Hallo,
jetzt muss ich mich mal an dieses Forum wenden:
Ich habe hier einen Spannungswandler 12V -> 230V mit 2500W, der keine
Ausgangsspannung mehr bringt.
Die Betriebs-LED leuchtet nach dem Einschalten, sonst passiert aber
nichts.
Auf der 12V-Seite sind 8 Paare des n-Channel MOSFETS FTP1404. Diese habe
ich auf Kurzschlüsse geprüft, keine gefunden.
Dann habe ich mir die PWM-Platine angeschaut, welche die Gates des
ersten Transistorpaars rechts auf dem Foto steuert. Diese Platine wird
mit Spannung versorgt, liefert aber kein PWM-Signal.
Auf dieser Platine ist ein SG3525S, der das PWM-Signal erzeugen soll.
Der Grund dafür, dass dies nicht geschieht, scheint darin zu liegen,
dass das Shutdown-Signal dieses IC auf GND liegt.
Das Shutdown-Signal kommt von einem LM358, der ein Signal von der
Hauptplatine (+) mit der Betriebsspannung (-) vergleicht. Die genaue
Schaltung ist unbekannt, man sieht auf dem senkrecht eingelöteten
Platinchen recht wenig. Das Signal von der Hauptplatine kommt von der
Source der beiden FTP1404 ganz rechts auf dem Foto. Das PWM-Signal würde
ebenfalls an diese Transistoren gehen.
Woher die andern Transistor-Paare ihre Ansteuerung bekommen, habe ich
noch nicht heraus gefunden, das wäre die übernächste Frage.
Jetzt also meine Frage ans Forum:
Für mich sieht es so aus, als ob die fehlende PWM die Ursache des
Defekts ist. Wie gehe ich nun vor, um den Grund für das aktive
Shutdown-Signal zu finden? Was wird da eigentlich ausgewertet?
Vielen Dank Euch allen!
Gruß
Berni
Denkbar wäre auch eine Überstromabschaltung, wobei der Strommeßshunt
durchgebrannt=unterbrochen ist. Also schon bei kleinstem Strom auf
Überstrom erkannt wird.
Die Sources dieser Transistoren liegen direkt auf Masse.
Allerdings ist die Source des ersten Paares über einen Widerstand (1,5
Ohm) mit der Masser verbunden.
Also nur eine Sichtkontrolle bisher durchgeführt. Die ersten zwei
Transistoren rechts unten sind die, die Bernie wohl meinte, wenn ich das
richtig sehe. Wenn Kondensatoren nachlassen, kann das auch passieren.
Daher die Frage, ob das Teil beim Einschalten ein paar Pulse noch macht
und dann gleich schweigt. Ohne Oszi daran zu sehen, dass die
Ausgangsspannung zumindest im Zwischenkreis noch kurz über 12V erreicht
(ggf. noch 24) und dann auf einen stabilen Wert fällt, der nicht höher
als die Batteriespannung ist.
Berni schrieb:> Der Grund dafür, dass dies nicht geschieht, scheint darin zu liegen,> dass das Shutdown-Signal dieses IC auf GND liegt.
Dann ist "Shutdown" nicht aktiv.
Was ist denn auf dem "CTRL"-Board drauf? Das steuert die oberen
Transistoren auf der 230V-Seite.
Kann das Ding eine echte Sinusspannung am Ausgang erzeugen oder ist das
so ein Billig-Rechteckwandler oder "modifizierter" Sinus?
Sind die Sicherungen in Ordnung, liegen 12V an den Drain-Anschlüssen der
unteren Transistorpäärchen?
Sind die MUR-Dioden auf der 230V-Seite in Ordnung?
Hat das Ding Temperatursensoren?
Weißt Du, wie der Defekt aufgetreten ist?
Besteht denn nicht die Möglichkeit, dass der aus den vier Übertragern
bestehende 12VDC / 320VDC Gegentaktwandler kurz anläuft und dann wegen
einem Ereignis im Zwischenkreis wieder abgeschaltet/deaktiviert wird?
Ben B. schrieb:> Kann das Ding eine echte Sinusspannung am Ausgang erzeugen oder ist das> so ein Billig-Rechteckwandler oder "modifizierter" Sinus?
Dem Filter nach ist das ein Sinus-Wandler.
Sven S. schrieb:>> Der Grund dafür, dass dies nicht geschieht, scheint darin zu liegen,>> dass das Shutdown-Signal dieses IC auf GND liegt.>> Dann ist "Shutdown" nicht aktiv.
So ist es. Es lohnt sich also, mal nach den Eingängen des ErrorAmps im
SG3525 zu schauen bzw. die mal zu messen (Pin 1 und Pin 2). Mit Oszi
kann man auch mal messen, ob der interne Ozillator noch läuft (Pin 5 und
Pin 6).
Ich hänge mal den Wandler Teil eines 300W Inverters mit SG3525 an, damit
man sieht, wie das verschaltet ist. Das ist ein Wandler auf 110V,
deswegen sinds hier nur 150VDC im Zwischenkreis - aber das Prinzip
bleibt gleich. Der ErrorAmp regelt hier die 150V.
Hallo,
danke für die vielen Hinweise.
Es ist ein No-Name Gerät aus China. Das erklärt wahrscheinlich schon
einiges... Laut Aufkleber hat es einen "Pure Sine"-Ausgang.
Es gab nicht nur eine Sichtprüfung, die Halbleiter wurden einzeln
getestet.
Die Transistoren sind OK, keine Kurzschlüsse, die Dioden auch, ebenso
die Sicherungen.
Die Sourcen der Transistoren liegen auf Masse, die Drains über eine
Trafo-Wicklung an +12V (Eingangsspannung), siehe Zeichnung im Anhang.
Der Temperatursensor ist ein NTC und funktioniert (Widerstand nimmt bei
Erwärmen ab).
Zum Shutdown:
Weiß nicht, was ich da gestern gemessen habe. So stimmt das jedenfalls
nicht. Ich bitte um Entschuldigung und danke dem schrecklichen Sven für
den Tip.
Im Datenblatt wird die Bezeichnung "Shutdown_" verwendet, die Funktion
ist aber so, dass die PWM abgeschaltet wird, wenn dieser Pin auf Vref
(5V) liegt.
Also nochmal gemessen:
Der Shutdown-Pin hat 4,5V, Vref ist 5,1V.
