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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Drehrichtung eines Motors richtig erkennen


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Autor: Franz Dörfler (Gast)
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Guten Abend!

Ich habe mehrere Elektrogeräte, die mit 3phasigen Asynchronmaschinen 
angetrieben werden

- Kompressor
- Gartenhäcksler
- Schredder

Wie erkenne ich, ob die Geräte richtig herum laufen? Bei den Häckslern 
funktioniert es nicht, weil die nur angehen, wenn der komplette 
Schutzkäfig dadrum ist und ich möchte den Schutz auch nicht für einen 
Versuch aufmachen.

Bei dem Kompressor sehe ich auch nichts. Da steht aber in der 
Bedienanleitung, dass er richtig rum laufen muss, da er sonst kaputt 
geht. Der geht auch sehr schnell aus.

Die Häcksler haben sogar einen witzigen Stecker - da sind zwei 
Phasennippel drehbar und man kann den Drehsinn so einfach umzwitschen, 
ohne den Stecker aufmachen zu müssen, um die Phasen zu verdrehen.

Gibt es denn irgendeinen guten Trick, wie man das ganz einfach durch 
scharfes Hinsehen etc. rauskriegen könnte?

Über den einen oder anderen Tipp würde ich mich riesig freuen.

Autor: -.,m (Gast)
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Es gibt Drehfeldanzeigegeräte für die Steckdose.
Damit werden alle Steckdosen so angeschlossen, dass ein Rechtsdrehfeld 
vorliegt.
Wenn du dann an den Geräten nichts manipuliert hast, sie also noch im 
Originalzustand sind, sollten sie richtig laufen.
Und du musst dir nachher nie wieder Gedanken über die richtige 
Drehrichtung machen.

Autor: Bibo (Gast)
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Hol einen Elektriker, also keine Fachkraft für irgendwas oder gar einen
Mechatroniker oder noch schlimmer einen Spinner hier aus dem Forum.
Am besten einen alten Meister der Spannung noch per Daumen prüft und
nicht so ein neumodischer Typ der Dir seine Sammlung von VDO- und 
DIN-Messgeräten vorstellt und damit auf den Pudding haut.
Das kostet am Ende dann evtl. mal 50€, dafür funktioniert es aber dann
auch und Du hast einen Kumpel den man immer wieder fragen kann wenn mal
der Kittel brennt.
Grüße Bibo

Autor: Franz Dörfler (Gast)
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-.,m schrieb:
> Es gibt Drehfeldanzeigegeräte für die Steckdose.

Sowas kann auch mein Duspol. Wenn ich den zwischen L1 und L2 anklemme, 
dann leuchtet entweder ein Pfeil nach links oder nach rechts.

Bibo schrieb:
> Hol einen Elektriker

Ehrlichgesagt ist das glaube ich die Beste Idee. Ich hab nix davon, wenn 
die Geräte später kaputt gehen. Ich habe aber auch etwas Angst davor, 
selber z.B. so einen Stecker aufzumachen. Ich glaube, wenn man da von 
Strom nicht so viel Ahnung hat, lieber die Finger von lassen. Es ist nur 
nicht so einfach, einen guten Elektriker zu finden. Ein Kumpel von mir 
hat z.B. fast ein Jahr gebraucht, bis er ne Firma fand, die 2 Fenster 
gewechselt haben. Die kommen nur noch, wenn ganze Häuser neu gemacht 
werden. Davon hab ich auch bei den Elektrikern Angst, dass die für mein 
kleines Problem nicht mal ins Auto steigen. Ich würd die Fahrzeit aber 
sogar auch bezahlen.

Autor: Engelbert S. (engelbert)
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Franz Dörfler schrieb:
> Gibt es denn irgendeinen guten Trick, wie man das ganz einfach durch
> scharfes Hinsehen etc. rauskriegen könnte?

Normalerweise kann man die Drehrichtung am Lüfterrad des Motors sehen, 
wenn der Motor ausläuft (abgeschalten wird). Man kann auch vorsichtig 
einen Kabelbinder zu Hilfe nehmen und in das Lüfterrad vorsichtig 
hineinschieben und schauen wohin er sich biegt. Diese Drehrichtung dann 
mit dem am Motor markierten Laufrichtungspfeil vergleichen. Ich weiß 
jetzt allerdings nicht, ob das Lüfterrad sichtbar ist.

Gruß,
Engelbert

Autor: Peter D. (peda)
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Bibo schrieb:
> Am besten einen alten Meister der Spannung noch per Daumen prüft

So einen kannte ich auch. Nachdem er die CEE-Steckdosen angeklemmt 
hatte, hatte ziemlich genau die Hälfte den falschen Drehsinn. Mit den 
alten Kabeln (2 * schwarz) war er völlig überfordert.
Daher besser selber die Steckdosen und Verteiler auf die richtige 
Zählweise überprüfen.

