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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Werkstattkompressor aus altem Kühlschrank


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Autor: Lothar C. (Firma: privat) (lothi5)
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Bastelanleitung  Erfahrung  Werdegang

In meiner Garagenwerkstatt dröhnte bisher immer ein 
Baumarkt-0815-Kompressor; sehr zum Leidwesen meiner Nachbarn
Und natürlich ist immer Sonntags, in aller Hergottsfrühe der Reifen vom 
Fahrrad platt...
Was tun ?

Im Internet irgendwelche "Flüsterkompressoren" gegoggelt:
2 Sorten gefunden:
Sauteuer und wirklich leise (<30dBA)
Billig und angeblich leise, bei genauerer Betrachtung taucht dann 
irgendwo was mit 60-70dbA auf, also doch nicht kompatibel zum 
Nachbarschaftsfrieden.

Nachdem die teuren Dinger irgendwie verdächtig nach 
Kühlschrankkompressor ausgesehen haben, flugs beim nächsten Sperrmüll so 
ein Teil besorgt.

Testlauf erstmal sehr zufriedenstellend.....
...erstmal...

Also Teile besorgt :

Ein paar Pneumatikschläuche
Einen Druckminderer/Steuereinheit mit Überlastventil (wegen Eigenschutz)
Sowas kostet in der Bucht <20€
Und dazu einen Druckbehälter der garantiert viel ausshält:
Nach langem Suchen und unter Ausschluß der übel-lichen Verdächtigen wie 
Propangasflaschen oder Feuerlöscher bin ich dann schließlich beim 
Autoverwerter auf "Druckluftbehälter für pneumatische Fahrwerke" 
gestoßen
(Mercedes, VW u.s.w): Die Dinger haben so 4-8 Liter, sind 
korrosionsbeständig, für rauhen Ausseneinsatz desingt, sind auf 
Betriebdrücke von mind. 20 bar ausgelegt und haben idealerweise gleich 
einen 6mm Anschluß für übliche Pneumatikschläuche.
Ausserdem kostet sowas beim Schrotthändler nur kleines Geld.

Der Kühlschrankmotor hatte zufällig auch ein zugeknippstes 
Öleinfüllröhrchen; gleich mal aufgesägt und den Motor erstmal mit 
Motoröl befüllt
Das Kupferröhrchen mit einer Blechschraube zugeschraubt; passte perfekt 
;-)
Dann Pneumatikschlauch am Ausgang zum Druckverteiler, dort auch das 
Kabel für den Motor dran, auf 10Bar eingestellt und dann los.

Upps, da war noch was: ich will nicht das der Motor staubige 
Werkstattluft ansaugt und sich dann innerlich kaputtschmirgelt...
Ah, so, zufällig passt in das Ansaugrohr ein 
Feld-Wald-und-Wiesen-Benzinfilter --> Problem auch gelöst :-)

Los, einschalten!
Ging erstmal prima, absolut lautlos und nach ca. 2 Minuten war der 5 
Ltr. Tank auf 10Bar und hat dann sauber abgeschalten.
Soweit so gut.

Ein bischen Luft abgelassen, der Regler macht hörbar "Klack", aber der 
Kompressor brummt nur statt Luft anzusaugen ?!!
:-(
Also weitere Recherche:

Aha: übliche Kleinkompressoren können nicht gegen Druck anlaufen !

-> eine Lösung muß her.

Wieder in den Untiefen des Internetz verstiegen und zu dem Schluß 
gekommen daß ein käufliches Druckentlastungsventil mir zu teuer ist.
Als greife ich auf Pneumatikteile zurück: Da gibt es doch so schöne und 
günstige Regelventile mit Einwegfunktion. In der Bucht vom Chinesen 
5Stck für 5€.  Genau das was ich brauche !
Also eine Y-Abzweigung nach dem Auslass:
Ein Teil an ein Einwegventil Richtung Druckregler
Der andere Schlauch an ein Ventil welches ich fast ganz zugedreht habe.
Der Effekt: Wenn der Motor ausgeschalten wird baut sich der Druck 
langsam in dem Zwischenstück ab und der Motor läuft dann beim 
Wiedereinschalten nicht mehr gegen 10 Bar an :-)

Getestet: Klappt prima !  :-)

Nun kann ich endlich loslegen (dachte ich):

Also Probelauf, Aufladen und dann mit Ausblaspistole herumspielen
Aber was ist das jetzt:
Wieder brummt der Motor nur herum als er wieder laden sollte.

Nach längerem Herumrätseln im Netz der Netze bin ich auf die 
Problematiken der (billigen) Anlaufsteuerungen mit PTC gestoßen:
Damit der Motor einen höheren Anlaufstrom bekommen kann ist die Wicklung 
für viel schwächere Spannung ausgelegt und wird im Betrieb durch einen 
PTC-Vorwiderstand gedrosselt
Ist der PTC Kalt gibt es einen großen Anlaufstrom der danach sofort 
zurückgeht (Ähnlich den Entmagnetisierungsspulen in alten 
Röhrenfernsehern)
Wenn nun aber der Motor gelaufen ist und nach zu kurzer Zeit wieder 
Strom bekommt ist der PTC noch warm und es fließt nicht genügend 
Anlaufstrom.
Diese PTC-Dinger scheinen bei allen Kleinkühlschränken wohl verbaut zu 
sein. Größere haben anscheinend einen "Klacker", das ist Quasi eine 
Einschaltverzögerung.
Einfach meinen Motor auf "Klacker" umbauen ?  -> Auch keine gute Idee, 
da die Dinger ja auch im Betrieb die Spannung reduzieren müssen (bei 
meinem Motor) und ich daher bestimmte Widerstandswerte gebraucht hätte, 
die ich nicht kannte...
Aber dann habe ich bei Dannfoss ein elektronisches Einschaltrelais 
gefunden, welches 1:1 auf meinem Motor passt :-)
Wiedereinschalten in 4 Sekunden statt wie beim PTC in frühestens 1,5 
Minuten !

Das war die letzte Hürde, nun kann ich auch am Sonntag früh herumblasen 
ohne daß meine Nachbarn zornesrote Köpfe mehr bekommen.

