Forum: Fahrzeugelektronik Blei im PKW-Kondensatoren?


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von Udo P. (Gast)


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Hallo,

eben in den Nachrichten: Bosch und Conti haben anscheinend in den 
letzten Jahren zu viel Blei in Auto-Komponenten verbaut. Hauptsächlich 
in Platinen und Kondensatoren. Was mich etwas wundert, denn Platinen 
sind ja längst bleifrei und Blei in Kondensatoren ist mir gänzlich 
unbekannt.

"Continental hatte Kondensatoren von einem chinesischen Zulieferer 
bezogen und in dann in Komponenten für Autos verbaut."

Bei billig billig bekommt wohl auch die Industrie Schnappatmung...

https://www.focus.de/finanzen/boerse/zulieferer-in-erklaerungsnot-nach-conti-auch-bosch-betroffen-blei-grenzwerte-in-millionen-autos-ueberschritten_id_11019334.html

von Walter K. (walter_k488)


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Da sollte man diesen PKWs doch sofort die Betriebserlaubnis entziehen!

Um die die deutsche Autoindustrie zu diskreditieren - ist scheinbar 
keine Idee zu blöd!

Was für Metalle sind eigentlich in Deiner Autobatterie?

von Michael K. (Gast)


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Testest Du jedes Bauteil auf Bleigehalt?

RoHS gilt in der EU.
Die Welt ist ein wenig größer als die EU.

In Militär, Luft und Raumfahrt gilt RoHS NICHT., weil das Blei da nicht 
nur drin ist weil es so schön anzuschauen ist, sondern weil es die 
Eigenschaften signifikant verbessert.
Ist also ein Trugschluss das ALLES ÜBERALL Bleifrei ist.

Die >10KG Blei, die da vorn im Auto liegen, um die Karre zu starten, ist 
übrigens RoHS konform.
Streng nach EU Regelwerk.
Per Ausnahmegenehmigung.

von Diodenes (Gast)


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Jetzt will der angebliche Klimakatastrophensommer partout nicht so heiß 
und hässlich wie Greta und das Panik-Panel will - stattdessen stapfen 
die Leute schnatternd durch den Dauerregen - nun, macht nix, dann wird 
halt einfach eine neue (angebliche) Umweltsau durch's Dorf getrieben. 
Und die hysterischen Medientrottel haben wieder was zum Dramatisieren...

Udo P. schrieb:
> Hallo,
>
> eben in den Nachrichten: Bosch und Conti haben anscheinend ...

Ich hab's Sonntag früh schon mitbekommen, und da wär mir doch vor lauter 
Schreck fast der Lötkolben in die Litschi-Marmelade gefallen - ein 
BLEISKANDAL in meiner geliebten Elektronik, huch! Beim bösen 
Automobilzulieferer Continental - immer diese bösen, bösen, bösen Autos! 
- mit bösen Kondensatoren die bis zu 300 böse Mikrogramm zu viel böses 
Blei enthalten könnten, welch ein Horror!

Das Zentralorgan der deutschen Katastrophenbewältigungsindustrie hat 
dann auch sogleich tüchtig vorgelegt:
https://www.bild.de/geld/wirtschaft/wirtschaft/millionen-fahrzeuge-weltweit-betroffen-blei-skandal-bei-continental-63868412.bild.html

Auch der Focus hat mächtig mitposaunt (ursprünglicher Titel: "Neuer 
Blei-Skandal erschüttert die Autobranche" - wo war denn bitteschön der 
"alte" Bleiskandal, Ihr widerwärtigen Öko-Katastrophisten), aber das 
haben die Journalistenwichte immerhin wohl gerade noch selber gemerkt 
und korrigiert. Von Millionenrückrufen und vom "Grenzwerte ignorieren", 
was böse Absicht impliziert, haben sie trotzdem schwadroniert:
https://www.focus.de/auto/autozulieferer-neuer-skandal-erschuettert-die-auto-branche-conti-ignoriert-grenzwerte-bei-blei_id_11016836.html

Die immergrünen Oberförster vom Spiegel durften bei der Treibjagd im 
Blätterwald natürlich auch nicht fehlen, sonst rauscht es dort nur halb 
so schön:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/continental-lieferte-jahrelang-autoteile-mit-zu-hohem-bleigehalt-a-1281343.html

Und dann kommt natürlich auch das, was kommen muß:
die ersten dieser fanatischen Umweltpaniker Gretascher Prägung 
("Umweltpanatiker", wie ich diese Vögel nenne) drehen in den 
Kommentarspalten völlig durch und fordern mit viel Geifer vorm Maul die 
sofortige Stillegung aller betroffenen Fahrzeuge und "hartes 
Durchgreifen" und "Exempel statuieren" an der "gierigen Industrie" und 
ähnlichen Schwachsinn, den man da sonst noch so herbeirandalieren 
könnte, z.B. die bewährten Thekenklassiker in der linken 
Mangelwirtschaft wie "ein anderes Wirtschaftssystem" etc. pp.

Wenn diese Ökoknalltüten sich dann langsam beruhigt haben, dann können 
sie sich wieder genüsslich schmatzend ihrem 20 Jahre alten Toaster 
zuwenden, der am Küchentisch zusammen mit dem 25 Jahre alten Küchenradio 
und Omas Kaffeemaschine ein fulminantes Trio infernale bildet, das 
alleine bereits das zig-Millionenfache dessen an Blei enthalten dürfte, 
was sich in so einem mickrigen Conti-Kondensator befindet.

Zum Vergleich:
Nach der Spielzeugrichtlinie der EU 2009/48/EG des Europäischen 
Parlaments und des Rates mit den Ergänzungen durch die Richtlinie (EU) 
2017/738 des Rates gilt seit 28.Oktober 2018 für Kinderspielzeug die 
Festsetzung, daß ein Kind zum Beispiel mit seinen Zähnen nicht mehr als 
23 Milli(!)gramm Blei abnagen und verschlucken können soll - pro 
Kilogramm Spielzeuggewicht, eine seltsame Festlegung, na Mahlzeit! 
Grundlage dafür sind toxikologische Untersuchungen aus Holland, die eine 
"duldbare tägliche Aufnahmemenge" an Blei von 3,6 Milligramm pro 
Kilogramm Körpergewicht ergaben. Vor dem besagten Datum galten übrigens 
160 Milligramm als zulässig. Da sehen die 300 Mikrogramm von Conti 
pötzlich ganz besonders mi(c)krig aus...

