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Forum: PC Hard- und Software Librem 5 - Kaufenswert? Sicherheit/Freiheit/Funktionalität


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Autor: Markus W. (dl8mby)
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Hallo Forum,

in der neusten Jubiläumsausgabe (25J) vom Linux-Magazin
wird das Librem #5 als freies SP kurz vorgestellt.
Im Prinzip wäre ich bereit mir so ein Teil zu kaufen.
Es wird für 650$ in der (early-bird)-Phase angeboten.

Siehe z.B.: https://itsfoss.com/librem-linux-phone/

Für diesen Preis bekommt man sicherlich auch gute SP's
renommierter Hersteller wie Samsung und Co, die auch mit
dem freien Android LineaOS betrieben werden können.

Ein Pro-Argument der Librem Community ist die Trennung der
Basisband-Processoren von dem Hauptprocessor, was mehr
Sicherheit bieten soll bezüglich ungewollter Aussendung
von Informationen durch Tracking- und Spionage-SW.

Das SP soll die gängigen Funk-Frequenzen unterstützen.

"Works with 2G/3G/4G, GSM, UMTS, and LTE networks"

Der Core-Processor ist von NXP (i.MX8)
https://www.nxp.com/docs/en/fact-sheet/IMX8FAMFS.pdf

Nun würde ich gerne von Euch hören was Ihr zu so einem
SP zu sagen habt.

Das es nicht alles kann, was heute in dieser Preisklasse
möglich ist, ist mir auch klar. Auf der anderen Seite
sollte man auch solche Ideen der Open-Hardware Gemeinde
mit unterstützen, um den Monopolisten etwas entgegen setzen
zu können, wenn auch mit sehr kleinen Schritten.

Deshalb stoße ich hier diese Diskussion an um erstens auf
so ein Gerät aufmerksam zu machen und zweitens die Pro/Kontras
zu diskutieren.

LG
Markus

Autor: Le X. (lex_91)
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Für mich wäre ein komplett offenes Gerät grundsätzlich interessant.
Ich würd aber sicher nicht für teuer Geld sowas pre-ordern sondern 
erstmal warten bis das Teil gut abgehangen ist.
Erfahrungsgemäß bist du da nämlich erstmal Beta- (oder gar 
Alpha-)Tester.

Ein Kollege hatte vor 2 Jahren noch ein Fairphone.
Ständige Abstürze, Telefonieren ging nicht, massiv kleinere Fehler.
Aber, O-Ton "eigentlich geht alles".

Erstmal das Teil etwas reifen lassen, dann schau ma weiter.

Ansonsten hat das Teil halt die üblichen Probleme: ohne google gibt es 
viele Apps nicht (z.B. Whatsapp).
Für Ideologen und Schmerzfreie spielt das keine Rolle, ja, ist sogar 
eher noch ein Kaufgrund (" Ich brauch ja kein Whatsapp"), fürs breite 
Publikum ist das aber ein Showstopper.

: Bearbeitet durch User
Autor: DPA (Gast)
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Ich habe mir damals das Devkit geholt und das Phone schon mal 
vorbestellt.

Es ist zu beachten das meines Wissens noch niemand Android oder Sailfish 
portiert hat, das ist aber auch nicht der grund, weshalb man dieses 
kaufen würde. Meines Wissens hat auch noch niemand Anbox oder das andere 
ding da ausprobiert, falls du also Android APPs brauchst, ist es nichts 
für dich.

Ansonsten ist es aber nicht schlecht. Ihr eigenes Linux Image ist recht 
gut. Zudem gibt es zahlreiche, die ihre Distro portieren. Jemand hat/ist 
dabei Postmarket OS zu portiertieren, jemand arbeitet an Plasma Mobile, 
ich und jemand anderes arbeiten unabhängig an 2 unabhängigen Devuan 
Ports, etc. Bei den Ports wird aber beim Release noch nicht alles fertig 
sein.

Die Images, die ich momentan erstelle, sind nur Baseimages ohne DE und 
nichts, normales XFCE oder KDE zu installieren ist einfach, aber nicht 
das wahre, und maemo und PlasmaMobile hab ich noch nicht voll zum laufen 
gebracht. Dafür hab ich einige Debian basierte Distros zur Auswahl: 
http://dpa.li/builds/librem5-image-builder/bin/ 
https://github.com/Daniel-Abrecht/librem5-image-builder

Bei nicht Debian basierte Images sieht es noch recht mau aus. Einige 
Frankenstein Images gab es wohl schon, aber noch nichts ernsthaftes.

Es ist noch zu beachten, dass die ersten Phones erst ab dem 24. 
versendet werden, und die ersten paar Batches davon eher noch Testläufe 
sind (Die gehen aber eh nur zu den frühen Unterstützern, glaub ich, 
siehe auch https://puri.sm/posts/librem-5-shipping-announcement/). Wie 
die Akkulaufzeit ist, und ob es Temperaturprobleme geben wird, werden 
wir erst noch sehen, ersteres kann aber eventuell auch nachträglich per 
Software noch leicht verbessert werden. Mit abstürzen würde ich jedoch 
nicht rechnen, das Devkit läuft schon recht stabil.

Es ist sicher nicht für jeden, aber für mich ist es das richtige. Bei 
keinem anderen Phone konnte ich bisher einfach so problemlos meine 
Distro drauf laden. Ich hatte schon ubuntu Phones, aber das hier ist 
kein vergleich dazu in der Hinsicht.

Autor: Markus W. (dl8mby)
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Hallo DPA,

danke für Deine Einschätzung.
Ich bin durchaus bereit vor dem Erscheinen
der Gerätes vorzubestellen, schon aus Sympathie-
Gründen.

Was mir aber nicht ganz klar ist, ist die Trennung
zwischen Baseband-Processor und der NXP-CPU, wie das
SW/FW-technisch gehandhabt wird.

Normalerweise sind die Basband-Chips closed HW und man
muss NDA unterzeichnen um an die Doks der Internas zu
kommen. Wie sieht es bei diesem SP aus?

Hast Du Infos ob das SP Dual-SIM tauglich ist und ob
der Akku, der auswechselbar ist - "on the fly" gewechselt
werden kann oder des generelle Wechseln des Akkus bei
Nichtfunktion des Vorgängers mechanisch möglich ist, aber
nicht für den schnellen Wechsel, wegen Schrauben/Zerlegen,
geeignet ist.

Markus

Autor: vn n. (wefwef_s)
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Le X. schrieb:
> Ansonsten hat das Teil halt die üblichen Probleme: ohne google gibt es
> viele Apps nicht (z.B. Whatsapp).
> Für Ideologen und Schmerzfreie spielt das keine Rolle, ja, ist sogar
> eher noch ein Kaufgrund (" Ich brauch ja kein Whatsapp"), fürs breite
> Publikum ist das aber ein Showstopper.

Naja, grundsätzlich wäre es schon möglich,es gibt z.B. den Yalp-Store, 
der dir Zugriff auf sämtliche Playstore-Apps ohne Google-Account 
verschafft. Außerdem gibt es noch microG, die bauen dir die Google-Apps 
nach, damit z.B. Apps funktionieren, die auf die Maps-API oder die 
Play-API angewiesen sind.

Falls die Möglichkeit kommt, Android-Apps auszuführen, z.B. in einem 
abgeschotteten Subsystem, würde das Librem auf jeden Fall interessant 
für mich. Damit gäbe es einen guten Kompromiss aus Vertrauenswürdigkeit 
und Komfort. Dann werden Apps aus dem Android-Store einfach in eine 
Sandbox gepackt und können trotzdem genutzt werden, ohne die 
Vertrauenswürdigkeit des Gesamtsystemes zu untergraben.

DPA schrieb:
> Meines Wissens hat auch noch niemand Anbox oder das andere
> ding da ausprobiert, falls du also Android APPs brauchst, ist es nichts
> für dich.

Schade, Anbox + Yalp-Store + microG + FDroid wäre das fehlende 
Puzzlestück, um das Ding weitestgehend Android-kompatibel zu bekommen.

Autor: MaWin (Gast)
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Markus W. schrieb:
> Nun würde ich gerne von Euch hören was Ihr zu so einem
> SP zu sagen habt.