Und als (vorläufig) letze Evolutionstufe habe ich nun meinen alten 
Baumarktkompressor über ein Absperrventil mit an den 5Ltr Behälter 
gehängt, sodaß ich den 25Ltr Kessel auch noch mit Volladen kann, und das 
völlig geräuschlos :-)

Einen kleinen Wehrmutstropfen hat die ganze Sache aber dann doch noch: 
Der Kessel des Baumarktkompressors hat so ein Übel-Liches Abblasventil 
zugleich Entlastungsventil, welches erst nach einiger Zeit schließt.
D.h. dieser Kompressor muß erstmal einige Liter Luft pumpen (zischel) 
bis das Ding zumacht (dröhn) und das schafft so ein kleiner 
Kühlschrankkompressor leider nicht.
Daher muß ich immer erst mit dem Kühlschrankkompressor warten bis der 
kleine 5 Ltr. Behälter voll ist und dann erst den 25Ltr. Behälter 
dazuschalten, da es fast die gesammte Menge braucht bis im großen Kessel 
das Entlastungsventil schließt.


Erfahrungswerte nach 2 Jahren Praxis:

- Absolut geräuschlos mit hohem Nachbarschaftserhaltfaktor!!!
- Im Winter bei <0 Grad Problematisch, Öl im Motor dann wohl zu zäh
- 5Ltr Kessel reicht sogar noch für einen Autoreifen
- Materialpreis war insgesammt <35€
- Heute würde ich nicht mehr einen Motor aus einem 50Ltr 
Kleinkühlschrank mehr nehmen sondern aus einer grösseren 
Kühl-Gefrierkombi
- Darauf achten daß der Motor entweder ein elektronisches Anlaufrelais 
hat oder einen "Klacker"
- Luft ist etwas Öl behaftet, aber im Ölabscheider auch nicht merklich 
mehr als bei meinem Baumarktkompressor
-Ölwechsel mache ich 1x im Frühjahr. Aktuell nehme ich Vollsynthetisch; 
irgendwas mit 0W-xx ( dünnflissig halt)

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Autor: Bestatter (Gast)
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Finde ich sehr gut.

Bestatten,
Friedholm

Autor: Lothar C. (Firma: privat) (lothi5)
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Falls es interessiert:
Der kleine 5 Ltr . Kessel ist so nach ~2  Minuten voll
Der große 25Ltr. so nach 15 Min. da beim umschalten der kleine erstmal 
fast ganz leer geht bis das Enlastungsventil nicht mehr 
herumnörgeld---ehmm -- zischelt
Danach muß der Kompressor dann ja effektiv 30Litr laden. Deswegen dann 
auch ersmtal 15 min "Nachbarschafts-Gedenkpause" bevor ich loslegen 
kann.
Aber was macht man nicht alles um eine friedliche Nachbarschaft am 
Sonntag zu erhalten ;-)

: Bearbeitet durch User
Autor: rbx (Gast)
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Lothar C. schrieb:
> Aber was macht man nicht alles um eine friedliche Nachbarschaft am
> Sonntag zu erhalten ;-)

Du könntest auch in eine Gegend ziehen, die von aktiven Bauernhöfen 
umgeben ist.

Schlauchboote bekommt man auch ganz gut mit Fußpumpe voll. Das dauert 
zwar ein wenig - aber pfffft..

Autor: Lothar C. (Firma: privat) (lothi5)
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JaJa
Und beutellose Staubsaugerfilter bläst man als echter Kerl einfach mit 
Kraft seiner Lunge aus..

...überhaupt, was braucht man auch so neumodisches Zeugs...


.. nee, nee, is schon klar...

Für alle anderen:

Es ist also möglich mit Kühlschrankmotorrecycling für eine 
Nachbarschaftsfreundliche Hobbywerkstatt/Kellerwerkstatt/Garage zu 
sorgen.
Nimmt man einen Motor auf dem R600a irgendwo draufsteht braucht man sich 
auch keine Sorgen um FCKW zu machen. ( Isobutyl)

Ich habe den Bericht geschrieben da ich zwar immer wieder auf Fragen ob 
sowas geht gestoßen bin, aber auf fast keine hilfreichen, dafür aber um 
so mehr besserwisserische Antworten ( "gegoogeltes Wissen"):
Die "Besserwisser" konnten aber keine Erfahrungsberichte wie das 
wirklich bei Jemanden in der Praxis lief liefern.

Jetzt habe ich mal das fehlende Puzzleteil geliefert und im Netz 
verewigt :-)

Autor: Martin S. (sirnails)
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Was hast du mit den FKWs gemach?

Abgesehen davon: hab 60 Liter (Einhell) und zum Ausblasen reicht das 
gerade noch so. Möchte nicht weniger haben.

Druck hält er etwa 2-3 Monate -2 bar. Zur Not läuft das Ding dann 
Samstag zum aufpumpen der Fahrräder am Sonntag.

Ansonsten nette Idee :-)

Autor: bequemes Leben (Gast)
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Um nur Fahrräder aufzupumpen reicht auch ein SKS-Rennkompressor für 60 
Euro! Ohne Strom und ohne Lärm! Sehr leicht und ohne Anstrengung ist der 
Fahrradreifen in 30 Sekunden von 2 bar auf 5 bar aufgepumpt.

Autor: bequemes Leben (Gast)
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Autor: Magnus M. (magnetus) Benutzerseite
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bequemes Leben schrieb:
> Um nur Fahrräder aufzupumpen reicht auch ein SKS-Rennkompressor
> für 60
> Euro! Ohne Strom und ohne Lärm! Sehr leicht und ohne Anstrengung ist der
> Fahrradreifen in 30 Sekunden von 2 bar auf 5 bar aufgepumpt.

Und um einen Luftballon aufzublasen reicht auch eine (halbwegs) gesunde 
Lunge für 0 (null) Euro!

Hinweis: Es geht in diesem Thread NICHT primär um das Befüllen von 
Fahrradreifen.

