asdfg schrieb:> Immer wieder Sicherheitslücken bei Intel CPUs. Woran liegts?
Am Prinzip, was einer auslesen kann kann auch ein zweiter auslesen. Und
somit ist jeder Core dump eine Sicherheitsverletzung, siehe Cold boot
attacks.
asdfg schrieb:> Und wie sieht es bei ganz anderen CPU-Architekturen wie z.B. ARM aus?
Der Befehlssatz kann zwar eine Rolle spielen, wie gerade jetzt bei
SWAPGS, weshalb exakt dieses Szenario bei anderen Architekturen nicht
auftreten kann. Das Grundproblem ist aber die spekulative Ausführung von
Befehlen, weshalb sich auch bei ARM Probleme ergeben, z.B. beim Cortex
A72 im Raspberry 4.
Bei nicht-spekulativ arbeitenden Implementierungen treten diese Probleme
nicht auf. Etwa beim ARM Cortex A53 im Raspberry 3, auch dem A55, oder
den alten Intel Atoms wie N270.
A. K. schrieb:> Das Grundproblem ist aber die spekulative Ausführung von> Befehlen, weshalb sich auch bei ARM Probleme ergeben.
Wobei die Implementation anscheinend eine wichtige Rolle spielt.
Mittlerweile sieht es so aus, als würde es einen systematischen
Unterschied zwischen Intel und AMD geben.
mh schrieb:> Mittlerweile sieht es so aus, als würde es einen systematischen> Unterschied zwischen Intel und AMD geben.
Ja, das fällt auf. Intel scheint generell etwas mehr auf Kante zu nähen.
mh schrieb:> A. K. schrieb:>> Das Grundproblem ist aber die spekulative Ausführung von>> Befehlen, weshalb sich auch bei ARM Probleme ergeben.>> Wobei die Implementation anscheinend eine wichtige Rolle spielt.> Mittlerweile sieht es so aus, als würde es einen systematischen> Unterschied zwischen Intel und AMD geben.
Nein, es ist nur so, dass aufgrund der größeren Verbreitung von Intel
CPUs diese umfangreicher vom Markt untersucht werden bzw. mehr
Aufmerksamkeit erhalten.
In AMD CPUs können daher noch dutzende Fehler stecken, die allerdings
nicht auffallen, weil keiner hinsieht.
Schon im Linux Kernel gab es Bugs, die dort 20 Jahre ungesehen
herumschlummerten. Auch hier ist es Windows, dass die gesamte geballte
Aufmerksamkeit der Hacker erhält.
In der HW Welt sind daher auch Intel Systeme die lohnenderen Ziele, eben
weil die überall eingesetzt werden.
Kurz: Alle kochen nur mit Wasser, die Verbreitung bestimmt aber die
Aufmerksamkeit, die einer für seine Suppe bekommt.
Nano schrieb:> Nein, es ist nur so, dass aufgrund der größeren Verbreitung von Intel> CPUs diese umfangreicher vom Markt untersucht werden bzw. mehr
Das ist ne interessante Theorie. Die ganzen Googles, Facebooks, Amazons
und Co habe sicher kein Interesse daran sichere Prozessoren zu nutzen,
die nicht 30% der Leistung seit Kauf verloren haben. Intel hat sicher
auch kein Interesse daran, Probleme bei AMD zu finden. Es gibt sicher
auch keine Sicherheitsforscher, die Proleme bei AMD suchen. Warum sollte
es da auch einfacher sein, immerhin Suchen aus den von dir genannten
Gründen die meisten bei Intel und es sollte einfach zu findende Probleme
bei AMD geben.
Da AMD ja nun wieder konkurrenzfähig geworden ist bzw. bei Server CPUs
Intel sogar gerade überholt (Zen 2 / Epyc-7002, teils doppelt so schnell
aber günstiger als Xeons), wird sich das ggf. bald ändern.
A. K. schrieb:> mh schrieb:>> Mittlerweile sieht es so aus, als würde es einen systematischen>> Unterschied zwischen Intel und AMD geben.>> Ja, das fällt auf. Intel scheint generell etwas mehr auf Kante zu nähen.
Ein typischer Effekt wenn man jahrelang kaum Konkurrenz hat. Man wird
schlampig und glaubt mit allem davon zu kommen. Denn der Kunde kauft
sowieso.
