Guten Abend,
Ich suche einen OPV der mit mit 6 V und GND versorgt werden kann, eine
GBP von min 10 MHz und eine Spannung von +/- 15 Volz beträgt( er muss
dann nicht funktionieren sondern lediglich nicht kaputt gehen )
OPV gesucht schrieb:> [...] und eine Spannung von +/- 15 Volz beträgt [...]
Also an den Eingängen können Spannungen zwischen + und - 15V auftreten
bei einer asymmetrischen Spannungsversorgung von 6V.
Ich vermute mal, dass die Eingänge dabei mit Kondensatoren entkoppelt
sind oder ist es eine DC-Kopplung?
OPs die an beiden Seiten deutlich mehr als die Versorgung vertragen sind
selten. Ich wüßte da vor allem den ADA4177 - nur da ist die GBW mit ca.
4 MHz niedriger.
Zur Not müsste man den Schutz separat aufbauen (widerstand + Dioden
(sofern nicht schon im OP + ggf. 2 depl. mode FETs).
Lurchi schrieb:> Zur Not müsste man den Schutz separat aufbauen
Das wäre auch meine Idee, aber dafür bräuchte man mehr
Schaltungsdetails, um hier helfen zu können.
Das ganze soll als 2xFacher Verstärker arbeiten. Da der ADC jedoch nicht
mehr als 6 bis -0,3V verträgt, habe ich mir gedacht es gleich über einen
Opamp laufen zu lassen, der diesen Bereich einhält.
+/- 15 Volt liegen am + Eingang an. Bisher ist nichts entkoppelt.
Georg Friedrich Prinz von Preußen braucht Geld schrieb im Beitrag
#5911993:
> Lurchi schrieb:>> Zur Not müsste man den Schutz separat aufbauen>> Das wäre auch meine Idee, aber dafür bräuchte man mehr> Schaltungsdetails, um hier helfen zu können.
Naja das wollte ich eigentlich umgehen, um nicht das Ausgangssigal zu
verändern.
Ein externer Schutz über 2 FETs mit Widerstand dazwischen und Dioden zur
Versorgung des OPs (bei vielen OPs schon drin) ändern nicht viel am
Signal.
Je nach ADC kann man bei der Bandbreite auch mit Abstrichen klar kommen.
Ich würde das Eingangssignal mit einem Spannungsteiler herabsetzen und
dann den OPV mit einer größeren Verstärkung laufen lassen.
-0.3 bis 6V hört sich für mich komisch an. Ist das der Arbeitsbereich
des ADCs? Wie groß ist denn die Referenzspannung?
Ich hab den Bereich der Schaltung um den es hier geht einmal angefügt.
In den ersten OPV (V_supply +/- 15V) kommt das Signal mit halber
Amplitude und 1.25V Offset rein. Es kann aber im Fehlerfall +/- 15 Volt
anliegen.
Der nachfolgende ADC hat einen Spannungsbereich von 0-5 V. Würde den OPV
deshalb gerne mit -0.3V am neg. Supply betreibe, damit ich echtes rail
to rail erreiche.
Lurchi schrieb:> Ein externer Schutz über 2 FETs mit Widerstand dazwischen und Dioden zur> Versorgung des OPs (bei vielen OPs schon drin) ändern nicht viel am> Signal.>> Je nach ADC kann man bei der Bandbreite auch mit Abstrichen klar kommen.
Ich habe noch nie so ein Überspannungsschutz mit Mosfets aufgebaut,
würde es sich auch für den Aufbau wie im Anhang eignen?
Dieter schrieb:> "OPV gesucht (Gast)"=Niklas M. ?
Ja, ich war eben unterwegs und konnte mich nicht einloggen.
OPV gesucht schrieb:> eine Spannung von +/- 15 Volz beträgt
Vermutlich Volt verträgt (am + Eingang als Spannungsfolger).
Jeder OpAmp, wenn vor seinen Eingang ein Widerstand geschaltet wird, der
bei -15V weniger als den zulässigen Strom über die Eingangsschutzdioden
durchlässt, was bei der Hochohmigkeit eines OpAmp Eingangs nichts
ausmacht. Er darf nur nicht so hochohmig sein, dass er mit der
Eingangskapazität an den 10MHz scheitert.
1k5 bei 10mA und 5pF wäre also ok.
Dieter schrieb:> BF256 statt teurer Picoamperdiode.