Autor: Dr.Who (Gast)
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Das Forum ist nicht als Plattform für Geschichten aus dem Leben
gedacht. Dafür gibts bestenfalls ein Forum-Archiv, sofern Thema
und Schöpfungshöhe stimmen bzw. hierher passen.
Ansonsten landet das ganze verdient in DEV/Null wo es hin gehört.
Wäre nicht das erste mal.

Beitrag #5924216 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5924248 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Dr.Who schrieb:
> Das Forum ist nicht als Plattform für Geschichten aus dem Leben
> gedacht.

Das ist nur dann richtig, wenn die Geschichten nichts mit 
Technik/Elektronik zu tun haben bzw. die üblichen Trollfänger sind. Hier 
ist der Technikbezug vorhanden und der Beitrag im Forum "Mechanik, 
Gehäuse, Werkzeug" richtig.

> Dafür gibts bestenfalls ein Forum-Archiv, sofern Thema
> und Schöpfungshöhe stimmen bzw. hierher passen.
> Ansonsten landet das ganze verdient in DEV/Null wo es hin gehört.
> Wäre nicht das erste mal.

Nicht in diesem Fall, denn der Beitrag des OP ist technisch sehr 
interessant.

Daher bleibt er selbstverständlich hier stehen.

Autor: Martin (Gast)
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Also ich finde den Bericht gut und dumme Kommentare wie mit dem 
Rennkompressor gehören nach /dev/null (den Rennkompressor habe ich auch 
und könnte eine Story darüber schreiben, aber wie der obige Post wäre 
das OT).

Ich habe vor ewiger Zeit mal einen Kompressor mit Kühlschrankaggregat 
für den Airbrush zusammengebaut. Ich hatte einen alten Kompressor mit 
defektem Aggregat gekauft und dort den Kühlschrankkompressor 
angeflanscht. Das Problem mit dem Entlastungsventil habe ich allerdings 
nicht gelöst, war aber nicht so störend.

Mittlerweile habe ich für meine Werkstatt so einen chinesischen 
Membrankompressor ("Flüsterkompressor") 
Ebay-Artikel Nr. 162381932497 
gekauft und war wie Lothar skeptisch ob der seltsamen Lautstärkeangaben. 
Viele Werte chinesischer Ware (ganz vorn dabei die Ah) sind ja glatt 
gelogen. Fazit: Viel leiser als ein Standardkompressor.
Viel lauter als der Kühlschrankkompressor, aber auch viel mehr Schub.
Mit Dämmhaube darüber kann man noch etwas holen. Für mich knapp OK.

Ich bezweifle, dass man heutzutage noch an die Kühlschrankkompressoren 
kommt. Bei uns darf man wirklich gar nichts aus dem Schrott mitnehmen.

Autor: Manfred F. (manfred_f)
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Martin schrieb:
> Ich bezweifle, dass man heutzutage noch an die Kühlschrankkompressoren
> kommt. Bei uns darf man wirklich gar nichts aus dem Schrott mitnehmen.

Genau das ist das Problem. Ich hab auch schon auf diversen 
Recyclinghöfen und Schrottplätzen nachgefragt. Bei den Recyclinghöfen 
hieß es immer nur "Abgeben immer, Mitnehmen nimmer". Auf dem 
Schrottplatz hätte ich zwar einen bekommen können, allerdings wollte der 
Schrotthändler einen Fantasiepreis dafür aufrufen. Faselte was von 
Umweltzuschlag oder so. Dann wäre da noch eBay, aber selbst da sind die 
Preise sogar für absolut versiffte Geräte viel zu hoch angesetzt als das 
es sich lohnen würde.

: Bearbeitet durch User
Autor: zufaulzumanmelden (Gast)
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Kleinanzeigen, suchen nach „verschenke defekten Kühlschrank“. Teile 
ausbauen, und Rest zum Entsorger bringen.

Autor: Lothar C. (Firma: privat) (lothi5)
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*Kleiner Hinweis:*

R600a ist Isobutan.

Isobutan hat eher nichts mit FCKW's zu tun; enthält weder Chlor noch 
FLuor und ist in vielen aktuellen Spraydosen und auch in "Campinggas" 
o.ä. enthalten (und entfleucht darüber fleissig in die Umwelt)

Steht also auf einem Schrottkühlschrankmotor R600a drauf wird die Umwelt 
nicht mit FCKW belastet wenn dieser "ausgebaut" wird ;-)
Wenn allerdings irgend etwas anderes draufsteht, etwa R134 oder so, 
dann sollte der Seitenschneider tunlichst in der Werkzeugschublade 
bleiben !

Autor: Martin S. (sirnails)
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Lothar C. schrieb:
> *Kleiner Hinweis:*
>
> R600a ist Isobutan.
>
> Isobutan hat eher nichts mit FCKW's zu tun; enthält weder Chlor noch
> FLuor und ist in vielen aktuellen Spraydosen und auch in "Campinggas"
> o.ä. enthalten (und entfleucht darüber fleissig in die Umwelt)
>
> Steht also auf einem Schrottkühlschrankmotor R600a drauf wird die Umwelt
> nicht mit FCKW belastet wenn dieser "ausgebaut" wird ;-)
> Wenn allerdings irgend etwas anderes draufsteht, etwa R134 oder so,
> dann sollte der Seitenschneider tunlichst in der Werkzeugschublade
> bleiben !

Kleine Ergänzung noch dazu:

Obwohl FCKW seit jahren verboten sind, steigt die Nachfrage weiter an. 
Aus Satellitenaufnahmen weiß man, dass in China viele FCKWs in den 
Industriehochburgen eingesetzt werden.

Jetzt darf man sich überlegen, wo das landet, wenn ein Chinamann statt 
bedenkenloser Kältemittel heimlich FCKW abfüllt.

Bei Made in Germany kann man sich sicher sein, aber außer Liebherr, 
Miele, BSH und Neff baut doch hier kaum noch jemand in Deutschland oder 
EU.

Am ehesten also kann man sich bei diesen Geräten noch drauf verlassen, 
dass man keine Treibhausgase abbläst.

Klar, man kann argumentieren "was macht die kleine Menge schon", aber 
gerade unter uns technik- und wissenschaftsaffinen Menschen sollte das 
nicht der Standard sein.

