Marcel schrieb:
> Dies hängt natürlich stark von der GUI ab, aber ein grober
> Schätzwert ob meine 128MB reichen wären ganz gut.
Vom Gefühl her ja, aber vermutlich nicht mit einer normalen
Distribution. Ich habe vor längerer Zeit (ca. 2009) Debian mit IceWM und
Firefox auf einem Pentium II mit 64 MB installiert.
Die Installation war schon damals nicht mehr ganz trivial, weil
localegen für utf8 nicht mehr ins RAM passte, aber das Ergebnis war als
kurzfristiges Ersatzgerät ganz brauchbar - bis zur Google-Startseite
komplett ohne Swapspace.
Marcel T. schrieb:
> Es soll per CAN und Ethernet Daten ausgelesen werden und in einer QT GUI
> auf einem TFT LCD mit 800x600 Auflösung dargestellt werden.
Was spricht gegen ein Raspberry Pi mit CAN-Shield? Das wurde bei uns an
der Hochschule für die Zusammenarbeit mit $Hersteller genutzt und lief
prima. Fürs Hochschulumfeld optimal ist, dass die Einzelteile verfügbar
und billig sind und die Inbetriebnahme auch für Studenten ohne
tiefgreifende Vorkenntnisse möglich ist.
Für deine Eigenentwicklung gilt nichts davon: Du baust ein Einzelstück
(maximal Kleinserie), eine spätere Herstellung weiterer Geräte ist
effektiv nicht möglich (vor allem, wenn du woanders aktiv bist), die
Software ist speziell an das Gerät angepasst (Linux-Kernel, Devicetree,
evtl. Treiber) und wird nie wieder aktualisiert.
In zwei Jahren liegt das Teil im Schrank, weil niemand außer dir die
Zeit oder das Wissen für eine neue Inbetriebnahme hat. Wenn du Student
bist, bist dann nicht mehr da; wenn du Mitarbeiter bist, bist du dann
mit anderen Projekten beschäftigt. Eine Neuentwicklung ist sowieso zu
teuer.
Kurz: Denke nochmal ganz genau darüber nach, ob du im universitären
Umfeld überhaupt eine eigene Entwicklung anfangen willst. In der Regel
ist das alles für die Tonne.