mikrocontroller.net

Forum: Platinen ESD Beauftragter: Was halten eure Leiterplatten aus??


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
Autor: ThePower (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Zusammen,

wir prüfen unsere Produkte nach normalen gängigen ESD Test: 
Luftentladung, Kontaktentladung, 4/8/10/16/ kV, etc....

Jetzt kam unser neuer ESD Beauftragte um die Ecke und hat gefragt wie 
viel unsere Leiterplatten aushalten? Er hat Spannungen von 100-250 V 
gemessen.

Wir testen unsere Produkte nur nach den oberen Werten und da auch nur 
das gesamte Produkt und nicht die einzelnen Leiterplatte.

Habt ihr euch solch einer Frage auch schon mal stellen müssen?

Ich würde es als sehr aufwändig empfinden wenn ich jede Leiterplatte 
bzgl. ESD Festigkeit prüfen müsste, gerade weil an vielen Stellen der 
"ESD-Impulse" einschlagen kann.

Was meint ihr dazu?

Viele Grüße

Autor: Manu (Gast)
Datum:

Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
"Leiterplatten" einem solchen Test zu unterziehen, halte ich für wenig 
zielführend.

Eine Leiterplatte so abzusichern, dass wirklich jedes einzelne Bauteil 
gegen ESD geschützt ist, wäre doch ein bisschen zuviel des Guten.
Also schützt man die Stellen, die ggf. später Kontakt zur Umwelt 
haben... z.B. Schnittstellen, I/O Ports, etc.

Wenn es darum geht, dass das Leiterplattenhandling im Betrieb keinen 
Schaden anrichten kann, sollte man vielleicht eher mal den ESD Schutz 
der Arbeitsplätze, Transportwagen, Maschinen, etc. unter die Lupe 
nehmen.

Nicht die Leiterplatten ;)

Autor: Helmut S. (helmuts)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Es gibt oft Netze in der Schaltung denen auch kurzzeitig 100V zuviel 
sind. Deshalb macht so ein Test gar keinen Sinn. Die Boards die euer 
ESD-Beauftragter mit diesem Test "geprüft" hat könnt ihr sofort 
entsorgen, weil auf denen eventuell Bauteile vorgeschädigt sind. Zum 
Transport gehören Boards in ESD-Schutzhüllen. Auf die darf er dann 
"schießen".

Autor: fzdhbh (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Manu schrieb:
>
> Eine Leiterplatte so abzusichern, dass wirklich jedes einzelne Bauteil
> gegen ESD geschützt ist, wäre doch ein bisschen zuviel des Guten.
> Also schützt man die Stellen, die ggf. später Kontakt zur Umwelt
> haben... z.B. Schnittstellen, I/O Ports, etc.
>
> Wenn es darum geht, dass das Leiterplattenhandling im Betrieb keinen
> Schaden anrichten kann, sollte man vielleicht eher mal den ESD Schutz
> der Arbeitsplätze, Transportwagen, Maschinen, etc. unter die Lupe
> nehmen.
>
> Nicht die Leiterplatten ;)

Bei uns wurden dazu verschiedene akzeptable Spannungen für einzelne 
Bauteile, bestückte Leiterplatten und montierte Geräte genannt und 
dementsprechend muss dann halt der Schutz aussehen.

So grob aus dem Kopf würde ich <10V für Bauteile, <50-100V für 
Leiterplatten und paar kV fürs montierte Gerät sagen, finde die Werte 
aber gerade nicht.

Autor: ThePower (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Viele Dank für eure Antworten.

Der Kollege ist durch die Produktion gelaufen und hat an den 
verschiedenen Arbeitsplätzen geprüft wie hoch die Aufladung an den 
verschiedenen Montage-Körpern ist (Gehäuse-Teile, Montagehilfe, etc.)
und hat dort irgendetwas zwischen 100-250 V gemessen (keine Ahnung mit 
welchem Equipment).

Er ist danach mit der Frage an mich herangetreten "Was hält deine 
Leiterplatte überhaupt aus?" Die Frage konnte ich natürlich nicht 
beantworten.

P.S: Um Missverständnisse zu vermeiden, es geht um die fertig bestückte 
Leiterplatte die dann zum Endprodukt montiert wird.