Kann man damit die aktuellen für Online-Banking notwendigen Programme 
laufen lassen ?
(viele Banken stellen das einzige portale Verfahren MTAN ein und 
erfordern damit proprietäre Software und schliessen damit 50% ihrer 
Kundschft aus, kein Androis 4 bzw. iPhone 4, kein gerootetes Handy, kein 
Windows-Phone, kein zu grosser oder zu kleiner Bildschirm, keines ohne 
Kamera, ...)

Autor: soul e. (souleye)
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Markus W. schrieb:

> Was mir aber nicht ganz klar ist, ist die Trennung
> zwischen Baseband-Processor und der NXP-CPU, wie das
> SW/FW-technisch gehandhabt wird.
>
> Normalerweise sind die Basband-Chips closed HW und man
> muss NDA unterzeichnen um an die Doks der Internas zu
> kommen. Wie sieht es bei diesem SP aus?

Die HF-Teile sind unabhängige Baugruppen (beim Prototyp waren es 
M.2-Platinen) und haben ihre eigene proprietäre Software. Das 
Betriebssystem sieht nur die Devices, ähnlich wie bei einem GSM-Modem in 
Deinem Linux-Notebook.


MaWin schrieb:

> Kann man damit die aktuellen für Online-Banking notwendigen Programme
> laufen lassen ?

Wenn Du den Quellcode hast kannst Du die SW für das verwendete 
Betriebsystem kompilieren. Die meisten Banken unterstützen aber nur 
Android und IOS, und die laufen hier ja nun gerade nicht.

Autor: Markus W. (dl8mby)
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@MaWin,

das wäre meine Nächste Frage gewesen.
Stehe genau vor dieser von Dir genannten Situation.
Die HVB bietet gerade noch die mTAN Methode an.
Hatte bis dato die Index-TAN's auf Papier ;-)

Eine Banking-App wollte ich auch nicht auf mein SP
installieren. Wird zwar von den jüngeren immer
belächelt, bin aber dem Prinzip bis jetzt treu geblieben.

Kein FB, WA, TW und keine Googel-Shop sind bei mir auf
dem SP installiert.

Markus

Autor: MaWin (Gast)
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soul e. schrieb:
> Wenn Du den Quellcode hast kannst Du die SW für das verwendete
> Betriebsystem kompilieren.

Es war ja auch nur eine symbolische Frage,
wie ich sehe bekomme ich eine symbolische Antwort :-)

Autor: Markus W. (dl8mby)
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@soul e,

d.h. ich kann das Basband-Modem nur entsprechend der
veröffentlichten API einsetzen, nicht aber die GSM/LTE
Parameter des DSP-Processors beeinflussen, wie früher
bei bestimmten WLAN-Chips.

Markus

Autor: Cyblord -. (cyblord)
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Man sollte sich die Frage stellen, warum es Android, als einziges Linux 
derivat, zu einer solchen Marktabdeckung gebracht hat.

Den ganzen Linux-Frickel Kram wie Distros und Portierungen und 
verschiedene Kernel und das ganze gelumpe nun auf Smartphones zu heben 
ist einfach keine gute Idee. Das wird doch doch krachender Scheitern als 
auf dem Desktop.

Autor: A. K. (prx)
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Das wird bestenfalls eine Nischenlösung sein.

Autor: DPA (Gast)
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Markus W. schrieb:
> Was mir aber nicht ganz klar ist, ist die Trennung
> zwischen Baseband-Processor und der NXP-CPU, wie das
> SW/FW-technisch gehandhabt wird.

Das Modem ist nicht teil des SOC. Das Modem ist ein kleines Modul in 
einem kleinem M2 Slot. Soweit ich gehört habe sind nicht alle Pins des 
M2 Slots belegt oder sowas in der art. Theoretisch kann man das Modem 
ersetzen, wenn man ein kompatibles hat. Im Grunde ist das selbe, wie 
einen USB Stick an den PC Anzuschließen. Die Firmware da drauf kennt man 
nicht, aber der CPU ist es ziemlich egal, was das ding intern tut, 
solange es die richtige Sprache spricht.

> Normalerweise sind die Basband-Chips closed HW und man
> muss NDA unterzeichnen um an die Doks der Internas zu
> kommen. Wie sieht es bei diesem SP aus?

Das Modem ist extern. Es gibt aber noch 2 Blobs von NXP. Falls man HDMI 
benutzen will, benötigt man einen, der von NXP signiert sein muss. 
Vermutlich wegen HDCP, ohne das gibts keine HDMI Zertifizierung, das 
nicht zu veröffentlichen ist dort vorgeschrieben. Der andere Blob ist 
der DDR PHY blob, ist irgend was was mit dem RAM zutun hat, glaub ich.

> Hast Du Infos ob das SP Dual-SIM tauglich ist und ob

Ich glaube es war mal geplant, ist im momentanen Modell aber noch nicht 
enthalten.

> der Akku, der auswechselbar ist - "on the fly" gewechselt
> werden kann oder des generelle Wechseln des Akkus bei
> Nichtfunktion des Vorgängers mechanisch möglich ist, aber
> nicht für den schnellen Wechsel, wegen Schrauben/Zerlegen,

Es gibt ein paar einfach zugängliche schrauben, um das Phone auseinander 
zu nehmen und den Akku ersetzen zu können.

Autor: Markus W. (dl8mby)
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DPA,

> Es gibt ein paar einfach zugängliche schrauben, um das Phone auseinander
> zu nehmen und den Akku ersetzen zu können.

Aber mehr um den Akku (alt) durch einen neuen zu ersetzen.

Nicht um einen leeren sofort zu tauschen um weiter telefonieren
zu können. Also nur der Nachhaltigkeit wegen und nicht um die
Kurzzeit-Funktionalität zu verlängern.

So habe ich mir das auch gedacht. Schade!


Markus

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Autor: DPA (Gast)
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Cyblord -. schrieb:
> Man sollte sich die Frage stellen, warum es Android, als einziges Linux
> derivat, zu einer solchen Marktabdeckung gebracht hat.

Android hat nicht viel mit Linux zutun. Hersteller machen ihre eigenen 
Kernel, upstreamen nichts, und veröffentlichen die Änderungen oft nicht 
einmal. Grafiksubsystem, IPC, Libc, alle Libraries, etc. sind 
Androidspezifisch. Zudem sind diese oft extrem abgeschottet, mit allem 
möglichen zeug vom Hersteller signiert. Das Herstellerspezifische zeug 
hat natürlich auch keine Doku. Ein Fehler, und das ding ist tot. Und da 
fragst du dich ernsthaft, warum andere Linuxe nicht portiert werden? 
(Wobei, Sailfish hat in gewissen Befölkerungsgruppen eine durchaus 
beachtliche Marktgrösse, ist aber nicht 100% OSS. Die arbeiten aber 
vermutlich direkt mit Smartphoneherstellern zusammen.)

> Den ganzen Linux-Frickel Kram wie Distros und Portierungen und
> verschiedene Kernel und das ganze gelumpe nun auf Smartphones zu heben
> ist einfach keine gute Idee. Das wird doch doch krachender Scheitern als
> auf dem Desktop.

Das Librem5 devkit kann bereits mit dem Mainline Kernel laufen. Nichts 
verschiedene Kernel, dank den device trees ist ein generischer durchaus 
möglich, wie bei den PCs. Smartphones sind PCs.

Autor: vn n. (wefwef_s)
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Cyblord -. schrieb:
> Man sollte sich die Frage stellen, warum es Android, als einziges Linux
> derivat, zu einer solchen Marktabdeckung gebracht hat.

Weil ein finanzkräftiger Konzern dahinter steht?

Cyblord -. schrieb:
> Den ganzen Linux-Frickel Kram wie Distros und Portierungen und
> verschiedene Kernel und das ganze gelumpe nun auf Smartphones zu heben
> ist einfach keine gute Idee.

Zälst du jetzt einfach verschiede Wörter auf, die du mal wo gehört hast?

Autor: A. K. (prx)
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vn n. schrieb:
>> Man sollte sich die Frage stellen, warum es Android, als einziges Linux
>> derivat, zu einer solchen Marktabdeckung gebracht hat.
>
> Weil ein finanzkräftiger Konzern dahinter steht?

... der es hundert Herstellern als gemeinsame Plattform zur Verfügung 
stellt. Weshalb die (bisher) keine eigene Plattform-Infrastruktur 
aufbauen müssen.

Autor: Michael B. (laberkopp)
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Cyblord -. schrieb:
> Man sollte sich die Frage stellen, warum es Android, als einziges Linux
> derivat, zu einer solchen Marktabdeckung gebracht hat.

