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Forum: Offtopic Modellkanone, rein elektrisch? (keine Railgun)


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Autor: Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)
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In einer Diskussion mit einem Bekannten kam die Idee auf, ob es wohl 
möglich wäre, eine funktionsfähige Modellkanone für ein RC-gesteuertes 
Schiff rein elektrisch (also ohne Gas oder Treibladung) zu realisieren.

Grundlage der Überlegung war Folgendes:

- ein elektrischer Funke von z.b. 3..4 mm aus einem entsprechend 
spannungsfesten Kondensator verursacht einen odentlichen Knall

- ein Knall ist eine Druckwelle

- "sperrt" man die Funkenstrecke in ein einseitig offenes Behältnis mit 
angeflanschtem Lauf (100mm, Durchm. 3mm), reicht die Druckwelle evtl. um 
ein Mini-Projektil (größenordnung Reiskorn) zu verschießen ...

Was meint ihr? Lohnt sich ein entsprechender Versuchsaufbau? Oder gibts 
einen (übersehenen) Punkt, wo man sagt, geht nicht, braucht man nicht zu 
probieren?

: Bearbeitet durch User
Autor: Michael K. (Gast)
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Frank E. schrieb:
> Modellkanone für ein RC-gesteuertes
> Schiff rein elektrisch (also ohne Gas oder Treibladung) zu realisieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Railgun

Voll Funktionsfähig und rein elektrisch.
Das kannst Du dann Enten jagen oder Jogger.
Je nachdem wonach Dir ist :-)))

Autor: ~Mercedes~  . (lolita)
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Rein elektrisch wirds aber im wahrsten Sinne schwer.

Mach nen Wattebausch mit rein, der in Benzin
oder Spiritus getränkt ist, und zünde durch Funken.

Oder verdampfe mit nem Stromstoß dünnen Draht.

mfg

Autor: Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)
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Eine vorgespannte Kugelschreiber-Spiralfeder die von einer Raste 
elektrisch ausgelöst wird.

Autor: H-G S. (haenschen)
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Gab es da nicht diese Dredd-Gun ? Da rotiert was schnell mit dem 
Projektil darin und im richtigen Moment lässt das irgendwie los.

Edit: es gibt auch die Nerf-Variante, wo zwei gegenüberliegende 
Gummiräder ein Projektil rausbefördern.

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Autor: Alex G. (dragongamer)
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Versuch macht klug, aber vom Gefühl her würde ich sagen dass die 
Ausdehnung von Luft die du durch Funken erreichen kannst, viel zu 
niedrig ist um irgendwas damit zu bewegen.

Würde eher mit einem kleinen Servomotor, eine Feder spannen und damit 
etwas abfeuern.

: Bearbeitet durch User
Autor: Mani W. (e-doc)
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Teste mal mit einem Elko, viel µF/wenig Volt max. Belastung, den
verkehrt polen, es macht dann ordentlich Bumm und Druck, Rauch gibts
auch dazu, ebenfalls einen Haufen Dreck...

Autor: Alex G. (dragongamer)
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Mani W. schrieb:
> Teste mal mit einem Elko, viel µF/wenig Volt max. Belastung, den
> verkehrt polen, es macht dann ordentlich Bumm und Druck, Rauch gibts
> auch dazu, ebenfalls einen Haufen Dreck...

Das bringt einen auf eine Idee: Mit Strom eine kleine Menge Wasser 
verdampfen lassen könnte auch ein Projektil treiben. Im Endefekt 
passiert ja das im verpolten Kondensator.
Dies erfordert allerdings einen Mechanismus um das abdichtende Projektil 
fest zu halten, denn schlagartig wird man das Wasser nicht verdampfen 
können.

Autor: Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)
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Google nach Coilgun. Sowas funktioniert rein elektrisch, der Lauf 
verschleißt nicht, erzeugt auch keinen Dreck wie die Elko-Treibladung 
und man kann automatisch nachladen. Nachteilig ist, daß das eine 
ziemliche Menge Strom benötigt (die in den Ladekondensatoren 
gespeicherte Energie hat üblicherweise eine hohe Spannung und ist damit 
recht gefährlich) und die Projektile magnetisch sein müssen. Damit haben 
die eine recht hohe Masse. Wenn man eine gerade Flugbahn haben möchte, 
müssen die Projektile recht schnell werden, in Verbindung mit der hohen 
Masse (z.B. Kugellager-Kugeln) können die beträchtlichen Schaden 
anrichten. Im Gegenzug sehen Einschläge ins Wasser ziemlich realitätsnah 
aus.

