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Forum: HF, Funk und Felder Morse-Decoder auf KI-Basis?


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Autor: Jörn (Gast)
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Hallo,

weiß jemand, ob es schon Morse-Decoder auf KI-Basis gibt?

Künstliche Neuronale Netzwerke würden sich hier ja garantiert anbieten 
und könnten bei gutem Training vermutlich auch den besten menschlichen 
"Morse-Decoder" mühelos übertreffen.

Viele Grüße

Autor: Theor (Gast)
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Hast Du Lust zu dieser Frage ein paar dumme Witze zu lesen?

Autor: ~Mercedes~ (Gast)
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Na klar!!

Mach mal ein paar Witze.


mfg

Autor: Marek N. (bruderm)
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Kommt ne Kundin im Laden.

Autor: ~Mercedes~ (Gast)
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was ist da witzig?
Wenn der Laden echten Schmuck führt? ;-P
Etwa nen Verlobungsring?

mfg

Autor: Ansgar K. (malefiz)
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Nein würden sie nicht.

Autor: Marek N. (bruderm)
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Schuhladen?

Autor: ~Mercedes~ (Gast)
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Ansgar meinte:
> Nein würden sie nicht.

Warum nicht?
Wenn man sowas nie ne Klangbilderkennung
hinbekäme? Wie es der Funker macht?

mfg

Autor: ~Mercedes~ (Gast)
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Marek meinte:
> Schuhladen?

So billig?

Ne, ein Verlobungsring muß
mindestens drinne sein. ;-P

mfg

Autor: Harry L. (mysth)
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ich finde die Frage gar nicht so abwegig.....

Autor: ~Mercedes~ (Gast)
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Harry meinte:
> ich finde die Frage gar nicht so abwegig.....

Ich auch nicht!

Wenn man bedenkt, was man ja machen muß
Morsezeichen aus dem Störnebel heben,
Punkt und Strichzeiten messen,
Punkt und Strichzeiten einzeln mitteln,
um so langsamen Änderungen der Gebegeschwindigkeit
folgen zu können,
dann dekodieren, Pausenerkennung...

Beim KI- Proggy könnten dann gleich die
Q-Gruppen und abkürzungen zusammen gelernt werden,
also als eigenes Symbol...

mfg

Autor: Jörn (Gast)
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~Mercedes~ schrieb:
> Beim KI- Proggy könnten dann gleich die
> Q-Gruppen und abkürzungen zusammen gelernt werden,
> also als eigenes Symbol...

Sehr gute Idee!

Ansonsten würde die Morsezeichenerkennung wahrscheinlich ähnlich wie bei 
der Buchstabenerkennung  gelernt werden können.

Cool ist ja auch, dass man eigentlich nur Daten füttern muss und die 
KI-Software die Ergebnis-relevanten Parameter selber herausfindet.

Autor: Wolfgang H. (Firma: AknF) (wolfgang_horn)
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Hi, Jörn,

> weiß jemand, ob es schon Morse-Decoder auf KI-Basis gibt?

Es waren einmal Freunde und Kollegen, die mir über die phantastischen 
Möglichkeiten der KI in der Aufnahme von Morseverkehren vorgeschwämt 
haben.
Seitdem habe ich die Arbeit gewechselt.

Da wurde reihenweise geschwärmt, sogar die SIEMENS AG warb mit so einem 
Programm, wie toll es wäre, wenn nur die Zeit der Kinderkrankheiten 
vorbei wäre ...
Klingt schon toll, ein Frequenzband mit einer FFT erfassen und mit einem 
KI-Rechner alle Morsefunkverkehre darin gleichzeitig aufzunehmen und 
auszudrucken.

Die besten Chancen für den Einsatz sehe ich bei Maschinensendern, die 
wie die RTTY-SChleife einer Presseagentur senden - ununterbrochen, auf 
einer freien Frequenz,keinerlei Störungen im selben Funkkanal.
Aber wer sendet noch so?