Gute Frage, mein Android geht im Laufe der Zeit kaputt. Software-kaputt.

D.h. ein Mal gewählte Apps updaten sich so lange, bis sie nicht mehr 
funktionieren. Das Ergebnis ist ein Handy, bei dem nichts von den 
ehemals attraktiv gefundenen Zusatzfunktionen mehr geht.

z.B. Googly Sky, Clever Tanken (kann kein GPS mehr aktivieren), Kompass 
(zeigt nicht mehr nach NOrden sondern irgendwohin) (einige Apps sind 
gleich ganz verschwunden, keine Ahnung mewhr welche das waren, sie sind 
ja weg). Viele WebSeiten nicht erreichbar weil die CERTs nicht geupdated 
werden. Das ganze System ist krank. Einziger Zweck war wohl die 
zwanghafte und nicht abstellbare Aussendung von Werbung.

Autor: Le X. (lex_91)
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vn n. schrieb:
> Zälst du jetzt einfach verschiede Wörter auf, die du mal wo gehört hast?

Er hat aber recht.
Alles was notwendig ist um eine entsprechende Usability und damit 
Verbreitung zu erreichen lässt man beim Librem weg.
Das ist zwar supi für Nerds und Bastler. Die können da alle möglichen 
Kernels und Distris hin portieren und das Librem im Prinzip als "PC mit 
TouchDisplay und Modem" verwenden.
Aber das ist halt nur eine Nische.
Und wenn dann alle möglichen exotischen Distris (sogar mehrmals, siehe 
DPAs Devuan-Beispiel) portiert werden zersplittert dass die Community 
halt noch mehr.

Beim Raspi sieht man schon wohin das führt:
Trotz riesiger User-Base wird die Luft abseits vom Standard-Raspbian 
schon sehr dünn.

So wie ich das aktuell sehe wird das Librem eine tolle 
Hardware-Plattform um damit rumzuspielen, aber als reiner Anwender wird 
man eher weniger Freude haben.
Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht und sogar konkurierende Ports 
derselben Distri rumgeistern dann ist das eher kontraproduktiv.

Was hat das Librem eigentlich per Default drauf?
Gibt es eine Standard-Distri mit hinreichend großer Community die 
out-of-the-box läuft?

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Autor: DPA (Gast)
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Le X. schrieb:
> Und wenn dann alle möglichen exotischen Distris (sogar mehrmals, siehe
> DPAs Devuan-Beispiel) portiert werden zersplittert dass die Community
> halt noch mehr.

Die Änderungen an Projekte wie z.B. mesa, dem Linux Kernel, etc. werden 
geupstreamt, und danach von allen Distributionen gleichermaßen 
übernommen.
Falls mal jemand EFI implementiert, können eventuell irgendwann sogar 
mal die ganz normalen Installationsmedien verwendet werden, selbst bei 
nicht explizit portierten Distros. Das portieren der Distro selbst ist 
schnell getan, die ganze Software aufzubereiten kostet zeit, aber die 
Änderungen werden untereinander ausgetauscht, spätestens sobald sie 
upstream sind.

Le X. schrieb:
> Was hat das Librem eigentlich per Default drauf?

Die Devkit images sind momentan debian buster mit einigen Repos von 
Purism, das finale Phone wird vermutlich das auf debian buster 
basierende pureos purple von purism verwenden. Das ist die selbe, wie 
sie auf deren Laptops haben. Desktopumgebung ist glaub ich 
wayland/phoc/phosh.

Le X. schrieb:
> Beim Raspi sieht man schon wohin das führt:
> Trotz riesiger User-Base wird die Luft abseits vom Standard-Raspbian
> schon sehr dünn.

Je nach model kann man Debian und Devuan durchaus installieren. Ich 
glaube die 3er Modelle wurden kürzlich in flash-kernel aufgenommen, der 
erste Schritt zu standardisierten Kernelinstallationen und Updates. Die 
PIs brauchen einfach noch ne weile.

Autor: A. K. (prx)
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Michael B. schrieb:
> D.h. ein Mal gewählte Apps updaten sich so lange, bis sie nicht mehr
> funktionieren. Das Ergebnis ist ein Handy, bei dem nichts von den
> ehemals attraktiv gefundenen Zusatzfunktionen mehr geht.

Eher klingt eher nach einem Problem der betroffenen Anwendungen als der 
Plattform.

Es kommt allerdings vor, dass Android-Updates (sowas wie von 9 auf 10) 
bestimmte Funktionen blockieren. Beispielsweise wegen Sicherheit und 
Privatsphäre. So konnte man noch in Android 9 die Liste der 
Internet-Verbindungen mit Zuordnung zu den Apps erhalten. Das ist zwar 
nützlich, um Schweinchen zu finden, die ausgiebig nach Hause 
telefonieren, enthält aber einiges Potential für Schnüffelei.

Auf der anderen Seite lassen sich defekte Apps meist auch ohne 
Reinstallation konsequent durch Löschung von Cache und ggf. auch 
App-Daten regenerieren. Das ist ziemlich benutzerfreundlich und 
existiert bei Plattformen wie Windows oder Linux als 
Betriebssystemfunktion nicht. Generell ist die Trennung der Apps 
voneinander viel grösser und konsequenter.

Autor: soul e. (souleye)
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Le X. schrieb:

> So wie ich das aktuell sehe wird das Librem eine tolle
> Hardware-Plattform um damit rumzuspielen, aber als reiner Anwender wird
> man eher weniger Freude haben.

So war's gedacht. Nicht um Google und Apple vom Markt zu kicken, sondern 
um dem geneigten Bastler eine Plattform für eigene Experimente zu 
liefern. Und halt komplett unabhängig von diesen Konzernen zu sein.

Bastelprojekte für einfache Tastenhandys auf Basis eines Cinterion AC65 
GSM-Moduls gab es schon viele. Das ist jetzt eine ordentliche Nummer 
größer.

: Bearbeitet durch User
Autor: vn n. (wefwef_s)
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Le X. schrieb:
> Alles was notwendig ist um eine entsprechende Usability und damit
> Verbreitung zu erreichen lässt man beim Librem weg.

Was wäre das z.B.? Dir ist klar, dass das Ding noch ganz am Anfang 
steht?

Michael B. schrieb:
> Gute Frage, mein Android geht im Laufe der Zeit kaputt. Software-kaputt.

Ja, der Klassiker.

Michael B. schrieb:
> Einziger Zweck war wohl die
> zwanghafte und nicht abstellbare Aussendung von Werbung.

Tja, da zeigt sich mal wieder, Werbung ist der primäre Geschäftszweck 
von Google.

Le X. schrieb:
> Die können da alle möglichen
> Kernels und Distris hin portieren und das Librem im Prinzip als "PC mit
> TouchDisplay und Modem" verwenden.
> Aber das ist halt nur eine Nische.
> Und wenn dann alle möglichen exotischen Distris (sogar mehrmals, siehe
> DPAs Devuan-Beispiel) portiert werden zersplittert dass die Community
> halt noch mehr.

Dir ist schon klar, dass das optional ist, und man auch einfach das 
Standardsystem nutzen kann?

Le X. schrieb:
> Was hat das Librem eigentlich per Default drauf?
> Gibt es eine Standard-Distri mit hinreichend großer Community die
> out-of-the-box läuft?

Ah, dacht ichs mir doch, es ist dir also nicht klar. Aber du postest 
halt einfach mal drauf los, unabhängig davon. Du behauptest halt einfach 
mal, es gäbe nur drölf zersplitterte Distributionen, ohne überhaupt zu 
wissen, ob es ein Standardsystem gibt. Und ja, gibt es, PureOS, ist 
Debian-basierend.

Autor: Michael B. (laberkopp)
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A. K. schrieb:
> Eher klingt eher nach einem Problem der betroffenen Anwendungen als der
> Plattform.

Es ist ein konzeptionelles Plattform Problem.

Die Anwendungen werden weiterentwickelt, und dabei als lauffähig unter 
verschiedenen alten Versionen getaggt, auf denen sie gar nicht mehr 
getestet wurden und auf verschiedenen Geräten gar nicht mehr laufen.

So schleust der Updater defekte Apps ein, und das merkt man natürlich 
erst wenn es zu spät ist. Die Altversionen, die noch liefen, bekommt man 
auch nicht mehr.