Die Verfolgung des Shutdown-Pins führt auf der kleinen Platine zu einem
8-Pin IC, das keinen Aufdruck hat.
Ich fürchte, damit bin ich am Ende der Fehlersuche.
Es ist unklar, ob die PWM am Anfang kurz anläuft. Wo würde ich die dann
erhöhte Spannung messen können?
Das Foto im Anhang zeigt das in der ersten Stufe (die an 12V
Eingangsspannung) verwendete Prinzip. Müsste ich da dann auf der andern
Seite des Trafos messen, ob da irgend etwas ankommt?
Aufgefallen ist noch, dass die Primärseite der Trafos sehr niederohmig
ist. Der Draht ist eher dünn, da hätte ich ein paar Ohm erwartet.
Gemessen werden lediglich ca. 0,3 Ohm. Der absolute Messwert bedeutet
wahrscheinlich nicht viel, da ist das Multimeter zu ungenau.
Berni schrieb:> Aufgefallen ist noch, dass die Primärseite der Trafos sehr niederohmig> ist. Der Draht ist eher dünn
Primär müssen da bei Volllast über 200A durch. Dünn passt da nicht.
Und auch Sekundär sind noch 10A.
Eben das macht mich stutzig...
Beim Einschalten messe ich an den Gates zuerst nahe 0V, dann kurz 30mV,
dann konstant 12mV. Am Ausgang der Trafos ist auch eine kleine
Spannungsspitze zu sehen, soweit das mit einem Multimeter eben möglich
ist.
Also würde ich meinen, die PWM läuft kurz an und wird dann aus irgend
einem Grund abgeschaltet.
Berni schrieb:> Die Verfolgung des Shutdown-Pins führt auf der kleinen Platine zu einem> 8-Pin IC, das keinen Aufdruck hat.
Das ist entweder ein Komparator oder ganz simpel ein OpAmp. Wenn du den
Pin rausfindest, der zum Shutdown geht, dann ist vermutlich die ganze
Belegung klar. Der OpAmp/Komparator sorgt für Unterspannungs- und
Überstromabschaltung, d.h. an seinen Eingängen liegt der Hund (aka
Fehler) begraben.
Wenn du mir versprichst, das du den Wandler mit einem auf 1-2A
strombegrenzten Labornetzteil betreibst, kannst du auch mal den Shutdown
Pin gegen Masse ziehen zum Zwangsstart. Vermutlich wird dann etwas
klarer, welcher Fehler erkannt wird.
Tue das niemals mit einer Autobatterie o.ä. - sondern nur mit
Strombegrenzung.
Hier eine Skizze der Schaltung.
Egal zwischen welchen Punkten 1-2, 1-3, 2-3 gemessen wird, das
Multimeter zeigt immer 0,3 Ohm. Das ist der gleiche Wert, wie wenn die
Messspitzen direkt aneinander gehalten werden.
Das Netzteil, das die Platine versorgt, wurde dabei abgeklemmt.
Wenn an den Transistoren zwischen Drain und Source gemessen wird,
besteht kein Durchgang. Man sieht aber, dass sich langsam eine Kapazität
auflädt, die im Bild nicht gezeichnet ist.
Berni schrieb:> Egal zwischen welchen Punkten 1-2, 1-3, 2-3 gemessen wird, das> Multimeter zeigt immer 0,3 Ohm.
Die Messung des Wandlertrafos ist recht sinnlos, denn es ist so nicht
möglich, etwaige Schlüsse zu erkennen. Die Wicklung ist zu niederohmig.
Berni schrieb:> Man sieht aber, dass sich langsam eine Kapazität> auflädt, die im Bild nicht gezeichnet ist.
Jo, das sind die dicken Elkos, die die 12V puffern - an jedem
Wandlertrafo 2 Stück.
Berni schrieb:> Ich habe hier einen Spannungswandler 12V -> 230V mit 2500W, der keine> Ausgangsspannung mehr bringt.>> Die Betriebs-LED leuchtet nach dem Einschalten, sonst passiert aber> nichts.
Solch ein Wandler besteht grundsätzlich aus zwei Teilen. Ein Teil
vor dem Trafo, der die ca. 320V Zwischenkreisspannung erzeugt.
Und einem Teil hinter dem Trafo, der aus der 320V DC-Spannung
die AC-Ausgangsspannug erzeugt. Du solltest Beide Teile getrennt
prüfen. Dabei bitte beachten: Obwohl der Wandler nur an 12V
angeschlossen ist, ist die Ausgangsspannung des Wandlers sehr
gefährlich.
Verstehe. Ich hätte auch nicht erwartet, dass alle 4 Trafos einen
Kurzschluss hätten.
An SG3525 messe ich folgendes:
Pin 1: 0V
Pin 2: 2,5V
Mit dem unbekannten Chip komme ich nicht so recht weiter:
Das Signal, das schließlich zum Shutdown-Pin des Reglers geht, kommt von
Pin 2.
Die Versorgung scheint über Pin 1 (+5V) und Pin 8 (GND) zu geschehen.
Pins 6+7 liegen über jeweils ein C an Masse.
Pins 3+4 konnten nicht verfolgt werden, ich komme da einfach nicht ran.
Hatte auch schon überlegt, das Shutdown-Signal einfach mal auf Masse zu
klemmen. Habe aber etwas Sorge: Wird dadurch der Ausgangstreiber des
unbekannten ICs nicht überlastet? Und wenn die PWM dann läuft, wüsste
ich nur, dass wohl eine Schutzschaltung aktiv ist. Aber wo der Fehler
wirklich liegt, kann ich noch immer nicht sagen.
Das hebe ich mir mal ganz auf den Schluss auf, wenn ich gar keine andere
Möglichkeit mehr sehe.
Harald W. schrieb:> Solch ein Wandler besteht grundsätzlich aus zwei Teilen.
Ja.
> Ein Teil vor dem Trafo,> der die ca. 320V Zwischenkreisspannung erzeugt.
Du meinst etwas anderes als hier. Vermutlich denkst Du
an einen 50Hz-Ausgangstrafo? Hier nicht der Fall. Hier
wird mittels eines parallel-gespeisten Gegentaktwandlers
(klassischen Typs also, Mittenanzapfung beim (HF-)Trafo,
daher liegen auch die Sources auf gem. Potential: GND.
