Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Auswahl Stromversorgung


von Wolf (Gast)


Lesenswert?

Guten Tag zusammen,
ich bastele derzeit an einer kleinen Elektronik - ein Arduino Nano + ein 
kleiner Sensor - und möchte diese gerne in einem Gehäuse unterbringen. 
Nun stellt sich mir die Frage der Stromversorgung.

Anforderungen:
- netzunabhängig, also Batterie / Akku o.Ä.
- aufladbar über mikro USB
- so klein wie möglich
- 5V Ausgangsspannung

Meine Idee ist es, eine kleine Powerbank auszuschlachten (Gehäuse 
entfernen) und diese dafür zu nutzen.

Spricht da was dagegen?
Gibt es Alternativen, die mehr Sinn machen?

von Jörg R. (solar77)


Lesenswert?

Wolf schrieb:
> Gibt es Alternativen, die mehr Sinn machen?

Erst einmal macht es Sinn darüber nachzudenken...

- welchen Strom nimmt die Schaltung auf?
- wie lange sollen die Akkus die Schaltung versorgen?
(als Antwort bitte nicht: „solange wie möglich“)


Wolf schrieb:
> Anforderungen:
> - netzunabhängig, also Batterie / Akku o.Ä.
> - aufladbar über mikro USB

Aufladbar...nicht bei Versorgung über Batterien.


Wolf schrieb:
> Meine Idee ist es, eine kleine Powerbank auszuschlachten (Gehäuse
> entfernen) und diese dafür zu nutzen.

Wieso ausschlachten? Das Teil erfüllt doch eigentlich alle Deine 
Anforderungen. 5 Volt kommen raus und die Aufladung erfolgt über einen 
USB-Anschluss.

von Wolf (Gast)


Lesenswert?

Jörg R. schrieb:
> Wolf schrieb:

> - welchen Strom nimmt die Schaltung auf?
> - wie lange sollen die Akkus die Schaltung versorgen?

Die Schaltung nimmt im Mittel wenige mA (ca. 10-20) auf. Halten sollte 
das Ganze am besten 3-4 Tage.

> Wolf schrieb:
>> Meine Idee ist es, eine kleine Powerbank auszuschlachten (Gehäuse
>> entfernen) und diese dafür zu nutzen.
>
> Wieso ausschlachten? Das Teil erfüllt doch eigentlich alle Deine
> Anforderungen. 5 Volt kommen raus und die Aufladung erfolgt über einen
> USB-Anschluss.

Weil ich kein Gehäuse in ein Gehäuse bauen möchte.

von Jörg R. (solar77)


Lesenswert?

Wolf schrieb:
> Jörg R. schrieb:
>> Wolf schrieb:
>
>> - welchen Strom nimmt die Schaltung auf?
>> - wie lange sollen die Akkus die Schaltung versorgen?
>
> Die Schaltung nimmt im Mittel wenige mA (ca. 10-20) auf. Halten sollte
> das Ganze am besten 3-4 Tage.

Dann benötigst Du ca. 9,6 Wh an Energie. Dabei werden 20mA Stromaufnahme 
und 4 Tage Laufzeit zugrunde gelegt, also das Maximum deiner Werte. Bei 
angenommenen 85% Wirkungsgrad des StepUp sind daher ca. 12 Wh auf der 
Akkuseite erforderlich. Ein Akku mit 3Ah erreicht dies nicht ganz. Da 
ich aber deine Maximalwerte als Berechnung genommen habe sollte ein Akku 
mit 3Ah reichen. Mehr ist natürlich besser, und mehr haben die meisten 
Powerbanks auch.

Ich würde auch die Spannung lieber per StepUp auf 5 V bringen, anstatt 
von 2 Akkus in Serie runter auf 5V. Einfach weil das Laden dann 
komplizierter wäre.