Mal eben bei Reichelt geguckt. Zwei BF256B kosten zusammen 56 Cent. Eine
BAV199 mit zwei integrierten Dioden nur 5 Cent.
Hier mal ein Auszug von dem Datenblatt des AD8605. Verstehe ich das hier
richtig, dass der Eingangsstgrom nur geringer als 5mA sein muss? Der
würde sich doch dann eigenen.
Das wird so nichts. Auch Rail-To-Rail OPs haben nahe am Rand so ihre
Probleme.
Wie schnell ist den das Signal was du Wandeln möchtest? Welche
Signalform? der AD8605 ist auch nicht gerade der schnellste. 5V/us macht
aus 1 Mhz Rechteck ein schönes Dreieck bei 2.5V Amplitude...
Die generelle idee beim Schutz gegen Überspannung ist einmal die
Spannung über dioden zur maximalen Spannung (bzw. etwas drunter) zu
begrenzen und den Strom durch die Dioden durch einen Widerstand oder
halt alternativ 2 FETs zu begrenzen. Die Lösung mit den FETs ist etwas
für den Fall, dass der Widerstand etwa durch zu viel Rauschen stört.
Bei der Schaltung sieht es allerdings aus, als könnte ein Widerstand
ausreichen. Der Teil mit dem Offset dazu sieht aber auch nicht so ideal
aus, weil ein weitere Referenz rein kommt.
Wenn man sowieso eine relativ niederohmige Quelle hat, könnte man auch
gut den OP mit geringer Versorgungsspannung auch als invertierenden
Verstärker beschalten - da ist das Begrenzen der Eingangsspanung i.A.
einfach weil ideal eine feste Spannung am OP Eingang und der Widerstand
zur Strombegrenzung ist sowieso schon da.
Was ist das für ein ADC ?
Andi B. schrieb:> Wenn die 10MHz min. GBW nicht wären, dann vielleicht sowas wie der> LT6016. LT hat mehrere over-the-top OPVs. Eventuell ist da ja einer> dabei.
Ach ich Idiot - die 10Mhz sind noch aus einer anderen Berechnung als der
Aufbau anders war. Jetzt verstärke ich ja nur noch um Faktor 2 Nach
derzeitiger Berechnung kann ich dann ja sogar eine deutlich niedrigere
GBP wählen.
GBP: 240kHz/2=140kHz
Lurchi schrieb:> Der Teil mit dem Offset dazu sieht aber auch nicht so ideal> aus, weil ein weitere Referenz rein kommt.
In wie fern macht das denn Probleme ? Ich dachte eine stabile
Spannungsreferenz wäre dafür optimal.
Lurchi schrieb:> Was ist das für ein ADC ?
Dieser hier wird verwendet. Der kann auch leider nicht geändert werden.
Ich lade die Schaltung einfach mal hier hoch. Dann ist es vielleicht
etwas einfacher Schaltungsbezogene Tipps zu geben.
Wie würdet ihr das Problem auf die Schaltung denn nun lösen?
Viele Grüße,
Niklas
Die Schaltung hat noch ein paar Schwachstellen:
Die 4051 verbinden jeweils einen Kontakt. Bei den relativ hohen
Widerständen stört die Kapazität. Bei den eher kleinen Widerständen
stört ggf. der Schalter-Widestand (geht aber wohl gerade noch).
Für eine hohe Bandbreite sind einige der Widerständen zu groß. Für die
großen Widerstände passt der OP27 auch nicht - der ist passend für etwa
1-10 K.
Normal wird man nicht so viel Stufen benötigen. Mit einem 12 Bit ADC ist
schon fraglich ob man eine 1:3:10 Abstufung braucht. Je nach Anwendung
könnte man mit Stufen wie 1:4:16 oder 1:8 : 64 auskommen.
Beim Aufbau in 2 Stufen würde man in der ersten Stufe die grobe
Umschaltung machen und dann in der 2. Stufe ggf. noch feine Schritte.
Die 2. Verstärkerstufe könnte ggf. auch gleich die Begrenzung der
Amplitude übernehmen.
Wegen des Rauschens wird man kaum mehr Verstärkung als etwa 5-10 µV/ LSB
und damit etwa 10-20 mV für den Vollausschlag benötigen.