Übrigens bei beiden Schemata nur untersch. gezeichnet!)
die ZK-Spannung erzeugt, dann wird ein Sinus "gemacht"
(Prinzip wie bei Klasse D Audio oder Frequenzumrichter,
also "Zerhacken und Filtern (bzw. Motor-L überlassen).
> Beide Teile getrennt prüfen. Dabei bitte beachten:> Obwohl der Wandler nur an 12V angeschlossen ist, ist> die Ausgangsspannung des Wandlers sehr gefährlich.
Das wiederum paßt.
Bernd B. Betonmischer schrieb:> Harald W. schrieb:>> Solch ein Wandler besteht grundsätzlich aus zwei Teilen.>> Ja.>>> Ein Teil vor dem Trafo,>> der die ca. 320V Zwischenkreisspannung erzeugt.>> Du meinst etwas anderes als hier. Vermutlich denkst Du> an einen 50Hz-Ausgangstrafo?
Nein.
Also was soll's: Habe jetzt doch mal den Shutdown Pin auf Masse
geklemmt.
Solange das der Fall ist, messe ich am Ausgang des Wandlers ca. 370 VAC,
ein bisschen viel, oder?
Wenn ich nach ein paar Sekunden dann Shutdown von der Masse trenne,
fällt der Ausgang schnell wieder auf 0V.
Kann man daraus vielleicht auf die Ursache des Problems schließen?
Berni schrieb:> Solange das der Fall ist, messe ich am Ausgang des Wandlers ca. 370 VAC,> ein bisschen viel, oder?
Jetzt sind natürlich gerade Messungen am Error Amp interessant. Der soll
ja die Zwischenkreisspannung auf etwa 325V einregeln. Siehe den
Schaltungsausschnitt des WR von oben.
370Vac? Im Zwischenkreis gibts nur Gleichspannung, erst nach dem
Ausgangsfilter ist das wieder ein Sinus.
Die Trafos werden mit Rechtecktsignalen betrieben. Das sieht zwar aus
wie AC (und ist durch den Trafo auch welcher, auch wenn primär nur eine
Halbwelle stromdurchflossen ist), allerdings haben viele Messgeräte
Probleme mit nicht-Sinus-Signalen.
Wenn Du am Ausgang des Wandlers misst, dann belaste den ein wenig. Eine
10W-Glühlampe sollte reichen. Ohne Last kann der Ausgangsfilter nicht
korrekt arbeiten.
Und Vorsicht mit den hohen Spannungen, im Zwischenkreis würde ich um
350(370)Vdc erwarten, gepuffert von den beiden Elkos und mit der hohen
Leistung ist das potentiell tödlich. Über die 230Vac Ausgangsspannung
brauchen wir wohl nicht reden, ist genau so gefährlich wie eine
Steckdose.
Ok, der nächste Punkt wäre also den Schaltplan um diesen kleinen 8Pin-IC
abzuzeichen. Dann erkennt man evtl. was das Ding machen soll.
Gibts da irgendwo eine 5V-Spannungsversorgung? Wenn ja könnte irgendwo
ein hässlicher kleiner µC versteckt sein, der das ganze Ding steuert.
Für den Fall, daß Du die Reparatur irgendwann aufgibst, melde ich mal
Interesse an dem Gerät an. Also bitte nicht irgendwann ein Posting "mir
hat's gereicht, habe das Ding weggeschmissen", sondern melde Dich bitte
vorher. Wäre schade drum, zumindest um die Bauteile wenns nicht
reparabel ist.
So, jetzt habe ich neue Info.
Als Last habe ich eine 25W-Birne dran gehängt. Das Netzteil
(Strombegrenzung 2A) ging gleich beim Brücken des Shutdown-Signals auf
Masse aus.
Also nochmal ohne Last: Der Spannungswandler lässt sich auch so nicht
mehr einschalten. Der Anlaufstrom reicht offenbar nicht aus, denn das
Netzteil schaltet sofort ab.
Ein anderes Netzteil, das nicht abschaltet sondern abregelt, Strom am
Netzteil auf Maximum gestellt (5A), der Spannungswandler lässt sich
jetzt einschalten (Shutdown auf Masse). Allerdings regelt das Netzteil
ein paarmal ab und wieder hoch, bis sich alles stabilisiert hat (keine
Last angeschlossen).
Der Lüfter des Spannungswandlers ist immer aus, manchmal geht während
der wackligen Einschalt-Phase der Fehler-Piepser an. Weiß aber nicht,
was das bedeutet, Handbuch habe ich nicht mehr.
Ein paar Messwerte:
Strom vom Netzteil (12V) aus: 0,2 A
Strom vom Netzteil (12V) ein, ohne Last: 2,2 A
Strom vom Netzteil (12V) ein, mit Last: 4,4 A
Die Differenz entspricht etwa der Wattzahl der Glühbirne.
Eingeschaltet sind Pins 1+2 des PWM-ICs beide auf 2,6V.
Der Optokoppler liegt auf einer Seite fest auf +5V. Die andere Seite ist
ohne Last 4,1V
mit Last 2,8V
Diese Spannung geht an die PWM-Platine.
Auch ohne Last hat man eine Leistung von ca. 25W, wo die hin geht?
Die 4 Trafos werden nuretwas warm. Eine kleine Platine wird aber sehr
warm, besonders die SMD-Kondensatoren. Was diese Platine genau macht,
weiß ich nicht. Sie versorgt aber zumindest die PWM-Platine mit 12V
(Aufdruck, gemessen etwas über 13V). Diese Platine hat auch einen Trafo,
auf der Rückseite ein paar SMD-Dioden.
Die kleine Platine mit dem DC-DC Wandler ist laut Bestückungsdruck wohl
für den USB-Ausgang des Geräts da. Ich denke nicht, dass man hier suchen
muss.
Habe auch schon überlegt, das Ding einfach als defekt zu verkaufen. Aber
einen Reparaturversuch wollte ich vorher doch noch machen.
Was würde man für das Ding denn bekommen?
Berni schrieb:> Eine kleine Platine wird aber sehr> warm, besonders die SMD-Kondensatoren.
Die Kondensatoren sind so ziemlich das letzte, was warm werden darf. Ein
typischer Fehler ist, das so ein C auf Kurzschluss geht. Kann sich also
lohnen, mal mit dem Ohmmeter ranzugehen und die Dinger zu messen.
Berni schrieb:> an den großen> Kondensatoren ist 415V (eingeschalteter Zustand).