Ganz übel natürlich das was vom Benutzer abgeschirmt im Kernel läuft, 
das kann er ohne zu rooten gar nicht ändern und nicht sehen, sondern 
muss es kaputt hinnehmen. Das nutzen natürlich besonders pfiffige 
Händler aus, um dort gleich ein virenverseuchtes Android zu 
installieren.

Das Alles ist kein Wunder, wenn man sich das Android Studio von Google 
so ansieht: Als erstes Projekt mal eine mitgelieferte Demo übersetzen - 
uups, geht nicht mehr. Jede Menge Einstellungen drin, die es gar nicht 
mehr erfolgreich bauen lassen. Das klappt gut beim aktuellen 3.4.2 mit 
CustomChoiceList, ist aber bei weitem nicht das einzige Problem mit dem 
Verhau der Kinderprogrammierer bei Google. Der im Paket mit installierte 
x86 Emulator beglückt einen mit Inkompatibilitäs-Fehlermeldungen zum 
Paket schon beim Starten. Das NDK ist eigentlich mit installiert, 
funktioniert aber doch nicht, nochmal extra installieren damit es geht. 
usw.

Autor: Nano (Gast)
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Markus W. schrieb:
> Hallo Forum,
>
> in der neusten Jubiläumsausgabe (25J) vom Linux-Magazin
> wird das Librem #5 als freies SP kurz vorgestellt.

Erstmal. Bevor man Abkürzungen verwendet, gehört es zum guten Ton, dass 
man sie am Anfang einmal auschreibt und die Abkürzung in Klammern 
schreibt.

Also bspw. so:
> in der neusten Jubiläumsausgabe (25J) vom Linux-Magazin
> wird das Librem #5 als freies Softwarepaket (SP) kurz vorgestellt.

*) siehe Hinweis unten


>
> Nun würde ich gerne von Euch hören was Ihr zu so einem
> SP zu sagen habt.

Open Source Software ist natürlich eine super Sache und hilft sicherlich 
auch später beim Thema Aktualität und dem Stopfen von Sicherheitslücken.
Propritäre Software neigt dazu, dass sie nicht mehr supported wird.

Ansonsten habe ich mir erstmal folgendes angeguckt:

"Can I watch Netflix, Hulu, YouTube and Amazon Prime?

Netflix, Hulu, and Amazon Prime distribute content with restrictive DRM 
technologies that Purism does not support natively through PureBrowser. 
However, there are other browsers that you are free to install if you 
choose to."

https://puri.sm/faq/

Hier wäre mir ein Test wichtig, damit auch wirklich klar ist, dass das 
funktioniert.
Es sollte gehen, da so etwas bei Linux mit Firefox und DRM Erweiterung 
auch funktioniert, aber Kontrolle ist besser.



*) Wer Absicht erkennt, ist nicht dumm.

Autor: Nano (Gast)
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DPA schrieb:
> Zudem gibt es zahlreiche, die ihre Distro portieren. Jemand hat/ist
> dabei Postmarket OS zu portiertieren, jemand arbeitet an Plasma Mobile,
> ich und jemand anderes arbeiten unabhängig an 2 unabhängigen Devuan
> Ports, etc. Bei den Ports wird aber beim Release noch nicht alles fertig
> sein.

Der größte Teil der Linux Anwendungen sind für Desktoprechner 
geschrieben, auf nicht Desktoprechnern kann man die nicht gescheit 
benutzen.
So ein Desktop Ökosystem kann man auf solchen Geräten vergessen, ich 
spreche da aus Erfahrung, habe ein N810.

D.h. die Software muss zum Gerät passend und dafür ausgelegt sein.
Daher ist es wichtig, dass man da nachschaut, ob der Hersteller hier 
seinen Job gemacht hat, ansonsten kann man sich den Kauf nämlich sparen.

Autor: Nano (Gast)
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MaWin schrieb:
> Markus W. schrieb:
>> Nun würde ich gerne von Euch hören was Ihr zu so einem
>> SP zu sagen habt.
>
> Kann man damit die aktuellen für Online-Banking notwendigen Programme
> laufen lassen ?
> (viele Banken stellen das einzige portale Verfahren MTAN ein und
> erfordern damit proprietäre Software und schliessen damit 50% ihrer
> Kundschft aus, kein Androis 4 bzw. iPhone 4, kein gerootetes Handy, kein
> Windows-Phone, kein zu grosser oder zu kleiner Bildschirm, keines ohne
> Kamera, ...)

So gut wie alle Banken die ich kenne stellen die alten Verfahren wegen 
PSD2 zwar ein, aber neben der App für iOS und Android bieten die meisten 
auch einen extra Tangenerator an.
Den kann man kaufen, dann braucht man das Smartphone zum Online Banking 
nicht und ist vom Handy unabhängig.

Vorteil:
1. Höhere Sicherheit, denn auf einen Tangenerator kommt keine 
Schadsoftware, auf ein Smartphone schon und das wird in der Regel auch 
mit dem lokalen LAN verbunden. Also recht unsicher wenn PC und Handy 
kompromittiert werden.

Nachteil:
1. Es kostet extra Geld und manche schlechten Banken lassen sich das 
auch noch besonders teuer bezahlen.
2. Manche Tangeneratoren nutzen kein standardisiertes Verfahren. D.h. er 
funktioniert nur bei der Bank für den man ihn gekauft hat und man kann 
auch keine Alternativgeräte auf dem freien Markt kaufen.

Autor: Nano (Gast)
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Markus W. schrieb:
> @soul e,
>
> d.h. ich kann das Basband-Modem nur entsprechend der
> veröffentlichten API einsetzen, nicht aber die GSM/LTE
> Parameter des DSP-Processors beeinflussen, wie früher
> bei bestimmten WLAN-Chips.
>
> Markus

Einem dämlichen Gerichtsurteil in Deutschland sei dank.
Firmware für Chips für Funk wie WLAN und Mobilfunk müssen closed source 
sein.

Kannst dich also bei irgendeinem mir unbekannten Richter bedanken, dass 
der so ein schlechtes Urteil gesprochen hat und das jetzt erst einmal 
gültig für alle Chiphersteller und Gerätebauer ist, die irgendwas mit 
Funk rausbringen.

Autor: Nano (Gast)
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Cyblord -. schrieb:
> Man sollte sich die Frage stellen, warum es Android, als einziges Linux
> derivat, zu einer solchen Marktabdeckung gebracht hat.
>
> Den ganzen Linux-Frickel Kram wie Distros und Portierungen und
> verschiedene Kernel und das ganze gelumpe nun auf Smartphones zu heben
> ist einfach keine gute Idee. Das wird doch doch krachender Scheitern als
> auf dem Desktop.

Es wird ohnehin nicht funktionieren, weil die Software nicht für Handys 
entwickelt wurde.

Ich wünsche da also viel Spaß, in Libre Office den Button für die 
Fettschrift mit dem Daumen zu treffen, der auf so einem mobilen Gerät 
1,3 mm in der Diagonale groß ist.

Ebenso wünsche ich jedem viel Spaß, der im Terminal Sonderzeichen 
eintippen muss, die die Touchtastatur nicht vorgesehen hat.
Mal abgesehen davon, das das viele Tippen ohne Tastatur überhaupt keinen 
Spaß macht.

Das erste was ich für mein N810 gekauft habe, war daher eine BT 
Tastatur.
Ohne die war das nur, abseits der mitgelieferten Spezialapps, nur 
grausig zu benutzen und die Spezialapps waren leider auch recht beta.

Autor: Nano (Gast)
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DPA schrieb:
> Es gibt ein paar einfach zugängliche schrauben, um das Phone auseinander
> zu nehmen und den Akku ersetzen zu können.

Wenn die Schrauben in einem Kunststoffgewinde münden, kann das 
langfristig ein Problem werden.
Ich hoffe, man hat hier gegen die üblicherweise geplante Obsoleszenz 
entwickelt.

Autor: Nano (Gast)
Datum:

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DPA schrieb:
> Das Modem ist extern. Es gibt aber noch 2 Blobs von NXP. Falls man HDMI
> benutzen will, benötigt man einen, der von NXP signiert sein muss.
> Vermutlich wegen HDCP, ohne das gibts keine HDMI Zertifizierung, das
> nicht zu veröffentlichen ist dort vorgeschrieben. Der andere Blob ist
> der DDR PHY blob, ist irgend was was mit dem RAM zutun hat, glaub ich.

Gibt's wenigstens binäre Objectfiles dazu, damit man neu linken kann?

