemittel" und es gibt "Drop-In Ersatzkältemittel"
Das ist ein großer Unterschied.
Bei "nur" Ersatzkältemittel muss praktisch immer einiges an Mehr-Aufwand
getrieben werden. Bei älteren und einfachen Anlagen manchmal so viel das
ein Neukauf nicht nur relativ (unter Berücksichtigung der
Restlebensdauer sowie Ausfallwahrscheinlichkeit) sondern auch absolut
(Rechnungsbetrag) die günstigere Variante ist. Einfach mal einfüllen
bzw. vielleicht ein Bauteil tauschen ist da nicht.
(Je spezieller die Anlage, um so eher lohnt sich natürlich die
Umrüstung)
Zudem muss beim Kältemittel immer beachtet werden das nicht nur die
Physikalischen/Chemischen Eigenschaften als Kühlmittel sondern auch die
Art
des Schmierstoffes (Kompressor und in der Folge abgelagert im ganzen
System) mit der Kodierung festgelegt sind.
Bei der Umstellung einer Anlage auf ein Ersatzkältemittel kann daher vor
der Neubefüllung ein einmaliges bis vielfaches Spülen der Anlage
notwendig sein um Schäden durch chemische Reaktionen der Schmierstoffe
mit dem Kältemittel bzw. nach Kompressortausch des neuen und den noch im
System befindlichen Resten des alten Schmierstoffes auszuschließen.
(Wie kritisch das bei kleinen Altanlagen ist kann ich aber nicht
beurteilen)
Bei "Drop-In Ersatzkältemittel" muss kein größerer Umbau erfolgen.
Eventuell ein Tausch oder Neueinstellung des Verdampferventils und das
war es dann. Von den Schmierstoffen ist kein Problem zu erwarten.
Für die fachgerechte Durchführung der Arbeiten muss das alte Mittel nur
vollständig entfernt werden.
(teilweise bei Low Cost Anlagen nahe dem Schrottwert funktioniert je
nach Kombination sogar das einfache Reinkippen zum Auffüllen - ist aber
Böse Böse wegen der späteren Entsorgung als verunreinigte Substanz)
Allerdings laufen viele Drop-In Kältemittel in den nächsten Jahren
ebenfalls aus und werden durch die schon angelaufene Verknappung teurer,
so das sich insbesondere bei größeren Anlagen immer die Frage stellt ob
die Umrüstung auf ein zukunfstsicheres Kältemittel trotz höherer
Initialkosten nicht im Ergebnis viel billiger kommt. (Bei kleineren
Anlagen oder Fahrzeugklimaanlagen kann DropIn aber erheblich
wirtschaftlicher sein)
Drop In für R12 sind z.b. R409a und R413a
Drop In für R22 sind z.B. R422d
Wobei es dann auch wohl noch auf die Art der Anlage ankommt.
4. Bei der Füllmenge einer Anlage mit Kältemittel gibt ja einen Bereich
in der es irgendwie funktioniert (Es wird im "kalten" Teil des Systems
auch Kälter). Innerhalb dieses Bereiches gibt es dann ein Fenster in dem
die Anlage langfristig betrieben werden darf und in diesem Fenster einen
Punkt mit etwas Toleranz in dem die Betriebsbedingungen optimal
(Maximaler Wirkungsgrad) sind.
Wenn du nur so viel Kältemittel eingefüllt hast bis eine Abkühlung
spürbar wurde, dann ist es aber gut möglich das du nur in dem Bereich
gelandet bist wo eine "irgendwie" Funktion gerade gegeben ist. Aber das
bedeutet noch lange nicht das du zumindest in der SOA (sicheren
Betriebsbereich) gelandet bist in der ein langfristiger Bereich ohne
früher oder später einsetzende Schäden an Anlagenteilen (zu wenig
Schmierung, zu hohe Temperatur)zu erwarten ist.
Aber wie man dieses Problem lösen könnte ohne die Originaldaten der
alten Anlage zu haben ist mir jetzt auch nicht ganz klar...
Gruß
Carsten