Das ist viel zu viel. Irgendwo ist ein Fehler im Regelkreis, z.B. ein
defekter Widerstand.
Die Kondensatoren messen alle ca. 500 Ohm, evtl. auch durch die Dioden
bedingt. Jedenfalls haben sie keinen Kurzschluss.
Jetzt habe mich mich mal getraut, am Poti "OUT HV" zu drehen.
Die AC-Ausgangsspannung bleibt unverändert.
Die hohe Gleichspannung habe ich jetzt mal auf 350V runter gedreht.
Dabei fällt auch der Strom (eingeschaltet, keine Last) von 2,2A auf ca.
0,7A. Man hat also nur ca. 8W statt zuvor 25W.
Die Frage ist natürlich, wie weit man diese Spannung runter drehen kann.
Der Shutdown-Pin muss aber immer noch auf Masse gehalten werden, damit
das Gerät startet.
Berni schrieb:> Die hohe Gleichspannung habe ich jetzt mal auf 350V runter gedreht.
Für 230V~ Ausgang sollte die Zwischenkreisspannung bei 325V liegen:
http://www.reiter1.com/Drehstrom/Drehstrom_05.htm
Die H-Brücke im Ausgang formt den Sinus und die Polarität.
Berni schrieb:> Die hohe Gleichspannung habe ich jetzt mal auf 350V runter gedreht
was steht denn auf den zwei großen schwarzen Kondensatoren für den
Hochspannungs Zwischenkreis? wenn die nur 400V oder sogar 350V Typen
waren haben die bei so hoher Spannung wie zuvor mitunter schon sehr viel
Leckstrom, falls die das ohne Schaden überlebt haben.
Berni schrieb:> Eine kleine Platine wird aber sehr> warm, besonders die SMD-Kondensatoren. Was diese Platine genau macht,> weiß ich nicht.
mach mal Bilder oder versuch das rauszufinden. sind das die die in
"Hilfsspannung.jpg" eingekreist sind? Weder Gate Treiber noch Isolierter
DC/DC ergibt hier viel Sinn, aber irgendeine Zweck wird das schon haben.
Kannst du noch mal gute Bilder von oben und unten von der Hauptplatine
und der Kleinen machen?
Die beiden Elkos könnten auch in Reihe liegen, den Schaltplan von dem
Teil hat bislang noch niemand gesehen. 400Vdc im Zwischenkreis könnten
normal sein, auf 230V~ runter macht dann die Ausgansstufe mit dem
LC-Filter.
Daß ein 5A-Netzteil beim Start eines solchen Wandlers das Husten anfängt
ist ziemlich normal. Schließlich wollen die dicken Elkos auf der
Sekundärseite erstmal aufgeladen werden.
Mal eine Gegenfrage: Wieviel möchtest Du denn für das Gerät in defektem
Zustand haben? Wenn es nur ein einfacher Chinakracher ist, schwer zu
sagen... wieviel bezahlt man denn, wenn das Ding funktionsfähig ist oder
wie hoch ist der Neupreis?
Ben B. schrieb:> wieviel bezahlt man denn, wenn das Ding funktionsfähig ist oder> wie hoch ist der Neupreis?
Reiner sinus (was wirklich drin ist keine Ahnung) kostet auf ebay neu
ca. 200€. Gebraucht hab ich nur 1000W gefunden für 80€. An und für sich
funktioniert der ja, auch der Zwischenkreis wird offensichtlich
wenigstens etwas geregelt. Nur ob man den reparieren kann oder ob man
Dank abgeschliffenen/ Custom Chips oder programmiertem µC die Regelung
wenigstens teilweise neu bauen muss kann so keiner sagen. Wenn da eine
Schutzfunktion betroffen ist sollte die auch wiederhergestellt werden,
alle Halbleiter tauschen weil die durchgebrannt sind und dabei die
Platine verkohlt haben wird sich kaum lohnen.
Interessant wäre wo der TE herkommt, eventuell kann ihm jemand in der
Nähe helfen, spekulieren ist immer schwierig ohne Schaltplan oder das
Gerät selber (oder wenigstens gute Bilder, besonders was die kleine
Platine mit dem dicken Trafo (DC/DC??) macht wäre interessant, die kann
ich nicht so wirklich zuordnen).
Naja ich würde das Gerät gerne für einen Reparaturversuch haben, aber
eben nur wenn man hier nicht weiter helfen kann.
Es ist aber insofern schlecht, wenn der TE schon alle möglichen Potis
und Spannungen verstellt, da bekommt man hinterher niemals mehr die
Sollwerte raus.
Es ist auch schwer bei sowas online zu helfen, weil man nicht selbst mit
dem Messgerät oder Oszilloskop drin rumstochern kann.
Harald W. schrieb:> Bernd B. Betonmischer schrieb:>> Harald W. schrieb:>>> Solch ein Wandler besteht grundsätzlich aus zwei Teilen.>>>> Ja.>>>>> Ein Teil vor dem Trafo,>>> der die ca. 320V Zwischenkreisspannung erzeugt.>>>> Du meinst etwas anderes als hier. Vermutlich denkst Du>> an einen 50Hz-Ausgangstrafo?>> Nein.
Sondern? ZK-Erzeugung vor Trafo hieße Boost-Converter.
Wird hier nicht (und auch sonst nur ungern) gemacht.
So ein kurz gehaltenes "nein" ist oft wenig hilfreich.
Ben B. schrieb:> würde das Gerät gerne für einen Reparaturversuch haben
Ok, ein Versuch der Reparatur ohne "Druck" vom Besitzer
ist evtl. auch deutlich entspannter. Auch nicht übel.
Ist nachvollziehbar, @Ben. Sollte sich herausstellen,
daß es aus div. Gründen nicht mehr reparabel ist, könnte
man mit den Leistungsbauteilen auch etwas neues bauen.
Ich wäre mit Trafos und Drosseln schon glücklich (evtl.
noch die scheinbar noch guten Mosfets, Kondensatoren?).
Immerhin sind das doch alles richtig dicke Dinger.
Vermutlich ist jeder Trafo einzeln für (Bereich 10-15V)
auf 420V gut - da die wohl ein- und ausgangsseitig ganz
einfach parallel geschaltet sind. (Und das bei ca. 600W)
Und natürlich auch umgekehrt: Für 390V zu (0-15V Bereich).
Z.B. für ein Netzteil mit variabler Ausgangsspannung also.
Also auch defekt nicht wirklich wertlos, auf keinen Fall.