Autor: Nano (Gast)
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Le X. schrieb:
> Alles was notwendig ist um eine entsprechende Usability und damit
> Verbreitung zu erreichen lässt man beim Librem weg.

Na das will ich doch hoffen. Denn das typische Desktop Linux Ökosystem 
wurde gar nicht für Handys gebaut.
Siehe Usability und Co weiter oben.


> Beim Raspi sieht man schon wohin das führt:
> Trotz riesiger User-Base wird die Luft abseits vom Standard-Raspbian
> schon sehr dünn.

Der Raspi wird allerdings wie ein normaler Desktoprechner verwendet
und wenn nicht, dann zumindest per ssh oder vpn Verbindung mit einem 
richtigen Desktoprechner angesteuert.
Die Usability ist also die gleiche.

Autor: DPA (Gast)
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Nano schrieb:
> Der größte Teil der Linux Anwendungen sind für Desktoprechner
> geschrieben, auf nicht Desktoprechnern kann man die nicht gescheit
> benutzen.
> So ein Desktop Ökosystem kann man auf solchen Geräten vergessen, ich
> spreche da aus Erfahrung, habe ein N810.

Das ist nur eine Frage der Zeit. Von KDE kommt kirigami, und von purism 
für gnome zeug gibts libhandy. Die Idee hinter Libhandy ist es etwas zu 
bieten, womit entwickler bestehende Anwendungen einfach handytauglich 
machen können. Damit werden natürlich nicht alle Anwendungen über nacht 
handytauglich, aber mit der zeit kommt das sicher.

Nano schrieb:
> DPA schrieb:
>> Das Modem ist extern. Es gibt aber noch 2 Blobs von NXP. Falls man HDMI
>> benutzen will, benötigt man einen, der von NXP signiert sein muss.
>> Vermutlich wegen HDCP, ohne das gibts keine HDMI Zertifizierung, das
>> nicht zu veröffentlichen ist dort vorgeschrieben. Der andere Blob ist
>> der DDR PHY blob, ist irgend was was mit dem RAM zutun hat, glaub ich.
>
> Gibt's wenigstens binäre Objectfiles dazu, damit man neu linken kann?

Womit willst du da denn was linken? Nö, ich weiss noch nichteinmal was 
für ne architektur die sind, nach arm64 siehts irgendwie nicht aus...

(Der ganze rest, uboot, atf, der kernel, etc. sind aber open source und 
kann man selbst bauen)

Autor: Markus W. (dl8mby)
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@DPA,

Ich sehe das auch als Vorteil, dass man selber seine SW bauen und
eventuell bestehende modifizieren kann, ohne dass man durch die
proprietären Google-Android-Libs ausgebremst wird.

@Nano,

Der Einwand mit der Bedienung des Office-Paketes erschließt sich
mir nicht, da ich noch nie auf die Idee gekommen bin ein Office-
Dokument auf dem SP zu erstellen. Lesen ist ja was anderes als es
zu schreiben. Liegt aber vermutlich daran, dass ich mit Desktop-
Rechnern und Servern aufgewachsen bin.


@All
Das man bei so einem Projekt auch Beta- oder gar Alpha-Tester ist,
ist mir auch klar, aber alle Entwicklungen brauchen einen Anlaufphase
und nicht alle Entwicklungen sind im Interesse der Großen Unternehmen.
Deshalb müssen diese Entwicklungen von den Kleinen unterstützt werden
um zu wahren Reife zu kommen und sich zu etablieren.
Das Geld investiere ich lieber in so etwas als es in einen SUV zu
verbraten und zu verqualmen.

Markus

Autor: Nano (Gast)
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Markus W. schrieb:
> @Nano,
>
> Der Einwand mit der Bedienung des Office-Paketes erschließt sich
> mir nicht, da ich noch nie auf die Idee gekommen bin ein Office-
> Dokument auf dem SP zu erstellen. Lesen ist ja was anderes als es
> zu schreiben. Liegt aber vermutlich daran, dass ich mit Desktop-
> Rechnern und Servern aufgewachsen bin.

Das Office Paket ist nur ein Beispiel das Parade dafür steht, dass man 
eine Anwendung, die für einen Desktop Rechner entwickelt wurde, am 
Smartphone bedienen will.

Auf dem N810 Internet Tablet konnte man bspw. anstatt Maemo ein ganz 
normales Debian installieren.
Damit konnte man auf dem N810 das N810 ganz normal wie einen Desktop 
benutzen.
Aber ohne Maus und Tastatur war das nicht zu gebrauchen, weil mit dem 
Touchscreen allein die Desktopprogramme eben nicht bedienbar sind.


Als Analogie zwecks besserem Verständnis:
An großen Autobahnraststätten gibt es z.B. diese Stofftierautomaten, wo 
man mit einem Greifarm versuchen darf, ein Stofftier zu ergattern.
Und so beschissen wie das bei denen funktioniert, so ist das auch bei 
der Bedienung von reinen Desktop Anwendungen auf einem mickrigen 
Touchscreen ohne Maus und Tastatur.


Es geht also gar nicht darum, ob man LibreOffice auf dem Smartphone 
benutzen möchte, sondern ob man es kann.
Viele schwärmen ja davon, dass sie dann ein ganzes Linux Öko System mit 
allen Desktop Anwendungen, die sie auch am normalen PC haben, haben 
würden.
Aber genau das ist halt der Denkfehler, weil diese Anwendungen nicht für 
eine Bedienung mit kleinem Touchscreen gemacht wurden.
Sie sind also auf solchen Geräten unbrauchbar, da nicht benutzbar.
Und wer es versucht, der sammelt auch Stofftiere am Automaten an der 
Autobahnraststätte.

Oder anders gesagt, solche Geräte brauchen ihr eigenes Ökosystem.
Nutzbar ist also bestenfalls nur der Kernel und ein paar Libs als 
Unterbau, aber eben nicht die Programme mit einer Benutzerschnittstelle, 
also alle GUI Programme, die müssen eigenständig extra dafür entwickelt 
worden sein.

Und genau das hat Google mit Android getan. Android ist für solche 
Geräte extra entwickelt worden und solange man in der Androidwelt 
bleibt, sind die Apps auch bedienbar.

Autor: Nano (Gast)
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DPA schrieb:
> Das ist nur eine Frage der Zeit. Von KDE kommt kirigami, und von purism
> für gnome zeug gibts libhandy. Die Idee hinter Libhandy ist es etwas zu
> bieten, womit entwickler bestehende Anwendungen einfach handytauglich
> machen können. Damit werden natürlich nicht alle Anwendungen über nacht
> handytauglich, aber mit der zeit kommt das sicher.

Ich habe mir das noch nicht angesehen, ich würde aber auch kein Alpha 
Tester sein wollen.
D.h. wenn das Relevant werden sollte, dann wird auch die Masse darüber 
sprechen. Bis dahin würde ich auf solche Lösungen nicht bauen.



>
> Nano schrieb:
>> DPA schrieb:
>>> Das Modem ist extern. Es gibt aber noch 2 Blobs von NXP. Falls man HDMI
>>> benutzen will, benötigt man einen, der von NXP signiert sein muss.
>>> Vermutlich wegen HDCP, ohne das gibts keine HDMI Zertifizierung, das
>>> nicht zu veröffentlichen ist dort vorgeschrieben. Der andere Blob ist
>>> der DDR PHY blob, ist irgend was was mit dem RAM zutun hat, glaub ich.
>>
>> Gibt's wenigstens binäre Objectfiles dazu, damit man neu linken kann?
>
> Womit willst du da denn was linken? Nö, ich weiss noch nichteinmal was
> für ne architektur die sind, nach arm64 siehts irgendwie nicht aus...
>
> (Der ganze rest, uboot, atf, der kernel, etc. sind aber open source und
> kann man selbst bauen)

Naja, ich bin jetzt davon ausgegangen, dass das Binäre Blobs für den NXP 
Prozessor sind, die man dann als proprietäre Treibermodule irgendwie in 
den Kernel laden muss.

Und wenn das so ist, dann gibt's halt spätestens dann Probleme, wenn man 
sich den Kernel selber bauen möchte.
Daher wäre es doch schön, wenn sie als linkbaren Objektcode kommen, dann 
könnte man ein Schnittstellenmodul benutzen um diese Features trotzdem 
auch auf dem selbstgebauten Kernel zu haben.