>> Wolf schrieb:
>>> Meine Idee ist es, eine kleine Powerbank auszuschlachten (Gehäuse
>>> entfernen) und diese dafür zu nutzen.
>>
>> Wieso ausschlachten? Das Teil erfüllt doch eigentlich alle Deine
>> Anforderungen. 5 Volt kommen raus und die Aufladung erfolgt über einen
>> USB-Anschluss.
>
> Weil ich kein Gehäuse in ein Gehäuse bauen möchte.

Gut, aber das kannst Du ja machen wie es Dir am besten gefällt.


Ich würde übrigens keine Powerbank zerlegen. Ein oder 2 Akkus, ein 
TP4056 Modul mit Protection zum Laden und zum Schutz der/des Akku(s) und 
ein StepUp-Modul um auf die 5V zu kommen.

von Sascha R. (srt2018)


Lesenswert?

Zu beachten bei einer Powerbank: bei Entnahme eines nur sehr geringen 
Stromes schalten sich viele Modelle nach einer Weile ab, da dies als 
Nicht-Benutzung interpretiert wird. Ein Arduino Nano zieht jedenfalls zu 
wenig Strom bei meinen Powerbanks, nach ca. 30 Sekunden geht alles aus.

von MaWin (Gast)


Lesenswert?

Wolf schrieb:
> Die Schaltung nimmt im Mittel wenige mA (ca. 10-20) auf. Halten sollte
> das Ganze am besten 3-4 Tage.

Ach herrje, nimm einen Netztrafo.

Das ist so viel Strom, als würde die ganze Zeit eine LED mit voller 
Helligkeit leuchten.

Lerne erst mal, wie man stromsparende Schaltungen aufbaut. Sensoren nur 
temporär mit (hochgewandeltem) Strom versorgt, den uC schlafen legt, mit 
den 2.5-4.2V einer LiIon direkt auskommt.

Eine PowerBank eignet sich nicht als 5V Quelle, weil die einen 
Spannungswandler enthält, der schon alleine durch seinen 
Eigenstromverbrauch den Akku in 3-4 Tagen leersaugt. Daher schaltet der 
sich ab, wenn 'kein' Strom benötigt wird. 20mA sind da meist 'kein' 
Strom.

von GEKU (Gast)


Lesenswert?

Wolf schrieb:
> Weil ich kein Gehäuse in ein Gehäuse bauen möchte.

Bei Li Zellen ist eine Feuerhemmung sicher kein Nachteil. Auch die 
Gefahr eines Kurzschlusses ist geringer.

von Axel S. (a-za-z0-9)


Lesenswert?

Wolf schrieb:

> ich bastele derzeit an einer kleinen Elektronik - ein Arduino Nano + ein
> kleiner Sensor - und möchte diese gerne in einem Gehäuse unterbringen.
> Nun stellt sich mir die Frage der Stromversorgung.
>
> Anforderungen:
> - netzunabhängig, also Batterie / Akku o.Ä.
> - aufladbar über mikro USB
> - so klein wie möglich
> - 5V Ausgangsspannung

Das ist eine - zumindest in der Kombination - unsinnige Liste an 
Forderungen. Aufladbar bedeutet zwingend Akku. Da hast du schon mal 
keine Wahl. 5V bedeutet, daß irgendeine Art von Spannungsregler 
beteiligt ist, denn kein Akku liefert konstante 5V.

Andererseits stelle ich die 5V durchaus in Frage. Ein Arduino nano 
braucht mitnichten konstante 5V. Der ATMega328 da drin kommt mit 
Spannungen von 1.8V bis 5.5V zurecht (ok, bei 1.8V nicht mit 16MHz, aber 
braucht man denn 16MHz überhaupt?). Den Rest der Schaltung kennst bis 
jetzt nur du. Wenn es um lange Laufzeit bei gleichzeitig kleiner 
Baugröße geht, ist es besser, die Schaltung so auszulegen, daß sie 
direkt mit der Akkuspannung läuft. Z.B. mit den 4.2V bis 3.0V eines Li 
Akkus.