K. S. schrieb:> Interessant wäre wo der TE herkommt, eventuell kann ihm> jemand in der Nähe helfen
Aber vielleicht kommt es auch eher dazu - wer weiß.
Falls nicht weit weg, könnte man sich evtl. treffen.
Vielleicht wird @Berni auch alles der Reihe nach tun:
Erst mal selbst alleine gucken -
dann versuchen, jemanden aufzutreiben -
und am Schluß über einen Verkauf verhandeln? :)
Ben B. schrieb:> Es ist aber insofern schlecht, wenn der TE schon alle möglichen Potis> und Spannungen verstellt, da bekommt man hinterher niemals mehr die> Sollwerte raus.
Naja, gut - das stimmt schon auch. Aber noch ist es
rücksetzbar - damit das bei weiteren Mods so bliebe,
müßte man mit Umsicht vorgehen (messen, vermerken, ...
bevor man rumschraubt).
Matthias S. schrieb:> Für 230V~ Ausgang ... ZK-Spannung = 325V
Das stimmt übrigens nicht. Das absolute Minimum: 360V,
um noch 253V~ (also 230V~ + 10%) erzeugen zu können.
@Ben hat recht, es darf und kann weit über 325V sein.
Auch >400V sind denkbar, wenn das LC Filter mitspielt.
(L muß etwas höher sein für kleineren min. Tastgrad.)
> Sondern? ZK-Erzeugung vor Trafo hieße Boost-Converter.> Wird hier nicht (und auch sonst nur ungern) gemacht.
Das ist kein Boost-Converter. Das sind mittelpunktgespeiste
Gegentaktwandler, bzw. vier parallel arbeitende Stufen, ggf. auch in
einer 2+2 Konfiguration. Diese Wandler können problemlos galvanisch
getrennt aufgebaut werden.
>> würde das Gerät gerne für einen Reparaturversuch haben> Ok, ein Versuch der Reparatur ohne "Druck" vom Besitzer> ist evtl. auch deutlich entspannter. Auch nicht übel.
Ist einfach nur bevor er das Gerät schlachtet oder in die Tonne
schmeißt. Dann wäre es halt schade und für diesen Fall melde ich
Interesse an.
> Vermutlich ist jeder Trafo einzeln für (Bereich 10-15V)> auf 420V gut - da die wohl ein- und ausgangsseitig ganz> einfach parallel geschaltet sind.
Muß nicht unbedingt sein, da alle Stufen parallel arbeiten wäre es auch
möglich, daß jeweils zwei Trafos sekundärseitig in Reihe liegen. Da
müsste man beide Seiten der Platine sehen. Aber wahrscheinlich sind die
Trafos gut dafür.
> (Und das bei ca. 600W)
Naja, ist ein China-Kracher. Also lieber mit 200..300W Dauerlast pro
Trafo rechnen.
> Und natürlich auch umgekehrt: Für 390V zu (0-15V Bereich).> Z.B. für ein Netzteil mit variabler Ausgangsspannung also.
Eher nicht, dafür hat die 230V-Seite zuviele Windungen. Für 12V
Ausgangsspannung müsste der Trafo etwa 20V schaffen, den Rest macht die
Siebdrossel. Du verlierst auch nochmal 0,3..0,5V pro Gleichrichterdiode.
> Also auch defekt nicht wirklich wertlos, auf keinen Fall.
Deswegen will ich nicht, daß das Ding in die Tonne fliegt.
Ich möchte ihn nicht zu einem Verkauf drängen, ich nehme es wirklich nur
wenn der TE nichts mehr damit anfangen möchte.
> Naja, gut - das stimmt schon auch. Aber noch ist es> rücksetzbar - damit das bei weiteren Mods so bliebe,> müßte man mit Umsicht vorgehen (messen, vermerken, ...> bevor man rumschraubt).
Vor allem dokumentieren welcher Poti für was gut ist, möglicherweise den
Widerstandswert vorher messen wenn einfach möglich.
Ben B. schrieb:> Das sind mittelpunktgespeiste Gegentaktwandler
Mir klar, mich interessiert nur, was @Harald meinte.
Noch steige ich da einfach nicht dahinter.
Bernd B. Betonmischer schrieb:> Matthias S. schrieb:>> Für 230V~ Ausgang ... ZK-Spannung = 325V>> Das stimmt übrigens nicht. Das absolute Minimum: 360V,> um noch 253V~ (also 230V~ + 10%) erzeugen zu können.
Warum sollte die Kiste 253V erzeugen? Da steht 230V drauf und mehr ist
auch nicht gefordert.
> @Ben hat recht, es darf und kann weit über 325V sein.> Auch >400V sind denkbar, wenn das LC Filter mitspielt.
Ich weiss nicht, wieviel Sinus-WR du schon repariert hast, aber bei den
Geräten, die hier waren, lagen die Filterverluste immer deutlich unter
10%. Das wären ja auch bei einem 2500W Umrichter schon 250W
Filterverluste - und die kann das im Bild sichtbare Filter nicht
vertragen.
Ich finde es aber schon merkwürdig, wie scharf ihr auf den defekten WR
seid. Von Ben kenne ich das schon, wundere mich aber, was ihr mit so
einem Dings anfangen wollt. Oder anders - wieviele Wechselrichter
braucht der Mensch?
Hallo,
nur ein paar kurze Infos:
Würde schon gerne erst selbst noch versuchen, den Fehler zu finden.
Evtl. wäre Hilfe nicht schlecht. Wohne zwischen CR, DKB, AA.
Keine Ahnung, was man für das defekte Gerät noch verlangen könnte. Neu
hat es 200€ gekostet.
Bisher wurde nur an dem einen Poti für die Gleichspannung gedreht. Der
original angestellte Messwert ist bekannt und kann wieder hergestellt
werden.
Stand ist nun folgender:
Mit der ursprünglich eingestellten Gleichspannung (415V) hat das Gerät
im Leerlauf eine hohe Leistungsaufnahme (ca. 25W), die deutlich sinkt,
wenn man diese Gleichspannung auf 350V reduziert (weniger geht nicht).
Grundsätzlich läuft das Ding, wenn man Shutdown auf Masse brückt. Jetzt
muss ich mal sehen, ob man irgendwie raus finden kann, wie dieses
Shutdown-Signal zustande kommt bzw. was da ausgewertet wird. Hier
scheint mir der Fehler zu liegen, evtl. ein falscher Messwert.