Autor: Udo S. (urschmitt)
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Martin S. schrieb:
> Klar, man kann argumentieren "was macht die kleine Menge schon", aber
> gerade unter uns technik- und wissenschaftsaffinen Menschen sollte das
> nicht der Standard sein.

Da kann ich nur zustimmen. Toller Beitrag!

Lothar C. schrieb:
> Der Kühlschrankmotor hatte zufällig auch ein zugeknippstes
> Öleinfüllröhrchen; gleich mal aufgesägt und den Motor erstmal mit
> Motoröl befüllt

Hm, blöde Frage: Woher weisst du das da Öl reinkommt und wieviel?
Ich dachte immer die Dinger werden quasi mit dem Kühlmittel geschmiert.
Auch die Art des Öls ist nicht unbedingt egal, da moderne Öle ggf. 
Buntmetalle angreifen.

Danke auf jeden Fall für den interessanten Beitrag.

@Chris: Könnte man auch in das Unterforum Projekte packen.

Autor: MaWin (Gast)
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Lothar C. schrieb:
> gleich mal aufgesägt

Das hätte ich gelassen. Es kommen unweigerlich Späne in den Kompressor.

Lieber einen Rohrschneider verwenden.

Lothar C. schrieb:
> Luft ist etwas Öl behaftet

Tja, meine Experimente von früher sagen sogar: mit sehr viel Öl, man 
musste regelmässig nachfüllen. Keine Ahnung, warum das bei dir heute 
besser aussieht.

Lothar C. schrieb:
> etwa R134 oder so, dann sollte der Seitenschneider tunlichst in der
> Werkzeugschublade bleiben

R134 ist teuer. Es in die Umwelt zu entlassen also nicht nur 
umweltschädlich, sondern finanziell dumm.

Wer nicht professionell abpumpen kann:

Besser an den Kühlkreislauf (ich kenne es jetzt nur vom Auto, also mit 
Schraderventil, als Lösung wenn man in der Pampa repariert und dazu 
entleeren und befüllen muss) eine nicht mehr volle aber auch nicht ganz 
leere also luftgefüllte Aluflasche anschliessen, Verbindung öffnen und 
die Flasche auf unter -27 GradC abkühlen, einfach Trockenein drumrum 
packen. Dann ist nach einiger Zeit das ganze R134a in der Flasche, fast 
ohne Öl, und der Kühlkreislauf quasi leer. Flasche wuegen, dann weiss 
man, wie viel man aufgefangen hat, man kann wenn die Flasche vorher fast 
leer war, also nur noch mit R134a Dämpfen, alles durch anschliessen ans 
evakuierte Klimasystem und öffnen der warmen Flasche zurückleiten).

Wer sich Sorgen macht um den kleinen Rest R134a in der Umwelt: Eine 
Autoklimaanlage verliert pro Jahr ca. 5% durch die 
Klimakompressorwellendichtung, und beim Unfall schlagartig alles.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Udo S. schrieb:
> Martin S. schrieb:
>> Klar, man kann argumentieren "was macht die kleine Menge schon", aber
>> gerade unter uns technik- und wissenschaftsaffinen Menschen sollte das
>> nicht der Standard sein.
>
> Da kann ich nur zustimmen. Toller Beitrag!

Ja. Wobei da immer noch der Beweis fehlt. Ich denke, dass hier eine 
Kette (Einzelhändler verkaufen eher selten importiere weisse Ware) 
richtig Ärger bekommt, wenn sie Kühlgeräte mit R12 etc. in den Verkehr 
bringt. Da kann man sich wohl ziemlich sicher sein, dass das nicht 
passiert.

Wer ganz sicher gehen möchte, kann ja bei R600a etwas Gas in einen 
Ballon ablassen und dann abfackeln. Brennbar? Alles gut ;-)

> Lothar C. schrieb:
>> Der Kühlschrankmotor hatte zufällig auch ein zugeknippstes
>> Öleinfüllröhrchen; gleich mal aufgesägt und den Motor erstmal mit
>> Motoröl befüllt
>
> Hm, blöde Frage: Woher weisst du das da Öl reinkommt und wieviel?
> Ich dachte immer die Dinger werden quasi mit dem Kühlmittel geschmiert.

So wie ich es verstanden habe, gibt es schon eine Ölfüllung. Allerdings 
sind Öl und Kühlmittel nicht getrennt, es gelangt also ständig Öl in das 
komprimierte Gas und wandert durch den Kreislauf. Das ist aber nicht 
schlimm, da der ja eh hermetisch geschlossen ist, das Öl also irgendwann 
wieder dort landet.

Ist der Kompressor offen, dann ist dieses Öl natürlich weg. Daher wäre 
wohl ein Ölabscheider (eventuell sogar mit einfachem Rücklauf) sinnvoll. 
Oder man muss sich eine Ölstandsanzeige basteln.

> Auch die Art des Öls ist nicht unbedingt egal, da moderne Öle ggf.
> Buntmetalle angreifen.

Ja, die genauere Art des Öls würde mich auch interessieren. Wobei 
übliche Hydrauliköle (HLP 46) auch bei Buntmetallen unbedenklich sind.

> Danke auf jeden Fall für den interessanten Beitrag.

Auch von mir! Hier liegt auch noch ein fast neuwertiger, abgeknipster 
Kompressor (ehemals  R600a) rum, der auf etwas Bastelei wartet ;-)

> @Chris: Könnte man auch in das Unterforum Projekte packen.

Hmmm, das Forum ist eher für Elektronik/Software usw. gedacht gewesen. 
ich denke, hier in der Mechanik passt es wirklich gut.

Autor: W.S. (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Auch von mir! Hier liegt auch noch ein fast neuwertiger, abgeknipster
> Kompressor (ehemals  R600a) rum, der auf etwas Bastelei wartet ;-)

Laß es lieber bleiben und wende dich den schöneren Dingen des Lebens zu.

Diese Motoren sind für alles andere außer Kühlschrank eine mittlere 
Katastrophe, weil sie eben kein richtiges Drehfeld aufbauen und deshalb 
nur mit der Hilfswicklung überhaupt anlaufen.