Womit wieder einmal bewiesen wäre - und kluge Leute ahnten es ja schon 
länger: "Ein Auto ist halt kein Spielzeug!"

Von Rückrufen bedrohten Autofahrern möchte man überdies glatt empfehlen, 
die maladen Kondensatoren einfach von der Platine zu nagen und 
aufzuessen, um den Imponderabilien eines Rückrufes oder gar der 
Stillegung zu entgehen. Dank der Spielzeugrichtlinie wissen wir ja 
jetzt, daß das unbedenklich ist... Aber was passiert eigentlich mit dem 
Auto, wenn der Autobesitzer zwar seine Kondensatoren aus der Karre durch 
seine Kinder erfolgreich herausnagen und richtlinienkonform verschlucken 
lässt, danach aber ein altes Autoradio einbaut? Fragen über Fragen...

Und so warten wir jetzt zu guter Letzt alle gemeinsam auf's Christkind: 
auf die große Bescherung nämlich, wenn sich die Nikoläuse von der 
Deutschen Umwelthilfe des "Skandals" annehmen werden! Wie mich diese 
Typen ankotzen!

Das Ganze ist kein Bleiskandal - das wird ein weiterer Medienskandal.

von Olaf (Gast)


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> eben in den Nachrichten: Bosch und Conti haben anscheinend in den
> letzten Jahren zu viel Blei in Auto-Komponenten verbaut.

Das fand ich schon bemerkenswert. Es ist schwer zu glauben das so ein 
dicker Laden beim Einkauf nicht darauf achtet das die Bauteile ROHS 
komform sind.
Noch mehr wuerde es mich aber interessieren wie das ueberhaubt 
aufgefallen ist. :-)
Wenn ich raten darf wuerde ich sagen das sie einen Kondensator im 
Programm haben den sie 'schon immer' nutzen und sich den nie genauer 
angeschaut haben. Und irgendwann hat dann der Hersteller angerufen ob 
das denn so richtig sind weil sie der letzte Kunde sind der den 
Kondensator noch ohne ROHS kauft.

> Die >10KG Blei, die da vorn im Auto liegen, um die Karre zu starten, ist
> übrigens RoHS konform.

Das kann man nicht vergleichen. Batterien werden sicher getrennt und 
unproblematisch recycelt. Eine Platine wo ein Kondensator drauf ist wird 
entweder irgendwann vergraben/verbrannt oder landet in Afrika. Ob man 
natuerlich jetzt fuer einen Kondensator so ein Fass aufmachen muss sei 
mal dahingestellt...

Olaf

von Jens M. (schuchkleisser)


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Walter K. schrieb:
> Da sollte man diesen PKWs doch sofort die Betriebserlaubnis entziehen!

LAch nicht:
Ein Tausch der Geräte wurde angedacht, die lassen sich (bis auf 
Software) unverändert in Nutzfahrzeugen weiterverwenden, da ist das 
erlaubt.
Und ach ja: es geht um 300µg pro Gerät. Oder Bauteil? So klar haben die 
sich nicht ausgedrückt, nur das "0,0003g pro Teil" war klar.

Evtl sind es auch nicht die Elkos, sondern das sind zufällig die 
einzigen Selektivgelöteten THT-Teile und da hat einer nicht aufgepasst.

von Harald W. (wilhelms)


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Diodenes schrieb:

> "Neuer Blei-Skandal erschüttert die Autobranche"
> - wo war denn bitteschön der "alte" Bleiskandal?

Das war der mit dem Blei im Benzin.

von Diodenes (Gast)


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Harald W. schrieb:
> Diodenes schrieb:
>
>> "Neuer Blei-Skandal erschüttert die Autobranche"
>> - wo war denn bitteschön der "alte" Bleiskandal?
>
> Das war der mit dem Blei im Benzin.

Daran war abe nichts heimlich und auch weit und breit kein Skandal, 
sondern wohlbegründete technische Erfordernis. Inzwischen geht's ja 
ohne.

Glykol im Wein, das war ein Skandal ;-)

von Marek N. (bruderm)


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Focus halt... (nicht der Ford)

Die Beinchen und Pads der Bauteile sind verzinnt. Wenn es noch 
verbleites Lötzinn war, so hat man einen gewissen Anteil an Blei.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Autos produzieren Abgase, lassen Kohlenwasserstoffe entweichen,
produzieren Mikroplastik.
Dann Schwermetalle, die durch Bremsabrieb und Korrosion abfallen
oder sich im Regenwasser auflösen.

Dann wird regelmässig Öl verteilt (Öltropfen bis hoch zur Ölspur)
Es werden bei einsetzendem Regen Tenside OHNE Kläranlage in die Umwelt 
entlassen.

Wenn man heute ein "Gerät" neu erfinden würde,
das sowas alles produziert/ablässt...

hauerha!

von Lothar J. (black-bird)


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Das "Gerät" gibt es schon, es heißt: Mensch.

Ohne den von Dir aufgeführten " Umweltsünden" würden wir nach der Geburt 
keine Woche überleben.

Blackbird

von Helmut -. (dc3yc)


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Scheissendreck auch! Und ich hab grade meine nächste 1kg-Rolle Lötzinn 
S-Sn60Pb38Cu2 aus dem Vorratsschrank geholt und verbrate es in meinen 
Schaltungen! Will jemand ausrechnen, wieviele Kondensatoren mit 300µg 
Bleigehalt ich damit löten kann?

von Walter K. (walter_k488)


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Das ist wie mit dem Feinstaub vom Reifenabrieb  ... vom e-Auto ist egal, 
vom Benziner ist böse, vom Diesel ist ganz böse

von jemand (Gast)


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Michael K. schrieb:
> Die >10KG Blei, die da vorn im Auto liegen, um die Karre zu starten, ist
> übrigens RoHS konform.
> Streng nach EU Regelwerk.
> Per Ausnahmegenehmigung.

