Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik DC Gebläse 12V 14A über microController steuern (Anfänger)


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von Kai C. (Gast)


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Hallo,

Ich möchte gerne eine Schaltung entwerfen/nachbauen,
die in regelmäßigen Abständen einen Radiallüfter anschaltet.
Der Lüfter soll über eine Autobatterie betrieben werden,
da er mobil sein soll. Im Prinzip kann man sich das ganze als einen 
kleinen
Skydancer[https://www.skydancer24.de/media/images/org/skydancer_underground2_l.jpg] 
vorstellen.
Das Original war ein nettes Gimmick für Halloween und soll bis dahin 
wieder belebt werden.

Der Lüfter der noch funktioniert, ist ein Spal Radialgebläse
[http://www.kuehler-rath.de/datenblatt/seinzel/90214.pdf].
Dem Datenblatt kann man entnehmen, dass dieser bis zu 13.5 A als 
Dauerlast
bei 12V ziehen kann
und neben diesem Motor, soll auch eine Sirene parallel geschaltet 
werden,
die zur selben Zeit an geht. Eventuell noch ein Licht, damit man es auch 
im Dunkeln sieht.
Ich möchte also damit nur sagen, dass es wahrscheinlich mehr als 13.5 A 
werden.

Die Logik möchte ich gerne über einen microController realisieren,
ich habe gute Programmiererfahrung und sollte damit kein Problem haben.
Ich möchte gerne einen microController benutzen, weil ich eventuell die 
Logik noch erweitern möchte.
Also Intervalle einfach ändern / Zeit abhängig
und später um eine GPS Komponente erweitern möchte (das Original wurde 
schon einmal geklaut)

Nur habe ich leider sehr wenig Erfahrung mit allem was über eine LED zum 
Leuchten
zu bringen hinausgeht und möchte euch um Rat fragen.

So weit wie ich das verstanden habe, bräuchte ich keine H Brücke, da der 
Motor nur
an und aus geschaltet werden soll und eine PWM Regelung ebenfalls 
entfällt.
Aber einen solchen Motortreiber finde ich nicht. Gibt es diese nur als 
H-Brücken
Konfiguration? Als Beispiel habe ich diesen Motor-treiber gefunden, der
sich als direkt kompatibel mit Arduino bewirbt:
[https://www.robotshop.com/de/de/gleichstrom-motortreiber-2-x-15a-48-35v.html]
Dieser ist ebenfalls PWM kompatibel, auch wenn ich es nicht direkt 
brauche.

Eine solche 'All-in-one' Lösung wäre natürlich am einfachsten, aber ich
wäre auch gerne bereit meinen Horizont zu erweitern und zu versuchen,
selbst eine angemessene Schaltung zusammenzubauen.
Dafür habe ich den folgenden Thread gefunden:
[Beitrag "Über MOSFET und Arduino 350Watt DC-Motor ansteuern"]

Laut diesem sollte ich ebenfalls einem IRLZ34N nehmen, und diesen laut 
Datenblatt
mit einer V_GS von über 3.3 V betreiben, also eher 5V, weil sonst I_D 
bei
11A liegt. (?) Stimmt das so?

Eine parallel geschaltete Schottky Diode würde ich dann ebenfalls 
einbauen.
Aber wenn ich weitere Verbraucher parallel dazu schalten möchte, wie zB
das Licht oder die Sirene, wie müsste ich dann die Diode schalten?
Parallel zu allen oder?

Vom PC kenne ich PWM- und spannungsgesteuerte Lüfter. Verhält sich
so ein Gebläse wie ein spannungsgesteuerter Lüfter? Könnte ich dann
mit einem PWM Signal versuchen den Lüfter zu betreiben, um die
Batterielaufzeit zu erhöhen?

Welchen Ansatz würdet ihr empfehlen? Was vergesse ich?

Wie es im Titel steht bin ich sehr unerfahren mit dem Thema und
hoffe, dass ich meine Fragen verständlich gestellt habe.

