Hallo, ich bitte um eine Evaluierung meines Arbeitszeugnisses.
Sollte ich es als Referenz für weitere Bewerbungen verwenden, oder eher
nicht? Leider kann ich kaum eine Formulierung in genau diesem Wortlaut
im Internet wiederfinden.
Herr X zeigte stets Initiative, großen Fleiß und Eifer. Er stellte an
sich selbst hohe fachliche Anforderungen, die er voll erfüllte. Dabei
zeichnete sich Herr X bei der Erledigung aller Aufgaben durch seine
Umsicht und selbstständige Arbeitsweise aus.
Herr X besitzt sehr gute Fachkenntnisse, die er erfolgreich in die
Praxis umsetzte. Aufgrund seines freundlichen und aufgeschlossenen
Auftretens war Herr X bei Vorgesetzten und Kollegen sehr geschätzt und
anerkannt. Die ihm übertragenen Aufgaben hat er stets zu unserer vollen
Zufriedenheit ausgeführt.
Die Tätigkeit endet auf Wunsch von Herrn X. Wir bedanken uns bei Herrn X
für seinen engagierten Einsatz und wünschen ihm alles Gute für seine
private und berufliche Zukunft.
Danke im Voraus!
seoul soul schrieb:> Leider kann ich kaum eine Formulierung in genau diesem Wortlaut> im Internet wiederfinden.
Weil Geheimsprache nicht mehr erlaubt ist.
seoul soul schrieb:> Herr X zeigte stets Initiative, großen Fleiß und Eifer.
Wir wollten alle nur ein wenige Dienst nach Vorschrift machen und dann
kam der und nahm seine Arbeit ernst.
seoul soul schrieb:> Die ihm übertragenen Aufgaben hat er stets zu unserer vollen> Zufriedenheit ausgeführt.
Unselbständig, Note 2.
seoul soul schrieb:> Aufgrund seines freundlichen und aufgeschlossenen> Auftretens war Herr X bei Vorgesetzten und Kollegen sehr geschätzt und> anerkannt.
richtige Reiehnfolge: erst Vorgesetzte, aber Kunde fehlt, muss aber
nichts heißen
Ich sehen nichts Schlimmes darin.
Der zweite Absatz ist deine eigentliche Note. Da steht "stets volle
Zufriedenheit", das wäre sozusagen eine 2.
Etwas problematisch ist der erste Absatz. Es könnte sein das der
Personaler etwas ungeschickt formuliert hat, dass du viele eigene Ideen
hattest die meistens auch sinnvoll waren. Da er aber deinen Einsatz und
deine selbstständigkeit so herausstellt, kann man das auch als "Achtung,
stellt erst mal grundsätzlich alles und jedes in Frage was nicht auf
seinem Mist gewachsen ist" lesen. Dass du dazu bei dem Punkt auch nur
eine "volle Zufriedenheit" bekommen hast, könnte das heissen dass deine
eigenen Ideen auch nicht immer optimal waren.
Wenn der Rest passt, würde ich dich mit so einem Zeugnis immer noch
einladen aber im Gespräch abklopfen ob eher ersteres oder zweiteres
zutrifft.
P.S: Ich habe jetzt vorausgesetzt, dass du keinen oder nur sehr wenig
Kundenkontakt hattest, da Kunden nicht erwähnt sind. Wenn aus deinen
restlichen Unterlagen hervorgeht, dass du z.B. Kundenberater oder
Servicekraft warst, ist das weglassen der Kunden eine ganz schlechte
Note.
Stefan H. schrieb:> Wir wollten alle nur ein wenige Dienst nach Vorschrift machen und dann> kam der und nahm seine Arbeit ernst.
Glaube nicht, dass das so gemeint sein könnte, entspricht überhaupt
nicht meinem Eindruck vom Unternehmen.
Also insgesamt Note 2, danke.
Daniel schrieb:> P.S: Ich habe jetzt vorausgesetzt, dass du keinen oder nur sehr wenig> Kundenkontakt hattest, da Kunden nicht erwähnt sind.