Das ist weniger schlimm als es klingt. Autobatterien werden wegen des 
Pfandes relativ wahrscheinlich bei einem Recycler in Europa fachgerecht 
wieder eingeschmolzen. Da landet kein Gift in der Umwelt.

Die restliche Elektronik wandert dagegen nach Ghana, um unter offenen 
Himmel verbrannt zu werden. Das ist billiger, als sie richtig zu 
entsorgen.
Siehe auch:
https://www.planet-wissen.de/kultur/afrika/ghana/pwiegiftigerelektromuell100.html

Im Hinblick auf diese Sache ist ROHS schon positiv, und es ist sinnvoll, 
die allgemeine Elektronik bleifrei zu halten.

von René F. (therfd)


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Olaf schrieb:
> Wenn ich raten darf wuerde ich sagen das sie einen Kondensator im
> Programm haben den sie 'schon immer' nutzen und sich den nie genauer
> angeschaut haben. Und irgendwann hat dann der Hersteller angerufen ob
> das denn so richtig sind weil sie der letzte Kunde sind der den
> Kondensator noch ohne ROHS kauft.

Ich denke eher das dem Kondensator-Hersteller bei einer Stichprobe 
aufgefallen ist, das sie Mist fabriziert haben und dies im Rahmen eines 
QM-Prozesses den Kunden informiert haben. Vorallem ist Transparenz in 
dieser Situation die letzte Rettung wenn man weiterhin zuliefern möchte. 
Würde der Bauteilhersteller einen solchen katastrophalen Fehler 
verheimlichen und es würde rauskommen kann er sich sicher sein nie 
wieder Folgeaufträge zu erhalten.

Continental arbeitet meiner Erfahrung nach sehr sauber, wir sind 
Zulieferer der großen Steuergeräte-Hersteller und Continental hat die 
saubersten Prozesse und die striktesten Regelungen. Der Papierkram den 
wir ausfüllen müssen wenn wir ein Werk betreten ist die Hölle.

Bei manch anderen Herstellern kommt es immer aufs Werk an, in 
Deutschland ist alles relativ streng, in einem anderen Werk des gleichen 
Herstellers in Osteuropa darf mitten in der Fertigung geraucht werden...

von Walter K. (walter_k488)


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jemand schrieb:
>> Michael K. schrieb:
>> Die >10KG Blei, die da vorn im Auto liegen, um die Karre zu starten, ist
>> übrigens RoHS konform.
>> Streng nach EU Regelwerk.
>> Per Ausnahmegenehmigung.
>
> Das ist weniger schlimm als es klingt. Autobatterien werden wegen des
> Pfandes relativ wahrscheinlich bei einem Recycler in Europa fachgerecht
> wieder eingeschmolzen. Da landet kein Gift in der Umwelt.
>
>

Nicht alle grünen heile-Welt Träume sind real:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/blei-recycling-in-nigeria-toedliches-geschaeft-mit-alten.979.de.html?dram:article_id=440741

von Michael K. (Gast)


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Wir hatten mal im Zuge der RoHS Umstellung eine externe Beratung.
Der Dienstleister hatte in ganz Europa Büros dafür eingerichtet.

Anfragen in DE: > 1000
Rest EU: <20

Das Thema wird also nicht überall mit der gleichen Inbrunst beackert.

Ein Kunde des Dienstleisters ist bei einer Prüfung durchgefallen.
Nach langen Gesichtern und langer Sucherei:
Die ESD Tüten waren das Problem. :-)

Bauteile kauft man in großen Stückzahlen in China.
Da werden sie produziert, da sind die spuckenbillig, da sitzen die 
großen Fertigungsbetriebe.
Mit Grenzübertritt EU vervielfachen die ihren Preis.

Nachteil:
RoHS konform laut DS bedeutet nicht viel.
Ohne eigene Kontrollen passiert einem das was Continental jetzt passiert 
ist.

Super Futter für die mit Schaum vorm Mund, die am liebsten heute noch 
alle automobilnahen Betriebe in DE zu Naherholungsgebieten machen 
wollen.
Die brauchen wir dann auch, weil die Arbeitslosenquote in DE dann einen 
hohen zweistelligen Betrag annimmt und man ja irgendwo auf der Parkbank 
sein Bier trinken muss.
Dann ist das natürlich der teuflische Staat, die Verschwörung der 
Illuminaten und das Großkapital gewesen die uns alle unterjochen wollen.

Öl ist böse, Windkraft schreddert Vögel, Pumpspeicherwerke zerstören die 
Landschaft, HGÜ Leitungen bitte nur beim Nachbarn, Atom und Kohle geht 
garnicht, Gas kommt vom Klassenfeind ...
Ja was denn nun?
In der Lammfelljacke am offenen Herdfeuer stehen versaut übrigens auch 
die Lunge.
Irgendeine Form von Umweltbelastung werden wir schon akzeptieren müssen, 
oder glaubt Ihr die Neandertaler haben sich Vegan und Glutenfrei 
ernährt?

Dafür das früher alles im Einklang mit der Natur und damit per 
Definition gut war, sind die ganz schön früh gestorben damals.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Michael K. schrieb:
> Anfragen in DE: > 1000
> Rest EU: <20
>
> Das Thema wird also nicht überall mit der gleichen Inbrunst beackert.

solange wir in der EU nicht überall die selben Richtlinien haben,
sind wir noch lange nicht geeint.
Das klappt ja schon auf deutscher Ebene nicht.

von Terra Inkognita (Gast)


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jemand schrieb:

> Die restliche Elektronik wandert dagegen nach Ghana, um unter offenen
> Himmel verbrannt zu werden. Das ist billiger, als sie richtig zu
> entsorgen.