Und bei "so klein wie möglich" rollen sich mir die Zehennägel hoch. Die 
erste Anforderung ist bei Akkubetrieb immer die Laufzeit. Daraus und aus 
dem Strombedarf ergibt sich dann die erforderliche Akkugröße.

> Meine Idee ist es, eine kleine Powerbank auszuschlachten (Gehäuse
> entfernen) und diese dafür zu nutzen.
> Spricht da was dagegen?

Es ist ein pragmatischer Ansatz. Relativ wenig eigene Arbeit 
erforderlich. Andererseits ist das ziemlich sicher nicht das Optimum. 
Z.B. können viele Powerbanks nicht gleichzeitig laden und Spannung 
abgeben. Die Qualität der verbauten Komponenten (vor allem der Akkus) 
ist oft schlecht. Bei zu geringem Strom schalten viele Powerbanks ab.

> Gibt es Alternativen, die mehr Sinn machen?

Einen Li-Ion bzw. LiPo Akku. Laderegler a'la TP4056. Falls wirklich 
nötig ein Stepup auf 5V. Gibts notfalls alles fertig als Modul.

Wolf schrieb:
> Die Schaltung nimmt im Mittel wenige mA (ca. 10-20) auf. Halten sollte
> das Ganze am besten 3-4 Tage.

20mA über 4 Tage ist eine Menge Holz. Knapp 10Wh. Eine Li-Akkuzelle mit 
3Ah würde knapp reichen. Als Powerbank würde man dann eher zu einem 5Ah 
Modell greifen wollen (meist mit 5000mAh beworben, weil größere Zahl).

von Wolfgang (Gast)


Lesenswert?

Jörg R. schrieb:
> Ich würde auch die Spannung lieber per StepUp auf 5 V bringen, anstatt
> von 2 Akkus in Serie runter auf 5V. Einfach weil das Laden dann
> komplizierter wäre.

Ich würde prüfen, ob es möglich ist, Arduino und Sensor direkt an einem 
LiIon Akku zu betreiben.

Aber je weniger konkret die realen Randbedingungen bekannt sind, um so 
komplizierter wird die Mimik, damit sie für alle Eventualitäten 
gewappnet ist.

von Stefan F. (Gast)


Lesenswert?

Viele Powerbanken kann man leicht öffnen, um die Versorgungsspannung der 
eigenen Schaltung direkt am Akku abzuzweigen.

von Wolf (Gast)


Lesenswert?

Hallo zusammen,

danke für die zahlreichen Antworten.

Ich möchte jetzt nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen, entnehme 
jedoch zusammenfassend, dass eine individuelle Auswahl von Akku + 
Elektronik vonnöten ist, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Ich benötige also:

1. Akku (https://www.ebay.de/i/133144348978)
2. TP4056 
(https://www.ebay.de/itm/2PCS-1A-5V-TP4056-Lithium-Battery-Charging-Module-USB-Board-Electronic-Compo-ML/193058617843?_trkparms=aid%3D222007%26algo%3DSIM.MBE%26ao%3D2%26asc%3D20160908110712%26meid%3D67a24ce0a80149babf5f1b07a43e62ae%26pid%3D100677%26rk%3D5%26rkt%3D30%26sd%3D352347259552%26itm%3D193058617843%26pmt%3D1%26noa%3D1%26pg%3D2385738&_trksid=p2385738.c100677.m4598)
3. ggf. Step Up Modul

Den Akku und das Lademodul würde ich gemäß folgender Abbildung 
verbinden:
https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/61vLrPiL-hL._SL1500_.jpg

Sieht eigentlich alles easy aus, soweit.

Fällt euch nochwas ein, was ich beachten sollte?

von Jörg R. (solar77)


Lesenswert?