Ich freue mich über jegliche Hinweise. :)

PS: Ich hoffe, das ist das richtige Forum

von Ohne Ahnung ganz einfach: (Gast)


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Kai C. schrieb:
> , da der Motor nur
> an und aus geschaltet werden soll

KFZ-Relais 12V/30A genügt.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Ich würde dir empfehlen, das erst als kleine Modell mit billigen Teilen 
aufzubauen. Da findest du im Arduino Umfeld sicher fertige Shields oder 
einfache Bastelanleitungen mit einzelnen Bauteilen.

Wenn das Programm läuft, zeigst du uns deinen Schaltplan. Und dann 
helfen wir Dir, das ganze nochmal in groß aufzubauen.

So können wir vermeiden, dass dir bei den ersten Programmierversuchen 
Gehäusesplitter von platzenden Transistoren ins Auge gehen.

Ob dein Lüfter mit PWM gesteuert werden kann? Keine Ahnung. Vielleicht 
fragst du das mal besser den Hersteller.

Was die Stromstärke angeht: DC Motoren nehmen beim Anlaufen 
typischerweise 5 bis 10 mal so viel Strom auf, wie danach. Du musst also 
eher mit 130A rechnen. Bevor du hier maßlos übertreibst, würde ich auch 
das den Hersteller fragen. Oder ausmessen.

: Bearbeitet durch User
von Kai C. (Gast)


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> Ich würde dir empfehlen, das erst als kleine Modell mit billigen Teilen
> aufzubauen. Da findest du im Arduino Umfeld sicher fertige Shields oder
> einfache Bastelanleitungen mit einzelnen Bauteilen.

Ok, dann würde ich aber gerne fragen, welchen Weg ich nun probieren 
sollte.
Bei einem 12V Relais bräuchte ich doch ebenfalls einen 
Transistor/MOSFET,
um das Relais zu schalten, würde der MOSFET Ansatz dann nicht mehr Sinn 
ergeben?
Im Forum scheint es mir nur so vorzukommen, als ob MOSFETs öfter 
empfohlen werden
als Relais.

Dann würde ich mir einen einfachen 12V Laptop Lüfter holen, um das mal 
zu simulieren.

> Ob dein Lüfter mit PWM gesteuert werden kann? Keine Ahnung.
> Vielleicht fragst du das mal besser den Hersteller.
Ok, habe mal eine E-Mail geschrieben

> Was die Stromstärke angeht: DC Motoren nehmen beim Anlaufen
> typischerweise 5 bis 10 mal so viel Strom auf, wie danach. Du musst also
> eher mit 130A rechnen. Bevor du hier maßlos übertreibst, würde ich auch
> das den Hersteller fragen. Oder ausmessen.
Uff. Das klingt nach etwas was ich auf dem Datenblatt vom Lüfter 
erwartet hätte. Das klingt doch nach einer wichtigen Information, warum 
wird sowas nicht direkt auf die Produktbeschreibung geschrieben?

Naja, sei es drum. Nach kurzer Befragung an Dr. Google, scheint es am 
besten zu sein, wenn man eine Strommesszange benutzt. Die habe ich 
natürlich nicht rumliegen, also hoffe ich, dass Spaal mir antwortet.

Aber vielen Dank für die schnellen Antworten! :)

von Mani W. (e-doc)


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Kai C. schrieb:
> Ich möchte gerne eine Schaltung entwerfen/nachbauen,
> die in regelmäßigen Abständen einen Radiallüfter anschaltet.
> Der Lüfter soll über eine Autobatterie betrieben werden,
> da er mobil sein soll.

Relais!

Kai C. schrieb:
> Ich möchte gerne einen microController benutzen, weil ich eventuell die
> Logik noch erweitern möchte.
> Also Intervalle einfach ändern / Zeit abhängig

Dazu braucht man keinen µC...

Das geht locker mit dem alten 555 oder auch mit einem 4093, da braucht
nichts programmiert werden, sondern kommt nur auf die Bauteilwerte
an incl. 1-2 Poti und natürlich einen Transistor zur Relaisansteuerung
samt Freilaufdiode...