Frage: WER bestellt und bezahlt diese angeblichen Transporte nach 
Ghana ?

Glaubst Du wirklich, daß sich das bezahlt machen würde? Für wen ?

von Uwe B. (uwebre)


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Es geht imho nicht um RoHS (0.1% Blei erlaubt)sondern um die 
Altfahrzeuggesetzgebung gemäß der kein Bleianteil in Bauteilen eines 
Kfz erlaubt ist.

Das Geschrei hatten wir neulich bereits bei den Hochstrom(dc?)relais in 
den Ladegeräten u.a. der Postelektroautos.

Für die Medien und den "einfachen" Bürger ist daß natürlich schwer zu 
verstehen. Muß man entschuldigen.

Uwe

von 'wir nehmen opel für taxi' ;) (Gast)


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Terra Inkognita schrieb:


>
> Glaubst Du wirklich, daß sich das bezahlt machen würde? Für wen ?


Das holen die sich schon selber,

Youtube-Video "Automotoren Export für Afrika"

k.A wann dieser Beitrag entstand, aber das Afrikageschäft brummt 
spätestens seit Einführung der ersten ungeregelten Kats Anfang der 90er. 
Was glaubts du was mit den ganzen Dieselfzg. passieren wird?

von Terra Inkognita (Gast)


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'wir nehmen opel für taxi' ;) schrieb:
> Terra Inkognita schrieb:
>
>
>>
>> Glaubst Du wirklich, daß sich das bezahlt machen würde? Für wen ?
>
>
> Das holen die sich schon selber,
>
> Youtube-Video "Automotoren Export für Afrika"
>
> k.A wann dieser Beitrag entstand, aber das Afrikageschäft brummt
> spätestens seit Einführung der ersten ungeregelten Kats Anfang der 90er.
> Was glaubts du was mit den ganzen Dieselfzg. passieren wird?

Was soll das? Ich habe nicht nach Motoren, Dieselfahrzeugen oder 
Semmelkrumen gefragt.

Es ging um die Frage, wer angeblich die Altelektronik nach Ghana 
verschifft und die Kosten dafür trägt. DAS kannst Du mal beantworten 
-wenn Du kannst!

Ich halte diese Geschichten für Ammenmärchen, um UNS ein schlechtes 
Gewissen einzureden. WIR sind nämlich standardmäßig an allem Unglück 
der Welt schuld.
:((

von Matthias L. (limbachnet)


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Nun. Dass gesundheitsschädliche Stoffe in der Anwendung und Verbreitung 
in die Umwelt reduziert werden, das ist ja grundsätzlich schon gut so.

Aber ausgerechnet beim Blei jedem Mikrogramm hinterherzurennen, lässt 
IMHO doch ein wenig das gesunde Maß vermissen - das Zeug liegt 
tonnenweise frei an der Luft und der Witterung ausgesetzt herum.
http://www.dombau-koeln.de/index.php?id=31&ssl=0

Wird der Kölner Dom auch zurückgerufen und ausgetauscht?

von Walter K. (walter_k488)


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Dachfenster, Schornsteine-Durchbrüche etc. werden doch ohnehin immer mit 
Walzblei abgedichtet - nicht nur am Kölner Dom - sondern an fast jedem 
Einfamilienhaus

Oder gibt es da inzwischen was Anderes / Besseres?

von 'wir nehmen opel für taxi' ;) (Gast)


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Terra Inkognita schrieb:


> Was soll das? Ich habe nicht nach Motoren, Dieselfahrzeugen oder
> Semmelkrumen gefragt.

Was pisst du mich an wenn du es nicht verstehst wie es unter anderem 
auch dazu kommt?

Erster willkürlicher Suchmaschinentreffer
https://deutsch.rt.com/newsticker/68658-tausende-tonnen-elektromuell-in-gebrauchtwagen-nach-nigeria-verschifft/

19.04.2018 • 16:54 Uhr also noch halbwegs Aktuell.


Tausende Tonnen Elektroschrott werden einer Studie zufolge jährlich aus Deutschland und anderen Ländern in Gebrauchtwagen versteckt und so illegal nach Nigeria geschifft. In dem westafrikanischen Land wurden in den Jahren 2015 und 2016 jeweils rund 60.000 Tonnen gebrauchter Elektrogeräte importiert. Geschätzte 41.500 Tonnen davon, etwa 70 Prozent, wurden in Gebrauchtwagen transportiert, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Universität der Vereinten Nationen (UNU) zeigte.

Diese Transportmethode sei für Spediteure "wirtschaftlich", da wertvoller Leerraum gefüllt werde, sagt Percy Onianwa, der Leiter des Basler Koordinationszentrums für Afrika, das auch an der Studie beteiligt war. Da die Behörden demnach noch nicht darauf eingestellt sind, können die Spediteure Inspektionen und Funktionstests oft umgehen. Die Autos sind auch für den Wiederverkauf bestimmt.



Da wird keiner bezahlt oder bestochen das es das nimmt die bringen Geld 
mit. Aber ein Auge zugedrückt das nichtfunktionierender Schrott mit 
weggeht und das zu nicht kontrollieren ist halt ein Versäumnis mit üblen 
Konsequenzen wenn man das nicht will.


>
> Es ging um die Frage, wer angeblich die Altelektronik nach Ghana
> verschifft und die Kosten dafür trägt. DAS kannst Du mal beantworten
> -wenn Du kannst!

K.A. was sich in Ghana tut. Wird sich nicht großartig anders zutragen.
Wie schon geschrieben nicht selten holt sich der afrikanische Importeur 
und Gemischtwaren u. Rohstoffähndler sich das selber.

von Terra Inkognita (Gast)


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Na, das ist ja interessant: Die holen sich das selber. Soso...

Es ist also völlig egal, was die Fracht eines Schiffes wiegt, wenn man 
nur die Hohlräume mit Elektroschrott füllen kann. Diesen Schrott 
verkauft man dann im Zielland sicher unheimlich gewinnbringend. Wer will 
nicht 10 defekte Fernsehgeräte in seiner geräumigen Hütte stehen 
haben...