Der ADC hat einen Differentiellen Eingang. Das sollte man beim Offset
berücksichtigen. Der Verstärker muss also nicht ganz an die Limites der
Versorgung ran. Das gilt besonders dann, wenn man den ADC auch wirklich
differentiell im Gegentakt ansteuert.
Eine wichtige Frage wäre noch ob die Masse der Signalquelle mit der
Masse der Versorgung, dem ADC zusammen hängt. Wenn nicht hilft das bei
der Gegentakt-ansteuerung.
Hallo Lurchi,
vielen Dank für deine Einwände!
Also Grundaufgabe der Schaltung ist es ein Signal für den Messbereich
des ADC so gut es geht zu konditionieren. Dabei ist vor der Messung klar
ob das Signal 1V 50V oder 0.1V sein wird. Daher habe ich mir gedacht um
je nach Messung die optimale Vertärkung / Teilung verwenden zu können,
nutze ich eben alle Stufen aus, die mit die 4051 bieten. Das mit den
Kapazitäten leuchtet mir ein, es wundert mich aber grad etwas, dass
LTSpice da keine Probleme anzeigt. den OP27 hatte ich eigentlich
gewählt, da er einen integrierten Überspannungschutz inne hat. Würdest
du ggf diesen tauschen oder lieber die Widerstände anders
dimensionieren?
Lurchi schrieb:> Normal wird man nicht so viel Stufen benötigen. Mit einem 12 Bit ADC ist> schon fraglich ob man eine 1:3:10 Abstufung braucht. Je nach Anwendung> könnte man mit Stufen wie 1:4:16 oder 1:8 : 64 auskommen.
Könntest du das näher erläutern? Sagen wir ich habe eine Messung mit 50
V, Teile demnach mit 16 oder 64, so müsste ich anschließend das Signal
wieder im nachfolgenden OPV Verstärken. Bei meiner Schaltung würde der
2 OPV als eifacher Spannungsfolger agieren bei 50V.
Lurchi schrieb:> Die 2. Verstärkerstufe könnte ggf. auch gleich die Begrenzung der> Amplitude übernehmen.
Wie würdest du das angehen ? Den OPV einfach mit +- 2,5V betreiben? Das
macht er lt. Datenblatt nicht mit.
Lurchi schrieb:> Der ADC hat einen Differentiellen Eingang. Das sollte man beim Offset> berücksichtigen. Der Verstärker muss also nicht ganz an die Limites der> Versorgung ran. Das gilt besonders dann, wenn man den ADC auch wirklich> differentiell im Gegentakt ansteuert.
Ich hatte eigentlich vor den ADC als Single Ended zu betreiben. Was
spräche dafür/dagegen?
Lurchi schrieb:> Eine wichtige Frage wäre noch ob die Masse der Signalquelle mit der> Masse der Versorgung, dem ADC zusammen hängt. Wenn nicht hilft das bei> der Gegentakt-ansteuerung.
Geplant hatte ich, alles auf einen Massesternpunkt zu legen.
Bei höheren Frequenzen stören die Kapazitäten der Umschalter wie 4051.
Deshalb sollte man eher nicht so viele Verstärungs-stufen in einer Stufe
haben. Die genaue Festlegung der Verstärkerstufen ist dann einer der
späten Schritte.
Statt OP und Umschaltung extern könnte man auch einen fertigen PGA
nutzen. Etwa ein MCP6V91 könnte ganz gut passen. Wenn nötig gibt es auch
andere ähnlich Typen.
Die obere Abschätzung der maximal sinnvollen Verstärkung bzw. des
Rauschlimits ging von Antialiasing Filterung aus. Ohne Filter vergrößert
sich das Rauschen, so dass schon eine Bereich für 20 mV kaum noch Sinn
macht.
Mit etwa +-2 V als Spannungsbereich für den ADC und etwa +-50mV als
kleinsten Bereich genügt schon eine etwa 40 fache Verstärkung als
maximaler Wert.
Bei der Eingangsstufe und einem ggf. nötigen Teiler am Eingang kommt es
auf darauf an welche Impedanz am Eingang gefragt ist. Ggf. kann auch
schon die erste Verstärkung mit nur 5 V oder nicht viel mehr Versorgt
werden. Die Begrenzung wird dann einfacher.
Es kann schon passieren das dass Signal erst stärker abgeschwächt wird
und dann wieder verstärkt wird. Da klingt komisch ist aber an sich kein
Problem und wird z.B. auch in Oszilloskopen so gemacht.