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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Netzgerät einer Orgel


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Autor: Johannes F. (oldi)
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Hallo.
Ich habe ein Problem mit dem Netzgerät einer Orgel von Wersi. Das 
Instrument hat nach jahrelanger, fehlerfreier Funktion plötzlich diverse 
Defekte aufgezeigt. Zur Fehlerbeseitigung wurden auch im Netzteil 
verschiedene Bauteile ausgewechselt. Neben dem Brückengleichrichter auch 
die Festspannungsregler 7815 (IC 2) und 7915 (IC 1) sowie die IC`s 3 
(TLX 7705) und IC 4 (TL 494).Auch die Kondensatoren C 17 bis C 19 wurden 
ersetzt.
Danach wurden nach den Vorgaben der Firma Wersi alle Spannungen 
nachgemessen. Dabei weichen die Spannungen nur mit wenige mV
von den Vorgaben ab. So z.B. + 15 V gemessen 15,01 V : - 15 V gemessen
-14,78 V : - 10 V gemessen - 10,98 V.
Die Spannungen PWR+ und PWR- sollen zwischen 25 V bis 30 V liegen, 
gemessen
habe ich + 25,98 V und - 26,93 V und die + 5 V gemessen 5 V. Gemessen 
habe ich mit einem Digitalen Vielfachmessinstrument und einem HAMEG 
Oszi.
Trotz oder wegen der Auswechslung der zahlreich Bauelemente funktioniert 
die Orgel zwar wieder, aber nach dem Einschalten hört man jetzt ein 
Brummen. Diese Brummen  ist aber nicht konstant, sondern verändert sich 
in einem gewissen Rhythmus und hört sich an wie das Gas geben an einem 
Motor.
Hinzu kommt, dass die Regler IC 2 und IC 1 sehr "heiß" werden obwohl der 
gemessene Strom in den beiden Zweigen nur je 330 mA beträgt.
Die vom Trafo gelieferte Wechselspannung beträgt 19,25 V (Vorgabe je 
Zweig 18 - 20 V AC).
Woher kommt das Brummen ?? Warum werden die beiden Regler so heiß ?? 
Warum sind alle Spannungen mit den hochfrequenten Spitzen belastet 
obwohl so große Elkos zur Siebung eingebaut sind??
Das Schaltbild sowie zwei Oszi - Bilder sind beigefügt.
Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich zu viel geschrieben habe, aber ich 
wollte einfach aufzeigen, was ich schon alles "Getestet" habe. Ich 
bedanke mich im Voraus für die Hilfen und Tipps.

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Autor: Martin M. (wellenkino)
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der 1000µF am +5V ausgang gegen Masse darf auch neu rein.
Am besten einen Low ESR Typ dafür nehmen

Autor: hinz (Gast)
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Zeig mal ein Foto der Platine, am besten von beiden Seiten, und nicht 
3,15MB groß.

Autor: Engelbert S. (engelbert)
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Johannes F. schrieb:
> Warum sind alle Spannungen mit den hochfrequenten Spitzen belastet
> obwohl so große Elkos zur Siebung eingebaut sind??

Ich denke die neuen Spannungsregler schwingen - sind C2 und C3 noch 
original? Dort wurden oft Tantalkondensatoren eingesetzt. Gibt manchmal 
Probleme, wenn dort statt dessen Elkos eingesetzt werden.

Gruß,
Engelbert

Autor: hinz (Gast)
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Engelbert S. schrieb:
> Ich denke die neuen Spannungsregler schwingen

Das hätte er auf den Oszi gesehen.

Autor: ... (Gast)
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Wenn da ca. 10 V ueber den Reglern haengen bleiben, sind 330 mA
ja auch ca. 3 W. Kein Wunder das die warm werden.

Ob man die auf dem alten Hameg schwingen sieht?

Ein paar 100 nF Kerkos jeweils vom Festspannungsreglereingang
und Ausgang, mit kurzen Anschluessen gegen Masse werden wohl
nicht schaden.