Die Morse-Funkverkehre, die mich beruflich interessierten, damals im 
Kalten Krieg, waren Netzverkehre, also eine Leitstelle pro Funkkanal und 
viele Teilnehmer.
Ab Spruchkopf kamen Fünfergruppen wie einst bei der ENIGMA, 
verschlüsselt.
Die Funker kannten sich gegenseitig, machten in ihrer Gebeweise auch 
Witze,  bei denen jede KI, die mir beschrieben wurde, aussteigen würde, 
weil sie für Witze immer noch zu dumm ist. Auch die Funker fechten einen 
Wettkampf unter sich aus, wer der Neuling ist und wer der "Alte Hase".

Die zweite Frage nach dem "wen interessiert es?" ist der Vergleich der 
Techniken. Wer Aufwand in KI steckt, der kann auch Aufwand in Packet 
Radio stecken und den Funkverkehr automatisch abwickeln.

Weiter nachdenken über die Frage würde ich, wenn ich einen konkreten 
Nutzen darin sähe.

Ciao
Wolfgang Horn

Autor: ~Mercedes~ (Gast)
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Wolfgang meinte:

> Es waren einmal Freunde und Kollegen, die mir über die phantastischen
> Möglichkeiten der KI in der Aufnahme von Morseverkehren vorgeschwämt
> haben.
> Seitdem habe ich die Arbeit gewechselt.

War das vor oder nach der "Wende"?
Oder während der Wende?

> Da wurde reihenweise geschwärmt, sogar die SIEMENS AG warb mit so einem
> Programm, wie toll es wäre, wenn nur die Zeit der Kinderkrankheiten
> vorbei wäre ...
> Klingt schon toll, ein Frequenzband mit einer FFT erfassen und mit einem
> KI-Rechner alle Morsefunkverkehre darin gleichzeitig aufzunehmen und
> auszudrucken.

Alle auf einmal? ganz schön forsch. Mittels Großrechner?

> Die besten Chancen für den Einsatz sehe ich bei Maschinensendern, die
> wie die RTTY-SChleife einer Presseagentur senden - ununterbrochen, auf
> einer freien Frequenz,keinerlei Störungen im selben Funkkanal.
> Aber wer sendet noch so?

Das könnte ja auch ein einfacheres Proggy.
Was würdest Du bei nem Einzelkanal schätzen?

> Die Morse-Funkverkehre, die mich beruflich interessierten, damals im
> Kalten Krieg, waren Netzverkehre, also eine Leitstelle pro Funkkanal und
> viele Teilnehmer.

9Q00 ruft 9Q09? ;-P

> Ab Spruchkopf kamen Fünfergruppen wie einst bei der ENIGMA,
> verschlüsselt.

Nö. die hatten Besseres, On Time Pad.

> Die Funker kannten sich gegenseitig, machten in ihrer Gebeweise auch
> Witze,  bei denen jede KI, die mir beschrieben wurde, aussteigen würde,
> weil sie für Witze immer noch zu dumm ist. Auch die Funker fechten einen
> Wettkampf unter sich aus, wer der Neuling ist und wer der "Alte Hase".

Absolut geil!! ;-O

> Die zweite Frage nach dem "wen interessiert es?" ist der Vergleich der
> Techniken. Wer Aufwand in KI steckt, der kann auch Aufwand in Packet
> Radio stecken und den Funkverkehr automatisch abwickeln.

Recht hast Du.
Aber geil wärs schon. Gerade weil Morsen fur menschliche
Gehirne konzipiert wurde.

> Weiter nachdenken über die Frage würde ich, wenn ich einen konkreten
> Nutzen darin sähe.

Auf welcher Seite hast Du gearbeitet?
Pullach oder Wuhlheide/Gosen?

> Ciao
> Wolfgang Horn

Ich zieh meinen grauen Hut vor Dir! Respekt!

mfg

Autor: Wolfgang H. (Firma: AknF) (wolfgang_horn)
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Hi, ~Mercedes~

> War das vor oder nach der "Wende"?
Mehr als eine Dekade vorher.