Sobald so ein Motor nur etwas aus dem Tritt kommt, stürzt er ab und 
zieht nur deftig Strom ohne zu drehen. Diesen Motoren fehlt einfach die 
Dreh-Komponente, die man bei einem Kondensator-Motor per Phasenschiebung 
hat.

Wer also einen Kompressor braucht, ist tatsächlich am besten beraten, 
wenn er sich sowas kauft, wie MaWin es gepostet hat. 
Kühlschrank-Aggregate sind für kleinen Durchsatz gedacht - und das ist 
was ziemlich anderes, als man es von einem normalen Kompressor erwartet.

W.S.

Autor: Gerne auch (Gast)
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Martin S. schrieb:
> Obwohl FCKW seit jahren verboten sind, steigt die Nachfrage weiter an.
> Aus Satellitenaufnahmen weiß man, dass in China viele FCKWs in den
> Industriehochburgen eingesetzt werden.
Das ist auch in Kältespraydosen drin, die du evtl. im Regal stehen hast 
und für die Fehlersuche in Schaltungen benutzt. Wird munter 
weiterverkauft und darf problemlos hier freigesetzt werden.

"Tetrafluorethan ist Hauptbestandteil in Kältesprays in der 
Elektronikindustrie."
https://de.wikipedia.org/wiki/1,1,1,2-Tetrafluorethan

Udo S. schrieb:
> Hm, blöde Frage: Woher weisst du das da Öl reinkommt und wieviel?
> Ich dachte immer die Dinger werden quasi mit dem Kühlmittel geschmiert.
Das steht im Datenblatt des Kompressorherstellers, wieviel und welcher 
Öltyp das sein muß.
Ich hatte selber gebraucht einen älteren (Bj 87), kommerziell gebauten 
LetraSet Airbrush-Kompressor dieses Typs mit Blechgehäuse gekauft. Hat 
eigentlich alle Komponenten, die auch der TO beschreibt. Mit dabei war 
auch etwas Öl in der Flasche aus offenbar dessen Kaufjahr. Ist sehr 
dünnflüssiges Öl, das mich von Farbe, Konsistenz und Geruch eher an WD40 
erinnert. Im Kompressor selbst ist ungefähr im unteren Viertel ein 
mittlerweile vergilbtes Schauglas für den Ölstand eingebaut. Das bekommt 
man selber aber nicht nachgerüstet, denke ich, weil es vor dem 
Verschweißen des Gehäuses verbaut sein wird. Ist also eher wie ein 
kleiner "Ölsumpf" und darf nicht zu viel Öl drin sein.

MaWin schrieb:
> Wer sich Sorgen macht um den kleinen Rest R134a in der Umwelt: Eine
> Autoklimaanlage verliert pro Jahr ca. 5% durch die
> Klimakompressorwellendichtung
Nicht nur da, sondern auch an den Stoßstellen Rohr-Schlauch oder 
Dichtungen an Druckschaltern und Flanschen. Deshalb sollte man die 
Anlage auch von Zeit zu Zeit übers Jahr einschalten, damit das Öl in 
Umlauf kommt und die Dichtungen benetzt. Durch Verordnung der EU wird 
die Importmenge von R134a jährlich reduziert, wodurch der Preis 
zukünftig stark steigen und die Klimaanlagen der KFZ nutzlos werden 
dürften.


W.S. schrieb:
> Wer also einen Kompressor braucht, ist tatsächlich am besten beraten,
> wenn er sich sowas kauft, wie MaWin es gepostet hat.
????

> Kühlschrank-Aggregate sind für kleinen Durchsatz gedacht - und das ist
> was ziemlich anderes, als man es von einem normalen Kompressor erwartet.
Und deshalb werden diese Dinger zum bärigen Preis seit Jahrzehnten 
erfolgreich z.B. an Airbrusher verkauft? Sieh dir mal die JUN-AIR Dinger 
aus Dänemark an, die kosten sogar so viel Geld, daß sie gleich den 
Kompressor speziell mir Kühlrippen bauen können. Galubst du, die 
Airbrusher kaufen sich sowas bei dem Preis am laufenden Band?
Es ging ja auch keineswegs um "normalen Kompressor", sondern bestenfalls 
um "sonntags nachbarfreundlich Fahrrad aufpumpen". Dafür reicht es 
allemal.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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W.S. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Auch von mir! Hier liegt auch noch ein fast neuwertiger, abgeknipster
>> Kompressor (ehemals  R600a) rum, der auf etwas Bastelei wartet ;-)
>
> Laß es lieber bleiben und wende dich den schöneren Dingen des Lebens zu.

Aber das sind doch die schönen Dinge des Lebens (zumindest auch ;-)

> Wer also einen Kompressor braucht, ist tatsächlich am besten beraten,
> wenn er sich sowas kauft, wie MaWin es gepostet hat.
> Kühlschrank-Aggregate sind für kleinen Durchsatz gedacht - und das ist
> was ziemlich anderes, als man es von einem normalen Kompressor erwartet.

Schon klar, aber wenn man es klein und leise braucht, dann sind die 
schon nicht schlecht. Hier würde ich so etwas bspw. gerne für unseren 
Dispenser und andere Dosiereinheiten verwenden - oder eben auch für's 
Fahrrad oder zum Airbrushen. Dafür reichen die süßen Teile doch aus.

Einen "richtigen" Kompressor mit 5kW habe ich natürlich auch, aber den 
möchte man nicht im Labor laufen lassen (daher steht er auch in der 
Halle ;-)

Autor: Martin S. (sirnails)
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Für meinen Einhell Kompressor werde ich ein Schallschutzgehäuse bauen. 
Mit ein paar OSB-Platten und 10cm Steinwolle ist das Ding dann 
eigentlich ausreichend leise. Was man beachten muss ist die Temperatur. 
Aber wenn das Ding wirklich Powern muss, kommt man mit den 
Baumarktkompressoren ohnehin sehr schnell an die 20% ED. Im Gehäuse ist 
man dann noch schneller, aber zumeist braucht man eh keine Dauerluft.