Das kann man Alles glauben -unglaublich.

von Axel L. (axel_5)


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Terra Inkognita schrieb:
> Na, das ist ja interessant: Die holen sich das selber. Soso...
>
> Es ist also völlig egal, was die Fracht eines Schiffes wiegt, wenn man
> nur die Hohlräume mit Elektroschrott füllen kann. Diesen Schrott
> verkauft man dann im Zielland sicher unheimlich gewinnbringend.
>

Nein, das braucht man hier nicht teuer entsorgen. Darin liegt der 
Gewinn.

In Ghana werden die in ein großes Feuer geworfen und dann das Kupfer 
verkauft.

Gruß
Axel

von Bernd K. (prof7bit)


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Olaf schrieb:
> Es ist schwer zu glauben das so ein
> dicker Laden beim Einkauf nicht darauf achtet das die Bauteile ROHS
> komform sind.

Der Einkauf? Du müsstest im Wareneingang die Bauteile von der Rolle 
popeln (von jeder Rolle ne Handvoll, bei jeder neuen Rolle wieder) und 
ins Labor bringen zum Analysieren. Oder wie soll man sonst feststellen 
ob das RoHS eingehalten wurde? Der Einkauf kann da gar nichts machen! Es 
ist das selbe wie CE, es ist kein amtliches Prüfzertifikat sondern eine 
Selbsterklärung des Lieferanten.

Neulich hab ich mir absichtlich ne Rolle bleihaltiges(!) Lötzinn gekauft 
für private Zwecke weil ich das so will und als ich die Rolle auspackte 
musste ich lachen, da prangt ganz frech ein RoHS Abzeichen drauf. Er ist 
aber wirklich bleihaltiges, der Schmelzpunkt und das Lötverhalten ist 
identisch zu meinem 30 Jahre alten Resten von früher, nur das 
Kolophonium duftet nicht nach Fichten, Tannen und Weihnachten sondern 
stinkt nach chinesischem Bahndamm-Südseite.

von Helmut -. (dc3yc)


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Bernd K. schrieb:
> Neulich hab ich mir absichtlich ne Rolle bleihaltiges(!) Lötzinn gekauft
> für private Zwecke weil ich das so will und als ich die Rolle auspackte
> musste ich lachen, da prangt ganz frech ein RoHS Abzeichen drauf.

Bleihaltiges Lötzinn ist ja auch RoHS-konform! Schau doch mal bei der 
Raumfahrtindustrie. Da geht nichts anderes! Und zum Abschirmen von 
Röntgenstrahlen verwendet man immer noch Blei.

von Olaf (Gast)


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> Der Einkauf? Du müsstest im Wareneingang die Bauteile von der Rolle
> popeln (von jeder Rolle ne Handvoll, bei jeder neuen Rolle wieder) und
> ins Labor bringen zum Analysieren.

Wir reden hier nicht von einer Klitsche mit 10Personen die bei Reichelt 
einkauft. Geh mal davon aus das Conti entweder direkt beim Hersteller 
oder einem der grossen Distributoren einkauft. Und da bekommst du vom 
Hersteller genaueste Analysenergebnisse wenn du die haben willst. Die 
stehen sogar bei manchen direkt auf der Homepage. Und wenn der sich 
nicht dran haelt und luegt dann wuerde nicht Conti in der Presse stehen 
sondern der Hersteller der Bauteile. Den wuerden die dann naemlich rund 
machen.

Olaf

von 'wir nehmen opel für taxi' ;) (Gast)


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Terra Inkognita schrieb:


> Das kann man Alles glauben -unglaublich.

Glaub was du willst.


Ja, bei bestimmten Versandarten ist das so.

RoRo, Fahrzeugtransport in Roll-on Roll-off!

Preis der KFZ Verschiffung errechnet sich aus den Maßen
https://www.spedition-seefracht.de/service/lexikon/informationen-zu-kfz-verschiffung/

---
Bei Containern gibt idR. Fixe Preise für einen 20 o. 40'
LCL less-container-load wird nach Volumen o. Gewicht berechnet.


>> Diesen Schrott
>> verkauft man dann im Zielland sicher unheimlich gewinnbringend.
>>
>
Muss wohl so sein das es sich lohnt, die sind ja nicht dumm ldgl 
Skrupellos.

Wo sind sie hin die zum E-Schrott angemeldeten Fernseher, Computer, 
Staubsauger etc. der letzten Jahre? Den Entsorger haben sie jdf. nicht 
erreicht bis der verbeikommt ist das alles verdampft. Alles was nicht zu 
einem Wertstoffhof gebracht wird findet so gut wie immer Abnehmer aller 
Couleur. Und beim nächstgelegen Autoverwerter spielt sich das so ab wie 
in dem Fernsehbeitrag.

von 'wir nehmen opel für taxi' ;) (Gast)


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'wir nehmen opel für taxi' ;) schrieb:
> Terra Inkognita schrieb:
>
>
>> Das kann man Alles glauben -unglaublich.
>
> Glaub was du willst.
>

Ohne den thread/t kapern zu wollen aber das halbwegs sauber 
abzuschließen

Anfangs erwähntes Ghana liegt eben auf der schiffahrtsroute nach 
Nigerien, das ist als nicht zu weit weg und hergeholt....Der ergoogelte 
"Rt Newsletter" hatte das berichtet, Quelle dpa. nuja mal gucken: 'about 
us'

RT ist eine autonome, gemeinnützige Organisation, die aus dem Budget der 
Russischen Föderation öffentlich finanziert wird.

Russen :()

kann man ja kurz suchen, nach erwähnten Personen und Institutionen falls 
einem das interessiert:


duckduckgo.com/lite/?q=UNU+Percy+Onianwa+nigeria


Dann landet man direkt hier;
https://unu.edu/media-relations/releases/pip-press-release.html
bzw. hier sollte das selbe sein:
https://ehs.unu.edu/media/press-releases/thousands-of-tonnes-of-e-waste-is-shipped-illegally-to-nigeria-inside-used-vehicles.html

Und der Bericht selber, unten auf der Seite ist ein link.