>> Da wurde reihenweise geschwärmt, sogar die SIEMENS AG warb mit so einem
>> Programm, wie toll es wäre, wenn nur die Zeit der Kinderkrankheiten
>> vorbei wäre ...
>> Klingt schon toll, ein Frequenzband mit einer FFT erfassen und mit einem
>> KI-Rechner alle Morsefunkverkehre darin gleichzeitig aufnehmen und
>> ausdrucken.
>
> Alle auf einmal? ganz schön forsch. Mittels Großrechner?
Darauf ging er nicht näher ein. Aber allerlei Kollegen schwärmten, sie 
könnten die Klassenzimmer an Horchfunkern durch einen Blechdepp 
ersetzen,wenn nur ...

So hatte es der Referent der Siemens AG dargestellt, was auf allgemeinen 
Unglauben stieß.

>
>> Die besten Chancen für den Einsatz sehe ich bei Maschinensendern,
>
> Das könnte ja auch ein einfacheres Proggy.
Klar.
Aber: Ich halte nicht den simplen Vorgang "Morse dekodieren" für die 
Schwierigkeit, sondern die Zuordnung der Punkte und Sriche des einen 
Gebers zueinander.
Mancher Funkamateur tut das, indem die Punkte und Striche dieses einen 
Senders identisch "zirpen", weil derselbe Oszillator geschaltet wird, 
während im Vordergrund ein ganz anderes Signal zu hören ist.

Weil der Funker am Empfänger die Punkte und Striche eben nicht mit 
seiner Intelligenz liest, sondern intuitiv mitschreibt, was der Sender 
gerade gedacht hat, bräuchte dieser Prozess eher "künstliche Intuition" 
als "künstliche Intelligenz".

> Was würdest Du bei nem Einzelkanal schätzen?
Wenn die Signale nur vom thermischen Rauschen gestört sind, müßte man 
sie auch unterhalb des Rauschflures erkennen können. Das müßte der 
Tondekoder NE567 schon können. Nicht aber mehrere Sender, die 
durcheinander zirpen wie die Singvögel vor dem Fenster.
>
>> Die Morse-Funkverkehre, die mich beruflich interessierten, damals im
>> Kalten Krieg, waren Netzverkehre, also eine Leitstelle pro Funkkanal und
>> viele Teilnehmer.
>
>
> Nö. die hatten Besseres, On Time Pad.
Mag sein, ich war da nur der "technische Offizier" und hätte beschaffen 
sollen, aber der Verkaufsvortrag enthielt mir zuviel Traum und zu wenig 
Substanz.
>
> Auf welcher Seite hast Du gearbeitet?
> Pullach oder Wuhlheide/Gosen?

Weder noch. FmBer 70, FmRgt 71 (Osnabrück).
Außerdem meine ich, sowohl wir wie auch die Kollegen in Dessau haben auf 
derselben Seite gearbeitet: Frieden bewahren durch Aufklärung. Die Farbe 
der Uniform ist dabei zweitrangig.
Möglichweise war deswegen das gemiensame Gelächter in meinem alten 
Fernmeldeturm so groß, als meine Nachfolger mit der Wende einen Wartburg 
voller Uniformierter vorfahren sahen "wir wollten nur mal gucken!"

Aber - es hat Freude gemacht, war sinnvoll und die kleinen 
Unannehmlichkeiten waren erträglich.

Ciao
Wolfgang Horn

Autor: marais (Gast)
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Wolfgang H. schrieb:
> Die zweite Frage nach dem "wen interessiert es?" ist der Vergleich der
> Techniken. Wer Aufwand in KI steckt, der kann auch Aufwand in Packet
> Radio stecken und den Funkverkehr automatisch abwickeln.

Ich denke, das ist der entscheidende Punkt. Falls es darum geht, 
Textfunk zu betreiben, könnte man ja RTTY oder PSK machen. CW ist eher 
sportliche Liebhaberei, und kein ernsthafter Amateurfunker möchte 
dauerhaft mit einem Dekoder arbeiten.