Wolf schrieb:
> Ich benötige also:
>
> 1. Akku (https://www.ebay.de/i/133144348978)
> 2. TP4056
> (Ebay-Artikel Nr. 193058617843)
> 3. ggf. Step Up Modul
>
> Den Akku und das Lademodul würde ich gemäß folgender Abbildung
> verbinden:
> https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/61vLrPiL-hL._SL1500_.jpg
>
> Sieht eigentlich alles easy aus, soweit.
>
> Fällt euch nochwas ein, was ich beachten sollte?

Den Akku bekommst Du auch bei einem deutschen Händler, zum ähnlichen 
Preis.

Dein verlinktes TP4056 passt nicht zu deiner Abbildung mit der 
Verschaltung. Wobei dein TP4056 schon passt, denn der Akku hat wohl eine 
eingebaute Schutzschaltung gegen Unterspannung.

Stepup musst du prüfen. Es wurde ja geschrieben das der Nano ggf. direkt 
am Akku betrieben werden kann. Den Rest deiner Elektronik kennen wir 
nicht.

von Wolf (Gast)


Lesenswert?

Jörg R. schrieb:
> Stepup musst du prüfen. Es wurde ja geschrieben das der Nano ggf. direkt
> am Akku betrieben werden kann. Den Rest deiner Elektronik kennen wir
> nicht.

Der Rest meiner Schaltung ist ein einfacher Sensor, mit 3,3-5V zu 
betreiben -> also passt.

Ich möchte den Fokus nochmal auf die Größe legen. Es gibt solche Akkus 
wie den von mir rausgesuchten (2Ah, 3,7V) nicht zufällig nochmal in 
einer deutlich kleineren Abmessung?

von Stefan F. (Gast)


Lesenswert?

Wolf schrieb:
> Es gibt solche Akkus
> wie den von mir rausgesuchten (2Ah, 3,7V) nicht zufällig nochmal in
> einer deutlich kleineren Abmessung?

Das weiß ich jetzt nicht. Meiner Erfahrung nach sind Akkus mit 
außergewöhnlich hoher Kapazität meistens weniger langlebig.

Versuche eher, die Stromaufnahme deiner Schaltung zu senken. Wenn du uns 
mehr zur Anwendung schreibst, können wir Dir dabei sicher behilflich 
sein.

von Frank G. (frank_g53)


Lesenswert?


von K. S. (the_yrr)


Lesenswert?

Frank G. schrieb:
> Ich habe so etwas:
da ist nen AMS1117 LDO drin: 5mA typ Eigenverbraucht + 5mA Mindestlast 
typ. macht 10mA Dauerverbrauch an Batterie, das ist nur mäßig gut.

Wolf schrieb:
> Fällt euch nochwas ein, was ich beachten sollte?
nimm ein TP4056 Modul mit Battery Protection. Außer an der Beschreibung 
erkennbar an BAT +/- sowie OUT+/- sowie noch 1-2 kleinen extra ICs.

Wolf schrieb:
> Ich möchte den Fokus nochmal auf die Größe legen. Es gibt solche Akkus
> wie den von mir rausgesuchten (2Ah, 3,7V) nicht zufällig nochmal in
> einer deutlich kleineren Abmessung?
wenn du den freundlichen Chinesen fragst druckt der dir da auch 2kAh 
drauf, genauso wie du 18650er mit 9900mAh kaufen kannst. Real wirds aber 
schwierig, das Volumen bleibt immer ähnlich, eventuell kleinere Zellen 
parallel schalten wenn du die besser anordnen kannst.

Was für einen Sensor hast du denn? da könnte man eventuell die Spannung 
über einen GPIO oder PMos schalten bzw. den Sensor schlafen legen. 
Messung mit 100Hz - 1kHz sollte wahrscheinlich mehr als ausreichend 
sein, in der zwischenzeit kann auch der Arduino schlafen. dann entfernst 
du noch ggfs. den integrierten LDO, Power LED und ähnliche 
Stromverschwender, dann solltest du im Sleep Mode auf deutlich unter 1mA 
kommen.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.