Autor: Markus W. (dl8mby)
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@Nano,
@All,

mich wundert es sowieso, dass bis jetzt, zumindest nach meinem
Wissen, noch keiner versucht hat eine rein textuelle Eingabe am
SP in der Art zu implementieren, wie es die Funkamateure
schon seit Jahrzehnten praktizieren und zwar mittels Morsecode
und einer via BT angeschlossenen squeez Taste.

Damit kann man mit etwas Übung locker Alphanumerische-Zeichen mit
100-200 chr./sek. eingeben und ist jeder Fingertipserei auf dem SP
Touch, was Geschwindigkeit angeht, überlegen.

Zwar muss man das System des Morsealphabets lernen und das des
Gebens mittels dieser Taste, aber das muss man auch beim Zehn-Finger
Schreib-System.

Ich habe es mir auch angewöhnt mit der Linken Hand zu geben und
mit der rechten Hand den gehörten Text nieder zu schreiben.

Somit könnte man die BT-Taste links zum Schreiben des Textes
verwenden, während man rechts seinen SP-Bildschirm mit dem
geschriebenen Text im Auge behält.

Solange die Sprecherkennung nicht zügig funktioniert, könnte
das genannte System einen Kompromiss, was Geschwindigkeit und
Komfort der Texteingabe angeht, darstellen.

Bitte jetzt nicht gleich hauen aber, ich sehe das durchaus als
praktikable Lösung im Zuge der HMI oder M2M Entwicklung,
bevor der Mensch sein SP-Implantat neuronal ansteuert ;-)

Markus

Autor: Le X. (lex_91)
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Markus W. schrieb:
> mich wundert es sowieso, ....

Echt jetzt?
Das wundert dich?

Autor: Le X. (lex_91)
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Nano schrieb:
> Aber genau das ist halt der Denkfehler, weil diese Anwendungen nicht für
> eine Bedienung mit kleinem Touchscreen gemacht wurden.
> Sie sind also auf solchen Geräten unbrauchbar, da nicht benutzbar.
> Und wer es versucht, der sammelt auch Stofftiere am Automaten an der
> Autobahnraststätte.

Man sieht das auch ganz schnell wenn man mal über ne Internetseite 
stolpert die keine Smartphone-Version ausliefert.
Dann darf ich nämlich beim Lesen auch ständig hin- und her scrollen und 
zoomen.
Geht zwar, kann man mal machen wenn Not am Mann ist, will man aber 
eigentlich nicht.

Grundsätzlich wär so ein Librem ja schon interessant, aber dafür 
bräuchts halt 'ne (ausgereifte!) aufs Smartphone ausgelegte DE.
Schön wenn KDE was in die Richtung macht. Schau mer mal wann das nutzbar 
ist.

Denkbar wäre dann ein Einsatz als "Convertable".
Unterwegs nutze ich die Smartphone-Ansicht, zu hause an der 
Dockingstation mit Bildschirm und Tastatur kommt die klassische 
Desktop-Ansicht zum Einsatz.
Ich wüsst jetzt spontan nur nicht ob das dann so nützlich ist wie es auf 
den ersten Blick scheint.
Mangels Rechenpower müsste man ja trotzdem noch einen "normalen" Desktop 
oder Rechner vorhalten, außer halt für reines Surfen/Office/Banking.
Die Casual-User könnten dann vielleicht wirklich mit nur einem Device 
auskommen und ihre alltäglichen IT-Probleme damit lösen.
Unity ist damit krachend gescheitert, und die hatten manpower :/

@DPA: welche konkreten Einsatzgebiete siehst du für dein Librem?

: Bearbeitet durch User
Autor: vn n. (wefwef_s)
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Le X. schrieb:
> @DPA: welche konkreten Einsatzgebiete siehst du für dein Librem?

Ich bin zwar nicht DPA, aber:
Smartphone ohne closed source, ohne von Google abgeschnorchelt zu 
werden. Wäre z.B. natürlich auch für Behörden wahnsinnig interessant 
(allerdigns agieren die halt gerne mal nicht rational, sondern danach, 
wer dem entscheider das teuerste Geschenk gemacht hat).
Mit anbox wäre es grundsätzlich auch kein Problem, Android-Apps zum 
laufen zu kriegen. Würde sich PureOs etablieren, wäre es natürlich auch 
nur eine Frage der Zeit, bis es native Apps in größerer Zahl gibt, aber 
das ist halt noch Zukunftsmusik.

Autor: Cyblord -. (cyblord)
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vn n. schrieb:
> Würde sich PureOs etablieren, wäre es natürlich auch
> nur eine Frage der Zeit, bis es native Apps in größerer Zahl gibt, aber
> das ist halt noch Zukunftsmusik.

So wie das Jahr des Linux Desktops.

Aber ich bin mir sicher, die Linuxer bekommen auch Smartphones noch 
unbenutzbar hin. Hauptsache die Ideologie passt. Wen interessieren da 
Nutzer oder Praktikabilität?

Autor: Nano (Gast)
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Le X. schrieb:
> Denkbar wäre dann ein Einsatz als "Convertable".
> Unterwegs nutze ich die Smartphone-Ansicht, zu hause an der
> Dockingstation mit Bildschirm und Tastatur kommt die klassische
> Desktop-Ansicht zum Einsatz.
> Ich wüsst jetzt spontan nur nicht ob das dann so nützlich ist wie es auf
> den ersten Blick scheint.

Mein Lumia 950 kann das. Aber wirklich nutzen tue ich es eigentlich 
nicht.
Ich nutze da lieber meinen PC und wenn ich am TV arbeiten will, dann 
schalte ich den PC auf den anderen TV als Bildschirm um (der ist via 
langem Kabel mit dem TV verbunden) und nutze ein Wireless Keyboard mit 
Wireless Maus.

Das Feature ist im Prinzip ganz nett. Allerdings können die meisten Apps 
nicht im Hintergrund weiterlaufen. Lädt bspw. im einen Tab noch eine 
Webseite und will man die Zeit effizienter nutzen, in dem man den Tab 
kurz wechselt, dann steht auch das Laden still. Man muss also die Seite 
im Vordergrund laden lassen.
Das andere Problem ist, dass ich auf meinem Lumia einfach kaum Apps 
nutze um mit diesen am Bildschirm zu arbeiten.
Das Lumia hat z.b. irgend so ne Art MS Office Version, aber da ich an 
meinem PC Libre Office Nutzer bin, kommt für mich das nicht in Frage.

Für Netflix wäre es sicherlich ganz praktisch.
Aber um nicht ständig in Netflix einloggen zu müssen, lass ich den Login 
aktiv. Das möchte ich aber nicht am Handy, denn vielleicht verliere ich 
das Handy einmal.
Also lass ich es. Zumal ich dafür ja eh den PC habe.

Autor: MaWin (Gast)
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Nano schrieb:
> bieten die meisten auch einen extra Tangenerator an.

Ein ChipTAN Generator ist grösser und klobiger als das Handy,
das man nicht nur zum Online-Banking mit sich herumträgt.

Statt früher Banking in einer Hosentasche, braucht man nun 2
Hosentaschen, dabei ist eine schon vom Bargeldportemonnai voll.

Selbst bei Cargo-Hosen ehen einem die Taschen aus. Nicht jeder
schleppt ein Aktenköfferchen mit sich rum wie der debile Banker.

Wer mTAN abschafft, darf sich über weglaufende Kundschaft nicht
wundern.

Autor: Le X. (lex_91)
Datum:

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Ich glaube nicht dass ein chipTAN-Generator dafür gedacht ist immer und 
überall am Leibe getragen zu werden.

Autor: Andreas M. (amesser)
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Hallo DPA :-) Mein devkit liegt im Moment in der Ecke. Hatte nach der 
Anfangsphase leider nur noch wenig Zeit dafür....

DPA schrieb:
> Markus W. schrieb:
>> Was mir aber nicht ganz klar ist, ist die Trennung
>> zwischen Baseband-Processor und der NXP-CPU, wie das
>> SW/FW-technisch gehandhabt wird.
>
> Das Modem ist nicht teil des SOC. Das Modem ist ein kleines Modul in
> einem kleinem M2 Slot. Soweit ich gehört habe sind nicht alle Pins des
> M2 Slots belegt oder sowas in der art. Theoretisch kann man das Modem
> ersetzen, wenn man ein kompatibles hat. Im Grunde ist das selbe, wie

Genau. Der M2 Slot ist mit dem USB verbunden. Theoretisch kann man da
alles reinstecken was M2 Verbinder mit USB Protokoll hat, also solang es 
von den Abmessungen her rein passt.