Man könnte auch probieren, mit einer elektrischen Ladung eine kleine 
Menge Wasser zu verdampfen, der entstehende Dampf erreicht dabei genug 
Druck, um ein kleines Projektil zu verschießen. Die nötige Energiemenge 
wird aber ähnlich gefährlich hoch sein wie bei der Coilgun-Variante.

Was ich bei einem Schiff machen würde:
Üblicherweise sind Modellschiffe eher zu leicht als zu schwer und es 
gibt genug Platz, um irgendwas einzubauen. Also einen kleinen Kompressor 
(oder Druckluftflasche/CO2) einbauen, mit dem irgend ein kleiner 
Druckspeicher befüllt werden kann. Oder den Mechanismus aus einer 
Paintball-Kanone umbauen. Damit kann man alles mögliche verschießen, man 
kann auch etwas Mehl oder so laden, wenn der Schuss deutlich sichtbar 
sein soll.

In jedem Fall sollte man aber bedenken, daß man mit allen Varianten 
rechtlich gesehen eine echte funktionsfähige Kanone baut (per Definition 
ein Geschoss durch einen Lauf treibt). Möglicherweise gibt es da 
Probleme mit der Erlaubnis bzw. Zulassung.

Autor: Alexander S. (alex998)
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Mani W. schrieb:
> Teste mal mit einem Elko

Tantal-Elko (THT, "Perle") könnte man auch als Treibladung verwenden 
(zünden SEHR zuverlässig); Anschlussdrähte abgeknipst und im Rohr 
kontaktiert; Wattepfropf als Geschoss davor. Laden wird halt knifflig...

Autor: Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)
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Mit vier Elektroden an zwei galvanisch getrennten Netzteilen könnte es 
klappen.
Die ersten beiden Elektroden spalten mit Strom aus dem einen Netzteil 
den Wassertropfen in Knallgas auf. Die beiden anderen Elektroden werden 
von dem zweiten Netzteil mit Hochspannung versorgt und zünden das 
Gasgemisch.
Die Zündelektroden sollten in der Brennkammer möglichst weit oben 
angebracht werden, damit sie nicht nass werden.

Autor: Matthias L. (limbachnet)
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Am Modellbauteich habe ich vor einigen Jahren mal ein Bordgeschütz 
gesehen, bei dem die aktiven Komponenten eine Modellbau-Glühkerze und 
ein mit der Lunte an die Glühkerze angelegter Pfennigschwärmer 
(https://www.feuerwerksvitrine.de/shop/feistel-bo-peep-lady-cracker-700.html 
) waren.

Das machte genug "Püff", um die Enten ein Mal zu erschrecken, beim 
zweiten Mal wussten die schon Bescheid. Ein bisschen Pulverdampf kam 
auch 'raus, sah aus der Distanz ziemlich authentisch aus. Ein Projektil 
wurde da natürlich NICHT verschossen.

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Beitrag #5984885 wurde vom Autor gelöscht.
Autor: Christian B. (luckyfu)
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Ich hab mal ein Video gesehen, da hat einer Wasser zerstäubt. das sah 
recht beeindruckend wie der Qualm nach einem Abschuss aus.
Dort gibt es natürlich kein Projektil, aber braucht man das wirklich?

Autor: Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite
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Benzin, Knallgas, Pulver usw. alles gesetzlich nicht so einfach zu 
realisieren.

Schusswaffen sind Gegenstände, die zum Angriff oder zur Verteidigung, 
zur Signalgebung, zur Jagd, zur Distanzinjektion, zur Markierung, zum 
Sport oder zum Spiel bestimmt sind und bei denen Geschosse durch einen 
Lauf getrieben werden [1].

Feuerwaffen; dies sind Schusswaffen nach Nummer 1.1, bei denen ein 
Geschoss mittels heißer Gase durch einen oder aus einem Lauf getrieben 
wird [2].

[1] § 1 Abs. 2 Nr. 1 Waffengesetz (WaffG)
[2] Anlage 1 WaffG

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Autor: Korbi G. (Firma: Möhrchenzucht) (korbinian_g53)
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Mani W. schrieb:
> ebenfalls einen Haufen Dreck...

...der danach sehr zur Freude der Fische und Enten im Wasser landet.