Den DC-DC-Wandler für die USB-Buchse habe ich jetzt ausgelötet, damit
man etwas besser an die andern stehenden Platinen dran kommt.
Hier noch ein paar Fotos, auf denen hoffentlich mehr zu erkennen ist:
Hilfsspannung, rechts die heißen Kondensatoren
PWM-Board
Platine (Details)
Die beiden dicken Kondensatoren sind parallel geschaltet vertragen laut
Aufdruck 450V.
Am unteren Platinenrand stehen doch sogar Bezeichnungen der Signale.
Wenn du mit denen alleine nichts anfangen kannst, poste sie doch mal
bitte, da können wir sicher helfen. U4 jedenfalls ist ein einfacher Dual
OpAmp.
Berni schrieb:> +5V> RT - ?> BP _ ?> VIN - 12V vom Eingang (Unterspannungserkennung)> FAN - Lüftersteuerung> VFB - Regelspannung (Feedback vom Zwischenkreis)> GND> +12V> PWM2 - Gatetreiber Ausgang 2> PWM1 - Gatetreiber Ausgang 1> IF - Strommessung
Die Strommessung wird öfter mal nur über den Widerstand einer Leiterbahn
realisiert.
Bernd B. Betonmischer schrieb:> Mir klar, mich interessiert nur, was @Harald meinte.> Noch steige ich da einfach nicht dahinter.
Vielleicht solltest mal mehr Grundlagen lernen? Ein DC-AC-Wandler
besteht praktisch immer aus zwei Teilen. Ein Teil erzeugt eine
passende Gleichspannung (Wie Du dieses Teil nennst, überlasse ich
Dir) und enthält typischerweise einen Trafo zur Potentialtennung.
Und ein weiteres Teil erzeugt aus der Gleichspannug eine Wechsel-
spannung (Wie Du dieses Teil nennst, überlasse ich Dir). Diese
beiden Teile arbeiten meist unabhängig voneinander. Deshalb macht
es Sinn, diese beiden Teile unabhängig voneinander zu überprüfen,
um den Fehler einzugrenzen. Inzwischen hat sich allerdings heraus-
gestellt, das der Fehler wohl in der Regelung bzw. in der internen
Fehlerüberprüfung liegt. Weil dabei anscheinend viel zu hohe Span-
nungen entstanden sind, sind vielleicht noch zusätzliche Teile
(Transistoren und Elkos) beschädigt. Müglicherweise handelt es
sich dafdurch um einen wirtschaftlichen Totalschaden.
> Ich finde es aber schon merkwürdig, wie scharf ihr auf den defekten> WR seid. Von Ben kenne ich das schon, wundere mich aber [..]
Ich bin da nicht sonderlich scharf drauf. Ich finde es nur immer schade,
wenn solche Geräte in den Schrott fliegen und der TE sich nicht mehr
meldet nachdem er aufgegeben oder das Teil endgültig kaputtrepariert
hat.
Übrigens habe ich noch kein einziges Gerät, bei dem ich hier solches
Interesse angemeldet habe, auch wirklich beekommen. Üblicherweise endet
das immer wie oben beschrieben. Schade, aber ist so.
Es ist keine viel zu hohe Spannung entstanden. Die 415V könnten normal
sein und parallelgeschaltete 450V Elkos vertragen die ohne Probleme.
@TE
Überbrücke mal bitte am strombegrenzten Netzteil (5A) Die Pins GND und
IF. Das müsste die Strombegrenzung außer Kraft setzen. Läuft das Ding
dann an?
> RT - ?> BP - ?
Ein Fragezeichen an dieser Stelle ist nicht zufriedenstellend. Wo sind
diese Pins auf der Hauptplatine angeschlossen?
Mich interessiert der Bereich um U1. Was das für ein Schaltkreis ist,
lässt sich nicht weiter herausfinden? Schaltplan abzeichnen oder miss
mal die Spannungen an den Pins, miss aus welcher Pin auf Masse liegen.
Vorsicht, Anschlüsse der Strommessung sehen auch gerne so aus, als ob
sie eine Masse wären.
Und natürlich immer aufpassen mit dem aufgeladenen 415V Zwischenkreis.
Ben B. schrieb:> Ein Fragezeichen an dieser Stelle ist nicht zufriedenstellend. Wo sind> diese Pins auf der Hauptplatine angeschlossen?
Die habe ich ja da hin geschrieben, weil mir diese Pins nicht klar sind.
D.h. ich habe die Liste des TE zitiert und meine Interpretation dahinter
geschrieben.
So, jetzt habe ich den Schaltplan um das unbekannte IC U1, welches das
Shutdown-Signal erzeugt, abgezeichnet.
Das Ergebnis ist auf dem Foto zu sehen:
Dieses IC wertet den Temperatursensor und die Eingangsspannung (12V) aus
und erzeugt die Ansteuerung für den Piepser (BP), den Lüfter (FAN) und
schließlich das Shutdown-Signal.
Dieses IC wird mit 5V versorgt, warum da VIN (12V) auf einen Pin gehen,
ist mir nicht klar. Der Widerstand dazwischen beträgt zwar 20kOhm, aber
das scheint mir etwas abenteuerlich.
Testweise habe ich das Signal FAN mal auf 5V gebrückt und siehe da, das
Gerät läuft an und liefert 230V! Wie kann das sein? Der Wert des
Temperatursensors oder VIN ändern sich dadurch ja nicht wesentlich!?
Trotzdem geht Shutdown auf 0V und die PWM startet.
Zum Strom:
Gerät im Standby: 0,2A
Gerät läuft (Brücke Shutdown - Masse): 0,7A
Gerät läuft (Brücke FAN - 5V): 3A
Die hohe Stromaufnahme scheint aber nicht in Ordnung zu sein, da die
beiden Lüfter laut Aufdruck zusammen nur 0,4A bei 12V benötigen.
Aber zunächst würde ich gerne verstehen, warum, wenn man FAN auf 5V
legt, das Shutdown-Signal auf 0V geht und das Gerät plötzlich anläuft.
Vermutet hätte ich mal, dass das IC auch eine Hazard-Recognition
eingebaut haben könnte.
Das bp2832 SMD LED Driver IC hat zum Beispiel so etwas intern. Wenn
einer der Elkos schlechter wird, dann flackert es etwas und geht dann
meistens nichts mehr mit den Leuchten. Ein neuer Elko eingebaut und
schon geht das Teil wieder.
