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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Zinnkugeln SMD Ursache?


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Autor: Thomas G. (thomas_g760)
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Was ist die Ursache für diese Zinnkügelchen?

Zinn ist spezielles Sn42 Bi58 was bei ca 140°C schmilzt.
Ich hole die Tube aus dem Kühlschrank, lege die ne Weile ins Warme, und 
trage dann das Zinn per Hand durch eine Stahlschablone auf die PCBs.
Dann setze ich die Bauteile drauf und dann "löte" ich mit Heißluft und 
15mm Düse bei 350 - 400°C und ca 3-4cm Abstand. Was die genaue 
Temperatur ist, weiß ich nicht.
Bei bleihaltigem Zinn konnte ich diese Kügelchen nicht beobachten, mir 
ist aber die bleifreie Paste in der Wohnung angenehmer.
Kennt jemand dieses Verhalten und was man dagegen tun kann?

Autor: Tilo R. (joey5337) Benutzerseite
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Paste zu alt?
Temperaturführung? Vielleicht zu schnell aufgeheizt. Es kann sein, dass 
es der Paste besser gefällt, wenn du nicht sofort nah rangehst sondern 
erstmal vorwärmst.

Ich fürchte du musst da etwas rumprobieren. Versuch aufzuschreiben was 
du gemacht hast und wie das Ergebnis war, um einigermaßen 
reproduzierbare Ergebnisse zu haben.

Wissenschaftliches Vorgehen heißt, nur an einer Stellschraube 
gleichzeitig zu spielen.

Autor: Thomas G. (thomas_g760)
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Tilo R. schrieb:
> Paste zu alt?
> Temperaturführung? Vielleicht zu schnell aufgeheizt.

Ja, Paste liegt seit 1-2 Jahren im Kühlschrank.
Zu schnell heißgeworden hatte ich auch schon vermutet. Ideal wäre sicher 
ein Pizzaofen.
Diese Versuchsreihen wollte ich eigentlich vermeiden, weil hier im Forum 
sicher welche sind, die das vor mir schon hatten ...

Autor: Ronald (Gast)
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Uch kenne soetwas vom Arbeiten (bestücke Leiterplatten). Ich frag am 
Montag mal an ib ich den Grund hier nennen darf.

Autor: nachtmix (Gast)
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Thomas G. schrieb:
> Sn42 Bi58 was bei ca 140°C schmilzt.
> Ich hole die Tube aus dem Kühlschrank, lege die ne Weile ins Warme, und
> trage dann das Zinn per Hand durch eine Stahlschablone auf die PCBs.
> Dann setze ich die Bauteile drauf und dann "löte" ich mit Heißluft und
> 15mm Düse bei 350 - 400°C und ca 3-4cm Abstand.

Evtl. wird bei der hohen Temperatur das Flußmittel überhitzt, gast aus, 
und schleudert die Metalltröpfchen umher.
Evtl. ist das Flussmittel auch hygroskopisch und hat im Laufe der Zeit 
Wasser gebunden, welches beim Erhitzen auskocht. Der Popcorn-Effekt 
kommt ja auch bei größeren IC-Gehäusen vor.

Wie sind deine Erfahrungen mit der Paste?
Ich habe mir vor langer Zeit die Legierung selbst hergestellt um 
Halbleiter ohne grossen thermischen Stress einzulöten, aber ich bin 
damit nicht glücklich geworden.
Evtl. hats am Flußmittel gelegen, denn das muß recht aggressiv sein, 
damit es bei der niedrigen Temperatur von vllt. 200°C Oxide lösen kann. 
Kolophonium u.ä. reicht da nicht.
Ansonsten habe ich Lötstellen aus Bi-Legierungen als mechanisch wenig 
belastbar und eher bröselig in Erinnerung.

Autor: Sven B. (scummos)
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Paste verdorben, war bei meiner auch so. Klappte super und nach ein paar 
Monaten im Kühlschrank hatte ich ungefähr so ein Bild.

Beitrag #6032914 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Roland E. (roland0815)
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Zinnkügelchen entstehen beim Heißluftlöten gelegentlich wegen zu viel 
Luft. Dabei wird die Paste verblasen und die Oberflächenspannung formt 
kleine Kugeln.

Autor: Manfred F. (manfred_f)
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Ronald schrieb:
> Ich frag am
> Montag mal an ib ich den Grund hier nennen darf.

Nein. Darfst du nicht. Keinesfalls. Verrat von Geschäftsgeheimnissen und 
so. Dafür wirst du sofort entlassen. Und geteert. Und gefedert. Die 
Konsequenzen werden furchtbar sein...

: Bearbeitet durch User
Autor: Ronald (Gast)
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Manfred F. schrieb:
> Ronald schrieb:
> Ich frag am
> Montag mal an ib ich den Grund hier nennen darf.
>
> Nein. Darfst du nicht. Keinesfalls. Verrat von Geschäftsgeheimnissen und
> so. Dafür wirst du sofort entlassen.