: Bearbeitet durch User
von Mani W. (e-doc)


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Ich habe mir jetzt Deine beiden Links angeschaut:

Denkst Du nicht, dass so ein Lüfter etwas übertrieben erscheint?

Sirene gibt es mit Piezo (wenig Stromverbrauch), ebenso andere
Lüfter, die den Kasperl dann wackeln lassen...


Lächerlich, dafür noch einen µC zu programmieren, etc...

Sorry, null Ahnung...


Welchen Ansatz würdet ihr empfehlen? Was vergesse ich?

Vielleicht mal zu erwähnen, in welchen Zeitabständen ein/aus geschaltet
werden soll und wie lange dann eingeschaltet sein soll, MosFET
vergiss mal bei Deinem Wissensstand...

Das ist nicht böse gemeint!

: Bearbeitet durch User
von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Kai C. schrieb:
> warum wird sowas nicht direkt auf die Produktbeschreibung geschrieben?

Und wieder lautet die Antwort: Frage den Hersteller. Andere machen 
solche Angaben.

von Mani W. (e-doc)


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Kai C. schrieb:
> Naja, sei es drum. Nach kurzer Befragung an Dr. Google, scheint es am
> besten zu sein, wenn man eine Strommesszange benutzt. Die habe ich
> natürlich nicht rumliegen,

Die würde Dir ohne Oszi auch nicht viel helfen, da die Stromspitze
nur im Anlaufmoment auftritt (fast Kurzschluss über die Motorspule
bzw. Anker und Du das mit einem Multimeter sowieso nicht erkennen
würdest, weil das zu träge in der Anzeige ist...

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Das hier wäre mal ein Ansatz: 
https://arduino-projekte.info/regelschaltung-mit-transitor-und-arduino/

Als Transistor empfehle ich für den Anfang einen IRLIZ44N. Mit etwas 
Glück reicht der sogar für den großen Lüfter - dann aber bitte mit 
Kühlkörper und Wärmeleit-Folie.

Die Diode muss für den Betriebsstrom des Motors ausgelegt sein. Wenn der 
beim Anlaufen 100A zieht, sollte die Diode auch so viel aushalten. Nicht 
wundern - sie könnte ziemlich groß werden. Die 1N4001 taugt nur für das 
kleine Modell. Bei PWM bitte die Schaltfrequenz/Trägheit der Diode 
beachten. Die 1N4001 eignet sich nicht für PWM. Du brauchst dazu eine 
schnelle Diode.

Baue das einfach mehrfach auf. 1x für dem Lüfter, 1x für die Lampe und 
noch 1x für die Sirene. Dann kannst du alle drei Teile einzeln 
ansteuern.

: Bearbeitet durch User
von Minimalist (Gast)


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Alternative zum Relais sind evtl noch smartSwitches a la BTS555. Der ist 
ja mittlerweile abgekündigt, aber die Nachfolger sollten passen. Die 
BTS500XX stecken EINIGES weg. Die Dinger sind gegen so gut wie alles 
geschützt, im schlimmsten Fall verbrennt man sich die Finger daran. 
Sonst sind die kaum kaputt zu kriegen.
Für Anfänger also optimal. Freilaufdiode vergessen? Pfff, passiert eben. 
Kurzschluss? Null Problemo...

Ein kurzer bei nem 12V Relais an einer Autobatterie sieht, sagen wir 
mal... , spektakulärer aus...

von Mani W. (e-doc)


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Warum gebt Ihr einem absoluten Anfänger solche Tipps?

von Kai C. (Gast)


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Mani W. schrieb:
> Denkst Du nicht, dass so ein Lüfter etwas übertrieben erscheint?
>
> Sirene gibt es mit Piezo (wenig Stromverbrauch), ebenso andere
> Lüfter, die den Kasperl dann wackeln lassen...