Autor: ... (Gast)
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Achja, vielleicht sind auch die "neuen" Gleichrichter zu schnell.
Das sollte ein 1 nF Kerko ueber jede Gleichrichterdiode auch
zuverlaessig beheben.

Autor: hinz (Gast)
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... schrieb:
> Ob man die auf dem alten Hameg schwingen sieht?

Würde man sicherlich sehen.

... schrieb:
> Achja, vielleicht sind auch die "neuen" Gleichrichter zu schnell.
> Das sollte ein 1 nF Kerko ueber jede Gleichrichterdiode auch
> zuverlaessig beheben.

Welche Frequenz die Störspitzen wohl haben?

Autor: ... (Gast)
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Wenn man sich "1.jpg" mal genau ansieht, ist da neben den
Peaks ja doch noch was anderes.

Der TO soll erstmal die Kerkos verbauen, dann kann man weitersehen.

Beitrag #5904653 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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Irgendwelche Störspannungen können ein Tastkopfproblem sein, je nachdem 
wo der angeschlossen wird, vor allem die Masseklemme. Das würde ich 
erstmal nicht beachten. Ein Brumm ist auch oft ein Masseproblem, fehlt 
eine Verbindung? Das kann auch eine Befestigungsschraube sein, die die 
Platine irgendwo auf Masse legt und die jetzt fehlt oder isoliert ist.

In meinem Wersi MK1 war vor einigen Jahren der Schaltregler-IC defekt, 
nach Austausch lief alles wieder. Das war kein TL494 sondern ein DIP-8 
Typ (UC3842 oder ähnlich).

Autor: Dieter W. (dds5)
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Na, die Schwingerei in Bild 1 wird wohl die Taktfrequenz des

Johannes F. schrieb:
> und IC 4 (TL 494).

sein.

Autor: Johannes F. (oldi)
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Vielen Dank für die schnellen Antworten.

Martin M.
Ich werden dem Rat folgen, und den betreffenden Kondensator auch 
auswechseln.
Was bedeutet "Low ESR" Typ und welche folgen hätte es, wenn man an 
Stelle des 1000 uF einen 2000 uF einbauen würde ?

hinz
Fotos der Platine sind angefügt. Die Platinen wurden von der Firma Wersi 
geliefert und sind kein "Eigenentwurf".

Engelbert S.
Bei den Kondensatoren 2 und 3 handelt es sich noch um die originalen 
Typen.
Gegen welche Werte als Tantalkondensatoren sollten sie ausgewechselt 
werden ?

… (Gast)
Den Tipp mit den 100 nF Keramikkondensatoren werde ich testen. Welche 
Möglichkeit gibt es, die enorme Erwärmung der Regler zu verhindern ? 
Könnte man eventuell zwischen den Punkten wo die Spannung PWR 
abgegriffen ist und den Kondensatoren einen Widerstand oder dergl. mit 
der entsprechenden Leistung einbauen um die Spannung an den 
Reglereingängen  zu reduzieren ?
Ich stelle die Frage weil ich leider kein Elektronik - Fachmann (Oldi = 
72 Jahre) bin, möglicherweise trage ich mit der Frage zu entsprechender 
Belustigung bei.

Da es sich bei dem Gleichrichter um einen Brückengleichrichter handelt, 
ist mir nicht klar, wie ich über die Dioden einen Kondensator anbringen 
kann.

hinz
Ich werde die Störspitzen noch mal messen und dann die Frequenz hier 
angebe, wenn ich das hinbekomme.

Ich habe das Schaltbild auch noch mal beigefügt. Weitere INFO`s wenn ich 
weiter getestet habe.
Noch einmal vielen Dank und …..

…. viele Grüße

Johannes F.

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Autor: ... (Gast)
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> möglicherweise trage ich mit der Frage zu entsprechender
> Belustigung bei.

Keineswegs. Eher Respekt.