Autor: PSK*zensiert* (Gast)
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marais schrieb:
> Wolfgang H. schrieb:
>> Die zweite Frage nach dem "wen interessiert es?" ist der Vergleich der
>> Techniken. Wer Aufwand in KI steckt, der kann auch Aufwand in Packet
>> Radio stecken und den Funkverkehr automatisch abwickeln.
>
> Ich denke, das ist der entscheidende Punkt. Falls es darum geht,
> Textfunk zu betreiben, könnte man ja RTTY oder PSK machen. CW ist eher
> sportliche Liebhaberei, und kein ernsthafter Amateurfunker möchte
> dauerhaft mit einem Dekoder arbeiten.


Hoffen wir mal, FT8 scheint ja im kommen zu sein, und die anderen 
Digimodes...

Autor: Bernd K. (prof7bit)
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Wolfgang H. schrieb:
> Die Morse-Funkverkehre, die mich beruflich interessierten, damals im
> Kalten Krieg,

Feuchtwangen?

Autor: Elektrofan (Gast)
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> Mach mal ein paar Witze.

In "Alter Narr, was nun?"
schrieb Werner Finck über seine Ausbildung zum Funker
ungefähr so:

Beim Morsen muss man zwischen 'Geben' und 'Hören' unterscheiden.
Das 'Hören' ging weit besser, als das 'Geben'.
Ich hörte bald 80, 100, 120.
Nur leider verstand ich nichts von dem, was ich hörte.

Autor: Bernd K. (prof7bit)
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Elektrofan schrieb:
> Nur leider verstand ich nichts von dem, was ich hörte.

Hören und mitschreiben ist einfacher als hören und verstehen. 
5er-Gruppen mit zufälligen Buchstaben und Zahlen ist leichter als Worte 
und Sätze mit Sinn. 120 in 5er-Gruppen hab ich gehört und mitgeschrieben 
(damals in der TSLw in Lagerlechfeld) ohne mit der Wimper zu zucken in 
einer Art entspanntem Trance-Zustand minutenlang ohne Pause und ohne 
einen einzigen Fehler. Mindestens 3 oder 4 Zeichen waren zu jedem 
Zeitpunkt gleichzeitig hintereinander in der Pipeline zwischen Ohr und 
Hand aber sobald ich sinnerfüllte Wörter oder gar Sätze gehört habe hat 
sich irgendein zusätzliches Areal im Gehirn eingeschaltet um das gehörte 
zu interpretieren bevor ichs hinschreiben konnte und die komplette 
Pipeline ist zusammengebrochen. Ich hab das immer mal wieder 
zwischendurch probiert (hören und verstehen ohne zu schreiben) aber ich 
habs nie geschafft und irgendwann aufgegeben.

: Bearbeitet durch User
Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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Mareks Witz ist ja noch kürzer als der "kürzeste Musikerwitz":
Kommt ein Musiker an einer Kneipe vorbei.

Autor: ~Mercedes~ (Gast)
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Wolfgang meinte:

> Weder noch. FmBer 70, FmRgt 71 (Osnabrück).
> Außerdem meine ich, sowohl wir wie auch die Kollegen in Dessau haben auf
> derselben Seite gearbeitet: Frieden bewahren durch Aufklärung. Die Farbe
> der Uniform ist dabei zweitrangig.

