Hallo Zusammen, möchte demnächst gerne ein Protokoll auslesen, welches zwischen dem Steuergerät meiner Musikanlage und dem Verstärker zum Einsatz kommt, um letzteren an/auszuschalten und einzustellen. Bislang habe ich unter Anderem hier versucht zu recherchieren. Da die Anlage derzeit jedoch funktioniert und aufgrund ihres Alters (ca. Ende 90er) keine Ersatzteile mehr existieren, möchte ich bezüglich Spannung und Stromfluss auf den Leitungen lieber auf nummer sicher gehen. Mit dem Reverse-Engineering habe ich bereits Erfahrungen gemacht, dabei handelte es sich allerdings um ein Funkprotokoll - da kann man nichts falsch anschließen und Chips durchbrennen :) Die Daten werden mittels eines dreiadrigen Kabels übertragen. Eine Leitung ist GND, die zweite Leitung aktiviert den Verstärker durch Anlegen einer Spannung von 9V, die Dritte übertragt Daten und ist inaktiv bei 5V bzw. aktiv darunter. Nach bisheriger Recherche könnte es sich bei dem Protokoll tatsächlich um ein gewöhnliches serielles Protokoll handeln. Nun möchte ich einen Arduino in die Leitung einklinken, welcher zunächst die Datenleitung abhören soll. Ich vermute, dass der Eingangspin dabei auf Pull-Up geschaltet werden muss, sodass die Steuerung bei einer Übertragung den Spannungspegel unterhalb von 5V ziehen kann. Aber schon dabei stelle ich mir die Frage, ob die zusätzliche Last durch den Arduino die Chips auf der Sendeseite überlasten könnte. Sobald das Protokoll ausgelesen ist, möchte ich den Arduino zum Immitieren der Steuerung verwenden. Da sowohl an Aktivierungs- wie auch Datenleitung im normalen Betrieb Spannung anliegt, stellt sich hierbei die Frage, wie sich sicherstellen lässt, dass der Stromfluss des Arduinos die Chips im Verstärker nicht überlastet. Was die Datenleitung anbetrifft, kann der Arduino nur einen sehr geringen Stromfluss an seinen Pins bereitstellen und wenn der Verstärker auch einen Pull-Up verwendet, müsste man den Arduino eigentlich direkt verbinden können, oder? Was die Aktivierungsleitung anbetrifft, so weiß ich nicht, ob auch eine geringere Spannung - idealerweise die 5V des Arduinos - ausreichen würden. Ich vermute jedoch dass es keine gute Idee wäre, diese Leitung einfach mit 9V aus einem Netzteil zu versorgen. Wie lässt sich herausfinden, welchen Widerstand man hier vorschalten muss, um den Stromfluss zu begrenzen? Und falls wirklich 9V erforderlich sind, kann man dann einen Step-Up-Wandler von 5V auf 9V hierfür verwenden? Mein Messgerät kann auch Milliampere messen, allerdings weiß ich nicht wie präzise es ist. Lässt sich hier mehr erfahren, wenn ich es in den jeweiligen Leitungen zwischenschalte? Sofern es keine juristischen Probleme bereitet kann ich gerne noch den Hersteller/Modellnamen beifügen. Vielen Dank im Voraus, Mit freundlichen Grüßen und ein schönes Wochenende, Mike
Mike O. schrieb: > möchte demnächst gerne ein Protokoll auslesen, welches zwischen dem > Steuergerät meiner Musikanlage und dem Verstärker zum Einsatz kommt, Sollen wir jetzt raten, welche geheime Musikanlage Du besitzt?
Mike O. schrieb: > möchte demnächst gerne ein Protokoll auslesen, welches zwischen dem > Steuergerät meiner Musikanlage und dem Verstärker zum Einsatz kommt, Sollen wir jetzt raten, welche geheime Musikanlage Du besitzt? Mike O. schrieb: > Sofern es keine juristischen Probleme bereitet kann ich gerne noch den > Hersteller/Modellnamen beifügen. Ich darf garantiert weltweit kundtun, welches Radio bei mir steht!!!