Autor: ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite
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MaWin schrieb:
> Besser an den Kühlkreislauf (ich kenne es jetzt nur vom Auto, also mit
> Schraderventil, als Lösung wenn man in der Pampa repariert und dazu
> entleeren und befüllen muss) eine nicht mehr volle aber auch nicht ganz
> leere also luftgefüllte Aluflasche anschliessen, Verbindung öffnen und
> die Flasche auf unter -27 GradC abkühlen, einfach Trockenein drumrum
> packen.

wo bekomme ich in der Pampa Trockeneis her?

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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● J-A V. schrieb:
> wo bekomme ich in der Pampa Trockeneis her?

CO2-Flasche (ohne Steigrohr natürlich) umdrehen, Ventil aufdrehen - 
fertig.

Ist das denn soooo schwer? ;-)

: Bearbeitet durch Moderator
Autor: ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite
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Chris D. schrieb:
> ● J-A V. schrieb:
>> wo bekomme ich in der Pampa Trockeneis her?
>
> CO2-Flasche (ohne Steigrohr natürlich) umdrehen, Ventil aufdrehen -
> fertig.
>
> Ist das denn soooo schwer? ;-)

ich nutze seit Jahren nur noch CO2-Kartuschen um Ausblasen.
Sado-Max - oder so ähnlich ;)

ja, der nicht benötigte Platz wegen des nicht vorhandenen Kompressors
ist mir etwas wert, aber sooo teuer ist das auch nicht,
ich kann mehrere PC's mit einem Zylinder ausblasen.

: Bearbeitet durch User
Autor: Harald W. (wilhelms)
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Chris D. schrieb:

>> wo bekomme ich in der Pampa Trockeneis her?
>
> CO2-Flasche (ohne Steigrohr natürlich) umdrehen, Ventil aufdrehen -
> fertig.

Wo bekomme ich in der Pampa eine CO2-Flasche her?

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Harald W. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>
>>> wo bekomme ich in der Pampa Trockeneis her?
>>
>> CO2-Flasche (ohne Steigrohr natürlich) umdrehen, Ventil aufdrehen -
>> fertig.
>
> Wo bekomme ich in der Pampa eine CO2-Flasche her?

Vom MAG-Schweißgerät oder man nimmt die Flasche, die man zum Auffüllen 
des Sodastream-Zylinders im Haus hat :-)

Oder vom regionalen/örtlichen Getränkehändler.

Gerüchteweise kann man die Dinger auch im Netz der Netze ordern.

Autor: Carsten S. (dg3ycs)
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Hi,

Der Umbau eines Kühlkompressors ist ja schon eine lange bewährte 
TEchnik.
Und die wichtigsten Punkte sind auch schon aufgeführt...

Ich hoffe natürlich auch das schon etwas geschaut wird wie man an das 
Aggregat herankommt. Also nur aus Geräten selbst ausbaut wo weitgehend 
unkritische Kühlmittel und nicht solche "Schweinereien" wie R12 
enthalten sind. Oder sich etwas aus einem schon entlüfteten Gerät 
besorgt. (und wenn es ein Unfall beim Umzug war...)
Natürlich macht ein Gerät den Speck nicht Fett und die noch vorhandenen 
Anlagen verlieren auch täglich teile ihrer Füllung. Aber man sollte sich 
bei den größten Umweltschadstoffen doch etwas zurückhalten.

Lothar C. schrieb:
> Wieder in den Untiefen des Internetz verstiegen und zu dem Schluß
> gekommen daß ein käufliches Druckentlastungsventil mir zu teuer ist.
> Als greife ich auf Pneumatikteile zurück: Da gibt es doch so schöne und
> günstige Regelventile mit Einwegfunktion. In der Bucht vom Chinesen
> 5Stck für 5€.  Genau das was ich brauche !

Einzelne Entlastungsventile zum Einbauen in den Druckschalter gibt es ab 
etwa 10 Euro. Druckschalter -den man ja sowieso braucht- mit 
Entlastungsventil ab 20-30 Euro... Also auch wieder 10 Ruro mehr als 
ohne.
Ich finde das jetzt nicht soo teuer!
Natürlich muss dann auch noch ein Einwegventil zwischen Kessel und 
Druckschalter verbaut werden. Sonst bläst der Kompressor beim 
ausschalten des Druckschalters aus dem Kessel ab.

Lothar C. schrieb:
> Einen kleinen Wehrmutstropfen hat die ganze Sache aber dann doch noch:
> Der Kessel des Baumarktkompressors hat so ein Übel-Liches Abblasventil
> zugleich Entlastungsventil, welches erst nach einiger Zeit schließt.
> D.h. dieser Kompressor muß erstmal einige Liter Luft pumpen (zischel)
> bis das Ding zumacht (dröhn) und das schafft so ein kleiner
> Kühlschrankkompressor leider nicht.
> Daher muß ich immer erst mit dem Kühlschrankkompressor warten bis der
> kleine 5 Ltr. Behälter voll ist und dann erst den 25Ltr. Behälter
> dazuschalten, da es fast die gesammte Menge braucht bis im großen Kessel
> das Entlastungsventil schließt.

Kann es sein das du das einfach ungünstig angeschlossen hast? Also 
irgendwo Zwischen Aggregat und dem Einwegventil am Kessel, statt direkt 
parallel zum Kesselanschluss? Denn normalerweise sollte das nicht 
passieren...
Oder ist das nicht das Entlastugnsventil sondern sowas wie ein 
(zusätliches) automatisches Entwässerungsventil am Kesselboden das dazu 
da ist bei geringem Druck das gesammelte Wasser auszublasen...