Kann sehr gut sein, wie gesagt, ich besitze nur ein voriges "Modell" bei 
dem dieser Lüfter verwendet wurde. Deswegen habe ich mir diesen 
angeschaut und mit reingeschrieben. Ich habe mich noch gar nicht damit 
befasst, ob es mit anderen genauso gut ginge bei geringerem 
Stromverbrauch. Aber ich habe vermutet, dass andere auch in dem 10A 
Bereich liegen.

Mani W. schrieb:
> Dazu braucht man keinen µC...

Kai C. schrieb:
> Ich möchte gerne einen microController benutzen, weil ich eventuell die
> Logik noch erweitern möchte.
> Also Intervalle einfach ändern / Zeit abhängig
> und später um eine GPS Komponente erweitern möchte (das Original wurde
> schon einmal geklaut)

Mani W. schrieb:
> Vielleicht mal zu erwähnen, in welchen Zeitabständen ein/aus geschaltet
> werden soll und wie lange dann eingeschaltet sein soll

Habe mich vllt etwas undeutlich ausgedrückt. Ich würde gerne einen muC 
benutzen, weil ich noch nicht weiß, wie viel ich noch an der Logik 
verändern möchte, falls ich es zum Laufen kriege. Also es sollte gerne 
unterschiedliche Modi für Tag und Nacht haben, bzw hell und dunkel. In 
diesen Modi soll irgendwas bei alle 1-2h/4-6h das Männchen in kurzen 
Intervallen aufgepustet werden. Ich bin mir nicht sicher, wie es beim 
alten war, aber ich glaube er hat sich 3x aufgepustet.

Eine Erweiterung mit GPS ist wie gesagt auch denkbar.
Und weil ich es gerne machen möchte und einen uC zu programmieren sehr 
viel einfacher für mich klingt als eine Schaltung dazu zu entwerfen.
Ich bin Programmierer und für mich sieht alles nach einem Software 
Problem aus. :)

Deswegen tendiere ich eher zu einem uC.

Mani W. schrieb:
> MosFET
> vergiss mal bei Deinem Wissensstand...

Darf ich fragen wieso? Der Link von Stefanus F. sieht für mich nicht 
unlösbar aus. Ich weiß, dass ich nicht viel Erfahrung habe und bin gerne 
bereit Zeit zu investieren, außerdem stelle ich gerade deswegen die 
Fragen in diesem Forum, um mich zu informieren. :)

Mani W. schrieb:
> Die würde Dir ohne Oszi auch nicht viel helfen, da die Stromspitze
> nur im Anlaufmoment auftritt (fast Kurzschluss über die Motorspule
> bzw. Anker und Du das mit einem Multimeter sowieso nicht erkennen
> würdest, weil das zu träge in der Anzeige ist...

Hatte mich auf folgendem Link bezogen:
[https://www.fluke.com/de-de/mehr-erfahren/bewaehrte-methoden/grundlagen-der-messgeraete/strommesszangen/messen-von-einschaltstrom]

von Mani W. (e-doc)


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OK!

Dann mach das!

von Kai C. (Gast)


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Ich habe nichts in meinem Post böse gemeint...
Ich möchte deine Meinung wirklich gerne verstehen.

Ich gebe ja zu, dass es mir an der Erfahrung fehlt.
Ich bin offen für Kritik/Vorschläge, ich möchte nur deine Begründung 
nachvollziehen können. Ich meine 10550 Beiträge in diesem Forum müssen 
ja was heißen. :)

Stefanus F. schrieb:
> Das hier wäre mal ein Ansatz:

Ok, den werde ich dann erstmal im Kleinen mit einem Laptop-Lüfter 
nachbauen.
Ich hoffe, dass Spal mir antwortet und ich herausfinde, wie hoch der 
Anlaufstrom ist. Ich würde sonst mal einen bekannten Elektriker fragen, 
ob er so etwas messen kann.