Ob der Chip so etwas überhaupt nutzen könnte, müßte aber erst einmal die
Grenzfrequenz von R2 und C8 ermittelt werden und wie weit diese über der
Taktfrequenz liegt. Die Aufgabe können aber auch die MOSFet Treiber
beeinhalten. Da gäbe es die Variante, dass hier die Takstörungen fehlen
und der Ausgang schaltet auch ab.
Berni schrieb:> Testweise habe ich das Signal FAN mal auf 5V gebrückt und siehe da, das> Gerät läuft an und liefert 230V!
Vorsicht mit sowas. Unbekannte Ausgänge hart auf Plus zu ziehen ist
zumindest nicht risikofrei, wenn das z.B. ein Open Collector Ausgang
ist, kann es denn Transistor beschädigen. Gegen Masse geht in 99% der
Fälle hingegen.
Berni schrieb:> wenn man FAN auf 5V> legt, das Shutdown-Signal auf 0V geht und das Gerät plötzlich anläuft.
Weil du evtl. die gesamte Versorgung des Chips zwangsweise auf 5V
drückst - keine gute Idee und die hohe Stromaufnahme sollte dir zu
denken geben.
Pinout des Chips könnte auf einen kleinen PIC hindeuten. (wie z.B. den
PIC12F629)
Berni schrieb:> Dieses IC wird mit 5V versorgt, warum da VIN (12V) auf einen Pin gehen,> ist mir nicht klar. Der Widerstand dazwischen beträgt zwar 20kOhm, aber> das scheint mir etwas abenteuerlich.
wenn es ein Eingang mit internem Pulldown ist, macht das kein Problem.
Über die Schutzdiode nach 5V fließen selbst ohne nur 7V/20kOhm = 350µA,
das geht so in Ordnung.
(12V sind harmlos, hier legt Atmel einen ATiny sogar an Netzspannung,
allerdings über 1Meg:
http://ww1.microchip.com/downloads/en/AppNotes/Atmel-2508-Zero-Cross-Detector_ApplicationNote_AVR182.pdf)
> Testweise habe ich das Signal FAN mal auf 5V gebrückt
hast du nachgemessen ob da wirklich 5V an Pin1 ankommen? wenn eine
Lötstelle kalt oder gebrochen ist, kann es sein dass du durch Fan auf 5V
legen den Chip über die internen Schutzdioden versorgst und der vorher
keine Spannung hatte.
> Die hohe Stromaufnahme scheint aber nicht in Ordnung zu sein
ist sie auch nicht. FAN geht an die Basis eines NPN, der ist quasi eine
Diode nach Gnd. Wenn du die 5V da angeschlossen hast wo "FAN" steht (und
nicht direkt and PIN3), hast du fast einen Kurzschluss erzeugt, mit der
Nebenwirkung dass jetzt fast 100% sicher der Transistor defekt ist.
Nimm die 5V sofort wieder da runter und mach sowas nicht nochmal. dann
miss nach ob an Pin1 5V ankommen. als letztes schreib was auf dem
Transistor steht zu dem Fan geht und/oder besorg einen Ersatz dafür.
Wenn das Marking "Y1" ist, wird das wohl ein 8050 gewesen sein, also
nichts besonderes.
> Gerät läuft (Brücke Shutdown - Masse): 0,7A> Gerät läuft (Brücke FAN - 5V): 3A
Hast du die 3A an den 12V oder an den 5V gemessen? Wenn es die 12V waren
hast du 12V/5V * (3A-0.7A) = 5.5A auf den 5V, Minus Verluste vom
Schaltregler. der Transistor ist definitiv Geschichte, der Schaltregler
hat es hoffentlich überlebt.
Jemand der auf die Basis eins NPN 5V ohne Strombegrenzung gibt sollte
ganz ehrlich so ein Gerät aufgeschraubt nicht mal aus 5m Entfernugn
anschauen.
> Testweise habe ich das Signal FAN mal auf 5V gebrückt und siehe da, das> Gerät läuft an und liefert 230V!
LOL!!
So langsam hält sich mein Interesse an dem Gerät in engen Grenzen. Der
TE wird wohl erst dann zufrieden mit seiner Reparatur sein, wenn der
letzte FET explodiert und der letzte Widerstand ordentlich (d.h.
unergründlich, welchen Wert er mal hatte) abgeraucht ist.
Wieso hast Du nicht gleich Netzspannung angeschlossen? Sieh es mal so,
wenn man vorne 230V reinballert (in Deinem Fall noch die Sicherung im
Anschlußkasten festhält), ist die Chance recht groß, daß die hinten auch
wieder rauskommen.
So, ich hab keine Lust mehr zu helfen. Der TE zerbombt das Ding sowieso
oder bleibt irgendwann am Zwischenkreis kleben... sorry, aber so wilde
"Reparatur"versuche (grenzt eigentlich eher an mutwillige Zerstörung)
könnt ihr alle ohne mich machen.
Im Nachhinein muss ich zugeben, dass der Test mit FAN keine gute Idee
war. Der Transistor hat es aber offenbar überlebt und auch U1 soweit,
dass der Temperatursensor noch ausgewertet und der Lüfter noch
angesteuert wird.
Aber was macht U1 eigentlich?
Als Inputs hat es den Temperatursensor und die Eingangsspannung VIN
(12V).
Aus Outputs steuert es den Lüfter und Piepser.
Außerdem erzeugt es das Shutdown-Signal für den PWM-Controller.
Die Auswertung der Temperatur ist klar:
Wenn's warm wird, schaltet der Lüfter ein. Wenn's noch wärmer wird, wird
die PWM über Shutdown abgeschaltet.
Wenn ich den Temperatursensor mit dem Fön warm mache, läuft irgendwann
der Lüfter los. Das funktioniert schon mal.
Was aber wird mit VIN (12V) gemacht? Die wird (3x nachgeprüft) direkt
über einen Widerstand auf den Eingang gegeben, kein Spannungsteiler o.ä.
Was kann das IC da erkennen? Wenn die Eingangsspannung abgeschaltet
wird, geht das Gerät doch ohnehin aus, oder?
Und welcher der beiden Eingänge führt nun zur dauerhaften Abschaltung
des Geräts via Shutdown?
> Die Auswertung der Temperatur ist klar:> Wenn's warm wird, schaltet der Lüfter ein. Wenn's noch wärmer wird,> wird die PWM über Shutdown abgeschaltet.