Genau das ist der Grund warum ich erst fragen muss. Das Problem ist bei 
uns zwar gut bekannt und auch schnell im Griff wenn es auftritt, aber 
andere Firmen beklagen eventuell die gleichen Probleme ohne Lösung. Bis 
wir den Grund gefunden haben, sind viele Lotpasten in den Müll 
gewandert. Also ist die Info Geld wert.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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> Bis wir den Grund gefunden haben, sind viele Lotpasten in den Müll
> gewandert. Also ist die Info Geld wert.

Lese ich das jetzt richtig, dass du andere Leute massenweise Lotpaste 
wegwerfen lässt, nur um ihnen einen vergleichsweise geringen Schaden 
zuzufügen?
So habe ich mir die Schwaben immer vorgestellt.

Autor: Thomas G. (thomas_g760)
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Roland E. schrieb:
> Zinnkügelchen entstehen beim Heißluftlöten gelegentlich wegen zu viel
> Luft. Dabei wird die Paste verblasen und die Oberflächenspannung formt
> kleine Kugeln.

und

Sven B. schrieb:
> Paste verdorben, war bei meiner auch so. Klappte super und nach ein paar
> Monaten im Kühlschrank hatte ich ungefähr so ein Bild.

scheinen am plausibelsten. Welche Theorie für meinen Fall paßt, werde 
ich nun mithilfe eines Pizzaofens herausfinden, aber heute nicht mehr.
Ich poste dann in 1-2 Wochen das Ergebnis, auch wenn dadurch meine 
(imaginären)Konkurrenten zu Müllionären werden.

: Bearbeitet durch User
Autor: Thomas G. (thomas_g760)
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nachtmix schrieb:

> Evtl. wird bei der hohen Temperatur das Flußmittel überhitzt, gast aus,
> und schleudert die Metalltröpfchen umher.
...
> Wie sind deine Erfahrungen mit der Paste?
> Ich habe mir vor langer Zeit die Legierung selbst hergestellt um
> Halbleiter ohne grossen thermischen Stress einzulöten, aber ich bin
> damit nicht glücklich geworden....

Ja, am Anfang war das eben nicht mit den Kügelchen, und ich habe meine 
"Arbeitsweise" nicht geändert. Ich löte aber nur mal alle paar Monate 
was damit.

Die Paste hat mich am Anfang begeistert, weil sie eben so schnell 
schmilzt. Die Lötstellen sehen natürlich beschissen aus für jemand der 
noch Blei gewohnt ist. Total grau. Aber für kleine Logiksachen scheint 
mir das Zinn ok, ich löte damit keine Sachen wo Strom fließt oder was 
heiß werden kann.

Autor: Ronald (Gast)
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Bürovorsteher schrieb:
> Lese ich das jetzt richtig, dass du andere Leute massenweise Lotpaste
> wegwerfen lässt, nur um ihnen einen vergleichsweise geringen Schaden
> zuzufügen?

Nein, du hast weder richtig gelesen noch richtig verstanden!

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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Dann erkläre bitte mal, was du meintest.

Autor: Ronald (Gast)
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Bürovorsteher schrieb:
> Dann erkläre bitte mal, was du meintest.

Wir haben rausgefunden wie wir nichts mehr wegwerfen müssen. Daher haben 
wir einen Vorteil. Deshalb muß ich erst fragen ob ich das sagen darf.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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Dann habe ich es ja richtig verstanden.

Autor: Ronald (Gast)
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Bürovorsteher schrieb:
> Dann habe ich es ja richtig verstanden.

Nein, hast du nicht!

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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> aber andere Firmen beklagen eventuell die gleichen Probleme ohne Lösung.

D.h. die anderen haben einen Schaden, während ihr euch die Hände reibt.

Naja, ist ja auch egal.
Bei der Kugelbildung würde ich ebenfalls die bereits geäußerten 
Vermutungen stützen: Paste hat Wasser, woher auch immer, aufgenommen; zu 
großer Temperaturgradient beim Löten (Verpuffung des Flussmittels); zu 
alt.

Ich hatte mal eine Paste von Felder, da konnte ich anstellen, was ich 
wollte, die hat immer Kugeln gemacht.
Jetzt verwende ich seit etlichen Jahren Pasten von Elsold/Tamura, die 
haben noch nie Kugeln erzeugt (bei ca. 1 Mio € Warenproduktion).

Kann also durchaus was herstellerspezifisches sein.
Vor dem Gebrauch das geschlossene Gefäß auf Raumtemperatur erwärmen 
lassen und dann 3 min umrühren!

Autor: Ronald (Gast)
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Bürovorsteher schrieb:
>>
>
> D.h. die anderen haben einen Schaden, während ihr euch die Hände reibt

Es ist sogar viel schlimmer!