Gerne auch schrieb:
> Martin S. schrieb:
>> Obwohl FCKW seit jahren verboten sind, steigt die Nachfrage weiter an.
>> Aus Satellitenaufnahmen weiß man, dass in China viele FCKWs in den
>> Industriehochburgen eingesetzt werden.
> Das ist auch in Kältespraydosen drin, die du evtl. im Regal stehen hast
> und für die Fehlersuche in Schaltungen benutzt. Wird munter
> weiterverkauft und darf problemlos hier freigesetzt werden.
>
> "Tetrafluorethan ist Hauptbestandteil in Kältesprays in der
> Elektronikindustrie."
> https://de.wikipedia.org/wiki/1,1,1,2-Tetrafluorethan

NICHT MEHR!
Seit dem letzten Jahr wird Tetrafluorethan NICHT mehr dafür verwendet.
Ich meine das ist zum Jahreswechsel verboten worden, daher etwas früher 
die Umstellung.
Die "neuen" Dosen Kältespray 75 und Druckluft 67 von z.b. CRC Industries 
("Kontakt")enthalten jetzt Trans-1,3,3,3-tetrafluoroprop-1-ene.
Erkennbar sind die Dosen an einem stilisierten grünen Blatt mir der 
Aufschrift "Low-GWB Climate Friendly"

https://produktinfo.conrad.com/datenblaetter/825000-849999/827800-si-01-de-CH_KAELTE_75_400_ML.PDF
(Seite 3)

Gruß
Carsten

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Autor: ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite
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nur Reifen kann man offensichtlich nicht mit CO2 (dauerhaft) aufpumpen.
Das diffundiert anscheinen recht schnell wieder raus.
Hatte mich noch so gefreut, dass der Schlauch vom Anschlusskopf
im S0da-Max Gerät recht gut aufs Ventil passte.
hab da so'n Paar Teile liegen,
die mir so am Sperrmüll über den Weg liefen.

Autor: Walter S. (avatar)
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● J-A V. schrieb:
> nur Reifen kann man offensichtlich nicht mit CO2 (dauerhaft) aufpumpen.
> Das diffundiert anscheinen recht schnell wieder raus.

ist das wirklich so?
ich kann mir das physikalisch nicht erklären, CO2 ist doch nicht kleiner 
als O2 oder N2

Autor: Harald W. (wilhelms)
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● J-A V. schrieb:

> nur Reifen kann man offensichtlich nicht mit CO2 (dauerhaft) aufpumpen.
> Das diffundiert anscheinen recht schnell wieder raus.

Ja, da nimmt man wohl eher Stickstoff. Das diffundiert wohl deutlich
langsamer durch das Gummi.

Autor: Lothar C. (Firma: privat) (lothi5)
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Hi zusammen

Meine Erfahrung rund um das Thema Öl

1) Wieviel Restöl bleibt in der Druckluft ?
-> ich habe den Kompressor in Bodennähe "versteckt"; der Regler sitzt 
bequem in Brusthöhe.
Der Pneunatikschlauch ist etwas zu lang, daher eine Windung auf den Weg 
nach oben.
In der Praxis sammelt sich ein bischen Öl im "Y--Enlastungspfad" an, in 
der Windung bereits nichts mehr.
Testweise Ölabscheider am Regler zeigte nicht mehr als beim 
Baumarktkompressor.
Allerdings erinnere ich mich daß bei Testläufen mit Ausgang nur auf 
Motorhöhe schon etwas Ölnebel zu sehen war.

Bei meinem Konstrukt ist beim Jahresölwechsel nicht deutlich weniger 
rausgeflossen als ich eingefüllt hatte (allerdings alles nur Pi x 
Daumen)

Ich vermute:

Der Motor im Kompressor "planscht" zwar direkt im Öl herum.
Aber dadurch daß bei mir:
a) am Anfang ein Y-Abzweig nach unten
und
b) danach ca. 1 m in die Höhe geht
läuft das meiste Öl (vom Ölnebel) wohl wieder zurück
In dem "Entlastungszweig" ( Quasi das tote Stück welches nach unten 
zeigt) sammelt sich im Laufe von Monaten ein klein bischen Öl an, 
schätze ca. 5ml / Jahr)

2) Welches Öl und wieviel in den Kompressor schütten ?

Kurzer Ausflug zu Moppeds und Motorrädern:
Meine Saxonette -- deren Motor bedeutend größer ist als das was in so 
einer Kompressorkapsel steckt -- braucht gerade mal 90 ml
Pi mal Daumen geschätzt:  Ich habe ca. 50ml reingekippt (mittels 
20ml-Spritzen)
Man kann ja ab- und an Probelauf machen, wenn deutlich Ölnebel rauskommt 
war`s zuviel (ist mir Anfangs passiert)
Ich würde daher 40ml Anfangs Empfehlen.

Zum "Ölwechsel" dann einfach die Kapsel so halten daß der tiefste Punkt 
das Öl-Einfüll-röhrchen ist und das Öl tropft dann schön raus.

Welches Öl ?

Keinesfalls Hydrauliköl, das Zeug ist i.a.R hygroskopisch (Alkohol) und 
damit völlig ungeeignet.

Am Besten ist meiner Erfahrung nach "stinknormales" Motoröl.
Das greift weder Buntmetalle an (sonst würden bei den Automotoren keine 
Gleitlager funktionieren, Pleuelfußlager sind häufig gerade aus 
Buntmetall)
Ausserdem stellt das auch kein Problem für die Motorwicklungen "im 
Ölbad" da, jedes Motorrad aus Fernost hat heute den Lima-Stator im 
Ölbad.
Allerdings würde ich empfehlen irgendwas bei Kälte dünnflüssiges zu 
nehmen. Also kein Rasenmäheröl SAE 30W oder Sommeröle wie 20W-50; 
sondern am Besten etwas das mit 0W-xx oder 5W-xx anfängt.
Die Sorte ist völlig wurscht, da das Öl hier thermisch sowieso nicht 
belastet wird.

@ Carsten:
Ich habe den anderen Kessel "ungünstig" angeschlossen, einfach über 
Druckminderer Ausgang Schnellkupplung zu Schnellkupplung; quasi 
"Überbrückungsschlauch".
Damit musste ich nicht am Kesseleingang herumlöten/schrauben und das 
Ganze ist auch wieder einfach autark zu betreiben.
Da ich dafür auch ein Einwegventil gebraucht habe, habe ich halt einen 
günstigen 5er Satz bestellt und damit auch gleich die Teile für mein 
DIY-Entlastungsventil dabei gehabt :-)
Würde ich das Entlastungsventil heute anders machen / fertiges kaufen ? 
-> Nein, denn der "tote Abzweig" für das Entlastungsventil ist eine sehr 
gute Ölfalle :-)

: Bearbeitet durch User
Autor: Martin L. (makersting)
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Wie sich die Ideen, aufkommende Probleme und Lösungen ähneln!