Genau!
Mann, Wolfgang, zum Glück mußten wir Deutschen
nicht aufeinander schießen.
Wenns da zur Eskalation gekommen wäre... :-O

Fernmeldeturm...
Warst du nach dem Wechsel an der Übertragung
BR-Deutschland <--> Westberlin beteiligt?
Gabs da noch Trägerfrequenz oder schon PCM?

mfg

Autor: Sam Spark (Gast)
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Jörn schrieb:
> Hallo,
>
> weiß jemand, ob es schon Morse-Decoder auf KI-Basis gibt?
> Künstliche Neuronale Netzwerke würden sich hier ja garantiert anbieten
> und könnten bei gutem Training vermutlich auch den besten menschlichen
> "Morse-Decoder" mühelos übertreffen.
>
> Viele Grüße

Bei intelligenter Programmierung kriegt man auch mit klassischen 
Verfahren, einen guten Dekodierer hin, der Zeichen von der Handtaste mit 
den üblichen Ungenauigkeiten und Temposchwankungen richtig verarbeitet. 
Das ist sogar recht einfach zu bewerkstelligen. Für extreme 
Anforderungen, braucht es nur etwas mehr Aufwand.

Autor: Sam Spark (Gast)
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Bernd K. schrieb:
> ... aber sobald ich sinnerfüllte Wörter oder gar Sätze gehört habe hat
> sich irgendein zusätzliches Areal im Gehirn eingeschaltet um das gehörte
> zu interpretieren bevor ichs hinschreiben konnte und die komplette
> Pipeline ist zusammengebrochen.

Ging mir auch so. Verstehen und Dekodieren sind kollidiert. Das muss 
nicht so sein. Die Kollision kommt nach meiner Erfahrung zu Stande, wenn 
ich auditiv verstehe. Das kollidiert zwangsläufig mit dem Dekodieren, 
das auch auditiv passiert - das auditiv passieren muss. Wenn ich aber 
visuell verstehe, kann ich weiter dekodieren. Beim visuellen Verstehen 
höre ich nicht die verstandenen Wörter, sondern sehe sie, wie sie auf 
dem geistigen Bildschirm auftauchen. Das brauchte aber viel Übung, mit 
der Konzentration beim Dekodieren zu bleiben und nur nebenbei die Wörter 
zu sehen, sie zu verstehen, aber ohne sie im Geist nach zu sprechen.

Inzwischen habe ich die Übung aber auch nicht mehr.

Autor: Wolfgang (Gast)
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~Mercedes~ schrieb:
> Punkt und Strichzeiten einzeln mitteln,
> um so langsamen Änderungen der Gebegeschwindigkeit folgen zu können,

Die wahre Herausforderung bei der Dekodierung sind nicht die langsamen 
Änderungen der Gebegeschwindigkeit, sondern die "Handschrift" eines 
Funkers beim Geben mit einer Handmorsetaste ;-)

Autor: Hagen R. (hagen)
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https://de.wikipedia.org/wiki/Cascade_Correlation
https://pdfs.semanticscholar.org/e92a/fe0f18c915cc04e09b9b0c5900ac7447d985.pdf

ich habe das vor Jahren mal programmiert und damit experimentiert. Ein 
Experiment war ein Morse Dekoder. Das Netzwerk konnte nämlich diese 
Aufgabe mit weniger Resourcen lösen als man bis dato als theoretische 
Grenze annahm, für beliebige FSMs und nicht nur ausschließlich Neuronale 
Netzwerke.

Also ja, das geht erstaunlich gut.

Google: recurrent cascade correlation neural network morse decoder

: Bearbeitet durch User
Autor: Wolfgang H. (Firma: AknF) (wolfgang_horn)
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Hi, Bernd,

> hat sich irgendein zusätzliches Areal im Gehirn eingeschaltet um das gehörte zu 
interpretieren bevor ichs hinschreiben konnte und die komplette
> Pipeline ist zusammengebrochen.

Asiatische Kampfkünste werben mit dem, was mir wie "Kämpfen in Trance" 
vorkommt. Oder auch wie "intinktives Kämpfen" oder "intuitives Kämpfen".
Wir kennen das aus dem Straßenverkehr. Fährst Du durch eine Wohnstraße 
und ein buntes rundes Ding hüpft in Deine Spur, dann kreischen Deine 
Pneus hoffentlich, bevor Dein Verstand sein "mentales Lexikon" nach 
"Ball" durchsucht und zum Eintrag gelesen hat, was dann zu tun ist.