Wir entwickeln Produkte die kein anderer baut und verkaufen sie. Dabei 
reiben wir uns auch die Hände.

Sollen wir jetzt Openhardware machen?

Bist du Afd-Wähler?

Autor: Ronald (Gast)
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Kommando zurück!

Ich glaube du bist Firmeninhaber! Und jetzt bist du beleidigt weil wir 
eine Lösung für dein Problem haben und dir es nicht sagen!

Ich werde morgen doch nicht nachfragen. Habs mir überlegt und werde es 
verschweigen.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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> Dabei reiben wir uns auch die Hände.

Typisch schwäbisches Verhalten.

Autor: Ronald (Gast)
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Bürovorsteher schrieb:
> Dabei reiben wir uns auch die Hände.
>
> Typisch schwäbisches Verhalten.

Nein, wir sind ja eine Firma und arbeiten nicht aus Nächstenliebe!

Wie kommst du auf Schwaben? Zu viel Weißbier in der Gletscherspalte 
getrunken?

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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> Ich glaube du bist Firmeninhaber!

Ja, das ist korrekt.

> Und jetzt bist du beleidigt weil wir
> eine Lösung für dein Problem haben und dir es nicht sagen!

Wie bereits beschrieben, konnte ich das Problem beits vor vielen Jahren 
zufriedenstellend lösen.

Was würde es kosten, wenn ich euch die Problemlösung für mein nicht 
vorhandenes Problem abkaufen würde? Schlimm teuer? Übersteigt das meine 
finanziellen Möglichkeiten?

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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> Wie kommst du auf Schwaben?

War nur ein Schuss ins Blaue.

Autor: Arno K. (Firma: advanced microsystems) (radiosonde)
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Ronald schrieb:

>
> Ich werde morgen doch nicht nachfragen. Habs mir überlegt und werde es 
verschweigen

Ahahahah

Was seit ihr für eine armseelige Klitsche?
Ihr habt damit weder die Bundeslade noch sonstwas "tolles" 
verschweigbares gefunden.

https://www.7pcb.com/blog/how-to-prevent-solder-ball-bridging-defects.php

sooooo geheim

Autor: Ronald (Gast)
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Arno K. schrieb:
> Ronald schrieb:
>
> Ich werde morgen doch nicht nachfragen. Habs mir überlegt und werde es
> verschweigen
>
> Ahahahah
>
> Was seit ihr für eine armseelige Klitsche?
> Ihr habt damit weder die Bundeslade noch sonstwas "tolles"
> verschweigbares gefunden.
>
> https://www.7pcb.com/blog/how-to-prevent-solder-ball-bridging-defects.php
>
> sooooo geheim


Lol, das sagt dir auch der Pastenhersteller

Autor: Thomas G. (thomas_g760)
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Ronald schrieb:
> Arno K. schrieb:

>> https://www.7pcb.com/blog/how-to-prevent-solder-ball-bridging-defects.php
>>
>> sooooo geheim
>
>
> Lol, das sagt dir auch der Pastenhersteller

Also den ganzen Mist ne halbe Stunde bei 80°C im Ofen vorheizen, dann 
sollte wohl das Wasser raus sein.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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> Also den ganzen Mist ne halbe Stunde bei 80°C im Ofen vorheizen, dann
> sollte wohl das Wasser raus sein.

Das sollte Abhilfe schaffen.

Autor: René F. (therfd)
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Ich find es hier ganz schön amüsant, die Kosten für die Paste ist doch 
extrem vernachlässigbar. Wenn man so selten Paste benötigt das sie 
regelmäßig überlagert ist dann wird es wohl nicht weh tun sich bei 
Bedarf eine neue Kleinmenge zu besorgen. Wir bestücken alle paar Wochen 
mal was händisch mit der Paste, nach nem halben Jahr ne neue Spritze zu 
bestellen tut nicht weh und Firmen die große Mengen an Paste lagern 
haben wohl ebenso einen so großen Pastenverbrauch, das die Paste vor der 
Überlagerung schon verbraucht ist.

Autor: Wolfgang (Gast)
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Thomas G. schrieb:
> Also den ganzen Mist ne halbe Stunde bei 80°C im Ofen vorheizen, dann
> sollte wohl das Wasser raus sein.

Nicht ohne Grund sieht jedes Reflow-Profil eine längere Phase deutlich 
über 100°C, aber unterhalb der Schmelztemperatur des Lötzinns vor, in 
der Wasser ausgasen kann und das Flussmittel aktiviert wird.

Autor: Manfred F. (manfred_f)
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Ronald schrieb:
> Also ist die Info Geld wert.

Kapitalismus pur.
Manchmal kann man wirklich gar nicht so viel fressen wie man kotzen 
möchte...

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