Gruß
Martin

Autor: W.P. K. (elektronik24)
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Gerne auch schrieb:
> Ich hatte selber gebraucht einen älteren (Bj 87), kommerziell gebauten
> LetraSet Airbrush-Kompressor dieses Typs mit Blechgehäuse gekauft. Hat
> eigentlich alle Komponenten, die auch der TO beschreibt.

Ich benutze auch so einen uralten Airbrush Kompressor von Letraset ... 
der arbeitet auch mit so einem Kühlschrankkompressor. Kann ich sehr 
empfehlen. Man hört ihn quasi nicht - wie ein Kühlschrank halt.
Lediglich das Abblasen des Entlastungsventils wenn der Tank voll ist, 
stört ein bisschen. Für die Werktstatt, wenn man keine riesigen 
Luftmengen braucht, ideal. Also z.B. Späne wegpusten, Dispenser etc.
Ebay Kleinanzeigen ist dein Freund.
Ich habe mal in den techn. Daten geschaut:
Luftmenge (Ansaug) rund 15-17l/min - es gibt auch 25l Modelle.
Lautstärke 30dB
Die Ölmenge im Motor beträgt geschätzt ca. 100-200ml; so viel musste ich 
geschätzt damals nach dem Kauf reinfüllen.... aber das ist lange her das 
Schauglas zeigt ja, wenn es genug ist. So genau habe ich nicht drauf 
geachtet
Das ist übrigens das Öl was mir empfohlen wurde:
Sincom 32E synthetisches Kompressor Öl (15 Euro bei Amazon) für 0,5l

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Autor: ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite
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Walter S. schrieb:
> ● J-A V. schrieb:
>> nur Reifen kann man offensichtlich nicht mit CO2 (dauerhaft) aufpumpen.
>> Das diffundiert anscheinen recht schnell wieder raus.
>
> ist das wirklich so?
> ich kann mir das physikalisch nicht erklären, CO2 ist doch nicht kleiner
> als O2 oder N2

ich hab auch gestaunt. Mehrfach versucht
jedes mal nach kurzer Zeit (spätestens 2 Tagen) war alles platt.
nach einiger kugelei gabs dann die Erkenntnis:

Gummi ist für CO2 ziemlich permeabel

Autor: rbx (Gast)
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● J-A V. schrieb:
> Gummi ist für CO2 ziemlich permeabel

Die CO2 Molekühle denken sich wohl: Hey Gummi? -> Juhu, Bällebad..

Autor: rbx (Gast)
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● J-A V. schrieb:
> Gummi ist für CO2 ziemlich permeabel

Die CO2 Moleküle denken sich wohl: Hey Gummi? -> Juhu, Bällebad

Autor: Harald W. (wilhelms)
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● J-A V. schrieb:

> ich hab auch gestaunt. Mehrfach versucht
> jedes mal nach kurzer Zeit (spätestens 2 Tagen) war alles platt.
> nach einiger kugelei gabs dann die Erkenntnis:
>
> Gummi ist für CO2 ziemlich permeabel

Hmm, für Rennfahrer gibts doch so "Miniluftpumpen" mit eingesetzter
Mini-Gaspatrone. Was für Gaspatronen werden dort denn wohl verwendet?

Beitrag #5925671 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite
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Harald W. schrieb:
> ● J-A V. schrieb:
>
>> ich hab auch gestaunt. Mehrfach versucht
>> jedes mal nach kurzer Zeit (spätestens 2 Tagen) war alles platt.
>> nach einiger kugelei gabs dann die Erkenntnis:
>>
>> Gummi ist für CO2 ziemlich permeabel
>
> Hmm, für Rennfahrer gibts doch so "Miniluftpumpen" mit eingesetzter
> Mini-Gaspatrone. Was für Gaspatronen werden dort denn wohl verwendet?

Stickstoff

ODER die haben ein anderes Material statt Gummi
-Silicongummi vielleicht?

Beitrag #5925693 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Matthias L. (limbachnet)
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Ich tippe auch auf Stickstoff, das wären dann die selben Patronen wie 
für Schlagsahne-Aufschäumer.

Die sehen den CO2-Patronen SEHR ähnlich, mit CO2 aufgeschäumte Sahne 
schmeckt aber besch... Die wässrige Lösung von CO2 heißt ja nicht 
umsonst KohlenSÄURE.

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Matthias L. schrieb:

> Ich tippe auch auf Stickstoff, das wären dann die selben Patronen wie
> für Schlagsahne-Aufschäumer.

Nein, dort ist Lachgas N2O drin.

Autor: ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite
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Matthias L. schrieb:
> Ich tippe auch auf Stickstoff, das wären dann die selben Patronen wie
> für Schlagsahne-Aufschäumer.
>
> Die sehen den CO2-Patronen SEHR ähnlich, mit CO2 aufgeschäumte Sahne
> schmeckt aber besch... Die wässrige Lösung von CO2 heißt ja nicht
> umsonst KohlenSÄURE.

wird das tatsächlich irgendwo gemacht?

Autor: Martin S. (sirnails)
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● J-A V. schrieb:
> wird das tatsächlich irgendwo gemacht?

Unfreiwillig schon.

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Matthias L. schrieb:

> Die sehen den CO2-Patronen SEHR ähnlich, mit CO2 aufgeschäumte Sahne
> schmeckt aber besch... Die wässrige Lösung von CO2 heißt ja nicht
> umsonst KohlenSÄURE.

Das ist dann sog. "Saure Sahne". :-)

Autor: Matthias L. (limbachnet)
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Harald W. schrieb:
> Nein, dort ist Lachgas N2O drin.

Ahhh, hab' ich wohl falsch im Hinterkopf gehabt. Danke für die 
Korrektur.

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