Minimalist schrieb:
> Alternative zum Relais sind evtl noch smartSwitches a la BTS555. Der ist
> ja mittlerweile abgekündigt, aber die Nachfolger sollten passen. Die
> BTS500XX stecken EINIGES weg. Die Dinger sind gegen so gut wie alles
> geschützt, im schlimmsten Fall verbrennt man sich die Finger daran.
> Sonst sind die kaum kaputt zu kriegen.

Klingt ja schonmal passend. :)
Gucke ich mir mal genauer an und würde bei Verständnisproblemen nochmal 
darauf zurückkommen.

von Manfred (Gast)


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Kai C. schrieb:
> Ich habe nichts in meinem Post böse gemeint...

Glaube ich Dir. Nun aber aus der Ursprungsfrage:
Kai C. schrieb:
> Nur habe ich leider sehr wenig Erfahrung mit allem was
> über eine LED zum Leuchten zu bringen hinausgeht.

Wie so oft, gab es diverse Lösungsvorschläge und Du sollst nun 
entscheiden, welcher für Dich sinnvoll ist.

In der Masseseite ("low side") geschaltet käme mir ein IRLZ44N in den 
Sinn. An einem 5V_µC kann ich da einen DS-Widerstand um 30 Milliohm 
erwarten, das gibt bei 15 Ampere Last eine Verlustleistung von knapp 7 
Watt = Kühlkörper erforderlich. Mit Glück ist der Transistor an seiner 
unteren Grenze, dann fallen nur noch 5 Watt ab - muß trotzdem gekühlt 
werden.

Könnte ich beherrschen, aber ich sehe den Sinn nicht und würde lieber 
150 mA Erregerstrom für ein Kfz-Relais spendieren. Geeignete Kfz-Relais 
sind günstig zu beschaffen, haben keinen Ärger mit dem Einschaltstrom 
und stören sich auch nicht an der Gegenspannung beim Abschalten.

Meine Ansicht der Dinge, Punkt.

von Mani W. (e-doc)


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Manfred(Gast) hat das auf den Punkt gebracht, darum auch meine
Bedenken von Anfang an...

Und glaube mir, ich habe es auch nicht böse gemeint, aber wenn Du
meinst, es auf Deine Weise lösen zu wollen, dann ist das für mich
auch ok...

Alles Gute jedenfalls!


PS: Bei MosFETs gibt es sehr viel zu beachten und ein kleiner
    Fehler in der Ansteuerung bewirkt oft einen schnellen Tod,
    außerdem ist ein Kühlkörper notwendig...

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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Kai C. schrieb:
> Ich gebe ja zu, dass es mir an der Erfahrung fehlt.
> Ich bin offen für Kritik/Vorschläge, ich möchte nur deine Begründung
> nachvollziehen können.

Bei so hohen Strömen im dicken zweistelligen Amperebereich und schnellem 
Schalten durch Mosfets passieren Dinge die nicht mehr ganz trivial zu 
erklären sind.
Ungünstig platzierte Kabel können schon so viel Parasitärinduktivität 
haben, daß trotz Freilaufdiode an den Mosfets kurze Spannungsspitzen 
entstehen, die ein vielfaches der 12V haben und dir innerhalb von 
Millisekunden den Mosfet zerstören.
Schlecht designte Masseführungen stören dir ganz schnell die Ansteuerung 
oder sorgen auch dafür daß dir irgendwas abraucht obwohl du "eigentlich" 
korrekt nach Schaltplan aufgebaut hast.

usw. usf. ...

Die Leistungsfähigkeit einer "Autobatterie" sorgt dann dafür, daß 
genügend Energie da ist um die Halbleiter regelrecht explodieren zu 
lassen oder auch einen Brand auszulösen.

von Kai C. (Gast)


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Manfred schrieb:
> Geeignete Kfz-Relais
> sind günstig zu beschaffen, haben keinen Ärger mit dem Einschaltstrom
> und stören sich auch nicht an der Gegenspannung beim Abschalten.