Bei der Steuerung handelt es sich um ein (Geschützte Namen und Zeichen gehören Ihren jeweiligen Eigentümern) Bose Lifestyle Model 5 Music Center. Unabhängig davon möchte ich gerne die allgemeine Herangehensweise für solche Situationen erlernen - vielleicht ist demnächst ja die Spülmaschine oder die Heizung dran :)
Mit einem Arduino an die Analyse herangehen heißt, dass du schon einiges über das Protokoll weißt. Wenn nicht, musst du zuerst den Ablauf des Signals und das Timing herausfinden. Du kannst zwar der Arduino als mäßig leistungsfähigen Logic-Analyser programmieren (mit passender Anzeige), aber einfacher wäre der Einstieg - mit einem "richtigen" Logig-Analyser (soll es billig als Gerät am PC geben) - mit einen Oszi (notwendig, wenn man den genauen Spannungsverlauf nicht kennt).
Mike O. schrieb: > Geschützte Namen und Zeichen gehören Ihren jeweiligen Eigentümern Sind wir schon so weit, dass Leute sich nicht mehr trauen, Namen zu benennen? Bist du Katholik (die haben damit angefangen)? > Unabhängig davon möchte ich gerne die allgemeine Herangehensweise für > solche Situationen erlernen Besorge Dir einen "8 CH Logic Analyzer" für ca 10 Euro und zeichne damit erstmal das Signal auf. Der nächste Schritt besteht darin, das Signal mit bekannten Signalen aus der Erfahrung abzugleichen. Ohne Erfahrung hast du keine Chance. Aber hier hast du Kontakt zu vielen Leuten, die aus Bildern einiges heraus lesen können.
Dietrich L. schrieb: > Mit einem Arduino an die Analyse herangehen heißt, dass du schon einiges > über das Protokoll weißt. Wenn nicht, musst du zuerst den Ablauf des > Signals und das Timing herausfinden. > Du kannst zwar der Arduino als mäßig leistungsfähigen Logic-Analyser > programmieren (mit passender Anzeige), aber einfacher wäre der Einstieg > - mit einem "richtigen" Logig-Analyser (soll es billig als Gerät am PC > geben) > - mit einen Oszi (notwendig, wenn man den genauen Spannungsverlauf nicht > kennt). Habe mir gerade ein paar Geräte auf Amazon angesehen, mir scheint sie unterscheiden sich in ihrer Abtastrate, ihrer zulässigen Eingangsspannung und in der Anzahl an Kanälen. Sind tatsächlich recht günstig, die Analyse wird dann so ähnlich ablaufen wie mit einem rtl-sdr? Ich vermute, dass das hier vorliegende Protokoll recht simpel ist, da es sich um alte Technik handelt und lediglich eine Handvoll Kommandos übertragen werden müssen, daher der Ansatz direkt mit dem Arduino zu arbeiten. Wenn ich mal vom gewöhnlichen Spannungsmesser ausgehe: Dieser hat einen sehr hohen Widerstand, damit es beim Messen nicht zu einem Kurzschluss kommt. Möchte ich nun die Datenleitung abhören - quasi eine schnelle Spannungsmessung - so muss ich also dafür sorgen, dass auch hier ein hoher Widerstand im Spiel ist. Bei inaktiv hohem Pegel wäre dass dann ein Pull-Up, oder? Möchte ich nun Daten bei abgeklemmter Steuerung senden, so stellt sich die Frage, ob der Hersteller den Stromfluss seitens des Verstärkers am Ende der Leitung begrenzt hat (der Schaltplan und ob irgendein Standard eingehalten wird ist unbekannt). Tut er das, so wäre es dann ja prinzipiell egal wie viel mA der Arduino auf die Leitung schicken könnte, denn der hohe Widerstand am Verstärker würde diesen sachgerecht mindern. Tut er das nicht, so würde, ohne Widerstand beim Sender, zu viel Strom fließen, sodass Arduino und/oder Verstärker überlastet würden. Oder ist es normal, dass bei dieser Art von Schaltung der Empfänger immer über einen entsprechenden Widerstand verfügt und man beim Einhalten der Signalspannung auf Seiten des Senders nicht weiter auf den Stromfluss achten muss? Danke! :)