Der Knackpunkt an der Sache ist es den Baseband Prozessor physikalisch 
vom Hauptprozessor zu trennen. Niemand weis, was der in einem SoC
integrierte Baseband mit dem Linux Hauptspeicher anstellen kann...

> Das Modem ist extern. Es gibt aber noch 2 Blobs von NXP. Falls man HDMI
> benutzen will, benötigt man einen, der von NXP signiert sein muss.
> Vermutlich wegen HDCP, ohne das gibts keine HDMI Zertifizierung, das
> nicht zu veröffentlichen ist dort vorgeschrieben. Der andere Blob ist
> der DDR PHY blob, ist irgend was was mit dem RAM zutun hat, glaub ich.

Der HMDI Blob wird nur gebraucht wenn man einen HDMI Monitor über den 
USB3.0 anschließen will. (Theoretisch kann man das Handy als mobilen PC
nutzen und an die USB3.0 Dockingstation eines Laptops anstecken :-) Der
Kernel lädt den Blob bei Bedarf automatisch.

Der Phy Blob kommt von NXP und übernimmt das DDR RAM-Phy Training beim
Bootvorgang. Den DDR Core hat NXP wohl auch nur unter NDA zugekauft. Der 
i.MX8m hat noch einen Cortex M4 Kern. Beim Librem 5 wird der Ram Blob 
auf den Cortex M4 geladen und der Cortex M4 dann vom u-boot loader nur 
für das Training gestartet. Nach dem Training wird der M4 wieder 
abgeschaltet.
Hat auch Lizenstechnische Gründe <-> GPL)

Leider hat sich das Projekt auch bei Purism sehr stark verzögert. 
Ursprünglich wollte ich mein Jolla (und dass meiner Frau) durch ein
Librem 5 ersetzen. Aber ein wirklich fertiges Produkt gibt es noch
nicht. Für mein Gefühl wird es wohl auch sehr dick: irgendwo stand
was von 14mm. Liegt wohl auch an der Modularität. Aufgrund der Größe ist 
das Teil damit nicht wirklich Hosentaschentauglich.
(Das Jolla noch gerade so)

Persönlich finde ich die Kommunikation von Purism auch sehr zäh. Man 
erfährt kaum Details, irgendwas soll irgendwann irgendwie produziert
und ausgeliefert werden. Wirkliche Spezifikation gibt es nicht 
(Gehäusegröße, Form, Akkutype, Beschreibung gibt es immer noch nicht)
Die Leute, die dass Phone bereits bestellt haben kann ich nur
bemitleiden. Die erste Charge scheint noch nicht mal das endgültige
Gehäuse zu haben, sondern irgend ein gefrästes etwas. Traurig wenn
man das nach den Produktzeichnungen auf der Webseite gekauft hat und
als erster Besteller dann sowas bekommt. Ich gehe davon aus das man 
mindestens noch ein ein Jahr warten muss bis man ein taugliches
Produkt bekommt.

Dazu kommt dann, dass ein 64 Bit System mit 3GB Ram eher das untere
Ende der Messlatte ist. Bei 32 Bit System wäre das noch OK, aber
wenn man sieht was so ein 64 Bit Browser an Speicher im Vergleich
zu der 32 Bit Variante belegt...

Wir probieren jetzt erstmal mal Lineage auf einem halbwegs
aktuellen Gerät aus und schauen ob uns das gefällt. Das Jolla macht
einfach keinen Spass mehr. Zu alte Hardware und beim Sailfish OS
verzettelt sich der Hersteller auch mit Details statt mal die 
Grundfunktionen endlich stabil und solide umzusetzen.

Nano schrieb:
> Markus W. schrieb:
>> @Nano,
>>
>> Der Einwand mit der Bedienung des Office-Paketes erschließt sich
>> mir nicht, da ich noch nie auf die Idee gekommen bin ein Office-
>> Dokument auf dem SP zu erstellen. Lesen ist ja was anderes als es
>> zu schreiben. Liegt aber vermutlich daran, dass ich mit Desktop-
>> Rechnern und Servern aufgewachsen bin.
>
> Das Office Paket ist nur ein Beispiel das Parade dafür steht, dass man
> eine Anwendung, die für einen Desktop Rechner entwickelt wurde, am
> Smartphone bedienen will.

Trotzdem ist es ein bisschen Vermessen zu Erwarten, dass ein Standard 
Desktop Programm wie LibreOffice ohne weiteres Zutun auf einem 
Smartphone benutzbar ist, oder? Für den Anwendungsfall wurde LibreOffice 
erstmal gar nicht entwickelt. Das heißt ja nicht, dass man  in Zukunft 
solche Programme nicht auch für kleine Bildschirme anpassen könnte. 
Genau das passiert im Moment nämlich aufgrund des Librem 5 mit diversen 
Programmen...

Autor: Nano (Gast)
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Andreas M. schrieb:

> Trotzdem ist es ein bisschen Vermessen zu Erwarten, dass ein Standard
> Desktop Programm wie LibreOffice ohne weiteres Zutun auf einem
> Smartphone benutzbar ist, oder?

Das habe ich nicht behauptet. Sondern ich sagte ja gerade, dass man 
nicht erwarten kann, dass, nur weil man eine Linux Distri mit allem drum 
und dran haben könnte, dass das irgendwie toll wäre.

> Für den Anwendungsfall wurde LibreOffice
> erstmal gar nicht entwickelt.

Genau das ist ja meine Aussage. Siehe oben.
Es gibt aber Leute, die glauben, sie kriegen ein tolles Linux mit 30000 
SW Paketen wenn das Handy nur FOSS erlaubt und die Bedienung wird dann 
vergessen. Libre Office ist hier ein Beispiel, wie das dann wirklich 
ist, also unbrauchbar.
Deswegen sollte man solche Erwartungen auch nicht stellen.


> Das heißt ja nicht, dass man  in Zukunft
> solche Programme nicht auch für kleine Bildschirme anpassen könnte.
> Genau das passiert im Moment nämlich aufgrund des Librem 5 mit diversen
> Programmen...

Das haben die bei Maemo auch gesagt und Nokia war größer.
Man kam nen Notrumpf an mehr oder weniger gut funktierender Software, 
fertig war das grundlegende aber immer noch nicht, das wurde der 
Community überlassen.
Und mit dem Nachfolger Nokia 9xx wurde das alte dann komplett hängen 
lassen.

Autor: Andreas M. (amesser)
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Nano schrieb:
> Andreas M. schrieb:
>
>> Trotzdem ist es ein bisschen Vermessen zu Erwarten, dass ein Standard
>> Desktop Programm wie LibreOffice ohne weiteres Zutun auf einem
>> Smartphone benutzbar ist, oder?
>
> Das habe ich nicht behauptet. Sondern ich sagte ja gerade, dass man
> nicht erwarten kann, dass, nur weil man eine Linux Distri mit allem drum
> und dran haben könnte, dass das irgendwie toll wäre.

Habe ich dann falsch verstanden.

>> Das heißt ja nicht, dass man  in Zukunft
>> solche Programme nicht auch für kleine Bildschirme anpassen könnte.
>> Genau das passiert im Moment nämlich aufgrund des Librem 5 mit diversen
>> Programmen...
>
> Das haben die bei Maemo auch gesagt und Nokia war größer.
> Man kam nen Notrumpf an mehr oder weniger gut funktierender Software,
> fertig war das grundlegende aber immer noch nicht, das wurde der
> Community überlassen.

Lassen wir es mal auf uns zukommen. Inzwischen gibt es von Qt und GTK 
überhaupt erstmal mehr oder weniger Unterstützung für Touch-Only und 
kleine Bildschirme. Möglicherweise gibt das dem ein bischen Schub...

Das mit dem Community Thema kenne ich. bBi uns in der Firma hat man auch 
mal geglaubt, dass die Community schon die Weiterentwicklung (natürlich 
für lau) übernimmt. Ist bei kleiner Nutzerbasis utopisch.

Autor: Markus W. (dl8mby)
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@Andreas M.

danke für Deine Einschätzung.
Bei mir ist es das Gleiche. SP Anschaffung für
Frau und mich steht demnächst an. Mit LineageOS
bin ich auch am Spielen, allerdings kämpfe ich
noch damit es auf mein altes Acer E700 mit MT6582
zu bringen.