Ok, da muss ich nochmal nachfragen.
> keinen Ärger mit dem Einschaltstrom
Meinst du, dass ich ihn einfach überdimensionieren kann und mit einer 
Sicherung benutzen kann, und falls der Einschaltstrom zu hoch ist, das 
direkt sehe? Die Relais schaffen doch genauso wie andere FETs 
spezifische Anschaltströme? 
[https://www.conrad.de/de/p/song-chuan-896h-1ah-c1-12v-dc-kfz-relais-12-v-dc-50-a-1-schliesser-504117.html]
Oder wieso habe ich keinen Ärger mit Einschaltstrom? Ist es 
ungefährlicher?

> und stören sich auch nicht an der Gegenspannung beim Abschalten.
Kannst du das bitte näher erläutern?
Laut diesem Artikel 
[https://www.mikrocontroller.net/articles/Relais_mit_Logik_ansteuern#Freilaufdiode] 
sollte trotzdem eine Freilaufdiode parallel zum Relais geschaltet 
werden. Oder meinst du, dass man sich auch ein Relais raussuchen kann, 
welches eines direkt integriert, wie so etwas 
[https://www.amazon.de/Relais-Schlie%C3%9Fer-Diode-Lasche-St%C3%BCck/dp/B01CE76TEC] 
?

So weit wie ich das verstanden habe, schützt die integrierte 
Freilaufdiode die "muC Seite" von der Spannungen der Spule, die durch 
das öffnen des Kontaktes entsteht. Muss parallel zu dem Motor trotzdem 
eine weitere Freilaufdiode geschaltet werden? Oder ist das Relais dann 
wirklich 'sicher offen' und es gibt keine Gefahr so wie bei einem 
MOSFET?

Udo S. schrieb:
> Bei so hohen Strömen im dicken zweistelligen Amperebereich und schnellem
> Schalten durch Mosfets passieren Dinge die nicht mehr ganz trivial zu
> erklären sind.

Danke, also solange ich nichts mit PWM mache, würde es aber "einfach" 
bleiben, wenn ich nur alle paar Sekunden schalte, korrekt?


Kommt jetzt ein bisschen auf die Antworten an, aber jetzt würde ich eher 
zu einem Kfz-Relais tendieren, weil das inzwischen als "einfachere" 
Lösung klingt.

EDIT:
Was haltet ihr von solchen fertig Boards?
https://www.amazon.de/Demiawaking-Relais-steuer-Arduino-Raspberry/dp/B07C9YCPQN
Mich stört es, dass ich keinen Schaltplan dazu finde und nicht 
nachvollziehen kann, wie es genau funktioniert und was ich noch dazu 
ergänzen sollte.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Kai C. schrieb:
> Danke, also solange ich nichts mit PWM mache, würde es aber "einfach"
> bleiben, wenn ich nur alle paar Sekunden schalte, korrekt?

Du brauchst dann nur eine normale Diode (keine schnelle) und hast 
weniger Verlustwärme. Aber ein Relais ist nochmal wesentlich einfacher 
zu handhaben.

> Was haltet ihr von solchen fertig Boards?

Praktisch, aber nur wenig belastbar. Die aufgedruckten 20A gelten nur 
unter ganz bestimmten Bedingungen. Nimm lieber KFZ Relais und steuere 
diese mit einer selbst gebauten Transistorschaltung an.

> Mich stört es, dass ich keinen Schaltplan dazu finde und nicht
> nachvollziehen kann, wie es genau funktioniert und was ich noch
> dazu ergänzen sollte.

Das ist typisch bei dieser Preislage. Du bekommst am Ende womöglich ein 
anderes als das abgebildete Modul geschickt. Je weniger präzise Angaben 
der Händler macht, umso weniger kannst du ihn darauf festnageln.

Er hat sich nicht einmal Mühe gemacht, die Beschreibung vernünftig zu 
übersetzen. Das kaust du definitiv eine Katze im Sack.