Mike O. schrieb: > Möchte ich nun die Datenleitung abhören - quasi eine schnelle > Spannungsmessung - so muss ich also dafür sorgen, dass auch hier ein > hoher Widerstand im Spiel ist. Bei inaktiv hohem Pegel wäre dass dann > ein Pull-Up, oder? Nein. Ich weiss auch gar nicht, wie ich das mit wenigen Worten korrigieren soll. Pull-Up Widerstände dienen einem völlig anderen Zweck. Besorge Die einfach so einen Logik Analyzer: https://www.amazon.de/AZDelivery-%E2%AD%90%E2%AD%90%E2%AD%90%E2%AD%90%E2%AD%90-Logic-Analyzer-gratis/dp/B01MUFRHQ2/ref=sr_1_3?keywords=Logic+Analyzer&qid=1572630002&s=ce-de&sr=1-3 Der hat hochohmige Eingänge, die auf jeden Fall bis zu 5V vertragen (vielleicht auch mehr). > Oder ist es normal, dass bei dieser Art von Schaltung der Empfänger Normal ist da gar nichts. Jede Anlage funktioniert anders, es gibt diesbezüglich keinen allgemeinen Standard. Du wirst die bestehende Schaltung detailliert analysieren müssen, um sie zu modifizieren. > nicht weiter auf den Stromfluss achten ist der direkte Weg in die Hölle, damit macht du deine Anlage mit hoher Wahrscheinlichkeit ratz-fatz kaputt.
>> nicht weiter auf den Stromfluss achten > ist der direkte Weg in die Hölle, damit macht du deine Anlage mit hoher > Wahrscheinlichkeit ratz-fatz kaputt. Vielen Dank für den Hinweis! Gut dass ich's nicht einfach probiert habe. Habe eben den Analyser bestellt und werde in der nächsten Woche schauen was der so auffängt. > Normal ist da gar nichts. Jede Anlage funktioniert anders, es gibt > diesbezüglich keinen allgemeinen Standard. Du wirst die bestehende > Schaltung detailliert analysieren müssen, um sie zu modifizieren. Zum Verständnis: Wenn in einem Gerät bspw. eine standardisierte UART-Schnittstelle zum Einsatz kommt, dann kann ich diese (bei korrekter Spannung) mit einem anderen UART ansteuern. Handelt es sich jedoch nicht (oder nicht ganz) um eine standardisierte Schnittstelle, so muss die zu ersetzende Komponente ein exakter Nachbau des Originals sein. Eine Messung des Stromflusses wäre unzureichend, da nicht bekannt ist, auf welcher Seite der Leitung dieser gemindert wird, oder? Habe eben noch den Subwoofer herausgeholt und das bestens versteckte Typenschild abgeknipst. Es handelt sich um einen Acoustimass 9 (AM9P) Verstärker und ich habe sogar den Schaltplan gefunden: https://www.eserviceinfo.com/downloadsm/45671/Bose_AM9P.html Der DIN-Stecker sieht aus wie in diesem Thread: https://www.ecoustics.com/electronics/forum/home-audio/591057.html Vielen Dank und schönes Wochenende, Mike
Ich würde aus dem Problem zweie machen. 1. Rein passives "Lauschen". Notfalls ein C-MOS-Gatter zur Entkopplung zwischenschalten (vielleicht reicht ja auch ein einfacher FET) und versuchen zu "verstehen", was da abgeht. Hat‘s die Steuerung nicht zu allzu eilig, so sollte ein 08/15 Mikrokontroller (auch Dein Arduino) dafür ausreichen. 2. Erst dann ein dazu passendes Steuergerät entwickeln. Schritt eins kostet ja kein Vermögen.
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