Leider brauchen die alten Festspannungsregler aus der 78er
Serie immer relativ viel Spannung um optimal zu regeln.
Manche behaupten das 4 V reichen, aber meine Erfahrungen
sprechen da eher von 5 V. Also wenn aus dem Dingens 12 V
herauskommen sollen, braucht der Kamerad mindestens 17 v
am Eingang. Die 17 V sind nicht das was ein Multimeter
anzeigen wuerde, sondern der tiefste Punkt im Oszillogramm
der Eingangsspannung. Richtig: Wegen dem Ripple.
Du kannst also einen Widerstand vorschalten um die Spannung
etwas zu verringern.
Auf der anderen Seite kommen mir 330 mA nicht uebermaessig
viel vor. Und die vorhandene(?) Kuehlung sollte da eigentlich
reichen.
Was eben auch fuer eine uebermaessige Waermeentwicklung sorgt,
ist wenn die Regler parasitaer schwingen.
Du solltest als erster vielleicht die vorgeschlagenen Kerkos
mit moeglichst kurzen Anschluessen an die Regler loeten.
Die kapazitive Ueberbrueckung der Dioden des Gleichrichters
ist auch nichts besonders ungewoehnliches.

Viel Erfolg!


(P.S. Ich habe auch 2 Manuale a 49 Tasten im Wohnzimmer stehen...)

Autor: ... (Gast)
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> wie ich über die Dioden einen Kondensator anbringen kann.

Am besten eine Graetzbruecke auf Papier zeichnen und dann
ueber jede Diode ein Kondensator 1 nF.
Dann die korrespondierenden Stellen am Brueckengleichrichter...

Autor: Johannes F. (oldi)
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... schrieb:

> Auf der anderen Seite kommen mir 330 mA nicht übermäßig
> viel vor. Und die vorhandene(?) Kühlung sollte da eigentlich
> reichen.

Ich denke der Strom von 330 mA geht in Ordnung. Ich habe diesen Strom 
jeweils im  - 15V und auch im +15V Zweig gemessen. Hinzu kommt die 
Versorgung der ges. Elektronik mit +5V, -10V und den Spannungen + und - 
PWR (für den Verstärker) mit jeweils 26 V, hier habe ich keine 
Strom-Messungen vorgenommen.
Ich werde mir jetzt erst mal die Bauteile beschaffen und über das 
Ergebnis der Änderungen dann hier berichten.

Autor: Johannes F. (oldi)
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Hallo ….

… ich melde mich wieder zurück.
Die Frequenz der Schwingungen in Bild 1 kann ich leider nicht 
feststellen. Mein Oszi kann die Frequenz nicht Triggern, sie läuft 
ständig durch, was auf dem Foto so nicht zu sehen ist.
Ich habe folgende Bauteile ausgetauscht : C20 1000 uF, C2 und C3 mit je
10 uF.
Die Kondensatoren (angesagt von Gast) mit 1 nF parallel zu den Dioden 
des
Brückengleichrichter und die Kondensatoren 100 nF an den Ein- und 
Ausgängen der Festspannungsregler  habe ich eingelötet, direkt auf der 
Rückseite der Platine an die Bauteile (kürzeste Verbindung).
Dabei war der Tipp von Gast
... schrieb:
> Am besten eine Graetzbruecke auf Papier zeichnen und dann
> ueber jede Diode ein Kondensator 1 nF.
genial.
Nach diesen Änderungen ist das "Geräusch" verschwunden. Da ich die 
Änderungen zusammen ausgeführt habe, kann ich leider nicht bestimmen, 
welche letztendlich entscheidend für die Beseitigung des Fehlers war.

Wegen der hohen Temperaturen habe ich im Internet noch einmal nach 
INFO`s gesucht und eine Seite gefunden auf welcher alle Daten der 78xx 
und 79xx
Serie aufgeführt sind. Hier ist unter anderem auch eine Temperatur  von 
bis zu 100 ° C ?!?! angegeben.

Der Fehler ist beseitigt und ich bedanke mich noch einmal bei ALLEN für 
die Hilfe.

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