Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Eigenverbrauch remote messen


von MagIO2 (Gast)


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Bin auf folgendes Produkt gestoßen: https://www.eet.energy/

Es ist sowas wie ein Balkonkraftwerk mit integriertem Akku. Angeblich 
kann es durch das einfache einstecken in eine Steckdose feststellen, 
wieviel Strom gerade im Haus verbraucht wird und speist nur max. 
entsprechend viel Strom ein. Mit dem Rest wird ein interner Akku 
geladen. ( Runter-scrollen bis zum Stichwort INNOVATION )

Hat jemand eine Idee, wie man an einer beliebigen Steckdose im Haus 
feststellen kann, ob und wieviel Strom - vermute mal nur an dieser Phase 
- im Haus verbraucht wird?
Ändert sich da die Spannung / Frequenz? Oder misst man das Verhalten, 
wenn man eine ?kleine? Last ?kurzfristig? dazu schaltet?

Bei einem reinen Balkonkraftwerk würde es mich ja schon ärgern, dass zu 
bestimmten Zeiten Strom ins Netz eingespeist wird und der Stromversorger 
des Nachbarn kassiert dafür ohne Gegenleistung ab (rein bildlich 
gesprochen ;o)

von Udo S. (urschmitt)


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MagIO2 schrieb:
> Hat jemand eine Idee, wie man an einer beliebigen Steckdose im Haus
> feststellen kann, ob und wieviel Strom - vermute mal nur an dieser Phase
> - im Haus verbraucht wird?

Gar nicht

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Funktioniert nicht, da es von dort aus keine Möglichkeit gibt, den Strom 
am Zählerkasten oder wo auch immer (Einspeisung in die Wohnung) zu 
messen.

Ich frage mich manchmal, ob die Leute wirklich jeden Scheiß glauben, 
wenn man ihnen Energiekosteneinsparungen verspricht.

Ab morgen verkaufe ich Elektroschweine. Wahlweise mit 10, 16 oder 25A.
Oder im Dreierpack als Drehstromschweine, gematcht damit
die Phasenlage stimmt.

Und wenn die nicht funktionieren: Klarer Anwenderfehler, falsch 
gefüttert!

von M.K. B. (mkbit)


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Ich hatte mich gefragt, wie die Inselbetrieb hinter der Sicherung 
zugelassen bekommen. In diesem Fall kann man aber nur eine Notsteckdose 
am Gerät selbst nutzen.

Ansonsten wird das Teil vermutlich einspeisen, wenn es ein Netz erkennt. 
Wenn es mehr einspeist, als im Hausnetz verbraucht wird, dann geht der 
Zähler in die Rücklaufsperre und man schenkt die Energie dem 
Netzbetreiber. Ich glaube aber nicht, dass der sich unbedingt darüber 
freut.

Interessant wird es auch in Haushalten mit drei Phasen, wenn man aber 
nur über eine Steckdose einspeisen kann.

von schnullimund (Gast)


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MagIO2 schrieb:
> Bei einem reinen Balkonkraftwerk würde es mich ja schon ärgern, dass zu
> bestimmten Zeiten Strom ins Netz eingespeist wird und der Stromversorger
> des Nachbarn kassiert dafür ohne Gegenleistung ab (rein bildlich
> gesprochen ;o)

Na und?
Du tust doch letztlich etwas Gutes.
Das Ding ist doch sowieso da und liefert Energie und einen Gegenwert zu 
seinem "Umwelt Footprint".
Was soll das dumme Rumgezicke?
Von einem zum nächsten Milimeter gedacht, wenn überhaupt.
Aber wir sind ja in einem Zeitalter wo nichts mehr ohne Gegenleistung 
geht.
Hoffentlich verlangt Dein Retter beim Verkehrsunfall nicht zukünftig 
auch erst mal den Einwurf von Münzen bis die Reanimation beginnt.
Traurige Welt.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Rechtlich ist das eine Grauzone, wird aber bei kleinen Leistungen im 
Normalfall geduldet. Kommt auch drauf an, was Du für einen Zähler hast. 
Wenns noch ein alter ist, hat der beim Privathaushalt keine 
Rücklaufsperre. Bedeutet, der Du mußt aufpassen, daß der sich niemals 
rückwärts dreht bzw. Dir einen Zähler mit Rücklaufsperre einbauen 
lassen.

Zweites Problem ist das Einspeisen in eine Steckdose. Rein elektrisch 
ist dem Strom das egal, also solange die Netzimpedanz nicht so hoch 
wird, daß der Wechselrichter meckert, funktioniert das problemlos. 
Allerdings sollten an diesem Stromkreis dann keine weiteren Verbraucher 
angeschlossen sein, denn die könnten mehr als 16A (genauer die 16A vom 
Sicherungskasten plus den eingespeisten Strom von der anderen Seite) 
ziehen. Ist im Falle eines satten Kurzschlusses bei kleiner 
Einspeiseleistung nicht sonderlich gefährlich (dem Knall ist egal ob da 
nun bei 16 oder 18A ausgelöst wird, während des Kurzschlusses fließt 
sowieso deutlich mehr), aber mindestens unzulässig.

von Simon (Gast)


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Stromkraft hat das ohmsche Gesetz nicht verstanden.
Setzen, 5!