Meine Erklärung: Die Urahnen der Menschheit sprangen von Ast zu Ast. Sie 
benutzten die Denkfähigkeiten, die sie damals hatten.
Mit den legendären Eva und Adam kam die Fähigkeit des Denkens in 
Begriffen hinzu. Das hat andere Qualitäten.

> Hören und mitschreiben ist einfacher als hören und verstehen.
> 5er-Gruppen mit zufälligen Buchstaben und Zahlen ist leichter als Worte
> und Sätze mit Sinn.
Genau. Denn "Verstehen" braucht das Denken in Begriffen.

> (damals in der TSLw in Lagerlechfeld)
Jaja, der Wassertum. Dessen eckige Umrisse wurden ab dem 3. Monat 
erotisch...)

> einer Art entspanntem Trance-Zustand minutenlang ohne Pause und ohne
> einen einzigen Fehler.
Genau.

> aber sobald ich sinnerfüllte Wörter oder gar Sätze gehört habe
Sorry, wir tun das bereits, wenn wir verbale Sprache "dekodieren". Wir 
tun das aber nicht Buchstabe für Buchstabe mit begrifflichem Denken, 
sondern "erfassen" ganze Aussagen. Sogar mit Hilfe der Mimik.
Wir tun das sogar, wenn wir ganze Worte lesen statt einzelner 
Buchstaben.

> Ich hab das immer mal wieder probiert (hören und verstehen ohne zu schreiben)
Ich vermute,
a) das hatten die wirklich guten Trainer an der TSLW2 den guten voraus.
b) das war auch ein Grund, Telegramme verschlüsselt zu versenden.

> aber ich habs nie geschafft und irgendwann aufgegeben.
Falls Du das wirklich wollen solltest, bräuchtest Du nur den richtigen 
Trainer. Wie in den Kampfkünsten.

Ciao
Wolfgang Horn

Autor: Mani W. (e-doc)
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Marek N. schrieb:
> Kommt ne Kundin im Laden.

Wenn man es sexuell betrachtet ergibt das schon einen Sinn...

Autor: Sam Spark (Gast)
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Hagen R. schrieb:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Cascade_Correlation
> https://pdfs.semanticscholar.org/e92a/fe0f18c915cc04e09b9b0c5900ac7447d985.pdf
>
> ich habe das vor Jahren mal programmiert und damit experimentiert. Ein
> Experiment war ein Morse Dekoder. Das Netzwerk konnte nämlich diese
> Aufgabe mit weniger Resourcen lösen als man bis dato als theoretische
> Grenze annahm, für beliebige FSMs und nicht nur ausschließlich Neuronale
> Netzwerke.
>
> Also ja, das geht erstaunlich gut.
>
> Google: recurrent cascade correlation neural network morse decoder

Kann man sich denn die Leistung von so etwas irgendwo ansehen? Das wär 
mal was anderes, als Andeutungen, Gerüchte und Behauptungen.

Was CW Skimmer macht, der mit Bayes Statistik arbeitet, das kann man 
tatsächlich sehen. Was da gezeigt wird, finde ich beachtlich.

Autor: Boris (Gast)
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Hagen R. schrieb:

> ich habe das vor Jahren mal programmiert und damit experimentiert. Ein
> Experiment war ein Morse Dekoder. Das Netzwerk konnte nämlich diese
> Aufgabe mit weniger Resourcen lösen als man bis dato als theoretische
> Grenze annahm, für beliebige FSMs und nicht nur ausschließlich Neuronale
> Netzwerke.

Gibt es auch den Code dazu oder nur die Geschichte?

Nebenbei: Auf einem 6502 (AIM65 o. KIM65) lief das ohne NN vor 
Jahrzehnten einwandfrei. Einfach in den alten  mc-Heften stöbern.

Wenn ich am Wochenende dazu komme, werde ich meinen PET 2001 vom Boden 
holen und das Programm hier posten. Vielleicht hat auch ein anderer User 
das Programm parar?