Na gugg, da weißt Du doch, was U1 machen soll.
> Wenn ich den Temperatursensor mit dem Fön warm mache,> läuft irgendwann der Lüfter los. Das funktioniert schon mal.
Jo, das ist schon mal was.
> Was aber wird mit VIN (12V) gemacht?
Batterie Unterspannung bzw. Tiefentladeschutz.
> Und welcher der beiden Eingänge führt nun zur dauerhaften> Abschaltung des Geräts via Shutdown?
Das ist der große heilige Gral, den hier niemand finden wird ohne das IC
zu kennen. Es könnte irgendein Custom-Supervisor-IC sein, speziell für
solche Wandler. Die Tatsache, daß alle für den Schutz wichtigen
Verbindungen dort zusammenlaufen, spricht dafür. Sowas gibts auch für
PC-Netzteile, da messen die alle Ausgangsspannungen, den Strom auf den
Ausgängen und übernehmen das Einschaltsignal/Power-Good-Meldung. Alles
in einem IC, teilweise können die Spannungen und Ströme direkt an den
Leitungen messen, ohne Spannungsteiler (nur mit Stromshunt bzw.
indirekte Strommessung/Überlast).
Führt der Überstromschutz auch irgendwie an dieses IC, möglicherweise
über eine der 12V-Verbindungen?
Was ich an diesem Punkt machen würde: Das IC rausschmeißen, kleine
Zusatzplatine mit einem kleinen Controller drauf, der die Funktionen
dieses ICs übernimmt.
Ich denke immer noch, das es ein PIC ist, die Beschaltung an Pin 4 sieht
sehr nach Reset (aka /MCLR bei PICs) aus. Auch die andere Beschaltung
sieht so aus.
Die Sache mit dem VIN könnte mit einem trickigen ADC Programm zu
erklären sein. Man zieht das Portbeinchen gegen Low, schaltet dann Timer
ein und schaut, wann der R den C8 wieder aufgeladen hat, bzw., wann C8
einen gewissen Wert erreicht hat.
Aber wichtig ist das nicht. Man kann spasseshalber mal messen, was an
Pin 6 und Pin 7 des U1 liegt, um zu sehen, ob da ein falscher Pegel
liegt.
Ben B. schrieb:> So langsam hält sich mein Interesse an dem Gerät in engen Grenzen.
Immerhin sind im Moment die Leistungsteile noch in Ordnung.
Fehler gefunden!
An Pin 6 von U1 wurden nur einige mV gemessen statt der erwarteten 12V.
Mit dem Ohmmeter wurden dann ca. 250 Ohm gemessen, kann eigentlich nicht
sein.
Auf Verdacht lötete ich dann den Kondensator C8 aus, der von Pin 6 nach
Masse geht. Der Kondensator hat im ausgelöteten Zustand genau den zuvor
gemessenen ohmschen Widerstand.
Also, das Gerät ohne diesen Kondensator gestartet: läuft!
Auch die verschiedenen Sicherheitseinrichtungen funktionieren:
Abschaltung bei Unterspannung oder Übertemperatur. Überstrom habe ich
jetzt noch nicht getestet.
Jetzt kaufe ich mir einen Kondensator 100nF und löte den ein.
Vielen Dank an alle, die mit mir gelitten haben! Ich stelle mir vor, es
ist schon etwas nervenaufreibend einen Laien im Blindflug zu begleiten.
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Nochmal zur Gleichspannung des Zwischenkreises:
Die kann man ja per Poti einstellen. Hier mal ein paar Messwerte für den
Betrieb ohne Last:
Eingangsspannung 12V:
415V - 2200
400V - 1600
380V - 850
360V - 800
Eingangsspannung 13V:
415V - 900
400V - 800
380V - 750
360V - 700
Bei der Nennspannung von 12V steigt die Stromaufnahme ohne Last ab ca.
400V deutlich an. Was heißt das? Wäre es sinnvoller den originalen
Einstellwert von 415V auf z.B. 380V zu reduzieren?
Berni schrieb:> Was heißt das?
Nachsehen, ob nicht in dem Schaltungsteil hoher Spannung nicht irgendein
Überspannungsableiter zB Varistor, Surpresser Diode,..., sitzt.
Entweder ist da einer gealtert, inkontinent geworden, oder der Low ESR
der Elkos laesst merklich nach und dadurch staerkere Ueberschwinger
muessen von diesen begrenzt werden.
Na bitte! Gratuliere zur gelungenen Fehlersuche.
Am besten schliesst du zum Einstellen eine mittlere Last an (z.B. 500W
Bauscheinwerfer) und justierst 230V~. Es ist nicht besonders sinnvoll,
dabei den Zwischenkreis mit viel mehr Spannung zu betreiben, also
sollten so etwa 350V-380V dicke reichen. Wie o.a., rechnerisch sind es
325V im Zwischenkreis.
Dann werde ich noch die dicken Elkos auslöten, prüfen und geg.falls
ersetzen.
Die Spannung am Zwischenkreis werde ich dann etwas niedriger als gehabt
einstellen, die Elkos werden es hoffentlich danken.
Ganz vielen Dank für Eure Hilfe, alles Tips und die moralische
Unterstützung!
Gruß
Berni
> rechnerisch sind es 325V im Zwischenkreis.
Nur wenn man 230V~ gleichrichtet. Der Wechselrichter braucht etwas Platz
nach oben um Verluste auszugleichen oder daß gerade bei hoher Last auch
im Bereich der Spitzenspannung noch genug Strom durch den Netzfilter
will.
Den Elkos sind 380 oder 415V ziemlich egal.
Der DC/DC-Wandler scheint bei 12V einfach schon ziemlich an der Grenze
zu laufen, also mit maximaler Einschaltzeit. Das ist bei diesen Wandlern
ohne sekundäre Siebdrossel eigentlich auch gewünscht. Allerdings reicht
eine kleine Unsymmetrie in diesem Bereich aus, damit ein Trafokern
leicht in die Sättigung kommt, vor allem wenn die (und davon kannst Du
ausgehen) auf Kante dimensioniert sind. Ergebnis davon sind höhere
Verluste.
Welche Werte hat der kondensator?
Haben Sie es durch einen smd kondensator ersetzt?
100nF haben die angegeben.
Habe nämlich das selbe Gerät und Probleme.