Autor: jemand (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Getestet wird nur das Gehäuse und von außen zugängliche Ports und 
dergleichen. Die müssen dann halt die 8kV CE aushalten.

Schützen muss man generell eigentlich nur jene Teile, die eine 
ungeschützte Person berühren kann. Im Gehäuse schreibt man meistens dem 
Servicetechniker vor, dass er ESD-Schut verwenden muss.
Ich halte noch zusätzlich einen Schutz von allen Steckverbinderkontakten 
für sinnvoll, weil man beim Zusammenstecken der Platinen nie davon 
ausgehen kann, dass alles ungeladen ist.
Mehr würde ich nicht tun.

Wenn man wirklich die ganze Platine schützen will, musst man die 
Bauteile sorgfältig aussuchen:
Normalerweise haben viele IC und FET einen gewissen Basisschutz 
eingebaut. Was, steht im Datenblatt.
Beispiel STM32F072: human body model 2kV, charged device 500V.
Wenn du konsequent nur Bauteile verwendest, die deine ESD-Anforderungen 
erfüllen, dürfte das dann passen.

Autor: Udo S. (urschmitt)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
ThePower schrieb:
> er Kollege ist durch die Produktion gelaufen und hat an den
> verschiedenen Arbeitsplätzen geprüft wie hoch die Aufladung an den
> verschiedenen Montage-Körpern ist (Gehäuse-Teile, Montagehilfe, etc.)
> und hat dort irgendetwas zwischen 100-250 V gemessen (keine Ahnung mit
> welchem Equipment).

Das wäre zuerst mal zu klären.
In der Produktion sollte alles ESD geschützt sein, incl. aller Menschen 
die sich darin bewegen.
Was hat er gemessen?
Wenn ich mich mit Turnschuhen in den Raum stelle und mit dem Finger die 
Spitze eines 10:1 Tastkopfs eines Oszis anfasse kann ich auch einen 50Hz 
Brumm bis über 50Vss messen.

Autor: soul e. (souleye)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
ThePower schrieb:

> Jetzt kam unser neuer ESD Beauftragte um die Ecke und hat gefragt wie
> viel unsere Leiterplatten aushalten? Er hat Spannungen von 100-250 V
> gemessen.

Dann schickt den doch gleich mal zu einer Schulung, dann erfährt er auch 
was über die Abnahmekriterien zur Freigabe ESD-geschützter Bereiche.

Anhaltswerte für zulässige Aufladung sind <100 V  für  HBM-ähnliche 
Entladungen (geladenes Teil berührt die Elektronik) bzw. <250 V für 
CDM-ähnliche Entladungen (aufgeladene Baugruppe wird irgendwo abgelegt 
und entlädt sich dadurch).


Einer der ersten Treffer bei Google: 
https://www.empa.ch/documents/1138617/1664053/RL+1013+ESD+Forum+e.V.+Maschinen+SV.pdf/dec5cd1a-97c1-4197-af3f-e29fc54d14f7

Autor: ThePower (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
soul e. schrieb:
> ThePower schrieb:
>
>> Jetzt kam unser neuer ESD Beauftragte um die Ecke und hat gefragt wie
>> viel unsere Leiterplatten aushalten? Er hat Spannungen von 100-250 V
>> gemessen.
>
> Dann schickt den doch gleich mal zu einer Schulung, dann erfährt er auch
> was über die Abnahmekriterien zur Freigabe ESD-geschützter Bereiche.
>
> Anhaltswerte für zulässige Aufladung sind <100 V  für  HBM-ähnliche
> Entladungen (geladenes Teil berührt die Elektronik) bzw. <250 V für
> CDM-ähnliche Entladungen (aufgeladene Baugruppe wird irgendwo abgelegt
> und entlädt sich dadurch).
>
> Einer der ersten Treffer bei Google:
> 
https://www.empa.ch/documents/1138617/1664053/RL+1013+ESD+Forum+e.V.+Maschinen+SV.pdf/dec5cd1a-97c1-4197-af3f-e29fc54d14f7

Genau daher kommt der jeniege auch :)

Ich danke euch und ich weiß was ich zu tun habe.

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.