Marten Morten schrieb:> A. K. schrieb:>> mh schrieb:>>> Mittlerweile sieht es so aus, als würde es einen systematischen>>> Unterschied zwischen Intel und AMD geben.>>>> Ja, das fällt auf. Intel scheint generell etwas mehr auf Kante zu nähen.>> Ein typischer Effekt wenn man jahrelang kaum Konkurrenz hat. Man wird> schlampig und glaubt mit allem davon zu kommen. Denn der Kunde kauft> sowieso.
Das ist eine Möglichkeit, wie es dazu kommen kann. Vielleicht hat Intel
aber auch einfach das geliefert, was die Kunden wollten und niemand
hatte Grund sich zu beschweren (außer über Preise ...).
Marten Morten schrieb:> Man wird> schlampig und glaubt mit allem davon zu kommen.
Die Sicherheitslücken haben nichts mit Schlampigkeit zu tun, die sind
prinzipbedingt und daher jedem memory sharing system zu finden. Wer
seine wichtigen Dokumente in den Wandsafe legt, kann nicht per Internet
ausgespät werden. Insofern ist Naivität auf beiden Seiten des
Computergehäuses zu finden.
mh schrieb:> Vielleicht hat Intel> aber auch einfach das geliefert, was die Kunden wollten und niemand> hatte Grund sich zu beschweren (außer über Preise ...
Ach hört doch endlich auf, dem Kunden die Verantwortung umzuhängen für
den unsicheren Mist, den die Hersteller abliefern.
Man hat schon jahrelang gewarnt, dass das was Intel macht nicht sicher
ist, wo bleibt die Produkthaftung?
Halb Gebläse schrieb:> Wer> seine wichtigen Dokumente in den Wandsafe legt, kann nicht per Internet> ausgespät werden. Insofern ist Naivität auf beiden Seiten des> Computergehäuses zu finden.
Aber wen interessiert das heute eigentlich noch? Wer sein Zeug auch noch
selber ins Internet hochlädt, braucht ja gar nicht mehr ausgespäht zu
werden.
vn nn schrieb:> mh schrieb:>> Vielleicht hat Intel>> aber auch einfach das geliefert, was die Kunden wollten und niemand>> hatte Grund sich zu beschweren (außer über Preise ...>> Ach hört doch endlich auf, dem Kunden die Verantwortung umzuhängen für> den unsicheren Mist, den die Hersteller abliefern.
Naja, die meisten Kunden interessieren sich einen feuchten Dreck für
Sicherheit. Deshalb können die Hersteller es sich leisten, unsicheren
Mist abzuliefern. Würden nach so einem Skandal die Verkaufszahlen
wirklich einbrechen, dann wäre da auch mehr Engagement dahinter. Aber
die Leute kaufen's auch, wenn es unsicher ist.
> Man hat schon jahrelang gewarnt, dass das was Intel macht nicht sicher> ist, wo bleibt die Produkthaftung?
Nirgends, eben weil's keinen interessiert. Das geht mal kurz für ein
paar Wochen groß durch die Medien, und dann fragt keiner mehr danach.
Ist doch das Gleiche, wenn mal wieder ein paar Millionen Accounts von
Facebook, Sony oder wem auch immer versehentlich im Internet frei
verfügbar waren.
Und schau dir mal diesen ganzen IoT-Kram, SmartHome, per App schaltbare
Steckdosenleisten und so Zeug an. Sicherheit=0, aber den Kunden
interessiert's nicht die Bohne, so lange es nur billig ist.
vn nn schrieb:> mh schrieb:>> Vielleicht hat Intel>> aber auch einfach das geliefert, was die Kunden wollten und niemand>> hatte Grund sich zu beschweren (außer über Preise ...>> Ach hört doch endlich auf, dem Kunden die Verantwortung umzuhängen für> den unsicheren Mist, den die Hersteller abliefern.
Wenn die Kunden nicht sagen, dass sie Probleme mit dem Produkt haben und
es weiter Kaufen, ist es die Verantwortung der Kunden. Und wenn die
Kunden Jahrelang "schneller und effizienter" schreien, warum sollte
Intel das nicht liefern?
> Man hat schon jahrelang gewarnt, dass das was Intel macht nicht sicher> ist
Kannst du ein paar Quellen nennen, in denen ich das nachlesen kann? Ich
vermute du beziehst dich dabei auf Probleme mit speculative execution
und nicht irgendwelche Management Eingine Probleme die hier grad
irrelevant sind.
> , wo bleibt die Produkthaftung?
