Jens schrieb:
> Ich möchte mit einem selbst geschriebenen Programm in VB.net die Akustik
> eines Raumes bewerten.
Was soll das Programm genau tun?
Die Reflektionen messen, nehme ich an. Das gibt es schon und nennt sich
"Room EQ Wizzard". Siehe mal die Recording-Foren. Die sind voll mit
Artikeln dazu.
Nur für spezielle Dinge und früher muss(te) man da selber ran. Beispiel:
3D-Anpassung über die Zeit. Das mache ich über einen DSP, mittlerweile
einem FPGA. Hinzu kommt ein spezieller GEQ mit sehr hochauflösender FFT.
Das kriegt der PC in Echtzeit und der Genauigkeit nicht hin.
Für den Hausgebrauch reicht REW aber 10mal.
> Wie laut ist das Signal in dB an der Stelle des
> Raumes an dem das Mikrofon steht
Das hängt neben der Beschaffenheit der Wänden auch von der
Abstrahlcharakteristik des Lautsprechers ab. Dazu brauchst du erst
einmal einen homogenen Strahler der eingemessen ist. Z.B. sowas hier:
https://www.youtube.com/watch?v=ZFkmxzPNxaE&list=UUGZMkTm3RZR81vngEjJD--g&index=13
So einen habe ich seinerzeit auch mal aufgebaut. Das ist dann wieder
eine Herausforderung, das System rundherum linear zu bekommen. Dies war
wieder eine Aufgabe für einen DSP. Die volle Bandbreite geht aber auch
dann nicht.
Der REW spart sich übrigens diesen Schritt und misst den Raum mit den
eigenen Monitoren ein. D.h. er spielt einen sweep ab und misst die
Reflektionen dynamisch mit. Somit ist der Lautsprecher in der Messung
mit drin. Das ist auch sinnvoll, weil die ja später auch benutzt werden,
um die Mischungen zu beurteilen.
Resultat: Man braucht mehrere REW-Messungen für jedes Monitor-Paar. Es
reicht aber der Normabstand im Abhördreieick. Für dich wird das dann
sehr umfangreich, den gesamten Raum abzutasten.
Viel Spass!
> (dB in Bezug auf die menschliche
> Hörschwelle).
Ah, noch eine Herausforderung! Dies ist leider noch ein weiterer
Parameter für dich, denn:
Das Gehör ist nicht linear und nicht homogen über den Frequenzgang.
Siehe "Hörkurven". Du solltest dich da festlegen.
Die Tontechniker lösen das Problem mit einem Normpegel um die 85dB.
Manche nehmen 84dB. Manche auch etwas mehr. Ich nehme ein Zweipunktsytem
mit 88dB und 80dB gemessen bei PinkNoise. Das eine für Sprache, das
andere für Musik. Musik mit mehr Bandbreite nach unten.
> Gibt es so was wie ein SDK von den Herstellern für Mikrofone bei
> bestimmten Modellen?
Es gibt Messkurven, mit denen man die Mikros "kalibieren" kann. Diese
werden z.B. auch REW mitgeteilt.
Dazu gibt es für Audio-DSP-Kits einige LIBs zur Klangkorrektur. Die
könnten eventuell nützlich sein.
MATLAB hat noch eine toolbox für Signalverarbeitung. Dort finden sich
ebenfalls Filter, die direkt für solche Korrektur und Messanwendungen
einsetzbar sind.