Autor: Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)
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> hatte ziemlich genau die Hälfte den falschen Drehsinn
Statistisch gesehen hat er sich also einfach nicht drum gekümmert.

Eigentlich ist das doch kein Problem. Wenn ich sowas anschließe und da 
sind zwei schwarze Kabel, messe ich entweder vorher den Drehsinn, oder 
ich bau's einfach zusammen, Drehfeldtester rein in die Dose und wenns 
nicht stimmt werden die beiden schwarzen Kabel vertauscht.

Hatte auch schon Anlagen mit braun-schwarz-grau-codiertem Kabel, 
farbrichtig angeschlossen - stimmt nicht. Okay, Verteilung aufgerissen, 
farblich alles korrekt in dem Kasten, selbst die Einspeisung ist 
farblich korrekt aufgelegt, auf den Sammelschienen stimmt's trotzdem 
nicht. Glückwunsch, zwei Kabel in der Dose getauscht und drauf 
geschissen, den Ort des Drehers findet man sowieso nicht. Das ganze 
Gebäude umdrehen, hinterher jede Dose prüfen... NEE!! Das bezahlt einem 
niemand.

Autor: Amateur (Gast)
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Es gibt keine Möglichkeit die Richtung des Drehfeldes zu bestimmen.
Ausnahme: Ein passendes Messgerät (Drehfeldmesser).
Hilfsweise kann auch ein Motor, mit bekannter Drehrichtung, verwendet 
werden. Dieser läuft dann falsch herum oder auch nicht.

Normalerweise sind die Elektriker angehalten, die Phasen aller 
Anschlüsse rechtsdrehend anzuschließen. Bei dem heutigen Zeitdruck fällt 
dies gerne mal unter den Tisch. Zumindest so lange, bis es zu einem 
Versicherungsschaden kommt.

Autor: Arno (Gast)
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Ben B. schrieb:
> Glückwunsch, zwei Kabel in der Dose getauscht und drauf
> geschissen, den Ort des Drehers findet man sowieso nicht. Das ganze
> Gebäude umdrehen, hinterher jede Dose prüfen... NEE!! Das bezahlt einem
> niemand.

Richtig, Bestand komplett auf "korrekt" ummodeln - das bezahlt keiner.

Dokumentation wäre allerdings hilfreich, meinetwegen auch nur ein 
Streifen Malerkrepp mit "L1=br, L2=gr, L3=sw". Sonst misst der nächste, 
der da dran geht, das gleiche wieder...

MfG, Arno

Autor: Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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Amateur schrieb:
> Hilfsweise kann auch ein Motor, mit bekannter Drehrichtung, verwendet
> werden. Dieser läuft dann falsch herum oder auch nicht.
Wenn er also nicht läuft, dann stimmt das Drehfeld?    ;-)

Ich habe mir einmal so einen Stecker gebaut
http://blackstrom.derschwarz.de/schaltungen/dreh_1/index.shtml
und kann so schnell feststellen, ob bei dem, der meine Säge leiht, die 
Drehrichtung stimmt. Denn da gabs mal den einen, der nach einer Stunde 
anrief und jammerte, dass die Säge so abartig schlecht sei und er nicht 
vorankäme, obwohl ich doch behauptet hätte, das Blatt sei frisch 
geschärft.

Autor: Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)
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> Streifen Malerkrepp mit "L1=br, L2=gr, L3=sw"
Lieber einen Streifen Malerkrepp mit "Alles Scheiße!".

Der nächste, der an der Anlage arbeiten darf, misst sowieso. Entweder 
weil er's im Hinblick auf saubere Arbeit sowieso muß oder weil er dem 
Streifen Malerkrepp nicht glauben mag. Und dann bekommt er auch den 
gleichen Schreianfall.

Eigentlich müsste man den Fehler suchen und umdrehen... aber das 
bedeutet viele Mannstunden Arbeit und ggf. Produktionsausfall durch 
Stillstand, weil ich alles nach dem Fehler erstmal abschalten muß. 
Schlimmstenfalls muß noch jemand mit MS-Schaltberechtigung kommen, wenn 
der Fehler bereits am Trafo gemacht wurde und es sind mehrere 
Gebäude/Hallen gedreht. Hinterher muß ich dann in jede Verteilung 
hineinschauen, ggf. umbauen (es wäre möglich, daß irgendwer den Fehler 
in seinem Teil "behoben" hat, indem er die Einspeisung auf die 
Sammelschienen gedreht aufgelegt hat) und dann darf ich noch jede 
einzelne Dose oder Maschinen-Anschluss prüfen bevor die wieder 
eingeschaltet werden kann.

Also einfach Fresse halten, Kunden zufriedenstellen und ggf. dem Chef 
bescheidgeben... letzteres bringt nur nichts, das wird dann weitere 
Jahrzehnte lang so laufen.

: Bearbeitet durch User

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