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Immerhin 'ne 5, das ist deutlich besser als Deine Note!

von MagIO2 (Gast)


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schnullimund schrieb:
> Na und?
> Du tust doch letztlich etwas Gutes.
> Das Ding ist doch sowieso da und liefert Energie und einen Gegenwert zu
> seinem "Umwelt Footprint".
> Was soll das dumme Rumgezicke?
> Von einem zum nächsten Milimeter gedacht, wenn überhaupt.
> Aber wir sind ja in einem Zeitalter wo nichts mehr ohne Gegenleistung
> geht.
> Hoffentlich verlangt Dein Retter beim Verkehrsunfall nicht zukünftig
> auch erst mal den Einwurf von Münzen bis die Reanimation beginnt.
> Traurige Welt.

"Traurige Welt" und "Rumgezicke" fällt mir ein, wenn ich Deinen Beitrag 
lese. Ich habe ja nirgendwo geschrieben, dass ich etwas gegen das 
Prinzip der Gegenleistung habe. Aber genau die fehlt ja, wenn die 
Strom-Anbieter/Netz-Betreiber zwar den Strom ins Netz lassen (müssen), 
aber es darf ja nicht passieren, dass der Stromzähler dabei rückwärts 
läuft.
Eine vernünftige Gegenleistung für das kostenlose Einspeisen ins Netz 
wäre doch z.B., dass ich bei solchen kleinen Anlagen, die ja nur 600W 
haben dürfen, im Gegenzug das Netz als Speicher nutzen darf. Wie gesagt, 
der Stromanbieter meines Nachbarn profitiert ja trotzdem davon, weil er 
dem Strom verkauft, den er selbst nicht einkaufen/erzeugen muss.

Und schon granicht habe ich geschrieben, dass ich es nicht trotzdem tun 
würde, auch wenn mich dieses kleine Detail ärgert.

Ben B. schrieb:
> Rechtlich ist das eine Grauzone, wird aber bei kleinen Leistungen im
> Normalfall geduldet.

???? Was genau soll die Grauzone sein? Es ist seit diesem Jahr doch 
geregelt. Anlagen bis 600W sind legal, sofern der Zähler nicht rückwärts 
laufen kann und man den Betrieb beim Netzbetreiber und der 
Bundesnetzagentur anmeldet.

Aber zurück auf den Punkt. Bei der oben verlinkten Anlage steht ja die 
Aussage, dass man mit neuer innovativer Messtechnik feststellen kann, ob 
gerade Strom verbraucht wird und das Gerät speist dann entweder ein, 
oder läd seinen internen Akku.
Im Gegensatz zu anderen Zeitgenossen mache ich es mir halt nicht so 
einfach aus meinem aktuellen Wissensstand heraus zu sagen: geht nicht, 
gibts nicht, basta.
Könnte sich vielleicht jemand, der sich schon mehr mit dem 
Haushalts-Stromnetz beschäftigt hat, vorstellen wie das gehen könnte? 
Kann vielleicht ein ML-System nachts lernen, wie ein relativ 
unbelastetes Hausnetz "aussieht" und dann sagen, je größer die 
Abweichung davon, desto höher wird wohl der Verbrauch sein?

Ben B. schrieb:
> Ich frage mich manchmal, ob die Leute wirklich jeden Scheiß glauben,
> wenn man ihnen Energiekosteneinsparungen verspricht.

"Die Leute": jein, "Ich": nein. Aber ich bin auch nicht so voreilig 
sowas von vornherein als Humbug abzutun. Vor allem dann nicht, wenn es 
nützlich sein könnte.

Am einfachsten wäre es natürlich hier jemanden zu finden, der das Teil 
gekauft hat und es einer genaueren Untersuchung unterziehen kann. Ob da 
jetzt tatsächlich der Akku einfach proportional zum erzeugten Strom und 
umgekehrt proportional zum Ladestand einfach mit geladen wird .....

von A. S. (Gast)


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Wenn das Gerät es lokal erkennen will, muss es unterscheiden, ob der 
Strom 10cm vor oder hinter dem Zähler verzweigt. Das scheint unmöglich. 
Denkbar wäre ein Sender am Zähler (wie auch immer, elektrisch, optisch, 
smart) oder ein "best guess" typischer Verbraucher.

Zur Not jemanden das EVU fragen, denen muss der Hersteller ja im Zweifel 
darlegen, warum kein Zähler rückwärts läuft.

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