: Bearbeitet durch User
von Manfred (Gast)


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Kai C. schrieb:
> Ok, da muss ich nochmal nachfragen.
>> keinen Ärger mit dem Einschaltstrom
> Meinst du, dass ich ihn einfach überdimensionieren kann und mit einer
> Sicherung benutzen kann, und falls der Einschaltstrom zu hoch ist, das
> direkt sehe?

Wer ist "er"? Eine Sicherung an einem Transistor ist meistens zu 
langsam, der Halbleiter ist durch, bevor die Sicherung kommt.

Wenn Du unbedingt mit einem FET schalten willst, muß der Einschaltstrom 
des Motors bekannt sein. Obwohl der nur ein paar Dutzend Millisekunden 
fließt, muß der FET den können.

> Die Relais schaffen doch genauso wie andere FETs
> spezifische Anschaltströme?
> 
[https://www.conrad.de/de/p/song-chuan-896h-1ah-c1-12v-dc-kfz-relais-12-v-dc-50-a-1-schliesser-504117.html]
> Oder wieso habe ich keinen Ärger mit Einschaltstrom? Ist es
> ungefährlicher?

Ein Kfz-Relais ist weitaus toleranter gegen hohe Einschaltstöme als der 
FET, Jahrzehnte lang hat man in PKWs Elektromotoren per mechanischem 
Kontakt (Relais, Thermostat) geschaltet.

>> und stören sich auch nicht an der Gegenspannung beim Abschalten.
> Kannst du das bitte näher erläutern?

Der Lüftermotor ist induktiv und kann beim Abschalten zurückfeuern, 
einem Relais ist das ziemlich egal. Einem Transistor leider nicht, der 
will per Freilaufdiode geschützt werden. Bei einem Motor um 14 A muß die 
ziemlich kräftig sein.

> Laut diesem Artikel
> 
[https://www.mikrocontroller.net/articles/Relais_mit_Logik_ansteuern#Freilaufdiode]
> sollte trotzdem eine Freilaufdiode parallel zum Relais geschaltet werden.

Hier geraten Lastseite und Ansteuerung durcheinander. Natürlich gehört 
auf seiten der Ansteuerung eine Diode an das Relais. Das Relais von C* 
wird mit 90 Ohm angegeben, was bei 12V einen Spulenstrom von 133mA 
ergibt. Das lässt sich simpel mit einem BC_irgendwas ansteuern und mit 
einer üblichen Diode beschalten.

> Oder meinst du, dass man sich auch ein Relais raussuchen kann,
> welches eines direkt integriert, wie so etwas
> 
[https://www.amazon.de/Relais-Schlie%C3%9Fer-Diode-Lasche-St%C3%BCck/dp/B01CE76TEC]

Halte ich für überflüssig, Standarddioden hat man im Bastelbestand und 
muß beim Relais nicht auf die Polung achten.

> So weit wie ich das verstanden habe, schützt die integrierte
> Freilaufdiode die "muC Seite" von der Spannungen der Spule, die durch
> das öffnen des Kontaktes entsteht.

Nein. Die Gegenspannung der Erregerspule hat nichts mit dem Kontakt zu 
tun, sie entsteht, wenn der Transistor die Spule abschaltet.

Machst Du mal einen Praxisversuch: Am Kfz-Relais mit zwei Fingern die 
Spulenanschlüsse halten, 12V dran - es passiert nichts. Jetzt die 12V 
weg - und das Ding "beißt Dich in den Finger", die induktive 
Gegenspannung. Das wird Dich nicht umbringen, ist nur unangenehm, aber 
wäre für den Steuertransistor evtl. dessen Tod.

> Muss parallel zu dem Motor trotzdem
> eine weitere Freilaufdiode geschaltet werden? Oder ist das Relais dann
> wirklich 'sicher offen' und es gibt keine Gefahr so wie bei einem
> MOSFET?

Beim Relais halte ich eine Freilaufdiode auf dem Motor für verzichtbar - 
haben PKWs sowas am Lüftermotor? Der Relaiskontakt geht auf, fertig, den 
juckt das nicht.

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