Autor: Boris (Gast)
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KIM65 -> KIM-1

Autor: Handballer (Gast)
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Hagen R. schrieb:
> Google: recurrent cascade correlation neural network morse decoder

Wolfgang H. schrieb:
> Fährst Du durch eine Wohnstraße
> und ein buntes rundes Ding hüpft in Deine Spur, dann kreischen Deine
> Pneus hoffentlich, bevor Dein Verstand sein "mentales Lexikon" nach
> "Ball" durchsucht und zum Eintrag gelesen hat, was dann zu tun ist.

Aussteigen und gegentreten, und falls es irgendwo klirrt, wegrennen.

Autor: Bernd K. (prof7bit)
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Wolfgang H. schrieb:
>> Ich hab das immer mal wieder probiert (hören und verstehen ohne zu schreiben)
> Ich vermute,
> a) das hatten die wirklich guten Trainer an der TSLW2 den guten voraus.

Die haben uns aufs Hören von verschlüsselten 5-er Gruppen getrimmt, das 
war das einzige was es später zu hören gab. Niemals Klartext und selber 
geben natürlich auch nicht.

Autor: Gerhard H. (ghf)
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marais schrieb:
> Wolfgang H. schrieb:
>> Die zweite Frage nach dem "wen interessiert es?" ist der Vergleich der
>> Techniken. Wer Aufwand in KI steckt, der kann auch Aufwand in Packet
>> Radio stecken und den Funkverkehr automatisch abwickeln.
>
> Ich denke, das ist der entscheidende Punkt. Falls es darum geht,
> Textfunk zu betreiben, könnte man ja RTTY oder PSK machen. CW ist eher
> sportliche Liebhaberei, und kein ernsthafter Amateurfunker möchte
> dauerhaft mit einem Dekoder arbeiten.

JA, doch, ich hätte ganz gerne einen, zumindest mal eine Zeit lang
bis ich wieder flügge bin. Für CW, das unter dem Rauschen liegt.

Mein CW-Lehrer war ein französischer Ausbilder der alle Problemfälle
der franz. Armee in .de zugewiesen bekam; die haben keine Eignungstests
gemacht. Wer auserkoren war, der hat das auch gelernt.
Er hat mich 4 Wochen vor dem Prüfungstermin überredet, mich noch
anzumelden; der Postmensch hat gewiehert vor Lachen, ob 0!

Francis (ex Vietnam)  meinte, 4 Wochen wären für einen Zivilisten
voll OK, auf dem Job würde das auch in 14 Tagen gehen von 0 bis Tempo 
60.
Es war hart, aber er hat mich durch die Prüfung gekickt.
Resultat: DK4XP.

3 Wochen später war die Musterung, mit CW-Test. Ich konnte mit dem
Ankreuzen von Wörtern nix anfangen. Das lief erst, als ich einfach
den Text hingeschrieben habe. Dann aber bis zum Anschlag, den das
Tonband hergegeben hat. Hat mir im Nachhinein ein Einzel-Interview
beschert. Wie das kommt, das wollten sie schon wissen. :-)

Gruß, Gerhard

Autor: Ma (Gast)
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Das ist ja schön und gut aber was hat das genau mit der Frage zu tun?

Autor: Gerhard H. (ghf)
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Dass ich durchaus gerne einen CW-Demodulator für meine EME-Experimente
hätte, auch wenn ich das mal selber konnte und möglicherweise auch
wieder können mögen vollbracht haben würde.

Die Folklore ist allemal interessanter / als deine Beschränkung auf das
Nichts, das Thema ist längstens gedriftet.

Autor: oszi40 (Gast)
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Jörn schrieb:
> auf KI-Basis

Auf KI-Basis wird einiges möglich sein. Nur fleißig gelernte Fehler, 
könnten auch fleißig zu falschen Ergebnissen führen? :-)

Autor: Salat (Gast)
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AG1LE beschäftigt sich mit Machine Learning für CW - Source gibt's auf 
github:
http://ag1le.blogspot.com/

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