Keine Ahnung ob die Russen da auch die Finger drin haben ;)





Grad die Highlights



Defekte Elektrik/Elektronik dürfte die EU nicht verlassen.
Röhrengeräte dürften nicht in Nigerien eingeführt werden.

---

“Almost all of the importers or their agents are Nigerians, of which 80% 
are located within the Lagos metropolis,” adds co-author Olusegun 
Odeyingbo of UNU. “The imports of UEEE can generate considerable 
profits, especially if they can be sold primarily for re-use.”



The study also revealed that almost 70% — 41,500 tonnes — of the UEEE 
reaching Lagos each year arrived inside vehicles destined for Nigeria’s 
second hand auto market, an import route never before thoroughly 
assessed. Another 18,300 tonnes arrived in shipping containers.

Limited functionality testing revealed that, of the UEEE sent to Nigeria 
every year from other countries in 2015 and 2016 — assessed at around 
60,000 metric tonnes in both years— at least 15,400 tonnes didn’t work.
More than 60% of the UEEE imported in containers was declared in 
official paperwork to be household goods or personal effects. UEEE 
imported in used vehicles was mostly undeclared.

By weight, LCD-TVs and flat panel monitors made up the largest category 
(18%) of imported UEEE. Over half (55%) of these were found to be 
non-functioning and as such waste.

The second largest category — CRT-TVs and CRT-monitors (14%) —are 
formally banned from importation.

Photocopying machines made up 13%, refrigerators 12%, desktop CPUs 7%, 
air conditioners, speakers and washing machines, each 6%, printers 5%, 
and DVDs 4%.

Of the UEEE imported inside “roll-on / roll-off” (Ro-Ro) used vehicles 
(so called because they are driven onto and off the ships rather than 
being transported in containers) the vast majority (98%) came from EU 
member states. The rest came from the USA.


Ach, lest es selber.



Grad gabs wieder ein Kärtchen an der Karre, wir kaufen dein Auto.

von Michael O. (michael_o)


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War ROHS nicht ein Erfindung von Sony, die damit einige Zeit den 
Japanisch Markt von Importen freihalten konnten, weil sie es ihrer 
Regierung als Fortschritt verkauft hatten?
Denn wenn es um Umweltschutz gegangen wäre hätte man es wohl erst den 
Anglern und dann den Jägern wegnehmen müssen bevor man es den 
Elektronikern aus der Hand nimmt.
Solange der Zahnarzt noch Amalgam in Menschen einbauen darf ist doch 
sowieso alles nur Ablenkung von wirklichen Problemen.

mfG
Michael

von Dr. Sommer (Gast)


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Michael O. schrieb:
> Solange der Zahnarzt noch Amalgam in Menschen einbauen darf ist doch
> sowieso alles nur Ablenkung von wirklichen Problemen.

aus gegebenem Anlass möchte ich dazu anmerken, dass die Polizei ihre 
Zeit nicht mit Radarkontrollen verbringen sollte, solange noch 
Frauenmörder und Kinderschänder frei herumlaufen.

zum Thema:

es geht nicht nur um ein paar Mikrogramm Blei, sondern auch ums Prinzip.
Sollte man ein Auge zudrücken, wenn sich ein Automobilzulieferer nicht 
an die Vorschriften hält?
Das würde im Moment sicher nicht gut ankommen.

von nachtmix (Gast)


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Diodenes schrieb:
>>> "Neuer Blei-Skandal erschüttert die Autobranche"
>>> - wo war denn bitteschön der "alte" Bleiskandal?
>>
>> Das war der mit dem Blei im Benzin.
>
> Daran war abe nichts heimlich und auch weit und breit kein Skandal,
> sondern wohlbegründete technische Erfordernis.

Das war kein Skandal, und technisch erforderlich war es auch nicht, 
sondern krimineller Lobbyismus.

Vor bald 100 Jahren, zuerst in USA und einige Jahre später in Europa, 
wurden die Regierenden entgegen dem Rat von Fachleuten beschwatzt das 
mit hochgiftigen Bleiverbindungen "gepimpte" amerikanische Klingelwasser 
zuzulassen.

Hierzulande hatte man Eisenverbindungen und vor allem Benzol als Additiv 
verwendet (Alkohol geht auch, zieht aber Wasser an).
Die Marke hieß BV Aral, wobei BV für Benzol-Verband stand.
Benzol ist auch giftig und krebserrregend, aber wenn es verbrennt, ist 
es weg und lagert nicht noch Jahrzehnte in der Gegend verstreut.
https://de.wikipedia.org/wiki/Aral#Marke_und_Logo
https://de.wikipedia.org/wiki/Tetraethylblei

Ach ja:
Erst 1971 wurde per Gesetz die Bleimenge auf 0,4g/L begrenzt. Davor 
waren Konzentrationen bis zum Doppelten üblich.
Und wie weit fährt man schon mit 1L Benzin?

Es ist noch alles da. Vom Winde verweht.

Beitrag #5947505 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Dr. Sommer (Gast)


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Tiger im Tank schrieb im Beitrag #5947505:
> Die damaligen Motoren waren nicht klopffest, so daß man als
> Antiklopfmittel Bleitetraäthyl zufügen musste.

heutige Motoren sind in der Beziehung auch nicht anders, nicht der Motor 
muss klopffest sein, sondern der Sprit.  Bleitetraäthyl ist eine 
Möglichkeit, das zu erreichen, es gibt aber auch andere die man 
heutzutage anwendet.
Dass alte Motoren keinen bleifreien Sprit vertragen liegt an den 
Ventilsitzen, nicht an der Klopffestigkeit

Beitrag #5947538 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Arno H. (arno_h)


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Schön, dass Bleitetraäthyl lobend im Kampfstofflexikon des 
Umweltbundesamtes erwähnt wird.
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/bestandsaufnahme-von-3 
Seite 45ff.
Weiß man eigentlich, wie viel Tonnen im Laufe der Jahre über die 
Republik verteilt wurden?