Für was genau soll Intel haften?
Rolf M. schrieb:> Halb Gebläse schrieb:>> Wer>> seine wichtigen Dokumente in den Wandsafe legt, kann nicht per Internet>> ausgespät werden. Insofern ist Naivität auf beiden Seiten des>> Computergehäuses zu finden.>> Aber wen interessiert das heute eigentlich noch? Wer sein Zeug auch noch> selber ins Internet hochlädt, braucht ja gar nicht mehr ausgespäht zu> werden.
Das ist nicht gemeint. Gemeint ist, wer seine Doks elektronisch auf den
Computer speichert, muss sich im Klaren sein, das sie von dort von
Dritten ohne direkten Zugang zum Computer gestohlen werden können. Egal
welche CPU drin schlägt. Auch zum datendienstahl gehören immer zwei ...
Also AMD wirbt bei EPYC2 zumindest damit Spectre gepatcht zu haben.
Wobei ja Spectre bei AMD kaum ausnutzbar ist, trotzdem habense diese
Lücke geschlossen.
Die anderen Dinge wie Meltdown und Foreshadow und und und gibts bei AMD
ja ganich erst.
Und bei Intel?
Da ist jetzt ein Microcode Update fest in den neuen Serien, aber ein HW
fix gibts wohl noch nicht?
Wenns den gäbe, dann hätte den Intel ja schon an die große Glocke
gehangen.
Die 9000er sind damit also entweder ungepatcht oder mit allen Patches
als mcode und SW Workarounds immernoch mit einem hohen
Geschwindigkeitsverlust.
Mw E. schrieb:> Also AMD wirbt bei EPYC2 zumindest damit Spectre gepatcht zu haben.> Wobei ja Spectre bei AMD kaum ausnutzbar ist, trotzdem habense diese> Lücke geschlossen.> Die anderen Dinge wie Meltdown und Foreshadow und und und gibts bei AMD> ja ganich erst.
Dafür kann es anderes geben, was nur noch keiner gefunden hat, weil
keiner danach gesucht hat.
Siehe oben mein Kommentar.
Es war diese eine Hochschule in Graz, die Meltdown in den Intel CPUs
entdeckt hat.
Das Budget bei Hochschulen ist allerdings begrenzt und Intel war damals
noch leistungsmäßig führend. Also kauft man das, was man da für sein
Geld bekommt und muss dann mit dieser Hardware leben und seine Forschung
damit betreiben. Extra Geld für weitere CPUs dürften erst einmal nicht
drin gewesen sein.
Dass die Intel CPUs erforscht wurden und nicht die AMD CPUs hängt also
direkt mit deren größeren Verbreitung ab. Dem Marktführer wird zuerst
auf die Finger geschaut und lediglich weniger Leute schauen dann auf die
Finger der Konkurrenz. Wenn da aber auch weniger hinschauen, dann ist
auch die Chance kleiner, das man etwas findet.
Und wenn man dann etwas gefunden hat, erst dann schaut man auch, ob die
Konkurrenz davon auch betroffen gibt, aber das bedeutet nicht, das es
nichts anderes bei AMD gäbe. Denn auch das muss erst einmal gefunden
werden. Dafür braucht man viele gute Leute die genau hinschauen und da
selbst Spectre und Meltdown für über 20 Jahre in den Intel CPUs
unentdeckt blieben, kann man sich ausmalen, wie das erst bei AMD
aussieht, das noch einen viel geringeren Marktanteil hat.
mh schrieb:> Nano schrieb:>> Extra Geld für weitere CPUs dürften erst einmal nicht>> drin gewesen sein.> Dafür hast du sicher eine Quelle oder?
Klar, deswegen schreibe ich "dürften".
Das ist schon ein Beweis und bedarf daher keiner weiteren Quellen.
Merk dir eines, alles was im Konjunktiv geschrieben ist, sind bewiesene
Tatsachen, die keiner weiteren Quelle mehr bedürfen.
Nano schrieb:> Merk dir eines, alles was im Konjunktiv geschrieben ist,
Woher soll ich wissen, ob du den Konjuktiv verstanden hast? Der Rest des
Textes ergibt ja auch keinen Sinn.
Bla schrieb:> Vielleicht verkauft Intel Backdoors an Behörden und so ...
Ob sie sie an Behörden verkaufen, wieß ich nicht, aber die Intel
Management Engine ist seit vielen Jahren im Programm.