Nein, es war ein Inhouse Entwicklerjob.
Danke für Deine Einschätzung! Das Zeugnis hat übrigens nicht die
Personalerin erstellt, sondern mein Abteilungsleiter - warum auch immer.
Bruchstücke eines Arbeitszeugnisses haben keinen Wert.
Wie schon geschrieben, kann niemand ahnen, ob Kunden drin vorkommen.
Oder Vertrauen, weil Du mit (Bar-)Geld zu tun hasst. Oder ob die
Eigeninitiative zum Job gehört oder im Gegenteil auf Querulant hinweist.
Zudem ist die Frage, ob es ein professioneller geschrieben hat, oder der
Inhaber einer 10 Mann Klitsche, der sich das notwendige in 10 Minuten
angelesen hat.
Und alles, weil es auch sarkastisch sein kann: Super Benotung, und ein
"endet zum 12.09." oder so macht es vollkommen wertlos.
seoul soul schrieb:> und wünschen ihm alles Gute für seine> private und berufliche Zukunft.
Weil immer mehr Codes verboten sind, wird heute vieles in die
Schlussformulierung gesteckt. Das sei noch erlaubt. Ein guter Schluss
eines Arbeitszeugnisses lautet: Wir wünschen WEITERHIN viel Erfolg.
Sonst bedeutet es, dass er bisher keinen hatte. Vielleicht war das dem
Autor des Zeugnisses nicht bekannt, wenn es sich um einen kleineren
Betrieb handelt? oder es war Absicht.
A. S. schrieb:> Bruchstücke eines Arbeitszeugnisses haben keinen Wert.
Der Rest ist nur noch die Beschreibung des Unternehmens und der
Tätigkeit, welche ich aus naheliegenden Gründen nicht poste.
Ich hatte als Inhouse Entwickler ohne Personalverantwortung weder mit
Bargeld, noch mit Kunden zu tun.
Ob Eigeninitiative bei einer Tätigkeit als Softwareentwickler gefragt
oder eher unerwünscht ist, ist eurer Deutung überlassen. Ich hatte nie
den Eindruck, jemanden mit meinen frivolen Einfällen zu belästigen.
Zeugnisse helfen Firmen nur bei der Rosinenpickerei.
Wenn man sehr gut ist, dürfte das kaum zum Problem
werden, aber was ist, wenn man schlechter ist, oder
in der Firma ein Psychopath und das ist gar nicht
so unwahrscheinlich, sein Unwesen treibt, der einen
in die Suppe spuckt? Trennungen von Firmen haben
immer einen bitteren Beigeschmack. Da kann die Jobsuche
schnell zum Fiasko werden und man weiß nicht, wieso.
Eine Gefahr kommt auch nicht vom Zeugnisinhalt, sondern
eher von der Referenz des Urhebers. Damit hat jeder Personaler
die nicht zu unterschätzende Möglichkeit sich Informationen
per Telefonat, Fax oder schriftlich zu verschaffen, die
außerhalb geltenden Rechts geeignet sein können, die Grundrechte
jedes Arbeitnehmers zu beugen oder zu brechen.
Erfahren wird man das durch dieses System der stillen Post
so gut wie nie. Gleichbehandlung ist dann nur ein frommer
Wunsch und das Berufsleben möglicherweise eine Sackkasse.
Hier fehlt einfach die Verantwortung beworbener Unternehmen.
Auf dem Arbeitsmarkt kann die Wirtschaft, sofern sie nicht
den Beweis für einen Rechtsbruch liefert, daher machen, was sie
will.
Man kann Zeugnisse zwar weg lassen, muss sich dann aber
nicht wundern, wenn man auf Ablage P landet.
So groß kann der Fachkräftemangel gar nicht sein, dass die
Wirtschaft von diesen alten bewährten Methoden Abstand nimmt.
Da müsste schon die Politik EU-weit für sorgen.
seoul soul schrieb:> Herr X zeigte stets Initiative, großen Fleiß und Eifer.