Arno

von 'wir nehmen opel für taxi' (Gast)


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Arno H. schrieb:


> Weiß man eigentlich, wie viel Tonnen im Laufe der Jahre über die
> Republik verteilt wurden?

Schwierig schon weils bekannte Zahlen nur für die westliche Welt gibt.
Für die USA wurde das für den Zeitraum von 1926-85 auf ca 7 Mio tonnen 
geschätzt. Such ggf. nach einer Studie mit dem Titel 'the rise and fall 
of leaded gasoline' von 1990 da gibts noch weitere mit gleichem o. 
ähnlichem Titel.

Sicherlich wirds irgendwo deutsche Kraftstoffverbrauchsstatiken geben.













---


>> wurden die Regierenden entgegen dem Rat von Fachleuten beschwatzt das
>> mit hochgiftigen Bleiverbindungen "gepimpte" amerikanische Klingelwasser
>> zuzulassen.

Naja, das war kein geringerer als Carl Bosch der das vorangetrieben und 
schon 1932 die Fühler zu den absehbar kommenden 
Führungspersöhnlichkeiten ausgestreckt hat. Eisenpentacarbonyl und die 
Schwierigkeiten damit waren dem als ehem. Leiter der BASF sicherlich 
wohlbekannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenpentacarbonyl

von Udo P. (Gast)


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Michael K. schrieb:
> Irgendeine Form von Umweltbelastung werden wir schon akzeptieren müssen
Genau, deshalb plant Elon Mask, mit 1 Mio. Menschen auf den Mars 
umziehen u wollen. Wobei es nicht lang dauern wird, bis wir den Planeten 
auch durchseucht haben werden.

> Dafür das früher alles im Einklang mit der Natur und damit per
> Definition gut war, sind die ganz schön früh gestorben damals.

Falsch, heute streben wir viel zu spät. Dass immer mehr Menschen an 
Demenz erkranken ist der eindeutige Beweis dafür. Und jeden Erkrankten 
am Sterben zu hindern werden wir uns auch nicht mehr lange leisten 
können.

Schon mal ein Krokodil im Pflegeheim gesehen?

von Udo P. (Gast)


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Terra Inkognita schrieb:
> Ich halte diese Geschichten für Ammenmärchen, um UNS ein schlechtes
> Gewissen einzureden. WIR sind nämlich standardmäßig an allem Unglück
> der Welt schuld.
> :((

Wir sind schon ziemlich üble Schweine und man muss schon ein gnadenloser 
Ignorant sein, um dies ausblenden zu können.

Z.B. werben wir med. Personal aus armen Ländern ab. Dass sich dort nun 
kaum noch med. Personal befindet, die Menschen dort nun wegen 
Kleinigkeiten krepieren, ist uns doch scheißegal.

Dort ein Krankenhaus-Arzt weniger, hier ein Hilfspfleger mehr - so macht 
man sich ein super gutes Gewissen.

von Terra Incognita (Gast)


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Udo P. schrieb:
> Terra Inkognita schrieb:
>> Ich halte diese Geschichten für Ammenmärchen, um UNS ein schlechtes
>> Gewissen einzureden. WIR sind nämlich standardmäßig an allem Unglück
>> der Welt schuld.
>> :((
>
> Wir sind schon ziemlich üble Schweine und man muss schon ein gnadenloser
> Ignorant sein, um dies ausblenden zu können.

Wir? Wie kommst Du dazu, ALLE in Bausch und Bogen mit in Deine 
Verunglimpfung einzubeziehen?

>
> Z.B. werben wir med. Personal aus armen Ländern ab. Dass sich dort nun
> kaum noch med. Personal befindet, die Menschen dort nun wegen
> Kleinigkeiten krepieren, ist uns doch scheißegal.

WIR werben überhaupt nicht! Die diversen Fachkräfte kommen von ganz 
allein. Dass darunter tatsächlich einigen, wenige sind, die diese 
Bezeichnung zu Recht tragen, das ist nicht UNSERE Schuld!

>
> Dort ein Krankenhaus-Arzt weniger, hier ein Hilfspfleger mehr - so macht
> man sich ein super gutes Gewissen.

Und wieder: Ich habe diese verfehlte Gesundheitspolitik weder 
veranlasst, noch zu verantworten. Nur einer der Leidtragenden bin ich 
als chronisch Kranker.

Ich denk, das genügt selbst Dir mal als Ansage.

von Bernd K. (prof7bit)


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Udo P. schrieb:
> Wir

Wir?

"Wir" lenken die Geschicke und die Taten dieses Landes ("vom Volke aus") 
indem jeder von uns eine Steuerkonsole benutzt die mit einer sagenhaften 
Bandbreite von ungefähr 3 nb/s (Nanobit pro Sekunde) angebunden ist und 
mit ner Samplerate von 1 Befehl pro 4 Jahre abgetastet wird und 
anschließend ein Mittelwert gebildet wird aus zig Millionen anderen 
vertrottelten Steuereingaben.

Die Steuerung reagiert also ein kleines bisschen träge und schwammig, 
aus meiner Sicht lässt sich dieses Land ungefähr so gut manövrieren wie 
eine schwimmende Kuh der man Instruktionen per Flaschenpost zukommen 
lässt. Aus 300km Entfernung.

Wenn die schwimmende Kuh irgendwo gegen kracht ist das sicher nicht 
meine oder unsere Schuld.

Aber dafür ist der Downlink rasend schnell, in Farbe und in 3d.

von Udo P. (Gast)


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Terra Incognita schrieb:
> WIR werben überhaupt nicht!
> Die diversen Fachkräfte kommen von ganz allein.

Ach - aber nehmen wir mal an, es wäre so.

Aufgrund übler Arbeitsbedingungen und als direkte Folge der neu 
eingeführten Arbeitnehmerfreizügigkeit ist unser med. Personal der 
ersten Reihe in Länder mit besseren Arbeitsbedingungen ausgeflogen. Bei 
uns geht es nun in den Kliniken drunter und drüber.