Markus

Autor: Arnonymix (Gast)
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Andreas M. schrieb:
> Persönlich finde ich die Kommunikation von Purism auch sehr zäh. Man
> erfährt kaum Details, irgendwas soll irgendwann irgendwie produziert
> und ausgeliefert werden. Wirkliche Spezifikation gibt es nicht
> (Gehäusegröße, Form, Akkutype, Beschreibung gibt es immer noch nicht)

Es gibt wohl noch eine Menge offener Baustellen, für die offenbar auch 
laufend immer neue Kernel-Hacker angeworben werden sollen. Nur macht es 
den Anschein, als ob diese Arbeit ehrenamtlich erledigt werden müsste.
Und mitten in der Entwicklung die Specs ändern geht eigentlich gar 
nicht.

Andreas M. schrieb:
> Das mit dem Community Thema kenne ich. bBi uns in der Firma hat man auch
> mal geglaubt, dass die Community schon die Weiterentwicklung (natürlich
> für lau) übernimmt. Ist bei kleiner Nutzerbasis utopisch.

Tja...es gilt halt immer noch die Regel: Wenn man's zeitig und sauber 
fertighaben will, muss man halt auch etwas Geld in die Hand nehmen und 
darf nicht am falschen Ende sparen.
Aber Opensource ist ein nicht ganz einfaches Geschäft, man muss sich 
auch viel Negatives anhören, und wird gleichzeitig auch von Firmen 
beklaut, die die LGPL nicht interessieren. Und dann wollten die User 
auch noch den letzten Stand der Technologie..

Autor: DPA (Gast)
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Andreas M. schrieb:
> Hallo DPA :-) Mein devkit liegt im Moment in der Ecke. Hatte nach der
> Anfangsphase leider nur noch wenig Zeit dafür....

Hallo Andreas. So sieht man sich wieder, kleine Welt ;)

Andreas M. schrieb:
> DPA schrieb:
>> Das Modem ist extern. Es gibt aber noch 2 Blobs von NXP. Falls man HDMI
>> benutzen will, benötigt man einen, der von NXP signiert sein muss.
>> Vermutlich wegen HDCP, ohne das gibts keine HDMI Zertifizierung, das
>> nicht zu veröffentlichen ist dort vorgeschrieben. Der andere Blob ist
>> der DDR PHY blob, ist irgend was was mit dem RAM zutun hat, glaub ich.
>
> Der HMDI Blob wird nur gebraucht wenn man einen HDMI Monitor über den
> USB3.0 anschließen will. (Theoretisch kann man das Handy als mobilen PC
> nutzen und an die USB3.0 Dockingstation eines Laptops anstecken :-) Der
> Kernel lädt den Blob bei Bedarf automatisch.

Der HDMI Blob ist teil des IMX image, in welchem auch die ATF und uboot 
sind. Sofern der HDMI Blob im Image vorhanden ist, wird dieser vom 
Program im ROM des SoC geladen, noch bevor irgend was anderes ausgeführt 
wird. Andernfalls wird der das HDMI zeug gedisabled, ein nachladen nach 
dem Start  durch den Kernel ist soweit ich weiss nicht möglich.

> Der Phy Blob kommt von NXP und übernimmt das DDR RAM-Phy Training beim
> Bootvorgang. Den DDR Core hat NXP wohl auch nur unter NDA zugekauft. Der
> i.MX8m hat noch einen Cortex M4 Kern. Beim Librem 5 wird der Ram Blob
> auf den Cortex M4 geladen und der Cortex M4 dann vom u-boot loader nur
> für das Training gestartet. Nach dem Training wird der M4 wieder
> abgeschaltet.
> Hat auch Lizenstechnische Gründe <-> GPL)

Man kann uboot sowohl so bauen, dass es die DDR PHY Firmware selbst 
lädt, als auch so, dass es stattdessen dem M4 sagt, das zu tun. Zu 
keinem Zeitpunk führen diese die Firmware aber selbst aus, das macht der 
Controller des DDR PHY. Der einzige Grund, warum hier der M4 überhaupt 
verwendet wurde, ist, weil der Hauptprozessor für die FSF Zertifizierung 
den Blob nicht selbst laden darf. Mit der Lizenzierung hat das auch 
nichts zutun.

Autor: Andreas M. (amesser)
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DPA schrieb:
> Der HDMI Blob ist teil des IMX image, in welchem auch die ATF und uboot
> sind. Sofern der HDMI Blob im Image vorhanden ist, wird dieser vom
> Program im ROM des SoC geladen, noch bevor irgend was anderes ausgeführt
> wird. [...]
>
> Man kann uboot sowohl so bauen, dass es die DDR PHY Firmware selbst
> lädt, als auch so, dass es stattdessen dem M4 sagt, das zu tun. Zu
> keinem Zeitpunk führen diese die Firmware aber selbst aus, das macht der
> Controller des DDR PHY. Der einzige Grund, warum hier der M4 überhaupt
> verwendet wurde, ist, weil der Hauptprozessor für die FSF Zertifizierung
> den Blob nicht selbst laden darf. Mit der Lizenzierung hat das auch
> nichts zutun.

Danke für die Klarstellung meines Halbwissens. Wenn in dem Teil aber 
dann anscheinend doch noch mindestens zwei Controller sind die einen 
Firmware-Blob ausführen den dann auch wieder keiner kennt, stellt sich 
natürlich die Frage ob der ganze Aufwand mit dem Baseband dann noch 
sinnvoll ist. Die haben zwar keinen direkten Kommunikationskanal, aber 
z.B. die ME auf Intel CPUs kann ja auch die Peripherie nutzen ohne das 
der Hauptprozessor was von mitbekommt...

Gestern ist auch die Testhardware für Lineage angekommen. An die Größe 
muss ich mich erst mal gewöhnen...

Autor: Nikolaus S. (Firma: Golden Delicious Computers) (hns)
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MaWin schrieb:
> Markus W. schrieb:
>> Nun würde ich gerne von Euch hören was Ihr zu so einem
>> SP zu sagen habt.
>
> Kann man damit die aktuellen für Online-Banking notwendigen Programme
> laufen lassen ?
> (viele Banken stellen das einzige portale Verfahren MTAN ein und
> erfordern damit proprietäre Software und schliessen damit 50% ihrer
> Kundschft aus, kein Androis 4 bzw. iPhone 4, kein gerootetes Handy, kein
> Windows-Phone, kein zu grosser oder zu kleiner Bildschirm, keines ohne
> Kamera, ...)

Genau das ist das neueste Problem für alle wirklich offenen Smartphones. 
Wir haben ja vor ca. 8 Jahren eines entwickelt (http://www.gta04.org) 
und mit vielen Mühen läuft darauf Replicant 4.2 und Replicant 6.0 
(freies Android) so dass es theoretisch möglich ist diese Apps zu 
installieren.

Wenn man dann noch das Kleingegruckte liest, dann darf man das trotzdem 
nicht benutzen. Man muß als Nutzer sicherstellen, dass das Gerät sicher 
ist und Virenscanner drauf laufen lassen und darf nur Originalsoftware 
verwenden, nicht gerootet, etc... Genau genommen holt sich die Bank 
damit aber nur einen Freibrief dass sie auf keinen Fall haftet, weil das 
im Zweifelsfall nicht beweisbar ist. Und auch wenn uns das alles als 
viel sicherer als iTan oder mTan verkauft wird...

Und als Hersteller bekommen wir die notwendigen Updates und 
Sicherheitscheks nicht mehr finanziert. Wir hören immer wieder dass es 
endlich ein offenes Gerät bräuchte, und dass es billig sein muß. Daher 
beobachten wir Librem 5 und PinePhone. Aber die dauerhafte 
Weiterentwicklung und Pflege der Geräte und Software in der gewünschten 
Qualität ist nicht zu finanzieren.

Das Librem 5 ist im Vergleich zu unserem GTA04 deutlich weiterentwickelt 
(besserer Prozessor, besseres Display, bessere Kamera, Kill-Switches, 4G 
statt 3G Modem), aber vom Funktionsumfang hinkt es den billigen Geräten 
im Supermarkt auch noch weit hinterher. Daher ist die Frage die sich 
jeder selber stellen muß, ob die zusätzliche Freiheit zusammen mit 
Einschränkungen den mindestens doppelten Preis wert ist.

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