Bissl strange, Fleiß und Eifer wird gewöhnlich nicht an erster Stelle
betont. Man könnte es so deuten, dass du eher übereifrig bist, ohne das
es im Verhältnis zum Ergebnis steht...
2-3
seoul soul schrieb:> Er stellte an sich selbst hohe fachliche Anforderungen, die er voll> erfüllte. Dabei zeichnete sich Herr X bei der Erledigung aller Aufgaben> durch seine Umsicht und selbstständige Arbeitsweise aus.
Auch etwas strange: Seit wann steht es einem Angestellten frei zu
definieren was er können muss? Könnte man so deuten, dass du etwas zu
perfektionistisch bist.
2-3
seoul soul schrieb:> Herr X besitzt sehr gute Fachkenntnisse, die er erfolgreich in die> Praxis umsetzte.
2
seoul soul schrieb:> Aufgrund seines freundlichen und aufgeschlossenen Auftretens war Herr X> bei Vorgesetzten und Kollegen sehr geschätzt und anerkannt.
2-
Ein Vorbild warst du anscheinend nicht?
seoul soul schrieb:> Die ihm übertragenen Aufgaben hat er stets zu unserer vollen> Zufriedenheit ausgeführt.
2
seoul soul schrieb:> Die Tätigkeit endet auf Wunsch von Herrn X.
2+. Es fehlt aber das Bedauern über deinen Weggang!
seoul soul schrieb:> Wir bedanken uns bei Herrn X für seinen engagierten Einsatz und wünschen> ihm alles Gute für seine private und berufliche Zukunft.
2-3
Es fehlt, dass man dir "weitherhin Erfolg" wünscht. Vielleicht, weil du
bisher kaum welchen hattest?
Advocatus diaboli
> Herr X zeigte stets Initiative, großen Fleiß und Eifer.
Wollte aber konnte nicht.
> Er stellte an sich selbst hohe fachliche Anforderungen, die er voll erfüllte.
"Macht gerade, was aufgetragen wurde" Fehlt "stets zu unserer vollsten
Zufriedenheit"
> Dabei zeichnete sich Herr X bei der Erledigung aller Aufgaben durch seine> Umsicht
ständig am meckern :-)
> und selbstständige Arbeitsweise aus.
stets?
> Herr X besitzt sehr gute Fachkenntnisse, die er erfolgreich in die Praxis> umsetzte.
stets? "Hat im großen & ganzen funktioniert, was er machte"
> Aufgrund seines freundlichen und aufgeschlossenen Auftretens war Herr X> bei Vorgesetzten und Kollegen sehr geschätzt und anerkannt.
Denke, die Reihenfolge passt. Stets fehlt? Kunde fehlt?
> Die ihm übertragenen Aufgaben hat er stets zu unserer vollen Zufriedenheit> ausgeführt.
"vollsten" fehlt"
> Die Tätigkeit endet auf Wunsch von Herrn X. Wir bedanken uns bei Herrn X> für seinen engagierten Einsatz und wünschen ihm alles Gute für seine> private und berufliche Zukunft.