Angenommen, es würden nun KEINE Fachkräfte aus dem Ausland "von selber" 
kommen, was würden wir Deutschen wohl machen? Uns hinlegen und 
krepieren?

Das glaubst du doch wohl selber nicht.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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In Indien werden Autobatterien recycelt, indem man sie in einem einige 
Meter hohen sich oben in einen Schornstein verjüngenden Turm aus Lehm 
aufstapelt und anzündet. Das Blei, was dabei unten rausläuft, wird 
verkauft. Die schwarze Wolke obenraus und die löslischen Bestandteile im 
Grundwasser behält man im Land.

In Deutschland ist es nicht viel besser. Die Elektroschrottcontainer 
beim Großschrotter sind diese 20, 30 Kubikmeter Abrollbehälter. Da wird 
alles reingeworfen und dabei zermatscht. Tonerstaub in allen Farben, 
zerfetzte Bleiakkus von den USVen, Asbest aus alten Heizgeräten. 
Bleihaltiger Staub sowieso.

Zumindest die Umgebung des Betriebs hat den Dreck täglich in der Lunge. 
Wenn die Bahn Schienen austauscht, wirft sie die Schwellen auf einen 
Haufen und läßt den Regen den Dreck ins Grundwasser auswaschen. Gibt da 
auch Lagerplätze wo das regelmäßig geschieht und auf denen 
komischerweise kein Unkraut wächst.

von Olaf (Gast)


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> Wenn die Bahn Schienen austauscht, wirft sie die Schwellen auf einen
> Haufen und läßt den Regen den Dreck ins Grundwasser auswaschen.

Alte Bahnschwellen werden traditionell in deutschen Gaerten vergraben 
weil die niemals verfaulen. Darf man sich aber heute wohl nicht mehr mit 
erwischen lassen.

Olaf

von Udo P. (Gast)


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Wollvieh W. schrieb:
> In Deutschland ist es nicht viel besser. Die Elektroschrottcontainer
> beim Großschrotter sind diese 20, 30 Kubikmeter Abrollbehälter. Da wird
> alles reingeworfen und dabei zermatscht. Tonerstaub in allen Farben,
> zerfetzte Bleiakkus von den USVen, Asbest aus alten Heizgeräten.
> Bleihaltiger Staub sowieso.

Ich sah mal, wie alte Leuchtstofflampen in einer Gitterbox "gesammelt" 
wurden. Die Hälfte war in Scherben. Ein Mitarbeiter meinte, wenn die auf 
LKW verladen und am Ziel wieder entladen werden, ist alles in Scherben. 
Die bleihaltigen Gase sind dann auf dem LKW. Wenn der Fahrer nach paar 
Jahren hopps geht, gibt es einen neuen Fahrer. Die sind super billig und 
problemlos austauschbar.

von Matthias L. (limbachnet)


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In Leuchtstofflampen ist Blei? Meinst du evtl. eher Quecksilber? (was 
die Suerei natürlich nicht kleiner macht...)

von Cyblord -. (cyblord)


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Udo P. schrieb:
> Z.B. werben wir med. Personal aus armen Ländern ab. Dass sich dort nun
> kaum noch med. Personal befindet, die Menschen dort nun wegen
> Kleinigkeiten krepieren, ist uns doch scheißegal.

Also sollte man das med. Personal im ärmeren Ländern dort einsperren, 
Pass einziehen und durch Bedrohung ihrer Familien zur Arbeit zwingen? Ja 
so ungefähr? Dann könntest du wieder gut schlafen Nachts?

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Matthias L. schrieb:
> In Leuchtstofflampen ist Blei? Meinst du evtl. eher Quecksilber? (was
> die Suerei natürlich nicht kleiner macht...)

eine Sauerei ist die Art und Weise,
wie das Recycling gehandhabt wird.

Fluoreszenz-Lampen als Schüttgut in die Gitterbox.

von chris (Gast)


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Solange Produkte hergestellt werden die von Anfangg an nicht recyelbar 
sind, ist jede Diskussion sinnlos denn der BWLèr hat mehr zu sagen als 
alle anderen....

KOOOOOONNNNSUUUUMIIIIIIEEEEEEEEEEEERRRRRRRRRRRRRRRTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTT 
TTTTTTTT....  Euer Konsum ist mein Profit!!!! Also nicht miener aber der 
Giergeier ihr vertshet schon

Nun ja der pöse Deutsche muss mal wieder Schuld sein, der Wirtschafts 
gehts gut und da können wir uns (USA,Fr,GB usw) die Hände reiben. Der 
Detsche zoahlts hoalt!

Wie lange das noch gut geht ?

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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chris schrieb:
> Solange Produkte hergestellt werden,
> die von Anfang an nicht recyclebar sind

haben wir auch keinen Ressourcenmangel.
Und kein Klimaproblem.

denn WENN wir es hätten, würde man längst gegengesteuert haben.

Autos hätten alle die gleichen Lampen,
Drucker lassen sich reparieren (haben keine Zähler verbaut)
BIOS-Batterien in Laptops lassen sich ohne Totalzerlegung wechseln,

Netzteile sind in ALLEN Geräten mit wenigen Handgriffen tauschbar
und sind alle von gleicher Bauform.

für Geräte, die eh alle das selbe machen, braucht man auch keine
hunderte von verschiedenen Marken/Hersteller.

in der Hinsicht macht man das in China auch nicht gerade verkehrt,
wenn in einer Stadt z.B. NUR Sanitärkeramik,
in einer anderen dann NUR Reissverschlüsse hergestellt werden.

Die Umwelt hat sich der Ideologie gefälligst unterzuordnen.

Beitrag #5961014 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Personalzigarette (Gast)


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Gab es Alles schon mal. Nannte sich "RGW" (Rat für gegenseitige 
Wirtschaftshilfe)

Ein Land stellte ein Erzeugnis für alle anderen her.

Wurde aber mutwillig von innen heraus zerstört. Aus Übermut. Manch Einer 
sieht nun heute mit Entsetzen, was er davon hat.

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