Carlo schrieb:
> Sind Stiftleisten in der Nähe von Antennen
> schlecht? Die Dinger müssten ja wie ein Stück Draht wirken und somit wie
> eine Antenne wirken.
Alles in der Nähe einer Antenne ist alles schlecht. Die Frage ist wie
schlecht und ob du das Derating akzeptieren kannst. Dir sollten ein paar
Dinge klar sein:
1. Chip-Antennen sind eine absolute Notlösung mit schlechtem
Wirkungsgrad (verglichen mit anderen PCB-Antennen). Man nutzt sie nur
weil damit das Antennendesign einfacher und bestimmbarer wird. Sie
brauchen eine möglichst große Massefläche um sich herum, der Hersteller
nimmt da für seine Performance-Messungen riesen Kupferflächen siehe
Eval-Board. Direkt unter der Antenne muss die Masse weg (siehe
Datenblatt) aber Vorsicht es gibt von Johanson auch welche (mit ganz
ähnlicher Teilenummer glaube ich) die Masse unten drunter brauchen.
2. Egal ob Microstrip oder Coplanarwaveguide - das was du gezeichnet
hast bringt dir bei 2,4 GHz auf FR4 garantiert 6dB Verlust (nur noch 1/4
der Leistung kommt an der Antenne an) auf der Zuleitung. Vias im HF-Pfad
nur im absoluten Notfall und wenn überhaupt mehrere parallel. Die
Antenneleitung ist die erste Leiterbahn die du auf der ganzen Platine
routest, dann alles Andere darum herum. Wenn du wirklich dabei bleiben
willst, wirst du dringend irgend ein HF-Platinenmaterial benötigen
(Rogers 4000er Serie) aber das bekommst du bezahlbar nur mit 2 Lagen.
Das wird ohnehin teuer ... sehr teuer. Alles andere FR4 bekommst du
nicht als 50R Zuleitung hin, außer du bestellst die Platine mit
Impedanzkontrolle. Kostetn dann genau so viel wie mit Rogers
(>500€/PCB). Über einer Antennenzuleitung auf dem TOP-Layer möchtest du
sicher keine Bauteile oder Deresgleichen haben. Ich würde dir raten zwei
U.FL-Steckverbinder zu platzieren, einen direkt neben dem Modul, einen
direkt an der Antenne. Kein mm Leiterbahn zu viel und keine einzige Via.
Dann nimmst du ein fertig konfektioniertes U.FL-Kabel als Brücke.
Vorsicht U.FL haben normalerweise nur 10 Steckzyklen und es gibt
verschiedene Größen an Steckverbindern unter diesem Namen. Oder du
lötest Semirigid-Coax wie RG-402 auf die Platine auf. Letzteres dürfte
die mit Abstand verlustärmste und besdefinierte 50R-Option sein die es
gibt. Dann sind auch Bauteile in der Nähe kein großes Problem.
3. Dir ist klar, dass du die Anpassungschaltung (Matching-Network) für
deine Applikation (Massefläche, Gehäuse, Einbausituation, ...) bestimmen
musst? Dazu brauchst du mindestens eine Rauschquelle+Spektrumanalysator
oder besser einen Vektor Netzwerk Analysator (z.B. Pocket VNA um ein
bezahlbares Tool zu nennen das 2,4 GHz abdeckt). Besser wäre jemand der
sich damit auskennt. In den verschiedenen App-Notes diverser Hersteller
finden sich ja genügend Anleitungenzum zu Impedance-Matching. HF
taugliche Bauteile mit einer Selbstresonanzfrequenz (SRF) deutlich
höher als die Betriebsfrequenz sind für das Anpassnetzwerk Pflicht,
sonst wird das nichts vorhersagbares.