Stets fehlt, "alles Gute" klingt recht gering formuliert. Kein Bedauern,
kein "weiterhin alles gute" (bisher doch nur wenig Erfolg?),
Dr.Who schrieb:> Zeugnisse helfen Firmen nur bei der Rosinenpickerei.> Wenn man sehr gut ist, dürfte das kaum zum Problem> werden, aber was ist, wenn man schlechter ist, oder> in der Firma ein Psychopath und das ist gar nicht> so unwahrscheinlich, sein Unwesen treibt, der einen> in die Suppe spuckt? Trennungen von Firmen haben> immer einen bitteren Beigeschmack. Da kann die Jobsuche> schnell zum Fiasko werden und man weiß nicht, wieso.>> Eine Gefahr kommt auch nicht vom Zeugnisinhalt, sondern> eher von der Referenz des Urhebers. Damit hat jeder Personaler> die nicht zu unterschätzende Möglichkeit sich Informationen> per Telefonat, Fax oder schriftlich zu verschaffen, die> außerhalb geltenden Rechts geeignet sein können, die Grundrechte> jedes Arbeitnehmers zu beugen oder zu brechen.> Erfahren wird man das durch dieses System der stillen Post> so gut wie nie. Gleichbehandlung ist dann nur ein frommer> Wunsch und das Berufsleben möglicherweise eine Sackkasse.>> Hier fehlt einfach die Verantwortung beworbener Unternehmen.> Auf dem Arbeitsmarkt kann die Wirtschaft, sofern sie nicht> den Beweis für einen Rechtsbruch liefert, daher machen, was sie> will.>> Man kann Zeugnisse zwar weg lassen, muss sich dann aber> nicht wundern, wenn man auf Ablage P landet.> So groß kann der Fachkräftemangel gar nicht sein, dass die> Wirtschaft von diesen alten bewährten Methoden Abstand nimmt.> Da müsste schon die Politik EU-weit für sorgen.
Ach Michi,
immer die selben Geschichten.
Seit über 10 Jahren...
Wann gilt man eigentlich als austherapiert oder untherapierbar?
seoul soul schrieb:> Ob Eigeninitiative bei einer Tätigkeit als Softwareentwickler gefragt> oder eher unerwünscht ist, ist eurer Deutung überlassen.
Es gibt zu viele Arten von Softwareentwicklung. Und in irgendwas ist das
ganze ja auch eingebettet. Also entweder arbeitest Du jemandem zu oder
entwickelst kreativ neue Funktionen Geräte Applikationen. Der erste
Absatz ist ohne Kenntnis Deiner Aufgabe für mich völlig nebulös
seoul soul schrieb:> Herr X zeigte stets Initiative, großen Fleiß und Eifer. Er stellte an> sich selbst hohe fachliche Anforderungen, die er voll erfüllte. Dabei> zeichnete sich Herr X bei der Erledigung aller Aufgaben durch seine> Umsicht und selbstständige Arbeitsweise aus.
ist es sarkastisch, dass Du an Dich hohe fachliche Anforderungen stellst
und erfüllst? Hat es für die einfachen Anforderungen des AG nicht
gereicht? Umsicht und selbstständig kann auch langsam und unbelehrbar
bedeuten.
Nicht falsch verstehen, aber wenn Du kreativ sein solltest, ... warum
steht es nicht da? Wenn Du schnell warst, ... warum auch nicht?
seoul soul schrieb:> Herr X zeigte stets Initiative
Steigeungen wären:
zeigte stets
grosse Initiative
grösste Initiative
(aller grösste...?)
-kann man Initiative auch noch anders bezeichnen
und damit NOCH besser sein?
oder Attribute wie "freundlich" lassen sich mit "sehr..." steigern.
Solch ein Zeugnis nutzlos,
Zumal ein Ersteller bisweilen gedankenlos formuliert
und der nächste was böses drin lesen will.
seoul soul schrieb:> Hallo, ich bitte um eine Evaluierung meines Arbeitszeugnisses.>> Sollte ich es als Referenz für weitere Bewerbungen verwenden, oder eher> nicht? Leider kann ich kaum eine Formulierung in genau diesem Wortlaut> im Internet wiederfinden.
Ein bisschen merkwürdig formuliert und etwas kurz. Aber wenn Du fragst
ob Du das als Referenz verwenden sollst, warst Du vielleicht gar nicht
so lange auf der Position.
Insgesamt liest es sich schon besser als Note "gut". Und vor allem, es
macht irgendwie neugierig den Bewerber selbst kennen zulernen.
> Autor: seoul soul (Gast)> Datum: 02.09.2019 21:54> Hallo, ich bitte um eine Evaluierung meines Arbeitszeugnisses.
Oh wie schlecht.
Das reicht nicht mal für internationale Inbetriebnahme.