Wenn es um den Spritzer geht, könntest du was ballistisches aufbauen. 
Aus einiger Entfernung sieht man sicher nicht mehr, ob das Geschoss nun 
aus dem Lauf oder zwei Zentimeter daneben gekommen ist.

Wasserzerstäuber könnte gut funktionieren.

Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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Knödelkanone 1967, ohne Knall, unelektrisch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pasinger_Kn%C3%B6delkrieg

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Autor: Bernd F. (metallfunk)
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Ich würde die Effekte trennen.

Der "Rauch" ließe sich evtl. mit Druckluftflasche, Magnetventil,
weißem Pulver (Talkum ?) und Papierstopfen simulieren.

Wir reden hier ja von einer 3mm Bohrung.
Kaum größer, als eine Kugelschreibermine.

Das halbwegs glaubhafte Geräusch, sollte sich elektronisch er-
zeugen lassen.

Grüße Bernd

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Autor: Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)
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Vielen Dank für die vielen Ideen, recht amüsant.

Aber eigentlich wollte ich wissen, ob die Erwärmung (und damit die 
Ausdehnung) der Luft durch einen Funken oder Lichtbogen in einer Art 
Kammer ausreicht, ein Projektil zu beschleunigen. Muss ich wohl doch 
ausprobieren ...

Autor: Percy N. (vox_bovi)
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Frank E. schrieb:
> Vielen Dank für die vielen Ideen, recht amüsant.
>
> Aber eigentlich wollte ich wissen, ob die Erwärmung (und damit die
> Ausdehnung) der Luft durch einen Funken oder Lichtbogen in einer Art
> Kammer ausreicht, ein Projektil zu beschleunigen. Muss ich wohl doch
> ausprobieren ...

Hat Alex doch schon beantwortet.

Kennst Du nicht die riesigen Lichtungen, die jedesmal entstehen, wenn 
ein Blitz in den Wald einschlägt und die Druckwelle in hundert Meter 
Umkreis alles niedermäht?  ;)

Autor: Alex G. (dragongamer)
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Zugegeben habe ich nur vermutet (wobei ich auch drum wetten würde ;) ). 
Eine Rechnung wäre durchaus interessant.
Die Luftausdehnung bei einer bestimmten Temperatur kann man leicht 
errechnen. Schwieriger ist es zu bestimmen wieviel Luft um wieviel Grad 
durch ein Funken erhitzt wird.

Autor: Christoph E. (stoppi)
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Du meinst vom Prinzip her eine ETG (electro thermal gun), so wie meine 
hier:
Youtube-Video "ETG electro thermal gun - elektro/thermisches Gewehr"

Autor: Bernd F. (metallfunk)
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Youtube-Video "Electrothermal Gun"

Aber, ob das bei 3mm Rohrdurchmesser noch funktioniert?

Ich glaube, ich kenne das Projekt aus dem Schiffsmodellbauforum.
Es geht wohl nicht darum, wirklich was zu verschießen.
Der optische und akustische Effekt ist das Ziel.

Grüße Bernd

: Bearbeitet durch User
Autor: Stefan N. (stefan_n32)
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Man könnte einen kleinen Lautsprecher am Ende des Rohres befestigen und 
das Projektil mittels der Membran herausschleudern, indem man einen 
kurzen Puls durch den Lautsprechr jagt. Zudem könnte man dabei den Sound 
gleich realistischer machen, indem man ein Knallgeräusch als Impuls 
verwendet.

Autor: Jobst Q. (joquis)
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Versuch es mal mit Alu-Röhrchen als Projektile in einer Spule. Prinzip 
Gegeninduktion.

Autor: Anselm 6. (anselm68)
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Für das Geschoss nimm ein starkes Relais, baue die Mechanik um so dass 
der Magnet einen Hebel betätigt und das Geschoss beschleunigt.
Für den Knall und Rauch nimm die Faschings-Munition (auf Rolle)
Könnte der Hebel auch mit aktivieren ;)

Gruß
Anselm

Autor: Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)
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Danke für die vielen Hinweise. Das richtige Stichwort lautet 
"Elektrothermal Gun", allerdings nur mit Luft, ohne zusätzliches Medium 
wie z.B. Alufolie oder Wasser ...

Allerdings könnten der Energieverbrauch und die notwendige Größe der 
Akkus und Kondensatoren ein Problem im Modellbau darstellen. Aber das 
Prinzip ist somit beweisen.

: Bearbeitet durch User
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