ChristophK schrieb:
> Ein Triac besteht ja aus zwei antiparallelen Thyristoren.
Jein. Die Funktion eines TRIACs wird häufig anhand zweier Thyristoren
erklärt, aber dies entspricht nicht dem physikalischen Aufbau eines
realen TRIACs. Schon in dem ebenfalls vereinfachten Bild zu dem
Wikipedia-Artikel sieht man, dass beide Gates nebeneinander liegen statt
in unterschiedlichen Schichten. Aber auch dieses Bild stellt nur eine
ziemlich Vereinfachung dar.
https://de.wikipedia.org/wiki/Triac
> Könnte es passieren, daß einer der Thyristoren kaputt geht und der
> andere leitend bleibt und seine Diodeneigenschaft aufrecht erhält, sodaß
> z.B. ein damit geschalteter Motor das Zeitliche segnet?
Es können eine oder mehrere Sperrschichten durchschlagen oder Bonddrähte
abreißen o.ä.. Wenn es durch Überhitzung, z.B. Überstrom oder sog. Hot
Spots, zu einem lokalen Aufschmelzen eines Teils der Sperrschicht kommt,
kann es zu einer dauerhaft leitfähigen Verbindung der dotierten Bereiche
kommen. Erfolgt das Aufschmelzen in der Nähe es Pads bzw. Bonddrahtes,
werden metallische Anteile in den Kristall eingebracht, die ebenfalls zu
einer lokal deutlich höheren Leitfähigkeit führen können.
Zu beachten ist bei allen bildlichen Darstellungen, dass sie meist nicht
maßstabsgetreu sind! Eine Halbleiterstruktur kann eine Fläche von
etlichen Qudratmillimetern oder gar Quadratzentimetern abdecken, aber
die Dicke der einzelnen Schichten beträgt trotzdem nur einige Nanometer
bis wenige Mikrometer.
Die konkrete Ausprägung solch eines Schaden hängt von viele Parametern
ab, vorrangig natürlich von der dabei umgesetzten Energie. Der Schaden
kann völlig verbogen bleiben oder eine Art "Sollbruchstelle" für spätere
hohe Belastungen darstellen. Ggf. steigen auch nur Leckströme an oder
die Spannungsfestigkeit einer Sperrschicht lässt nach. Oder es treten
Beeinträchtigungen der Funktion auf, so wie schon beschrieben.